31. Mai 2014

454. ''Engel können fliegen'', flüsterte sie und sprang.

Obwohl er noch bis Mittwoch frei hat, hat er mir geantwortet und heute sogar angerufen. Obwohl er frei hat, beschäftigt er sich mit meiner Krise und versucht einen Ausweg zu finden. Auf die Aussage von mir, dass ich Angst habe das ich das nicht schaffe, bat er mir gleich an, dass wir einen Vertrag machen und wir am Montag noch einmal telefonieren. Ich habe versucht das Alles irgendwie mit mir selbst auszumachen, aber klappt einfach nicht mehr. Wenn ich es gar nicht mehr schaffe, dann soll ich mich nach Ilten in die Klinik begeben. ''Überleben ist das Wichtigste.'' - H.


30. Mai 2014

453. Leben?

Ich komme mir hier auf der Welt verloren vor. Ich habe eigentlich niemanden, dem ich wirklich alles erzählen kann und dabei nicht im Hinterkopf haben zu müssen, dass ich doch wieder verarscht werden könnte. Gestern Abend ging es mir wieder einmal richtig schlecht. Ich wusste nicht mehr, wie es weiter gehen soll und vorallem, wie ich dass schaffen soll. Selbst an meim Buch, indem ich an die Zeit vor und nach meinem Suizid plane, habe ich wieder gesessen. Hätte ich keim Tavor und auch kein Melperon gehabt, würde es mich wahrscheinlich jetzt nicht mehr geben.
Heute Morgen habe ich versucht mit U. zu reden. Statt auf Verständnis bin ich auf Enttäuschung gestoßen. Eigentlich wollte ich noch mit ihm das Wochenende besprechen, aber das hat sich auch erledigt. Vielleicht traue ich mich Fr. P. anzurufen, wenn es gar nicht mehr geht. Vielleicht aber auch nicht. Mut, wo bist du? Inzwischen bin ich bei meinem Opa, da ich dachte, dass es mir vielleicht ganz gut tuen würde, wenn ich mal aus Hannover raus wäre. Vor ein paar Stunden war auch noch alles ok, aber inzwischen hat der ganze Mist aus Hannover es geschafft hier nach Reher zu  kommen. Ich habe keine Kraft mehr...

29. Mai 2014

452. Vatertag

Wäre ich nicht gerade in der Straßenbahn und müsste mich zusammenreißen, wäre ich wahrscheinlich schon weinend zusammen gebrochen. Es ist so schwer allen vorzuspielen, dass es einem gut geht. Immer wieder auf die Frage, wie es einem dem geht, mit gut zu antworten, zerrt einfach nur an den Kräften. Neben den üblichen Gedanken und Gefühle darf ich heute wieder eine große Portion Selbsthass und Ekel verspüren. Herrlich - nicht! Aber ich darf auch nichts dagegen machen.... mich nicht schneiden, obwohl ich jetzt seit Wochen wieder einmal starken Druck habe; darf keine Überdosis nehmen, obwohl ich liebend gerne bei meinem Vater wäre und noch nicht einmal eine Überdosis (damit die ganze Nahrung aus mir verschwindet) darf ich nehmen. Ich fühle mich so machtlos gegenüber meinem anderen Ich. Ich möchte doch nur, dass ich mich einbisschen besser fühle.. nicht gut, aber wenigstens besser. Ich kann nicht mehr.

Alles Liebe zum Vatertag, Papa. Ich vermisse dich! :*

28. Mai 2014

451.

Ich würde am Liebsten schreiben, wie anstrengend die letzten Tage trotz Urlaub waren und vorallem was alles passiert ist. Vorallem auch, was mich wieder zu dem werden lässt, die ich jetzt in diesem Moment wieder bin. Ich habe keinerlei Kraft mehr. Ich rutsche wieder ab. Nicht nur in diese leichten Depressionen, die ich sowieso jeden Tag aufs Neue durchlebe, es sind eher die Gedanken,Gefühle und Handlungen die mich dauerhaft schaden könnten.

Ich würde am liebsten übers Wochenende in die Klinik. Aber noch einmal nach Ilten zu fahren und mich dafür zu rechtfertigen, dass es mir nicht gut geht, schaffe ich nicht.

23. Mai 2014

450.

Dieses eine Gefühl, dass Menschen alles für dein Wohl tun, durfte ich heute erleben. Ich habe die tollste Anleiterin der Welt. G. ♥

20. Mai 2014

449.

Kennt ihr das, wenn man sich so eklig fühlt, dass man schon glaubt man sei ein Baumstamm der sich fortbewegt? Genauso fühle ich mich seit ein paar Tagen. Statt wieder zu hungern, habe ich anscheinend gerade wieder einmal eine Fressphase. Neben den psychischen Folgen gehts mir auch körperlich nicht gut damit. Ich bin inzwischen auch wieder soweit, dass ich mir Tabletten bestellt habe um alles nach dem Essen wieder loszuwerden. Das letzte Mal, dass ich an dem Punkt stand ist schon eine Weile her.   Ich hoffe inständig, dass ich mich danach besser fühlen werde.

16. Mai 2014

448.

Das Wissen, dass ich wahrscheinlich niemals an einem natütlichen Tod sterben werde, ist mal wieder allgegenwärtig. Ich glaube nicht daran, dass ich es bis 70/80 aushalten werde und dann im Schlaf sterbe oder an irgendeiner Krankheiten. Es ist einfach nur der Zeitpunkt der unklar ist, wann ich eine Überdosis nehme.
H. hat gestern versucht mir klar zu machen, dass diese Medikamentencombo alles nur herauszögert. Ich soll das Ergebnis lieber jetzt durchleben, als alles nur aufzuschieben. Und vorallem soll ich meinem Psychiater alles beichten... die Medikamente die ich mir hintenrum bei anderen Ärzten erschlichen habe und vorallem wie viel ich von jedem nehme. Das Gleiche soll ich doch auch bei meinem Hausarzt machen. Alles schön und gut. Auch ein guter Weg, alles wieder hinzubiegen, aber wo ist der Mut dazu?

12. Mai 2014

447. Its not my family.

Ich habe es langsam so satt. Ich tue alles damit sie glücklich sind, aber bin am Ende doch immer die Dumme. Mache mir Gedanken und versuche alle Wünsche irgendwie zu erfüllen, aber es ist nie das Richtige. Sie fragen mich noch nicht einmal, ob ich das machen möchte. Man geht immer davon aus und wenn ich mal nicht ''Ja'' sage, dann werde ich unter Druck gesetzt. Es ist tut so weh, wenn man erkennen muss, dass es genau die Menschen sind, die einem eigentlich am Nächsten stehen sollten, es sind. Was bedeutet schon Familie? Ich habe und werde wahrscheinlich nie eine richtige Familie haben. 

Die Gedanken werden im Moment wieder negativer... frage mich mal wieder, ob es das wirklich ist. Sehe keine Zukunft mehr für mich und möchte am liebsten zu Papa. Auf irgendeine Art und Weise sollte man es gut finden, dass sich auf der anderen Straßenseite ein Bestattungsunternehmen befindet. Es wird sich noch einmal als Nützlich ergeben.




10. Mai 2014

446.

Es  gab zwischendurch immer Zeiten, wo ich mich gefragt habe, was zwischen uns passiert ist. Du hattest mir versprochen, dass du dich meldest, mich besuchen kommst. Aber es kam nichts...dabei vermisse ich dich so sehr. Du warst insgeheim immer so etwas wie eine Mutter für mich. Warst da, als ich einen Nervenzusammenbruch hatte und irgendwann vor Erschöpfung einschlief. Du warst da als ich mir mein zukünftiges Zuhause angeguckt habe. Und du warst auch da, als ich meinen Abschluss bekommen habe. Als ich dich das letzte Mal gesehen habe, befand ich mich in einer Klinik. Das war 2012. Heute hast du Geburtstag und vielleicht siehst du auch den Pinnwandeintrag, den ich geschrieben habe. Es ist meine letzte Möglichkeit, denn bei Whatsapp antwortest du nicht mehr. Das Einzige was ich mir wünsche ist, dass ich dich wenigstens noch einmal wiedersehen darf. Happy Birthday R.



Es gibt Momente, in denen ich einfach mal losschreien möchte. So auch heute. Ich lasse mir eine Menge sagen, vieles mache ich auch ohne Widerworte zu geben. Aber wenn ich etwas hasse, dann ist es, wenn man mir vorschreibt, dass ich essen muss. Mein Appettit und vorallem auch mein Hungergefühl haben sich in den letzten Wochen kaum zu Wort gemeldet. Und so passiert es, dass ich auf der Arbeit nichts esse, oder wenn dann nur Süßigkeiten. In der heutigen Pause hieß es aufeinmal, dass ich essen muss! Sie gaben mir ein Brötchen, schnitten es in zwei Hälften. Ich nahm mir eine Hälfte, machte Marmelade drauf und aß es langsam. Als sie sahen, dass ich nach 5 Minuten mit der Hälfte fertig war, sollte ich auf einmal noch eine Hälfte essen. Auf mein 'Nein' gab es keine ernsthafte Antwort. Ich stand auf und ging. Ich will nie wieder etwas essen müssen. Das Unwohlsein breitet sich immer weiter aus und erst mit jedem weiteren Kilo das verschwindet, bekomme ich ein Stück Wohlbefinden. In den letzten 5 Wochen habe ich 7 Kilo abgenommen und trotzdem ist der Ekel allgegenwärtig. 

7. Mai 2014

444.You hate me? I hate me too.

Und so gehe ich mit meinen Drogen, wie H. So schön immer sagt, wieder zur Arbeit. Dort versuche ich allen klar zu machen, dass ich wieder die bin, die ihnen nie Ärger gemacht hat. Mir ist bewusst, dass dies sehr schwer ist. Gar unmöglich. Aber hat nicht jeder eine 2. Chance verdient? Obwohl es noch nicht einmal eine 2. Chance sein soll, es soll einfach nur eine Akzeptierung von psychischen Krankheiten sein, für die man einfach nichts kann.

6. Mai 2014

443.

Und auch das Treffen mit H. half nicht wirklich. Er fragte mehrmals, was los sei, aber ich konnte nichts sagen. Ich konnte das Chaos in meinem Kopf nicht in Worte fassen. Stattdessen bin ich mit ihm durch die halbe Innenstadt gegangen. Irgendwann saßen wir auf einer Bank und haben über die Arbeit und meine Familie gesprochen. Am Ende habe ich ihn gefragt, wie ich Frau Z. alles erzählen soll. Soll ich etwa damit anfangen: ''Die letzten zwei Wochen waren die Hölle für mich....'' ??

4. Mai 2014

442. Bitte lass den Vorhang noch nicht fallen..., das Publikum applaudiert noch nicht!

Die letzten Stunde habe ich sehr viel an die Leute gedacht, die ich kennen und lieben gelernt habe, aber dennoch loslassen musste. Sei es, dass sie viel zu früh von dieser Welt gingen oder einfach nur aus meinem Umfeld verschwanden. Es macht mich traurig zu sehen, dass ich schon so viele Menschen überlebt habe. Viele von ihnen hatten es noch nicht einmal verdient. Aber was heißt das schon?!
Kann man das wirklich sagen? Hat jemand mehr oder jemand weniger das Recht auf Leben?



Am Donnerstag habe ich endlich wieder einen Termin beim Psychiatrischen Dienst. Ich habe die letzten Tage schon überlegt, wie und vorallem was ich ihr sagen soll. Soll ich ihr wirklich sagen, wie schlimm die letzten zwei Wochen für mich waren? Wie oft ich auf Ablehnung getroffen bin und wie oft ich einfach nur am Boden war. Ich habe Angst, dass sie mir auch nicht richtig zuhören wird. Mein einziger Gedanke Wunsch ist es doch nur, das jemand wirklich zuhört. (Und auch der Wunsch am Grab von meinem Vater zu sitzen und einfach nur zu erzählen und zu wissen, dass dort ein paar Meter unter der Erde die Überreste von dem Menschen liegen, der dich mit erschaffen hat, ist groß. Ich denke oft an die Zeit zurück, habe immer wieder das Bild vor Augen wie er mir als Sechsjährige die Fingernägel lackiert hat, mit der Hoffnung alles richtig zu machen.) Gestern Abend habe ich auch H. auch noch einen Lebensvertrag geschickt. Bis jetzt habe ich keine Reaktion, noch nicht einmal ein Wort. Nichts..! Aber ich muss auch damit leben können, wenn mal keine Antwort kommt. Wahrscheinlich sehe ich ihn am Dienstag wieder, vielleicht bekomme ich dann eine Antwort. Vielleicht.

Oft genug denke ich mir nur, wieso?

2. Mai 2014

441.

Ich möchte wach sein, aber gleichzeitig auch für immer schlafen. Ich möchte leben, aber auch sterben. Ich möchte ehrlich sein, aber kann das Verheimlichen nicht lassen. Ich möchte glücklich sein, aber werde von den Gedanken in meinem Kopf daran gehindert. Ich möchte immer 100% geben, aber schaffe es nicht. Ich möchte einmal jemanden in meiner Kontaktliste finden, den ich anrufen oder schreiben kann, wenn nichts mehr geht...Einer der mich versteht, mich nicht verurteilt und einfach für mich da ist... Ich möchte lieben, aber schrecke vor dem Gefühl zurück. Ich möchte jemanden hier bei mir haben, der mich einfach in den Arm nimmt und sagt, dass er mir helfen wird. Ich bin am Ende, Suizidgedanken sind schon Klasse.


440. Ruhe in Frieden

Sie lag eine komplette Woche im Sterben und wurde von Tag zu Tag immer schwächer. Man hat mir verboten in ihr Zimmer zu gehen und somit konnte ich nicht wirklich bei ihr sein. Mir zerreißt es das Herz, es ist so verdammt traurig.Gestern habe ich sie noch zwei Mal gesehen, jetzt werde ich sie nie wieder sehen.  Zu wem soll ich jetzt 'Schätzlein' sagen? Sie war perfekt!

Ruhe in Frieden
 Frau H. G. 
1920 -2014