2. Juli 2014

465. Maskerade

Ich hatte mir so viel von diesem Gespräch erhofft. Dachte wirklich, dass es mir annähernd helfen wird aus meiner jetzigen Stimmung heraus zu kommen. Stattdessen sprachen wir darüber, wie das Wohnen  mit meinem großen Bruder läuft und natürlich, wie die Beziehung sich im Moment mit H. und U. gestaltet.
Mit U. habe ich heute übrigens auch telefoniert. Denn eigentlich hatten wir heute einen Termin gehabt. Auf die Frage, wann wir uns das nächste mal Treffen, sagte ich nur, dass ich mich dann schon melden werde. Zu der Frau vom SPD habe ich nur gesagt, dass ich H. und U. erst einmal nicht mehr sehen möchte. Es strengt mich alles im Moment so sehr an. Und so weiß ich auch nicht, wie es sein wird, wenn ich nächsten Monat meine Ausbildung anfange. Ich komme jetzt noch nicht einmal mit meinem Leben klar. Wie soll ich dann eine Ausbildung schaffen? Ich kann nicht mehr.




1. Juli 2014

464.

Ich habe diese Filme im Kopf, die glückliche Kinder zeigen. Wie sie lachen, spielen und einfach nur glücklich sind. Diese Kinder waren wir einmal und umso trauriger ist es, wenn man sieht, was aus uns geworden ist.
Menschen die es nicht schaffen auf dieser Welt zu überleben. Viele sind noch hier, einige sind schon gegangen. Und die Bilder dieser Menschen haben sich gerade in mein Kopf eingebrannt.
Ich bin unendlich traurig darüber, dass ich sie nie wieder sehen werde. Viele dieser Menschen haben mir einen großen Halt in meinem Leben gegeben. Sie sagen mir, dass ich diesen Schmerz überwinden muss und das es natürlich weh tun wird. Aber es wird auch weh tun, wenn ich zu denen gehöre, die bereits gegangen sind. Dann werdet ihr merken, dass es nicht leicht ist, diesen Schmerz zu überwinden. Wie schwer es für mich war.





30. Juni 2014

463. Innerlich am zerbrechen.

Ich merke, wie die depressiven Gedanken wieder stärker werden. Ich merke, wie mich alles trauriger macht. Ich merke, dass ich es lange nicht mehr schaffen werde. Aber wenn ich jetzt zugebe, dass nichts 'ok' ist, dann bin ich wieder die, die man nicht alleine lassen kann. Ich träume davon meine Ruhe zu haben. Ich träume davon, dass ich keinem mehr durch meine Handlungen weh tun muss. Ich weiß, dass es wieder ernster wird. Ich weiß, dass ein Suizidversuch oder ein Klinikaufenthalt jetzt die beste Lösung wäre. Ich weiß, dass ich gerade jetzt Hilfe annehmen muss. Aber ich kann nicht. Warum Hilfe annehmen, wenn mir alles mein 'Alles bestens' glauben?


27. Juni 2014

462.

Am Mittwoch sah ich U. nach ca 1 1/2 Wochen einmal wieder. Das Treffen war kühl. Sehr kühl. Ich ließ ihn wie immer von sich erzählen und bat ihn anschließend darum, mich noch zu meinem Bruder zu fahren. Mehr war das auch nicht. Gestern traf ich dann H. Wir gingen eine Zeit lang spazieren und trafen dann zufällig einen Betreuer aus der WG. Die Beiden fingen an sich zu unterhalten und ich entfehrnte mich immer weiter von Ihnen weil ich es einfach nicht ertrug. Viele hundert Meter hatte ich nur ein Gedanken: Sagen, dass das hier nicht mehr klappt und einfach verschwinden. Mehr nicht. Aber wir gingen weiter und auch dieses Treffen erwies sich als kalt. Obwohl es bei H. eigentlich nie so war. Erst kurz vorm Ende fing ich an, einbisschen zu erzählen. Und ganz am Ende, setzte wir uns kurz  auf die Treppen vom Ufer des Maschsees und ich erzählte ihm, dass ich nun wieder Tavor nehme. Er fragte nur, ob es jemand weiß. Also einer meiner Ärzte. Mehr nicht. Und somit ist auch klar das Ding ist gelaufen. Es bringt nichts mehr. 


Ich habe immer wieder gedacht, dass das Thema mit meinen Krankheiten vorbei wäre. Falsch gedacht. Am Dienstag kam der Heimleiter (!) auf mich zu und tippte mit einem Stift auf meinen Arm. Ich hab als erstes nichts bemerkt. Beim zweiten Mal schaute ich genauer hin und so bekam ich auch seine Frage mit, ob das (also das Schneiden) der Vergangenheit angehören würde. Was anderes außer 'Ja klar' konnte ich nicht sagen. Falls er noch einmal nachfragt, kann ich ja auch einfach sagen, dass es sich auf meinen Unterarm bezogen hat. Denn seitdem ich im Heim arbeite, ist mein Oberarm und meine Schulter die neue Stelle, wo ich mich verletze. Aber ganz ehrlich, wer möchte eine Mitarbeiterin haben, die sich immer, wenn sich nicht gut fühlt eine Klinge in die Haut jagt? Stimmt, niemand!

23. Juni 2014

461. Aus Holland direkt aufs heimische Sofa.

Man mag zwar glauben, dass man mit 19 Jahren doch schon ein wenig über sein Leben entscheiden kann. Pustekuchen. An diesem Wochenende zieht mein 2. ältester Bruder bei mir ein. Wird wahrscheinlich sehr kuschelig werden, denn immerhin wohne ich in einer winzigen Wohnung. Die Entscheidung wurde nicht von mir getroffen, sondern von meiner Tante. Was sie entscheidet, muss gemacht werden. Und so muss ich wohl damit leben, in zwei Monaten fängt dann das neue Semester in Holland an. Das Einzige auf was ich mich freuen kann, sind die Dinge von Albert Heijn die er mir aus Holland mitbringt.

Morgen habe ich meinen nächsten Termin beim SPD. Meine Hausaufgabe, die sie mir beim letzten Mal gestellt hat, habe ich noch nicht einmal angefangen. Was es genau war, kann ich noch nicht einmal mehr sagen. Ich weiß noch nicht einmal, ob ich ihr etwas von der letzten Woche erzählen soll. Besser wäre es wahrscheinlich, aber wenn ich jemanden von all dem erzählen hätte wollen, hätte ich mich in der letzten Woche auch mit H. und U. treffen können.

21. Juni 2014

460. Freundschaft.

Das Wort "Freunde" ist bei mir eher selten. Ein richtiges Treffen mit Gesprächen und Unternehmungen hatte ich das letzte Mal im Dezember. Dann gab es eine lange Pause. Ich habe mich mit niemandem mehr getroffen und wollte eigentlich auch niemanden mehr sehen.
Heute habe ich jedoch 1 1/2 Stunden mit einer ganz lieben Freundin verbracht. - C.
C. und ich haben uns in Wunstorf kennengelernt. Und in weniger als einer Woche eine Freundschaft geschlossen...

459. In meinen Träumen scheint alles klar zu sein..

Es wird alles schlimmer in meinem Kopf. Alle Gedanken sind wieder da und werden von Tag zu Tag schlimmer. Ich habe Angst, dass ich mich verlieren könnte. Die Stimmung ist ganz weit unten. 
Ich fühle mich wie eine komplette Versagerin.Selbst die einfachsten Dinge im Leben sind so schwierig geworden. Die kleinsten Ziele sind so verdammt weit entfernt. Schaffe das alles nicht mehr.
Habe heute neben einer Leiche gestanden. Habe gesehen wie sie abtransportiert wurde. Habe mir gewünscht, dass ich in diesem Sarg liegen würde. Und habe dennoch versucht zu trauern... Aber wie trauert man richtig? Ich kann solch' Gefühle einfach nicht mehr empfinden. 


14. Juni 2014

458.Sleeping is nice.

Nach langem Überlegen, tausenden Gedanken und stundenlangem Ekelgefühl, habe ich mich dazu entschieden Tavor wieder regelmäßig zu nehmen. Mir ist bewusst, dass es ein Notfallmedikament ist und nicht über einen langen Zeitraum genommen werden darf, aber was solls? Ich habe noch ungefähr 30 Stück und die werde ich erst einmal aufbrauchen. Wie ihr sicherlich schon gemerkt habt, läuft es immer noch nicht gut. Ich packe es zwar jeden Tag zur Arbeit zu fahren, aber das wars auch schon. Sobald ich nach Hause komme, bin ich auf dem Sofa und schaue fern. Wenn ich morgens aufstehe, lege ich mich auch wieder aufs Sofa und schaue fern. Ich sage Termin ab, weil ich keine Geduld habe oder einfach nur die Nerven dafür.
Ich verletze so Menschen die mir wichtig sind. Jeden Tag nehme ich so vieles vor, aber erreiche kaum etwas.
In meine Wohnung kann ich aufgrunddessen schon lange niemanden lassen. Obwohl es mich sehr stört.
Es ist alles so verdammt schwer.



10. Juni 2014

457. Die schlimmste Armut ist Einsamkeit und das Gefühl, unbeachtet und unerwünscht zu sein.

In den letzten Jahren habe ich viele Menschen verloren. Die Art und Weise war immer mit sehr viel Schmerz und Traurigkeit verbunden. Und obwohl es bei einigen Beziehungsabbrüchen schon Jahre her ist, muss ich heute immer noch an die Personen denken. Ich weiß noch wie fertig ich war, als M. mir erst an seinem letzten Tag gesagt hat, das er nie wieder kommen wird. Und auch weiß ich auch noch wie fertig ich war, als F. für immer ging. Es ist immer wieder das Gleiche: Menschen denen ich vertraue, sehr vertrauer, gehen.
Auf die Frage, wie ich mich entscheide bezüglich der Betreuung bin ich weiterhin unentschlossen. 
Viele denken, dass ich eine Betreuung immer noch nötig habe. Viele haben große Zweifel, ob ich es schaffen würde ohne jemanden der mir hilft. In den letzten Wochen und Monaten war ich fest entschlossen, dass ich niemanden mehr brauche. Heute denke ich immer noch das Gleiche. Aber es gibt auch Momente, wo ich alles daran setze, dass die Betreuung weiterhin bestehen bleibt. Diese Momente bestehen nur auf der Gefühlsebene. Der Gedanke, dass ich H. verlieren könnte, zerrt an meinen Kräften. Er war da, als M. gegangen ist. Er war da, als ich heulend im Bad saß und mich schneiden wollte. Und er war auch da, als ich in der Klinik war. So jemanden wie ihn gibt es kaum noch. Da er aber demnächst wegfallen wird, steigt die Angst. Natürlich gibt es die Option, dass U. die Betreuung alleine übernehmen wird und diese dann schleichend beendet wird... aber was ist das schon? Ich bin eigentlich schon entschlossen, dass ich lieber beide verlieren sollte und den Schmerz durchlebe muss, anstatt einen nach dem anderen zu verlieren. Bald ist mein HPG. Ich weiß nicht wie es weitergehen soll.



                                             ''Wir wollen die Leute die wir lieben, schützen, 
indem wir Ihnen nicht von unseren Problemen erzählen.''



456.

Es ging mir zwischendurch wirklich gut. Ehrlich. Aber nun falle ich wieder. Ich falle tiefer und tiefer bald werde ich endlich weg sein. 

3. Juni 2014

455. Sprachlos





So viele Gedanken die in Worte gefasst werden wollen und dennoch kann ich sie nicht ausprechen. Ich falle immer mehr in das tiefe, schwarze Loch. 

31. Mai 2014

454. ''Engel können fliegen'', flüsterte sie und sprang.

Obwohl er noch bis Mittwoch frei hat, hat er mir geantwortet und heute sogar angerufen. Obwohl er frei hat, beschäftigt er sich mit meiner Krise und versucht einen Ausweg zu finden. Auf die Aussage von mir, dass ich Angst habe das ich das nicht schaffe, bat er mir gleich an, dass wir einen Vertrag machen und wir am Montag noch einmal telefonieren. Ich habe versucht das Alles irgendwie mit mir selbst auszumachen, aber klappt einfach nicht mehr. Wenn ich es gar nicht mehr schaffe, dann soll ich mich nach Ilten in die Klinik begeben. ''Überleben ist das Wichtigste.'' - H.


30. Mai 2014

453. Leben?

Ich komme mir hier auf der Welt verloren vor. Ich habe eigentlich niemanden, dem ich wirklich alles erzählen kann und dabei nicht im Hinterkopf haben zu müssen, dass ich doch wieder verarscht werden könnte. Gestern Abend ging es mir wieder einmal richtig schlecht. Ich wusste nicht mehr, wie es weiter gehen soll und vorallem, wie ich dass schaffen soll. Selbst an meim Buch, indem ich an die Zeit vor und nach meinem Suizid plane, habe ich wieder gesessen. Hätte ich keim Tavor und auch kein Melperon gehabt, würde es mich wahrscheinlich jetzt nicht mehr geben.
Heute Morgen habe ich versucht mit U. zu reden. Statt auf Verständnis bin ich auf Enttäuschung gestoßen. Eigentlich wollte ich noch mit ihm das Wochenende besprechen, aber das hat sich auch erledigt. Vielleicht traue ich mich Fr. P. anzurufen, wenn es gar nicht mehr geht. Vielleicht aber auch nicht. Mut, wo bist du? Inzwischen bin ich bei meinem Opa, da ich dachte, dass es mir vielleicht ganz gut tuen würde, wenn ich mal aus Hannover raus wäre. Vor ein paar Stunden war auch noch alles ok, aber inzwischen hat der ganze Mist aus Hannover es geschafft hier nach Reher zu  kommen. Ich habe keine Kraft mehr...

29. Mai 2014

452. Vatertag

Wäre ich nicht gerade in der Straßenbahn und müsste mich zusammenreißen, wäre ich wahrscheinlich schon weinend zusammen gebrochen. Es ist so schwer allen vorzuspielen, dass es einem gut geht. Immer wieder auf die Frage, wie es einem dem geht, mit gut zu antworten, zerrt einfach nur an den Kräften. Neben den üblichen Gedanken und Gefühle darf ich heute wieder eine große Portion Selbsthass und Ekel verspüren. Herrlich - nicht! Aber ich darf auch nichts dagegen machen.... mich nicht schneiden, obwohl ich jetzt seit Wochen wieder einmal starken Druck habe; darf keine Überdosis nehmen, obwohl ich liebend gerne bei meinem Vater wäre und noch nicht einmal eine Überdosis (damit die ganze Nahrung aus mir verschwindet) darf ich nehmen. Ich fühle mich so machtlos gegenüber meinem anderen Ich. Ich möchte doch nur, dass ich mich einbisschen besser fühle.. nicht gut, aber wenigstens besser. Ich kann nicht mehr.

Alles Liebe zum Vatertag, Papa. Ich vermisse dich! :*

28. Mai 2014

451.

Ich würde am Liebsten schreiben, wie anstrengend die letzten Tage trotz Urlaub waren und vorallem was alles passiert ist. Vorallem auch, was mich wieder zu dem werden lässt, die ich jetzt in diesem Moment wieder bin. Ich habe keinerlei Kraft mehr. Ich rutsche wieder ab. Nicht nur in diese leichten Depressionen, die ich sowieso jeden Tag aufs Neue durchlebe, es sind eher die Gedanken,Gefühle und Handlungen die mich dauerhaft schaden könnten.

Ich würde am liebsten übers Wochenende in die Klinik. Aber noch einmal nach Ilten zu fahren und mich dafür zu rechtfertigen, dass es mir nicht gut geht, schaffe ich nicht.

23. Mai 2014

450.

Dieses eine Gefühl, dass Menschen alles für dein Wohl tun, durfte ich heute erleben. Ich habe die tollste Anleiterin der Welt. G. ♥

20. Mai 2014

449.

Kennt ihr das, wenn man sich so eklig fühlt, dass man schon glaubt man sei ein Baumstamm der sich fortbewegt? Genauso fühle ich mich seit ein paar Tagen. Statt wieder zu hungern, habe ich anscheinend gerade wieder einmal eine Fressphase. Neben den psychischen Folgen gehts mir auch körperlich nicht gut damit. Ich bin inzwischen auch wieder soweit, dass ich mir Tabletten bestellt habe um alles nach dem Essen wieder loszuwerden. Das letzte Mal, dass ich an dem Punkt stand ist schon eine Weile her.   Ich hoffe inständig, dass ich mich danach besser fühlen werde.

16. Mai 2014

448.

Das Wissen, dass ich wahrscheinlich niemals an einem natütlichen Tod sterben werde, ist mal wieder allgegenwärtig. Ich glaube nicht daran, dass ich es bis 70/80 aushalten werde und dann im Schlaf sterbe oder an irgendeiner Krankheiten. Es ist einfach nur der Zeitpunkt der unklar ist, wann ich eine Überdosis nehme.
H. hat gestern versucht mir klar zu machen, dass diese Medikamentencombo alles nur herauszögert. Ich soll das Ergebnis lieber jetzt durchleben, als alles nur aufzuschieben. Und vorallem soll ich meinem Psychiater alles beichten... die Medikamente die ich mir hintenrum bei anderen Ärzten erschlichen habe und vorallem wie viel ich von jedem nehme. Das Gleiche soll ich doch auch bei meinem Hausarzt machen. Alles schön und gut. Auch ein guter Weg, alles wieder hinzubiegen, aber wo ist der Mut dazu?

12. Mai 2014

447. Its not my family.

Ich habe es langsam so satt. Ich tue alles damit sie glücklich sind, aber bin am Ende doch immer die Dumme. Mache mir Gedanken und versuche alle Wünsche irgendwie zu erfüllen, aber es ist nie das Richtige. Sie fragen mich noch nicht einmal, ob ich das machen möchte. Man geht immer davon aus und wenn ich mal nicht ''Ja'' sage, dann werde ich unter Druck gesetzt. Es ist tut so weh, wenn man erkennen muss, dass es genau die Menschen sind, die einem eigentlich am Nächsten stehen sollten, es sind. Was bedeutet schon Familie? Ich habe und werde wahrscheinlich nie eine richtige Familie haben. 

Die Gedanken werden im Moment wieder negativer... frage mich mal wieder, ob es das wirklich ist. Sehe keine Zukunft mehr für mich und möchte am liebsten zu Papa. Auf irgendeine Art und Weise sollte man es gut finden, dass sich auf der anderen Straßenseite ein Bestattungsunternehmen befindet. Es wird sich noch einmal als Nützlich ergeben.




10. Mai 2014

446.

Es  gab zwischendurch immer Zeiten, wo ich mich gefragt habe, was zwischen uns passiert ist. Du hattest mir versprochen, dass du dich meldest, mich besuchen kommst. Aber es kam nichts...dabei vermisse ich dich so sehr. Du warst insgeheim immer so etwas wie eine Mutter für mich. Warst da, als ich einen Nervenzusammenbruch hatte und irgendwann vor Erschöpfung einschlief. Du warst da als ich mir mein zukünftiges Zuhause angeguckt habe. Und du warst auch da, als ich meinen Abschluss bekommen habe. Als ich dich das letzte Mal gesehen habe, befand ich mich in einer Klinik. Das war 2012. Heute hast du Geburtstag und vielleicht siehst du auch den Pinnwandeintrag, den ich geschrieben habe. Es ist meine letzte Möglichkeit, denn bei Whatsapp antwortest du nicht mehr. Das Einzige was ich mir wünsche ist, dass ich dich wenigstens noch einmal wiedersehen darf. Happy Birthday R.



Es gibt Momente, in denen ich einfach mal losschreien möchte. So auch heute. Ich lasse mir eine Menge sagen, vieles mache ich auch ohne Widerworte zu geben. Aber wenn ich etwas hasse, dann ist es, wenn man mir vorschreibt, dass ich essen muss. Mein Appettit und vorallem auch mein Hungergefühl haben sich in den letzten Wochen kaum zu Wort gemeldet. Und so passiert es, dass ich auf der Arbeit nichts esse, oder wenn dann nur Süßigkeiten. In der heutigen Pause hieß es aufeinmal, dass ich essen muss! Sie gaben mir ein Brötchen, schnitten es in zwei Hälften. Ich nahm mir eine Hälfte, machte Marmelade drauf und aß es langsam. Als sie sahen, dass ich nach 5 Minuten mit der Hälfte fertig war, sollte ich auf einmal noch eine Hälfte essen. Auf mein 'Nein' gab es keine ernsthafte Antwort. Ich stand auf und ging. Ich will nie wieder etwas essen müssen. Das Unwohlsein breitet sich immer weiter aus und erst mit jedem weiteren Kilo das verschwindet, bekomme ich ein Stück Wohlbefinden. In den letzten 5 Wochen habe ich 7 Kilo abgenommen und trotzdem ist der Ekel allgegenwärtig. 

7. Mai 2014

444.You hate me? I hate me too.

Und so gehe ich mit meinen Drogen, wie H. So schön immer sagt, wieder zur Arbeit. Dort versuche ich allen klar zu machen, dass ich wieder die bin, die ihnen nie Ärger gemacht hat. Mir ist bewusst, dass dies sehr schwer ist. Gar unmöglich. Aber hat nicht jeder eine 2. Chance verdient? Obwohl es noch nicht einmal eine 2. Chance sein soll, es soll einfach nur eine Akzeptierung von psychischen Krankheiten sein, für die man einfach nichts kann.

6. Mai 2014

443.

Und auch das Treffen mit H. half nicht wirklich. Er fragte mehrmals, was los sei, aber ich konnte nichts sagen. Ich konnte das Chaos in meinem Kopf nicht in Worte fassen. Stattdessen bin ich mit ihm durch die halbe Innenstadt gegangen. Irgendwann saßen wir auf einer Bank und haben über die Arbeit und meine Familie gesprochen. Am Ende habe ich ihn gefragt, wie ich Frau Z. alles erzählen soll. Soll ich etwa damit anfangen: ''Die letzten zwei Wochen waren die Hölle für mich....'' ??

4. Mai 2014

442. Bitte lass den Vorhang noch nicht fallen..., das Publikum applaudiert noch nicht!

Die letzten Stunde habe ich sehr viel an die Leute gedacht, die ich kennen und lieben gelernt habe, aber dennoch loslassen musste. Sei es, dass sie viel zu früh von dieser Welt gingen oder einfach nur aus meinem Umfeld verschwanden. Es macht mich traurig zu sehen, dass ich schon so viele Menschen überlebt habe. Viele von ihnen hatten es noch nicht einmal verdient. Aber was heißt das schon?!
Kann man das wirklich sagen? Hat jemand mehr oder jemand weniger das Recht auf Leben?



Am Donnerstag habe ich endlich wieder einen Termin beim Psychiatrischen Dienst. Ich habe die letzten Tage schon überlegt, wie und vorallem was ich ihr sagen soll. Soll ich ihr wirklich sagen, wie schlimm die letzten zwei Wochen für mich waren? Wie oft ich auf Ablehnung getroffen bin und wie oft ich einfach nur am Boden war. Ich habe Angst, dass sie mir auch nicht richtig zuhören wird. Mein einziger Gedanke Wunsch ist es doch nur, das jemand wirklich zuhört. (Und auch der Wunsch am Grab von meinem Vater zu sitzen und einfach nur zu erzählen und zu wissen, dass dort ein paar Meter unter der Erde die Überreste von dem Menschen liegen, der dich mit erschaffen hat, ist groß. Ich denke oft an die Zeit zurück, habe immer wieder das Bild vor Augen wie er mir als Sechsjährige die Fingernägel lackiert hat, mit der Hoffnung alles richtig zu machen.) Gestern Abend habe ich auch H. auch noch einen Lebensvertrag geschickt. Bis jetzt habe ich keine Reaktion, noch nicht einmal ein Wort. Nichts..! Aber ich muss auch damit leben können, wenn mal keine Antwort kommt. Wahrscheinlich sehe ich ihn am Dienstag wieder, vielleicht bekomme ich dann eine Antwort. Vielleicht.

Oft genug denke ich mir nur, wieso?

2. Mai 2014

441.

Ich möchte wach sein, aber gleichzeitig auch für immer schlafen. Ich möchte leben, aber auch sterben. Ich möchte ehrlich sein, aber kann das Verheimlichen nicht lassen. Ich möchte glücklich sein, aber werde von den Gedanken in meinem Kopf daran gehindert. Ich möchte immer 100% geben, aber schaffe es nicht. Ich möchte einmal jemanden in meiner Kontaktliste finden, den ich anrufen oder schreiben kann, wenn nichts mehr geht...Einer der mich versteht, mich nicht verurteilt und einfach für mich da ist... Ich möchte lieben, aber schrecke vor dem Gefühl zurück. Ich möchte jemanden hier bei mir haben, der mich einfach in den Arm nimmt und sagt, dass er mir helfen wird. Ich bin am Ende, Suizidgedanken sind schon Klasse.


440. Ruhe in Frieden

Sie lag eine komplette Woche im Sterben und wurde von Tag zu Tag immer schwächer. Man hat mir verboten in ihr Zimmer zu gehen und somit konnte ich nicht wirklich bei ihr sein. Mir zerreißt es das Herz, es ist so verdammt traurig.Gestern habe ich sie noch zwei Mal gesehen, jetzt werde ich sie nie wieder sehen.  Zu wem soll ich jetzt 'Schätzlein' sagen? Sie war perfekt!

Ruhe in Frieden
 Frau H. G. 
1920 -2014

29. April 2014

439.

Ich liebe diesen Geruch der in der Luft ist, wenn ich morgens um halb 6 zur Arbeit gehe. Es riecht so wunderbar nach der Natur. Manchmal erinnert es mich an Wunstorf, dort hat es abends immer so gerochen.

Seit gestern ist meine Stimmung einbisschen besser. Nicht gut, aber auch nicht so beschissen wie gar die letzte Woche. Auf der Arbeit habe ich mich gestern erst einmal bei der Wohnbereichsleitung ausgekotzt und was das denn alles soll mit dem Wechsel.
Diese Woche soll ich noch auf dem Wohnbereich, aber nächste Woche kann ich wieder hoch ins Vertraute. Zwischenzeitlich habe ich überhaupt gemerkt, dass es wahrscheinlich nie hätte rauskommen dürfen, dass ich so "schwer" psychisch krank bin.

Nach der Arbeit war ich dann noch beim Psychodoc. Hab ihm die Ereignisse der letzten drei Wochen erzählt und darum gebeten, dass ich Beruhigungsmittel bekomme. Es kann ja immer schneller kommen als gedacht, dass ich wieder heulend auf der Arbeit zusammensacke. Nun gut. Habe dann "Quetiapin" verschrieben bekommen... Beipackzettel durchgelesen und da stand dieses böse Wort wieder : Gewichtszunahme als eine "sehr häufige" Nebenwirkung. Meine größte Angst besteht darin, dass ich wieder so dick werde wie vor 2 Jahren. Ich kann nicht all das wieder zunehmen, was ich so schön runtergehungert habe! Also ist die Frage jetzt: nehmen und wieder fetter werden oder Tavor weiter nehmen und süchtig werden?

26. April 2014

438.

Sie sagen alle, dass Tavor süchtig macht und der Entzug schlimm sein wird. Dieses eine Mal wollte ich auf alle hören und habe es brav abgesetzt, denn zwei Tavor am Tag über 2 Wochen würde bestimmt ein guter Anfang für eine Sucht sein. Und jetzt habe ich die Quittung bekommen - ich darf nicht mehr auf dem Wohnbereich arbeiten, auf dem ich seit September übergehend war! 
In der Pause kam die Fachkraft zu mir und meinte, dass alle Kollegen mich nicht mehr wiedererkennen und ich mich immer mehr zurückziehen würde. Ich solle doch jetzt einen anderen Wohnbereich machen, damit ich nicht mehr unter Stress bin und ich vorallem nicht mehr bei Frau G. bin, da sie seit Donnerstag im Sterben liegt. Ich würde deswegen so durchdrehen. Unsinn! Ich hatte bereits am Mittwoch auf der Arbeit einen Heulkrampf. Gefolgt von Donnerstag und gestern. Und der Versuch ihr zu erklären, dass mich der Wechsel auf einen anderen Wohnbereich eher stresst, lief erfolglos. Inzwischen denke ich sogar schon darüber nach, ob ich nicht einfach kündige und mir einen anderen Job und ein anderes Heim für die Ausbildung suche. 

Ich werde morgen und übermorgen noch arbeiten gehen, danach schaue ich weiter. Entweder ich lasse mich krankschreiben oder ich lasse mir am Montag so starke Medikamente verschreiben, dass ich die nächsten Dienste bis Freitag schaffe. 


22. April 2014

437. Der Glaube perfekt sein zu müssen.

Sie sagen mir alle, dass ich eine Pause machen soll. Erst einmal wieder richtig zu Kräften kommen... Aber ich kann es nicht. Ich kann mir keine Pause gönnen. Auf der Arbeit muss man mich drei - bis vier Mal anrufen, damit ich endlich zur Pause gehe und dort dann auch bleibe. Ich versuche all das wieder aufzuholen, was ich während der Woche wo ich Zuhause war, versäumt habe. Und ich denke mal, dass die ganzen Medikamente, die ich nehme mir dabei gut helfen. Aber  dennoch gibt es auch dabei wieder Menschen die sich Sorgen um mich machen. So habe ich heute von der lieben Frau vom Psychiatrischen Dienst gehört, dass das auch nicht lange gut gehen wird. Sie betonte dabei wieder und wieder, dass ich ein gesundes Zwischenmaß finden muss. Sonst würde ich in 6 Wochen wieder in der Klinik hocken.
Um ein gesundes Maß zu finden, muss ich wahrscheinlich erst einmal lernen, was das überhaupt bedeutet. 

Ich habe schreckliche Angst, dass ich versage könnte. Dass ich keine gute Tochter (obwohl das bei der Mutter wahrscheinlich auch nicht so schlimm wäre), Nichte und Schwester bin. Ich soll mich um alles kümmern. Den Umzug von meinem Bruder nach Hannover und den dazugehörigen Anträgen. Wenn meine Mutter oder meine Tante anruft, muss ich sofort springen und immer wieder 180 % geben. Wenn es weniger ist, bekomme ich es sofort zu hören. Und dabei glauben sie alle, dass alles bestens ist.
Aus meiner Familie weiß nur mein großer Bruder und die Halbschwester meiner Mutter wirklich Bescheid. Ich meine, dass ich in der Klinik war und das ich mich vor  1 1/2 Wochen zu tief geschnitten habe. Die anderen denken alle, dass ich wegen Kreislaufproblemen im Krankenhaus war. Ehrlichkeit geht bei meiner Familie nicht. Bei der Familie die ich habe, kann ich nicht wirklich sagen, dass es meine Familie ist. Familie werden immer mehr meine Kollegen von der Arbeit. Ich bekomme von ihnen sogar Sachen zum Geburtstag, zu Ostern und zu Weihnachten.. Auf mein ''Warum'', bekam ich die Antwort, dass ich ihr Kind sei. 
Ein komisches und zugleich tolles Gefühl.



19. April 2014

436. Lieblingsomi im Heim :)

Darf ich vorstellen: Frau G., bekannt als "Wenn, dann hätte ich sie gerne als Oma!" :)


17. April 2014

435.

Nun ist Herr H. gestorben - Organversagen. Es ist komisch an seinem Zimmer vorbei zu kommen, immer mit dem Bild im Kopf, wie ich ihn am Dienstagmorgen gefunden habe und wie dann der Rettungswagen gekommen ist. Gestern um 4.00Uhr morgens ist er dann verstorben. 
Heute habe ich seine Frau getroffen und ihr erst einmal mein Beileid gewünscht. Ich habe so viel Trauer in ihren Augen gesehen. Sie war die ganze Zeit an seinem Bett, bis er durch das Morphium eingeschlafen und dann auch schließlich gestorben ist. Ich habe sie gefragt, wann die Beerdigung von Herrn H. stattfindet...
Ich denke ich werde dorthin gehen.. Eine Kollegin und ich haben ihn immer gefragt, ob er uns nicht adoptieren möchte - er war so wunderbar!

D. H.
1929 - 2014


Gestern bin ich nach meinem Dienst mit U. durch den Wald gelaufen und habe versucht zu erklären, was los ist. Ich habe ihm von Montag erzählt und wie wenig ich mit den Medikamenten, die ich im Moment alle nehme klarkomme. Ich wollte meinen Psychiater anrufen und einen Termin haben - er hat Urlaub. Dann habe ich im SPD angerufen und die Ärztin dort meinte, dass ich erst einmal 100mg Melperon zum Schlafen nehmen soll. Wieder 50mg mehr. Und so bin ich heute bei der Vertretung von meinem Hausarzt gewesen und bekam dort ein neues Rezept.
Ich habe das Gefühl, dass ich im Moment so labil wie lange nicht mehr bin. Nur mit Medikamente schaffe ich es wenigstens die Gedanken noch auszuhalten, würde ich sie nicht nehmen, würde ich mich wahrscheinlich täglich verletzen... Aber so muss das erst einmal weitergehen. Bis zum 26. Mai, dann habe ich erst den nächsten Termin beim Psychodoc.

14. April 2014

433.

Ich höre seit Stunden die Schreie und Rufe von vielen unterschiedlichen Kinder, aber dennoch habe ich das Gefühl, dass es hier drin mit jeder Sekunde stiller und einsamer wird. Und vorallem merke ich dabei, wie es immer schlimmer wird. Quäle mich mit Suizidgedanken und starkem Druck, versuche aber dennoch stark zu bleiben. 'Stay Strong' kann man ja hier überall lesen, dann werde ich das mal versuchen. Stark bleiben - was heißt das eigentlich?

432. Therapie?

Ich hätte ein Frage an euch: welche Ziele wolltet ihr in eurer Therapie erreichen?

Bitte schreibt es unten in die Kommentarbox! Danke!

13. April 2014

431. Arbeit oder weiter krankschreiben lassen ?

Wie es gerade ausschaut bei mir? Mal sehen, neben den morgendlichen Tiefs, dem ständigen Druck und dem Vorspielen guter Laune, läufts. Es ist komisch, am Dienstagmorgen wieder auf der Arbeit zu sein und allen erklären zu müssen was los war. Ich bin wieder mal an dem Punkt angelangt, wo mir alles egal wird. Wirklich alles. Ich liebe die Arbeit im Heim und komme mit jedem, na ja fast jedem, klar. Aber was ist, wenn ich mich morgen von meinem Hausarzt noch einmal krankschreiben lasse? Noch einmal für eine Woche? Er meinte ja selbst, dass er mich lieber erst einmal aus dem Verkehr ziehen möchte. Seine Worte!
Wahrscheinlich würde ich in dieser Woche wieder in ein, wenn nicht sogar mehrere Tiefs reinrutschen und würde mehr und mehr Gefallen an den dunklen Gedanken finden. Aber ich vermisse auch die Bewohner schrecklich. Ich vermisse Frau H. der ich 'Tschakka' und 'Ghettofaust' beigebracht habe. Ich vermisse Frau G. die durch ihre teils zickige Art eine liebevolle Person ist. Ich vermisse Herrn H. der durch sein Blick und seine Gesten verdammt süß ist! Und zuletzt vermisse ich auch Frau M. die immer lächelt wenn sie mich sieht... Senioren sind schon etwas tolles!

Heute bin ich zum ersten Mal, ich weiß nicht Juni?, wieder unter die magische Grenze gekommen. Endlich! Ich hoffe nur, dass dies Morgen nicht wieder wet sein wird. Pommes sei dank. Aber ich hab doch auch Sport gemacht. 40 Minuten Crosstrainer müssten doch reichen um die Pommes wieder runter zu bekommen, oder?

12. April 2014

430. Wenn etwas falsch ist, dann bringst du es wieder in Ordnung..

Ist seit langem mal wieder ein Foto von mir. (Denn eigentlich wollte ich so gut es eben ging anonym bleiben. Ich habe es wenigstens versucht.) Und nicht alleine. Hier habt ihr mal ein Bild, wie H. in natura aussieht. Er ist so ein wundervoller Mensch!

429. Du bleibst auf Ewigkeit in meinem Herzen.

Es ist 7:30 Uhr an einem Samstagmorgen in einem Krankenhaus in meiner Geburtstadt. Zwei Schwestern fangen an, ihn zu waschen und führen alle nötigen Dinge durch. Es ist 7:45 Uhr am gleichen Morgen, dass das Herz von ihm nicht mehr schlagen wollte und er stirbt. Und es ist 8 Uhr rum, als mein Leben zerbrach und sich für immer verändert.

                                                                       Es ist der 12.04.2003

Papa, ich liebe dich über alles! Ich verfluche den Tag als ich dich verloren habe. Ich wusste nie wie ich es schaffen soll, ohne dich glücklich und hoffungsvoll zu leben. Und ich weiß es auch jetzt nicht. Ruhe in Frieden, es dauert nicht mehr lange.
Und ein 'Happy Birthday' an meine Schwägerin in Spe! Alles Gute zum 19ten!

10. April 2014

428. Erinnerungen

 Es ist dieses 'Hey, mir gehts so lala', und dieses 'Ich kann nicht mehr.' In den letzten Stunden und Tagen habe ich einiges an Gefühlen und Gedanken durchgemacht. Depression ist die Devise! Ich wusste nicht, und weiß immer noch nicht, wie es weitergehen soll. Die Träume die ich habe, sind zwar in greifbarer Nähe, aber ich zweifele daran, ob ich diese noch erleben werde. Suizidgedanken und die dazugehörigen Pläne sind doch etwas feines, oder?An einem Tag nehme ich inzwischen drei unterschiedliche Psychopharmaka. Elontril und Tavor am Morgen, Tavor am Mittag, Tavor am Abend, Tavor und Melperon zur Nacht. Ohne diese Medikation drehe ich noch ganz durch. Aber leider kann dieser Zustand nicht von Dauer sein.
Es sind so viele Erinnerungen, die mich dazu gebracht haben wie ich heute bin und wie ich heute handle.
Es sind die schlechten Erinnerungen, die mich kränker werden ließen und mich dazu gebracht haben mich selbst immer wieder zu schneiden. Aber es sind auch die guten Erinnerungen. All' die guten Erinnerungen, wie zum Beispiel das Kennenlernen von vielen verschiedenen Menschen, haben mich zu der Person gemacht.
2011 und 2012 durfte ich ein wundervolles Jahr in einer 10.ten Klasse verbringen. Ich lernte liebe Personen kennen und vorallem hatte ich eine wundervolle Klassenlehrerin. Sie hat mir damals schon zugehört, wenn ich ihr sagte, dass ich wegen dem Chaos in meinem Kopf nicht zur Schule kommen kann und sie hört mir auch jetzt, 2 Jahre danach, zu. Wie heute. Ich hatte ihr am Samstag geschrieben, dass ich wieder in der Klinik bin und von ihr kam dann, dass sie gern etwas für mich tun würde, aber leider gerade im Urlaub ist.
Vorgestern kam dann wieder eine Nachricht von ihr. Sie fragte mich, wie es mir geht und dass sie mich gerne wiedersehen würde. Ich wusste nicht, was ich antworten soll und so schickte ich ihr keine Antwort. Bis gestern. Gestern Abend sagte ich einem Treffen für heute zu. Dieses Treffen hat mich wieder einmal aus der Bahn geworfen. Es ist mir immer so unangenehm bei ihr zu sein. Bei ihr Zuhause - ganz privat. Mein Gedanke ist nur, dass ich in ihre Privatsphäre einbreche. Aber es ist nicht so.
Sie ist der erste Mensch seit langem, ja wirklich seit langem, der mir wirklich zugehört hat. Mich nicht verurteilt hat und mich einfach so genommen hat, wie ich wirklich bin. Ich musste nicht sagen, dass es mir gut geht und es im Geheimen gar nicht stimmt. Keine Lügen, keine verdammten Lügen!!  Ich habe sie vermisst und werde sie immer vermissen...Selbst in 30 Jahren.

Ich weiß nicht, ob ich die Nacht wirklich überstehe. Ich mein, ohne Versuch oder einen Schnitt. Es ist allein das Schicksal was es mir zeigen wird. Macht euch keine Sorgen, ich werde schon klarkommen. 

Meine Abschlussfahrt - Amsterdam im März 2012. 


7. April 2014

427. Kurztrip in die Psychiatrie - buchbar über jede Krankenkasse!

Da bin ich wieder. Mein Ausflug in die Psychiatrie wurde heute mittag nach der Visite beendet. Ich wurde gefragt wie es mir geht und ich versuchte ehrlich wie möglich zu sein und so sagte ich: ''Abgesehen von den Medikamenten die mich müde machen, gehts mir gut.'' Und so war es auch. Die 'schwachen' Suizidgedanken die ich hatte, konnte ich gekonnt unterdrücken. Nun sitze ich hier wieder. Die ganze Sicherheit, die ich in den letzten Tagen verspührt hatte ist verpufft. Geblieben ist der Alltagstrott. Irgendwie bin ich wieder an dem gleichen Punkt, an dem ich vor dem Wochenende bereits war. Alleine, suizidal und verzweifelt.

Die beste Suite.

5. April 2014

426.

Und so landete ich mit Tavor vollgepumpt in der geschlossenen Suchtstation...

425.

Die letzten Wochen waren einfach zu viel für mich. Immer wieder musste ich gegen meine Gedanken, gegen verschiedene Äußerungen und Meinungen kämpfen. Meine Psyche und mein Körper halten es nicht mehr aus. Ich dachte zwar, dass ich es schaffen könnte, aber nun bleiben noch zwei Möglichkeiten: A: ich versuche mich umzubringen oder B: ich gehe wieder in die Klinik. Ich habe mich für die letzte Möglichkeit entschieden. Bald kommt meine Tante und bringt mich in die Psychiatrie. Ist wahrscheinlich besser so...

3. April 2014

424. In eine bessere Welt...

Kennt ihr das, wenn man immer wieder an die Zeiten denkt, wo man genau weiß, dass die einen glücklich gemacht haben? Man fragt sich, was passiert ist. Entweder man findet die Lösung oder tappt weiterhin im Dunkeln. Solch' einen Moment konnte ich heute erleben. Ich habe heute den Mann wieder gesehen, der mein erster Betreuer in der Wohngruppe war. Es ist so verdammt traurig zu sehen, dass dort einer ist, der dich in und auswendig kennt und doch nichts mehr mit dir zu tun hat und so auch nicht mehr helfen kann. Es ist so verdammt traurig...

Der Besuch bei Peter hat mir gezeigt, dass ich die Vergangenheit nur verdrängt habe. Von Verarbeitung kann keiner sprechen. Kurz bevor ich gegangen bin, sind wir noch eine rauchen gewesen. Ich habe ihn gefragt, ob er noch Kontakt zu M. hat. Aber Peter hat lange nichts mehr von ihm gehört. Und von F. ebenfalls nichts mehr. Diese drei Männer haben so viel für mich getan, mich immer wieder aufgebaut und vorallem aber haben sie immer dafür gesorgt, dass nichts schlimmeres mehr passiert ist.
Und jetzt wo sie nicht mehr da sind und ich H., sowie U. kaum noch Vertrauen schenken kann... na ja. Kann es passieren, dass eine Krise mal schlimm endet. Wenn dies passieren sollte und ich dies überlebe, soll aber weder U. und H. noch meine Familie etwas davon erfahren. Wenn, dann möchte ich ihnen das selber beibringen... 

2. April 2014

423.

Ich erlebe im Moment die schwärzesten Tage seit langem. Es sind die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen, sagt man doch immer. Aber ich sehe es nicht, ich spüre es nicht. Und so haben alle Gedanken, die in die Tat umgesetzt werden wollen, einen nahrhaften Boden gefunden. Denn wer glaubt schon an sich, wenn er körperlich und psychisch so am Ende ist? Ich war noch nie so entschlossen wie jetzt.

1. April 2014

422. Das Nimmerland ist nah.

Es ist dieses ständige Hin und Her. Ich weiß nicht, welche Entscheidung ich treffen soll. Welche die richtige für mich sein wird. Weiß nicht, welches Ausmaß die Entscheidung haben wird. Weiß gar nichts mehr. 
Dieses sich nicht entscheiden können, macht mich aus. Früher konnte ich mich nie entscheiden, sei es nur die Frage, was ich mir zum Geburtstag wünsche. Es wird sich bald zeigen, welchen Weg ich dann endgültig gewählt habe.

Im Moment fühle ich mich sehr unter Druck gesetzt. Sei es auf der Arbeit, wo man so viel von mir erwartet oder auch von meiner Familie und vorallem auch von meinen Betreuern. Es ist immer schwieriger dem Allen gewachsen zu sein. Von allen Seiten höre ich in den letzten Tagen und Wochen immer mehr Gemecker.
Bin ich so schlimm, dass man nur noch so mit mir umgehen kann?
Kann man nicht mehr normal mit mir umgehen, nicht ein klares Wort mit mir reden?
Wie eine Frau letztens zu mir sagte: ''Du bist anders.''
Und auch wenn ich so anders bin, benötige ich eins im Moment mehr denn je. 
Jemand der mir zuhört, mich versteht. 
Ich überlege seit Stunden, wem ich schreiben oder mit wem ich darüber reden kann. 
Aber ich finde niemanden. Ich finde gar keinen. Schon traurig, oder?
Und so bleibe ich alleine mit meinen Gedanken und meinen Problemen. Wie so oft in letzter Zeit. 

27. März 2014

420.

Nun frage ich mich, wie es denn überhaupt weitergehen soll, wenn U. und H. demnächst nicht mehr da sind. Die angedrohte, neue Betreuung vom Psychiatrischen Dienst fällt weg. Ich bin zu jung. Bis 21 Jahre sind die Jugendämter für einen zuständig. Frau Z. macht sie immer weiter Sorgen um mich. Sie weiß nicht, wie und ob ich das überhaupt schaffen kann. Und U.. ja, mit ihm habe ich am Montag ein langes und intensives Telefonat geführt. Er ist sich nie sicher, obwohl ich ihm einen Lebensvertrag schicke, ob ich nicht doch aus einem Tief aus Fenster springen werde. Nur so ganz nebenbei. Meine Wohnung ist im 2. Stock, kann man da überhaupt wirklich sterben?! Und H...ja. mit ihm hatte ich am Sonntag ein Treffen. Seitdem habe ich auch nichts mehr von ihm gehört. Er fehlt mir, aber es wird wahrscheinlich noch ein paar Tage dauern, bis ich wieder etwas von ihm hören werde. Während unserem Treffen, hat er mehrmals versucht das Thema Betreuung anzuschneiden, aber ich konnte als Begründung nur sagen, dass es nicht mehr das ist, was es früher einmal war - Winter 2012. 

Und dann ist da wieder das Chaos. In den letzten Tagen ist das Chaos eigentlich ausgeblieben, aber ich merke, wie es schleichend wieder kommt. Die Arbeit im Heim strengt so verdammt an. Ich liebe die Arbeit, aber wenn man plötzlich wieder einen vollen Wohnbereich hat und die Angehörigen so viel Stress machen und nicht auf die Entscheidungen des Teams hören möchten, ist das schon etwas anderes. 
Es ist alles, was aufeinander trifft. Betreuung, Arbeit, die Probleme - alles lässt mich so in die Knie zwängen. Ich muss die nächsten Wochen und Monate schaffen, obwohl ich lieber wieder in die Klinik gehen würde. Aber es geht nicht, ich muss arbeiten. 

419.

Ich hätte nie gedacht, dass mein Wille und meine Stärke irgendwann einmal zurück kehren. Immer dachte ich, dass ich nie wieder so wie früher sein könnte, aber... ich habs geschafft. Ich habe jetzt seit Sonntag nichts mehr gegessen, ernähre mich nur noch von Cola, Kaugummis und fettreduzierter Buttermilch und es geht mir wunderbar! In meinem Kopf herrscht kaum noch Chaos und das Chaos was da ist, kann ich jetzt wieder gekonnt überspielen...

22. März 2014

417. Maybe life isn't for everyone. Maybe.

Zu viel Schmerz und vorallem zu viele Gedanken sind in meiner Seele und in meinem Kopf verborgen. Ich habe Angst all dem nicht mehr gewachsen zu sein. Nicht mehr den Absprung zu schaffen und zu sagen, was wirklich los ist. Ich fühle mich immer schlechter und möchte nicht mehr hier sein. Ich möchte mir alles kaputt schneiden, aber ich weiß gar nicht mehr, welche Stelle ich dafür nehmen kann. An den Unterarmen gehts nicht, da ich ein Oberteil auf der Arbeit tragen muss, dass kurze Ärmel hat. Die Oberarme sind inzwischen auch mit Narben verziert. Und bei den anderen Körperstellen, habe ich Angst, dass ich nicht einmal annähernd die gewünscht Tiefe erreichen werde. Und vorallem habe ich nur diese Blillig-Klingen von Rossmann - Isana Men. Ich hasse die, aber leider habe ich es an dem Abend nicht mehr geschafft zu DM zu fahren. Deswegen muss ich mich jetzt mit den begnügen. Damit das Ganze aber nicht ganz ausatet habe ich U. einen Lebensvertrag geschickt. Langsam macht er sich Sorgen. Es passiert immer häufiger, dass ich ihm einen Vertrag schicke.

Gestern Abend habe ich im Internet nach I. geschaut. Nach ihrem Selbstmord hat ihre Mama die Facebookseite gelöscht und sonst gibts nicht mehr viel von ihr, was man im Internet finden kann. Nur einpaar Bilder von ihren Wettkämpfen und den Nachruf habe ich gefunden. Mehr nicht. Ich muss in letzter Zeit häufig an sie denken. An sie als Person, an ihren Suizid, an die Zeit in der wir zusammen in Wunstorf waren und vorallem aber an ihre Beerdigung. Es hat sich alles in meinen Kopf gebrannt. Ich versteh nichts mehr. Das letzte was ich zu ihr gesagt habe war: ''Machs gut'' und dann habe ich sie zum Abschied umarmt. Das ist inzwischen fast 1 1/2 Jahre her. Es kommt mir so kurz vor. Aber in Wirklichkeit ist es eine Ewigkeit her.

Und dann ist da noch die Sache mit H. Als ich letzte Woche versucht habe ihn anzurufen musste ich es eine Ewigkeit versuchen. Erst auf seinem privaten Handy - nichts, es ist aus. Dann auf dem Anschluss von der WG - nichts. Dann hat es mir gereicht und ich habe ihm eine Nachricht auf Diensthandy geschickt. Ein Anruf kam zurück. Er ist sei seit Stunden im Krankenhaus. Krankenhaus und WG heißt eigentlich immer, dass sich jemand versucht hat umzubringen und das war dann auch so. Ich habe es zwar zufällig von U. erfahren, aber es hat dafür gesorgt, dass die Stimmung wieder bergab ging. Inzwischen denke ich immer wieder an die WG Zeit zurück. Die ganze Schmerz und die Unverständnis, die ich entgegen gebracht bekommen habe. Aber dennoch sage ich immer, dass ich seit dem Auszug nicht mehr ehrlich glücklich war. Komische Sache.
Um dann gleich bei der WG-Zeit zu bleiben:
gestern hat mich U. gefragt, ob ich nicht Lust habe mit Denny (kennt ihr bestimmt. Hat beim Supertalent mitgemacht) P. Geburtstag nachzufeiern. P. war mein 1. Bezugsbetreuer in der WG  und dann etwas später  auch der von Denny. Ich habe lange darüber nachgedacht was ich U. antworten soll. Einerseits würde ich ihn gerne wiedersehen, aber dann ist da noch die Sache mit dem Vertrauen. Bei alten Betreuern oder Ärzten habe ich immer das Gefühl, dass sie die ganze Zeit nie ehrlich zu mir waren. Und vorallem weiß ich nicht, was die Betreuer aus der WG ihm erzählt haben. Das letzte Mal habe ich ihn vor einem knappen Jahr gesehen und da wusste er bereits alles was in den letzten Monaten in der WG passiert ist. Was würdet ihr machen? Flashbacks und Enttäuschung oder vielleicht die Hoffnung erleben, dass das Treffen doch gut wird?


416. Ausweglos?

Ich überschreite jegliche Grenzen und werde mir nicht bewusst, dass dies auch Folgen habe könnte. Ich versuche wieder und wieder mit all meinen Problemen alleine klar zu kommen, aber merke dass sie dadurch nur noch schlimmer werden. Ich versuche allen klar zu machen, dass ich den Alltag kaum noch bewältigen kann, da mich die Krankheiten immer weiter in die Knie zwängen. Ich schweige zu Fragen, die ich liebend gerne beantworten möchte, aber habe Angst, dass ich dadurch nur noch mehr in Schwierigkeiten geraten könnte. Ich fühle mich alleine, obwohl ich in der Mitte einer Menschenmenge stehe und merke erst zu spät, dass sich durch mein Verhalten mehr und mehr Menschen von mir abwenden. Die Liebe die Menschen mir schenken wollen, schaffe ich nicht zu akzeptieren und nicht auszuhalten, obwohl ich mir so sehr Wünsche, dass jemand immer bei mir ist und mich tröstet wenn ich wieder einmal am Boden bin.

- Ich brauche jemanden. Irgendwen der mir hilft und offen und ehrlich zu mir ist.



17. März 2014

415.

Die Gedanken werden immer schlimmer, der Druck immer größer. Und nichts hilft. Selbst reden nicht, ich habs versucht, aber bin auf Ignoranz gestoßen. Ich habe versucht offen und ehrlich zu sein, habe gesagt, dass ich am Ende bin und das ich alleine nicht mehr zurecht komme. Und die einzige Antwort die ich bekam war, dass ich gar nicht so wirke und man es mir dementsprechend nicht glaubt. Was soll ich denn noch machen? Heulend in der Öffentlichkeit zusammenbrechen? Ich weiß es nicht mehr. Keiner versteht mich, wirklich keiner!

16. März 2014

414.

Ich glaube ich habe einen riesen Fehler gemacht. Die eMail hätte ich nicht losschicken sollen. Fuck >.<

''Ich weiß nicht mehr, an wen ich mich wenden kann. Aber ich muss einfach jemandem schreiben, sonst komme ich weder heute noch morgen oder übermorgen unbeschadet davon. Seit dem letzten Wochenende geht meine Stimmung immer weiter in den Keller. Zuerst habe ich gedacht, dass es an dem Stress liegt den ich durch das Lernen für meine Prüfung hatte, aber das Gefühl ist geblieben. Die ganzen Gedanken sind weiterhin da und haben dafür gesorgt, dass ich mich privat sowie auch auf der Arbeit mehr anstrengen muss die ''Gesunde'' zu spielen. Inzwischen habe ich jedoch keine Kraft mehr. Ich schlafe kaum mehr als 4 Stunden pro Nacht und habe ständig das Gefühl das ich beim nächsten Schritt zusammenbrechen könnte. Und dann ist da auch noch der Druck mich zu verletzten und dann noch das Verlangen mich umzubringen. Ich habe keine Ahnung mehr, wie ich dieses Leben schaffen soll. Ich möchte doch einfach nur weg sein, mehr nicht.''

Und dann habe ich vorhin noch diese liebe Nachricht bekommen: 



14. März 2014

413. Goodbye.

Hallo Frau G****, 

inzwischen ist es schon zwei Monate her und ich habe lange überlegt, wie es mit der Betreuung weitergehen soll. Nach dem Hilfeplangespräch wurde die Situation und die Ängste die ich hatte, besser sodass ich eine andere Meinung gegenüber der Hilfe hatte. Aber inzwischen bin ich wieder an dem Punkt angelangt, dass es besser wäre, wenn die Betreuung zeitnah beendet wird. Mir ist bewusst geworden, dass ich die Hilfe nur immer weiter bewilligt haben wollte, weil ich so an den Beiden gewöhnt war und sie dadurch nicht hergeben wollte. Da der Verstand aber inzwischen siegt, weiß ich auch, dass die weitere Betreuung keinen Sinn mehr macht. Mir ist der Schritt nicht leicht gefallen und ich weiß auch, dass ich wahrscheinlich nicht klarkommen werde, aber es ist die richtige Entscheidung. 


412.

Und wieder sitze ich hier und überlege, wie ich die nächste Zeit überstehen soll. Es ging mir in den letzten Wochen immer besser. Die Arbeit habe ich gut hinbekommen und konnte dabei sogar Freude empfinden. Aber inzwischen hat sich alles um 180 Grad gewendet. Ich komme mit, meist, schlechter Laune zur Arbeit. Versuche die Übergabe irgendwie zu überstehen und dann heißt es auch noch, dass ich den Nachmittag und den Abend nicht zusammenbrechen darf. Es ist schwierig, sehr schwierig. Betreuer, Ärzte, Therapeuten.. alle wollen Aufmerksamkeit haben. Sie merken alle gar nicht, wie viel Kraft mich jedes einzelne Treffen kostet. Und so wird mir immer mehr bewusst, dass ich nicht mehr zurecht komme.  Mein Körper gibt bald auf und meine Psyche ist auch schon am Rande des Abgrunds.

12. März 2014

411. Keine Ahnung wies mir geht. Aufjedenfall nicht gut.

Es ist dieses eine Gefühl. Du siehst in den Himmel und überlegst, wie es dort oben wohl sein mag. Klar hat jeder von uns seine eigene Vorstellung und obwohl wir wissen, dass es bei vielen die Gleiche sein mag, haben wir auch die Hoffnung, dass es etwas ganz besonderes ist. Etwas was auf jeden einzelnen Menschen perfekt zugeschnitten ist. Jeder von uns möchte die Menschen wiedersehen, die er am liebsten um sich hatte, aber leider zu früh gehen mussten. Ich wünsche mir seit Jahren, dass sich meine Vorstellungen, die ich über den Himmel und das Leben nach dem Tod habe doch bald erfüllen. Aber es geschieht einfach nicht. Dieses kleine Wort 'Schicksal'. Was heißt Schicksal denn für jeden von uns? Für die meisten Menschen bedeutet es, dass das Schicksal ihnen übel mitgespielt hat. Denn jeden Tag aufs Neue sehe ich Menschen die das Gleiche wie ich empfinden. Sie wollen auch nicht mehr hier auf dieser Erde verweilen, aber das Schicksal hält sie hier. Hier auf dieser Welt. Ich würde so gerne ehrlich zu ihnen sein, aber ich muss ihnen immer wieder klar machen, dass sie noch wundervolle Tagen in ihrem Leben haben werden.

Und dann ist da noch dieses Monster ihn mir. Viele Monate hatte ich es immer wieder versteckt und wenn etwas kam, konnte ich es verheimlichen. Aber in der letzten Zeit kommt es immer häufiger wieder ans Tageslicht. Ich weiß gar nicht, was ich so schlimmes gemacht habe. Irgendetwas löst die ganze Sache doch aus. Karma - ein Wort, was wahrscheinlich eine von euch kennen werden. Die Gedanken die da sind, die werden immer schlimmer.Tagsüber kann ich sie gut verstecken. Alle die mich kennen, würden über mich sagen, dass ich in den letzten paar Monaten sehr 'stabil' geworden bin. Was auch immer das heißen mag. Sie sehen es, aber ich nicht. Ich merke nur, dass sich meine Stimmung auf einen Punkt eingependelt hat. Aber dann sind diese Phasen auch wieder da. Die Phasen, die mich wieder dazu bringen, dass ich die Klinge an meine Haut setze und zuschneide. Eigentlich wollte ich es nicht mehr machen. Dann frage ich mich aber: ''Was dann? Was soll ich dann machen?''
Soll ich mich dann einfach weiter kaputt machen lassen? Ich gehe dann statt dem Schneiden häufiger zum Dienst und lasse mich da mehr von Bewohnern anschreien und schlagen. Die gleiche Wirkung wird es bestimmt haben. Egal was ich mache, beschissen und ekelig fühle ich mich seit mehr als 19 Jahren. 19 Jahre zu viel. Viel zu viel. 


5. März 2014

410.

Langsam aber sicher geht es wieder bergauf. Nachdem ich gestern einen Rückfall hatte, verschwanden all die Gedanken nur langsam. Irgendwann lag ich weinend zusammen gesunken unter meinem Esstisch und habe immer wieder versucht U. anzurufen. Er ging nicht ans Telefon und so kam es, dass ich mir ein Herz fasste und ihm eine Nachricht bei Whatsapp schrieb: ''Ich packe das alles nicht mehr. Mein Kopf explodiert gleich, es sind so viele Gedanken. Ich möchte nicht mehr.'' Und immer noch kam keine Nachricht. Irgendwann.. gegen 22 Uhr kam dann endlich eine Antwort. Er versuchte mich anzurufen... Ich fragte ihn, ob wir einen Vertrag bis heute machen könnten und so schickte ich ihm einen.
Heute Morgen besuchte er mich und wir gingen eine Stunde lang nur umher und sprachen. Und sprachen.
Er möchte am Freitag mit mir etwas unternehmen. Aber ich weiß einfach nicht was. Am liebsten würde ich ihn einfach nur in meiner Nähe haben. Er muss nichts sagen, nichts tun. Nur da sein. Wenigstens einmal in meinem Leben.

4. März 2014

409.

Den ganzen Tag verbringe ich schon damit, zwischen dem Bett und dem Bad hin und her zu pendeln. Ich könnte so viel besseres tun, aber die Kraft fehlt heute einfach. Heute Morgen hätte ich eigentlich einen Termin beim Psychiatrischen Dienst gehabt. Ich habe ihn aber schon gestern Abend per Mail abgesagt. Die ganze Zeit wollte ich ihr aus dem Weg gehen und dann passiert es natürlich das sie versucht mich zu erreichen. Beim 1. Anruf bin ich nicht ans Handy gegangen aber dann dachte ich mir, dass ich ihr das auch nicht wieder antun kann. Und so habe ich zurück gerufen. Sie hat sich gewundert, warum ich denn nicht bei ihr im Büro bin. Sie hatte anscheinend die eMail nicht gelesen. Ich erzählte ihr irgendein Unsinn und so verabschiedete sie sich damit, dass wenn etwas ist, ich ihr schreiben soll oder wenn es gar nicht mehr geht auch anrufen soll. Mal sehen. 
Vielleicht sollte ich es doch machen. Ich merke schon lange, dass wenn ich mal nicht auf der Arbeit bin, na ja.. ich merke eben, dass es mir hier Zuhause immer schlecht geht. Ich überlege schon die ganze Zeit, wo ich denn noch Klingen versteckt haben könnte. Mir fällt es aber einfach nicht mehr ein. Eigentlich könnte ich auch einen der vielen Rasierer auseinander bauen, aber dass wäre mir um ehrlich zu sein zu viel Arbeit..



3. März 2014

408. Mach du einmal ein Wechsel von guter Laune zu schlimmen Depressionen durch.

Es ist unglaublich, wie eine Nachricht die Stimmung so schnell verändern kann, dass man sich nicht mehr vorstellen kann noch weiter auf dieser Erde zu verweilen.
Und dann zack! Bei der nächsten Nachricht ist wieder alles gut. Damit sie auch so bleibt, muss ich die Geschichte am Montag schaffen. Wenn nicht, dann bin ich wieder in meinem tiefen Loch gefangen. Auf immer und ewig. Und ich weiß ganz genau, dass ich dort dann erst einmal bleiben werde.

28. Februar 2014

407.

"Überlegen wir mal. Nachdem ihr entschiedet habt, dass ich depressiv bin oder was auch immer, setzt ihr mich auf Medikamente, nicht wahr? Ich kenne hunderte von Menschen und denen geht es gut. Tatsache. Mit meinen neuen Medikamenten gehe ich dann wieder zur Arbeit. Ich mache allen klar, dass ich wieder die Sabine bin, die ihnen nie Ärger gemacht hat."

Ich finde keinen Ausweg mehr aus meiner jetzigen Situation. Die Hoffnung, die ich noch verspürt hatte, ist verschwunden. Ich weiß einfach nicht mehr. Nichts mehr ist positiv. Sehe nur noch den einen, endgültigen Ausweg.

26. Februar 2014

406. Sie erinnerte mich..

Nachdem mein Geburtstag damit endete, dass ich heulend im Bett lag und einfach nur verschwinden wollte, war ich gestern in meiner alten Schule. Meine alte Klassenlehrerin hatte mir geschrieben, da ich mich lange nicht mehr gemeldet hatte und so beschloss ich, sie einfach zu besuchen. Sie fragt mich, wie es in den letzten Wochen so war, stimmungstechnisch. Ich versuchte so ehrlich wie möglich zu sein, aber konnte es nicht unterlassen mal wieder alles mit einem Lachen zu überspielen.
Als wir so in der Fluren der Schule standen, mitten von Schülern umgeben, sah ich meine voherige Klassenlehrerin. Ich hatte sie das letzte Mal auf meiner Abschlussfeier gesehen und das war im Juni 2012. Danach ging sie in Mutterschutz und dann in Elternzeit. Als ich gerade von meiner anderen Klassenlehrerin verabschieden wollte, kam sie auf mich zu und ich umarmte sie erst einmal. Sie fragte mich, was ich jetzt mache. Sie war überrascht, dass ich ein FSJ mache, da ihr letzter Stand war, dass ich die Fachoberschule besuche.... und so erzählte ich ihr alles in kurzen Sätzen. Sie hat es natürlich nicht gefreut, aber hofft immer noch das es irgendwann alles gut wird.

Sie wiederzusehen erinnerte mich an all die Zeit die ich so sehr vermisste. Die Zeit mit ihr als Klassenlehrerin. Die Zeit als es mir so schlecht ging und sie immer wieder versuchte mir zu helfen. Die Zeit, die nach den Suizidversuchen war und vorallem die Zeit, in der es mir in der WG nicht so gut ging.
Sie ist so ein wundervoller Mensch. Wenn ihr sie kennen würdet, würdet ihr sie lieben. Das bin ich mir sicher.

24. Februar 2014

405.

Ich fühle mich unwohl und wohl zugleich. Ich frage mich, wie es soweit kommen konnte und merke dabei, dass ich alleine dafür verantwortlich bin und immer sein werde. Ich weiß, dass es lange, sehr lange dauern wird, bis ich wieder an dem Punkt angekommen bin, sodass ich sagen kann, dass alles beim Alten ist. Aber wird es das jemals werden? Wird alles irgendwann beim Alten sein?

Sie hat mir alles erzählt. Sie meinte es wahrscheinlich gut, aber sie hat wieder einmal etwas in mir ausgelöst. Sie hat dafür gesorgt, dass die Gedanken über den Tod und wie es ist, wenn ich endlich von dieser Welt bin, wieder an die Oberfläche kommen.

Sagt man nicht, dass die Menschen die am meisten lachen, die Traurigsten sind und innerlich am weinen sind? Genauso fühle ich mich. Ich zeige den Menschen in meiner Umwelt, dass alles in Ordnung ist, aber die Sachen, die innerlich bei mir abgehen sind ganz und gar nicht gut.
In der nächsten Woche habe ich Urlaub und damit extra Krisentermine beim Psychiatrischen Dienst bekommen. Ich möchte sie schwänzen und mich eine komplette woche nur verkriechen. Keinen sehen, keinen sprechen, keinem Rechenschaft ablegen.

In diesem Sinne, happy birthday to me.

13. Februar 2014

404. ''Fuck, ich weiß nicht mehr weiter, kann mich jemand erlösen?''

Ich fühle mich schrecklich. Nicht nur: ''Oh, heute ist es mal wieder nicht so gut.'' Sondern: ''Fuck, ich weiß nicht mehr was ich machen soll, kann mich nicht jemand erlösen?'' Jeden Tag kommen neue Probleme auf die vorhandenen oben drauf. Der Stapel wird immer größer, genauso wie der daraus entstehende Selbsthass. Die Hoffnung, dass er kleiner wird schwindet. Alleine bekomme ich das nicht hin – ich brauche dringend Hilfe.

Ich habe Probleme im FSJ, die Leitung rief heute an und sagte mir, dass wir unbedingt reden müssen. Es würde so nicht weitergehen. Seit Anfang Januar bin ich schon mehr als zwei Wochen krank geschrieben gewesen. Sie hat den Anschein, dass ich es nicht mehr so ernst nehme. Als ich vor ein paar Tagen gerade in den Fahrstuhl bei uns gehen wollte, sagte eine Kollegin zur anderen: ''Sabine hat sich richtig verändert, sie ist keine Streberin mehr.'' Das ganze FSJ überfordert mich nur noch. Einerseits liebe ich die Arbeit, aber ich habe im Moment nur noch Spätdienst und da das Haus voll ist, habe ich dich größte Etage (14 Bewohner) und muss sie komplett alleine machen. Ich würde es ja schaffen, wäre ich bloß nicht wieder krank...

In den letzten Wochen habe ich nicht mehr so oft daran gedacht, mich in der nächsten Zeit umzubringen. Aber jetzt finde ich wieder Gefallen daran, schlimmer als meine jetzige Situation kann es nicht mehr werden...:

1. Eigentlich habe ich mit der Leitung eine Abmachung, dass ich ab August als Schülerin dort anfangen kann. Sie sagte zu - das war im Dezember. Anfang Januar bekam ich die Zusage von der Schule, dass ich einen Schulplatz habe. Das sagte ich der Leitung und bis heute habe ich keinen Vertrag bekommen.2.Vorgestern bekam ich die Nachricht, dass ich zu meinem Wunschseminar mitfahren kann. Freuen kann ich mich da auch nicht wirklich. Eine Freundin aus Wunstorf wollte ebenfalls dort mit hin, aber wurde jetzt für ein anderes eingeteilt. Also werde ich dann eine Woche lang mit irgendwelchen Leuten die Zeit in einem Kloster in Südfrankreich verbringen. 3. Dann weiß ich immer noch nicht, was ich wegen H. und U. machen soll. Mein Herz schreit, dass ich sie nicht gehen lassen darf. Der Verstand schreit dagegen hat und möchte, dass die beiden gehen. Ich habe keine Ahnung, was ich dem Jugendamt im nächsten HPG sagen soll. Ja oder Nein zur Hilfe?
4.Dann das ewige Thema, mit meiner finanziellen Situation. Es kommen immer mehr Rechnungen, die beglichen werden wollen. Sofort und ohne Widersprüche. Bloß kann ich mit dem Minigehalt, dem Kindergeld und der Halbwaisenrente nicht alles bezahlen. Dann muss ich irgendwie noch den Führerschein machen (der auch bezahlt werden will) und das bis Anfang April. Sind ja nur noch alle Sonderfahrten und noch etliche Fahrstunden die ich machen muss.

Und dann ist da noch der Tag, den ich jedes Mal aufs Neue hasse. Heute ist der 13. Februar und das heißt mal wieder, dass ich bald Geburtstag habe. Etliche fragen mich, was sie mir schenken sollen und ob ich mit Ihnen zusammen feiern möchte. Andere setzen es auch fest, dass ich mit Ihnen Feiern muss. Wenn ich es nicht freiwillig machen möchte, wird eine Geburtstagsfeier eben zur Regel, die man nicht brechen darf. Ich versuche jedem klar zu machen, dass ich nicht feiern möchte. Geburtstag zu haben mag für andere eine tolle Sache zu sein – für mich nicht. Es ist nur ein weiterer Tag, an dem ich mich hasse und verfluche, dass ich jemals auf die Welt gekommen bin. Meine Mutter wollte mich nie, wie sie früher immer so schön sagte: ''Warum habe ich nur Kinder bekommen?'' Ich habe eine tolle Familie, oder? Ich hätte nie jemandem sagen sollen, wann ich Geburtstag habe. So könnte ich den kommenden nach Jahren vielleicht mal in Ruhe verbringen.


Zu guter Letzt: Heute hatte ich nach Wochen mal wieder einen Termin bei meinem Psychiater. Er sah mich an, und sprach davon, dass ich nicht mehr so niedergeschlagen wirke. Ich erzählte ihm dass die Tabletten wirken und der Drang mir selbst weh zu tun, weniger wird. Die Menge, die ich von mir aus bereits erhöht hatte, hat er von sich aus nun offiziel erhöht. Er machte mich dann bloß noch darauf aufmerksam, dass diese Dosis die höchste zulässige wäre und wir danach, wenn es gar nicht mehr geht, wieder auf ein anderes Medikament wechseln müssten. Eine interessante Frage stellt sich jetzt bloß bei mir: ''Was passiert eigentlich bei 450mg Elontril?''

12. Februar 2014

403.

Seit dem 2.1 habe ich mich nicht mehr verletzt. Dies wäre doch mal ein Grund wieder anfangen, wie man sieht bin ich wirklich für alles zu dumm:

11. Februar 2014

2. Februar 2014

401.

Wie oft saß ich in den letzten Tagen hier vor diesem Bildschirm und habe versucht etwas auf der Tastatur zu schreiben ?! Zu viele Male habe ich versucht den schlechten Gedanken einen Weg ins Äußere zu ebnen, aber immer wurde dieser Weg mir verwehrt.

Ich mache mir Gedanken über die Betreuung durch H. und U. In und nach dem Hilfeplangespräch war ich mir sicher, dass ich die beiden 'abgeben' werde. Inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher. Ich möchte die beiden nicht hergeben, aber ich kann auch nicht mit Ihnen leben. Oft genug habe ich gemerkt, dass es mir immer schlechter geht, weil die Betreuung, die da ist, mir nicht einmal annähernd ausreicht.
Letzte Woche wurde ich gefragt, was die ganze Betreuung mir bisher gebracht hat. Ich konnte nur eine Antwort geben und die war: seit 5 Jahren habe ich keinen erneuten Versuch unternommen.
In den letzten Monaten und Jahren hatte ich zwar immer wieder das Verlangen nicht mehr auf dieser Welt zu sein, aber dann habe ich jedes Mal gemerkt, dass ich es meinem Betreuer (den ich zu dieser Zeit gerade hatte) nicht antun kann.
Kurz nach meinem 15. Geburtstag, ich habe gerade mal 4 Tage in der Wohngruppe gewohnt, konnte ich sehen wie schwer es selbst für Betreuer ist, eines seiner Bezugskinder zu überleben. Damals starb einer meiner Mitbewohner an einem Autounfall. Komisch ist, dass ich mich an diesen Tag noch genau erinnern. Die Nachricht von N. Tod bekamen wir von meinem damaligem Bezugsbetreuer P.
Die Frage, die ich mir immer wieder stelle ist, schaffe ich es ohne eine Betreuung? Schaffe ich es,  nachmeinem FSJ die Ausbildung im Heim anzufangen und die auch durchzustehen, oder werde ich schon einige Wochen später wieder in einer Klinik sein? Grund: Suizidversuch.

Ich merke allmählich, wie ich immer weiter versinke. Durch die immer wechselnden Dienste habe ich meinen Psychiater vor ein paar Wochen das letzte Mal gesehen. Ein neuen Termin bei ihm zu bekommen
ist die größte Kunst. So habe ich inzwischen auch meine Tabletten selbst höher dosiert. 150mg mehr Elotril ist auch kein Weltuntergang mehr. Und auch die Termin bei Frau Z. werden immer weniger. Letzte Woche sah ich sie nach vielen Wochen wieder. Diese Frau ist wirklich nett, hört mir auch zu und versteht mich halbwegs. Aber ich werde den Gedanken nicht los, dass ich ihr nicht mehr trauen kann. Es ist zu viel passiert in den letzten Jahren. Ich bin immer wieder von Betreuern, Ärzten und Therapeuten verarscht worden. In den vielen Stunden in denen ich mit all denen zusammen saß, hatte ich das Gefühl, dass alles gut sei. Wochen später erfuhr ich, dass es nicht so ist. Sie konnten mich alle nicht leiden und wollte mich auch nicht bei sich haben. Ich mag schon gar nicht mehr aufzählen bei wie vielen Therapeuten und Psychiatern ich rausgeworfen wurde, wie viele Betreuer ich vergrault habe. Mein jetziger Psychiater und vorallem aber meine letzten Betreuer sind ein gutes Beispiel dafür.

Was ist mit dem ganzen Geschreibe eigentlich sagen möchte: es sind so viele Menschen um mich, die mir helfen wollen. Sie strecken alle ihre Hände zu mir und ich will sie greifen. Aber ich kann nicht mehr. Die Zeit wo ich die ganzen Hände gebraucht hätte, ist vorbei. Wir haben 2014 und nicht mehr 2012.

15. Januar 2014

400.

Immer wenn ich dich ansehe, sehe ich die Zeit vor meinen Augen, die mich glücklich und andererseits auch kaputt gemacht hat. In jedem Treffen hoffe ich nur darauf, dass du mir wirklich zuhörst. Zuhören - dass was kaum noch jemand macht. Aber dann bekomme ich fast immer den gleichen Satz zuhören, du hättest nur wenig Zeit für mich. Andere sind auch noch da. Andere, die Priorität haben. Und so lässt du mich zurück. Alleine und verzweifelt.
Als sie mich gefragt hat, warum ich das Alles nicht mehr möchte, habe ich dich als einen Grund genannt. So wusste sie nun, dass die Bindung zu dir stärker und intensiver ist, als zu ihm. Aber einen Grund habe ich noch verschwiegen. Ich möchte das Alles nicht mehr, weil ich weiß, dass meine Gedanken bald gewonnen haben. Ich bringe es nicht übers Herz, mit dir oder ihm den Schritt über den Abgrund zu wagen. Die Bindung zu dir und zu ihm ist zu intensiv, dass ich euch damit hineinziehe. Mein Wunsch ist es nicht, euch weh zu tun. Auch möchte ich nicht, dass ihr euch die Schuld gebt. Aber das Alles verhindere ich nur, wenn ich euch 'Goodbye' sage und euch vor meinem Sturz in den Abgrund, verliere.

4. Januar 2014

399.

Es sind diese Momente, wo er dir sagt, dass er Zeit für dich hat, aber trotzdem nicht lange bleiben kann. Es ist dieser Moment, wo du dich entschließt, lieber alleine Zuhause zu bleiben und in deinen krassen Suizidphantasien zu versinken, statt das Treffen stattfinden zu lassen.
Ich kann nicht sagen, dass es mir gut geht. Es geht eher in die Richtung, wo ich mir keine Zukunft mehr vorstellen kann.

Ich bin inzwischen umgezogen, habe Hainholz verlassen und bin nach Wülfel gezogen. Habe gestern die Nachricht bekommen, dass ich einen Schulplatz für die Altenpflegeausbildung bekommen habe. Die Zukunft ist gesichert, aber um welchen Preis? Ich habe Angst, riesige Angst. Angst, die sich mit Verzweiflung mischt. Ich weiß nicht mehr, wie lange das noch gut gehen soll. Ich weiß nicht mal, ob ich nächsten Monat meinen 19. Geburtstag noch erleben werde. Ich kann einfach nicht mehr.

24. Dezember 2013

398.

Weihnachten - eine Zeit welche man mit den Liebsten verbingt, sich beschenken lässt und am Tannenbaum zusammen sitzt. Wenn die Beschreibung auf euren Heiligabend zutrifft, na ja.. dann herzlichen Glückwunsch!

Für mich gibts kein Weihnachten. Heute Morgen bin ich noch was für meine neue Wohnung kaufen gegangen (ja, ich ziehe um) und dann war ich auch schon auf der Arbeit. Während die Bewohner im Gottesdienst saßen, saß ich zwischen meinen Kollegen, die alle von ihrem Essen mit der Familie erzählten. Wenn ich gleich Zuhause bin, wartet keine Familie auf mich. Auf mich warten Tabletten, der Fernseher und Klingen.

In diesem Sinne, Frohe Weihnachten!

14. Dezember 2013

397.

''Seit einigen Tagen bin ich wieder am Abgrund. Mit einem Fuß stehe ich noch da, mit dem anderen möchte ich den Schritt vorwärts machen und mich in die Tiefe stürzen. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Jeden Tag fühle ich mich schlechter und inzwischen versuche ich wieder mehr zu hungern. Das Gefühl Nahrung in mir drin zu haben lässt mich noch schlechter stimmen. Geschnitten habe ich mich seit ca 3 oder 4 Wochen nicht mehr. Der Druck ist jedoch geblieben. Ich schneide nicht mehr, aber dafür nehme ich jetzt mehr Tabletten denn je.'' - edit: ich habe solch einen Druck. Ich werde schneiden und keiner kann mich abhalten. H. wird gleich kommen und mich finden. Wird es fürs Krankenhaus reichen? 

7. Dezember 2013

396.Kurt Cobain sagte, ich soll so kommen wie ich bin.

Nur um zu sagen das alles in Ordnung ist und dann aber doch wieder nicht, schreibe ich diesen Post.
Ich vegetiere mal mehr und mal weniger vor mich hin. Versuche mich immer wieder zu motivieren, dass ich noch zur Arbeit gehe, nur um dort zu merken, dass es so viel Kraft kosten wird diese 7 1/2 Stunden durchzustehen. Gehe oft genug über den Flur, hin und her um zu zeigen, dass alles gut ist. Lache mit Kollegen und versuche die ganzen Gedanken und die kranken Fantasien die sich in meinem Kopf zutragen zu überspielen - und das nur an guten Tagen. An schlechten Tagen, gehe ich die Treppe hinunter in den Keller und versuche die Tränen zu verstecken. Frage mich dabei immer wieder, ob ich es bringen kann, wenn ich mich auf der Arbeit verletze. Aber die Vernunft siegt dann doch immer. Wenn Kollegen fragen, warum ich so traurig aussehe, verstumme ich oder gehe gar weg. Keiner soll meine ganzen Gedanken wissen. Möchte nie wieder jemandem so vertrauen wie ich es bisher bei allen gemacht. Menschen zu vertrauen heißt doch entweder, man hat Glück und derjenige nimmt es richtig auf oder man wird bitterlich enttäuscht.
Ich frage mich, wie sehr ich die Menschen in meiner Umgebung enttäuschen werde, wenn ich sie versuche zu verlassen. Besonders in der Gegenwart meines Großvaters kommt diese Frage hoch. Ich sah auf der Beerdigung meiner Oma, wie sehr er verletzt ist. Wie muss es für ihn sein, wenn er vor hinterm meinem Sarg hinterher läuft? Man wird es sehen..




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