29. September 2014

480. Alltägliches.

Es ist einige Tage her, dass ich mich zum letzten Mal hier geäußert habe. Es ist einiges vorgefallen, was ich einerseits lieber verschweigen möchte, aber andererseits doch aussprechen möchte.
Beim letzten Mal dachte ich schon, dass die Erschöpfung nicht noch schlimmer werden könnte. Aber da habe ich mich auch geirrt. Egal was ich gemacht habe, ich bin erschöpft. Die Schule, die Arbeit und die ganzen Termine haben mir zugesetzt. Natürlich kann es auch sein, dass ich allgemein vom Leben erschöpft bin.
Den Jahrestag meines Suizidversuches habe ich eher schlecht als recht überstanden. Ich habe mich in keiner Weise verletzt oder so. Ich musste nur mit heftigen Stimmungsschwankungen leben. Ein Tag später wurde ich dann zum ersten Mal Tante. Am 19.09 kam meine Nichte Mia Sophie auf die Welt. Mein Bruder war bei der Geburt seiner Tochter nicht anwesend, ich schon. Es war ein komisches Gefühl.
In der letzten Woche habe ich sehr häufig gemerkt, dass ich diese ganze Ausbildung nicht schaffen werde. Alles was die Lehrer oder Mitschüler gesagt haben, hat sich für mich nicht verständlich angehört. Wie eine andere Sprache. Und auch die Äußerung von meinem Lehrer, dass Borderline die größte Deformation der Seele ist und das die Menschen die diese Krankheit haben kaum lebensfähig sind, hat mich sehr verletzt. Aber vielleicht hat er auch recht. Ich bin lebensunfähigkeit und viele Menschen da draußen auch.
Am Samstag ist mein großer Bruder nach knapp 3 Monaten bei mir ausgezogen. Drei Monate war ich die größte Zeit nicht alleine und kaum ist er weg, habe ich die Nacht darauf sehr schlimme Alpträume.

Es ist alles komisch zur Zeit.
Bis bald,
Sabine.

15. September 2014

479. Irgendwo zwischen Suizidgedanken und das Gefühl jemanden zu vermissen...

Wie es mir geht? Ich habe um ehrlich zu sein überhaupt keine Ahnung. Seit Tagen denke ich wieder viel nach, wahrscheinlich zu viel. Und so merke ich, wie erschöpft ich eigentlich bin. Die Gedanken und der Druck sind in den letzten Tagen wieder präsenter gewesen. Auch heute wieder. Da sich am Donnerstag mein Suizidversuch jährt, sind die Gedanken an die Zeit von vor fünf Jahren wieder in meinem Kopf. So bleibt es auch nicht aus,
dass ich an meinen ersten und dritten Aufenthalt in der Psychiatrie denken muss. Am liebsten möchte ich wieder in die Klinik. Aber nicht, weil ich es (aus meiner Sicht) benötige. Ich vermisse es an einem Ort zu sein, wo ich mich so verhalten kann wie ich wirklich bin. Und auch vermisse ich es mit einem Betreuer oder einem Therapeuten zu reden. Natürlich werdet ihr euch jetzt denken, wenn sie sich nach so etwas sehnt, warum sucht sie sich nicht einen Therapeuten? Die Antwort: ich möchte nur mit den Therapeuten reden, die ich zu der Zeit hatte. Komisch, ich weiß.


Mit dem Schulstart letzte Woche hier in Niedersachsen, bin ich nun auch wieder Schülerin. Es ist komisch wieder in einem Klassenraum zu sitzen und vorallem wieder zu lernen. Den richtigen Umgang und das Fachwissen sich anzueignen, welches ich für den Beruf der Altenpflegerin brauche ist schwieriger als ich gedacht habe. Und auch mein Stundenplan lässt nicht viel Luft zum atmen übrig. Als ich heute nach der Schule zum Heim gegangen bin, hatte ich das Gefühl das ich Ulf im Spiegel gesehen habe. Aber ob dies der Realität entspricht ist auch wieder fraglich.

Den Kontakt zu Ulf und Holger würde ich liebend gerne wieder aufnehmen. Der einzige Grund warum ich den Beiden nicht schreibe, dass ich sie sehen möchte ist, dass es dann endgültig wäre. Sobald ich sie gesehen habe, war es das. Die Trennung würde endgültig werden. Das packe ich einfach nicht.  

5. September 2014

477. Einsamer als je zuvor.

Man sagt ja immer, dass die Zeit alle Wunden heilen wird. Aber so ist es nicht. Nach knapp 5 Wochen habe ich heute U. zufällig getroffen, als ich mit einer Bewohnerin unterwegs war. Um ehrlich zu sein, bin ich extra diese Route mit ihr gegangen. Ich wollte wahrscheinlich irgendwie en Treffen erzwingen. Die ganze Zeit dachte ich, dass ich über ihn und H. hinweg bin... Aber seit unserem Wiedersehen spuckt er mir wieder im Kopf herum. Seit die Beiden weg sind, bin ich noch einsamer als zuvor.

1. September 2014

476. Druck.

Wie es ist mit starken Suizidgedanken und Druck, die Fröhliche bei anderen zu spielen, merke ich im Moment.
Ich fühle mich mies und eklig, trotz der unzähligen Tabletten die ich am Tag nehme. Ich möchte einfach nur meine Ruhe haben.