30. Juni 2014
463. Innerlich am zerbrechen.
Ich merke, wie die depressiven Gedanken wieder stärker werden. Ich merke, wie mich alles trauriger macht. Ich merke, dass ich es lange nicht mehr schaffen werde. Aber wenn ich jetzt zugebe, dass nichts 'ok' ist, dann bin ich wieder die, die man nicht alleine lassen kann. Ich träume davon meine Ruhe zu haben. Ich träume davon, dass ich keinem mehr durch meine Handlungen weh tun muss. Ich weiß, dass es wieder ernster wird. Ich weiß, dass ein Suizidversuch oder ein Klinikaufenthalt jetzt die beste Lösung wäre. Ich weiß, dass ich gerade jetzt Hilfe annehmen muss. Aber ich kann nicht. Warum Hilfe annehmen, wenn mir alles mein 'Alles bestens' glauben?
27. Juni 2014
462.
Am Mittwoch sah ich U. nach ca 1 1/2 Wochen einmal wieder. Das Treffen war kühl. Sehr kühl. Ich ließ ihn wie immer von sich erzählen und bat ihn anschließend darum, mich noch zu meinem Bruder zu fahren. Mehr war das auch nicht. Gestern traf ich dann H. Wir gingen eine Zeit lang spazieren und trafen dann zufällig einen Betreuer aus der WG. Die Beiden fingen an sich zu unterhalten und ich entfehrnte mich immer weiter von Ihnen weil ich es einfach nicht ertrug. Viele hundert Meter hatte ich nur ein Gedanken: Sagen, dass das hier nicht mehr klappt und einfach verschwinden. Mehr nicht. Aber wir gingen weiter und auch dieses Treffen erwies sich als kalt. Obwohl es bei H. eigentlich nie so war. Erst kurz vorm Ende fing ich an, einbisschen zu erzählen. Und ganz am Ende, setzte wir uns kurz auf die Treppen vom Ufer des Maschsees und ich erzählte ihm, dass ich nun wieder Tavor nehme. Er fragte nur, ob es jemand weiß. Also einer meiner Ärzte. Mehr nicht. Und somit ist auch klar das Ding ist gelaufen. Es bringt nichts mehr.
23. Juni 2014
461. Aus Holland direkt aufs heimische Sofa.
Man mag zwar glauben, dass man mit 19 Jahren doch schon ein wenig über sein Leben entscheiden kann. Pustekuchen. An diesem Wochenende zieht mein 2. ältester Bruder bei mir ein. Wird wahrscheinlich sehr kuschelig werden, denn immerhin wohne ich in einer winzigen Wohnung. Die Entscheidung wurde nicht von mir getroffen, sondern von meiner Tante. Was sie entscheidet, muss gemacht werden. Und so muss ich wohl damit leben, in zwei Monaten fängt dann das neue Semester in Holland an. Das Einzige auf was ich mich freuen kann, sind die Dinge von Albert Heijn die er mir aus Holland mitbringt.
Morgen habe ich meinen nächsten Termin beim SPD. Meine Hausaufgabe, die sie mir beim letzten Mal gestellt hat, habe ich noch nicht einmal angefangen. Was es genau war, kann ich noch nicht einmal mehr sagen. Ich weiß noch nicht einmal, ob ich ihr etwas von der letzten Woche erzählen soll. Besser wäre es wahrscheinlich, aber wenn ich jemanden von all dem erzählen hätte wollen, hätte ich mich in der letzten Woche auch mit H. und U. treffen können.
Morgen habe ich meinen nächsten Termin beim SPD. Meine Hausaufgabe, die sie mir beim letzten Mal gestellt hat, habe ich noch nicht einmal angefangen. Was es genau war, kann ich noch nicht einmal mehr sagen. Ich weiß noch nicht einmal, ob ich ihr etwas von der letzten Woche erzählen soll. Besser wäre es wahrscheinlich, aber wenn ich jemanden von all dem erzählen hätte wollen, hätte ich mich in der letzten Woche auch mit H. und U. treffen können.
21. Juni 2014
460. Freundschaft.
Das Wort "Freunde" ist bei mir eher selten. Ein richtiges Treffen mit Gesprächen und Unternehmungen hatte ich das letzte Mal im Dezember. Dann gab es eine lange Pause. Ich habe mich mit niemandem mehr getroffen und wollte eigentlich auch niemanden mehr sehen.
Heute habe ich jedoch 1 1/2 Stunden mit einer ganz lieben Freundin verbracht. - C.
C. und ich haben uns in Wunstorf kennengelernt. Und in weniger als einer Woche eine Freundschaft geschlossen...
Heute habe ich jedoch 1 1/2 Stunden mit einer ganz lieben Freundin verbracht. - C.
C. und ich haben uns in Wunstorf kennengelernt. Und in weniger als einer Woche eine Freundschaft geschlossen...
459. In meinen Träumen scheint alles klar zu sein..
Es wird alles schlimmer in meinem Kopf. Alle Gedanken sind wieder da und werden von Tag zu Tag schlimmer. Ich habe Angst, dass ich mich verlieren könnte. Die Stimmung ist ganz weit unten.
Ich fühle mich wie eine komplette Versagerin.Selbst die einfachsten Dinge im Leben sind so schwierig geworden. Die kleinsten Ziele sind so verdammt weit entfernt. Schaffe das alles nicht mehr.
Habe heute neben einer Leiche gestanden. Habe gesehen wie sie abtransportiert wurde. Habe mir gewünscht, dass ich in diesem Sarg liegen würde. Und habe dennoch versucht zu trauern... Aber wie trauert man richtig? Ich kann solch' Gefühle einfach nicht mehr empfinden.
14. Juni 2014
458.Sleeping is nice.
Nach langem Überlegen, tausenden Gedanken und stundenlangem Ekelgefühl, habe ich mich dazu entschieden Tavor wieder regelmäßig zu nehmen. Mir ist bewusst, dass es ein Notfallmedikament ist und nicht über einen langen Zeitraum genommen werden darf, aber was solls? Ich habe noch ungefähr 30 Stück und die werde ich erst einmal aufbrauchen. Wie ihr sicherlich schon gemerkt habt, läuft es immer noch nicht gut. Ich packe es zwar jeden Tag zur Arbeit zu fahren, aber das wars auch schon. Sobald ich nach Hause komme, bin ich auf dem Sofa und schaue fern. Wenn ich morgens aufstehe, lege ich mich auch wieder aufs Sofa und schaue fern. Ich sage Termin ab, weil ich keine Geduld habe oder einfach nur die Nerven dafür.
Ich verletze so Menschen die mir wichtig sind. Jeden Tag nehme ich so vieles vor, aber erreiche kaum etwas.
In meine Wohnung kann ich aufgrunddessen schon lange niemanden lassen. Obwohl es mich sehr stört.
Es ist alles so verdammt schwer.
Ich verletze so Menschen die mir wichtig sind. Jeden Tag nehme ich so vieles vor, aber erreiche kaum etwas.
In meine Wohnung kann ich aufgrunddessen schon lange niemanden lassen. Obwohl es mich sehr stört.
Es ist alles so verdammt schwer.
10. Juni 2014
457. Die schlimmste Armut ist Einsamkeit und das Gefühl, unbeachtet und unerwünscht zu sein.
In den letzten Jahren habe ich viele Menschen verloren. Die Art und Weise war immer mit sehr viel Schmerz und Traurigkeit verbunden. Und obwohl es bei einigen Beziehungsabbrüchen schon Jahre her ist, muss ich heute immer noch an die Personen denken. Ich weiß noch wie fertig ich war, als M. mir erst an seinem letzten Tag gesagt hat, das er nie wieder kommen wird. Und auch weiß ich auch noch wie fertig ich war, als F. für immer ging. Es ist immer wieder das Gleiche: Menschen denen ich vertraue, sehr vertrauer, gehen.
Auf die Frage, wie ich mich entscheide bezüglich der Betreuung bin ich weiterhin unentschlossen.
Viele denken, dass ich eine Betreuung immer noch nötig habe. Viele haben große Zweifel, ob ich es schaffen würde ohne jemanden der mir hilft. In den letzten Wochen und Monaten war ich fest entschlossen, dass ich niemanden mehr brauche. Heute denke ich immer noch das Gleiche. Aber es gibt auch Momente, wo ich alles daran setze, dass die Betreuung weiterhin bestehen bleibt. Diese Momente bestehen nur auf der Gefühlsebene. Der Gedanke, dass ich H. verlieren könnte, zerrt an meinen Kräften. Er war da, als M. gegangen ist. Er war da, als ich heulend im Bad saß und mich schneiden wollte. Und er war auch da, als ich in der Klinik war. So jemanden wie ihn gibt es kaum noch. Da er aber demnächst wegfallen wird, steigt die Angst. Natürlich gibt es die Option, dass U. die Betreuung alleine übernehmen wird und diese dann schleichend beendet wird... aber was ist das schon? Ich bin eigentlich schon entschlossen, dass ich lieber beide verlieren sollte und den Schmerz durchlebe muss, anstatt einen nach dem anderen zu verlieren. Bald ist mein HPG. Ich weiß nicht wie es weitergehen soll.
''Wir wollen die Leute die wir lieben, schützen,
indem wir Ihnen nicht von unseren Problemen erzählen.''
456.
Es ging mir zwischendurch wirklich gut. Ehrlich. Aber nun falle ich wieder. Ich falle tiefer und tiefer bald werde ich endlich weg sein.
3. Juni 2014
455. Sprachlos
So viele Gedanken die in Worte gefasst werden wollen und dennoch kann ich sie nicht ausprechen. Ich falle immer mehr in das tiefe, schwarze Loch.
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