29. Oktober 2014

490. Lebenslange Haft im eigenen Körper.

Und so habe ich Dinge erfahren, die ich nicht wissen wollte. Sie sprachen die ganze Zeit von Dingen, die mich im gleichen Moment tief verletzt haben. Keiner der beiden wusste, was sie damit in mir auslösten. Aber ich sagte ihnen auch nicht, wie es in mir ausschaut.  
Ich habe immer gedacht, das es sich gut anfühlen würde. Das einzige was sich gut angefühlt hat, war die Umarmung. Mehr nicht. Das Abschiedstreffen mit H. und U. war wirklich nicht das, was ich mir erhofft habe. Sie unterhielten sich, während ich daneben saß und in Gedanken versunken war. Nach einiger Zeit hielt ich es nicht mehr aus. Ich ging sehr abrupt und hoffte für einen Augenblick, dass das Thema jetzt durch wäre. 
Aber es ist es nicht. Ich werde es wahrscheinlich nie abschließen können. 
Und so denke ich, an eine erneute Betreuung durch das Jugendamt nach. Jedoch kommt nach dem Gedanken schon wieder die Erkenntnis, dass ich Ziele dafür haben muss.. und ich weiß nicht, welche Ziele ich überhaupt in meinem Leben habe, die durch eine Betreuung erreicht werden könnte. 
Sie könnten noch nicht einmal daür sorgen, dass ich nicht mehr diesen Selbsthass und Ekel verspüre.
Mir gehts im Moment wirklich nicht gut, aber Hoffnung habe ich auch nicht mehr. Ich denke an I. und wie sie es geschafft hat von dieser verfluchten Welt zu kommen. Neid. 


26. Oktober 2014

489. 92 Tage ohne eine neue Wunde.

Es ist nicht lange her, dass ich dachte, dass es mir seit einigen Tagen mal wieder richtig gut geht. Ich habe wirklich fest daran geglaubt, sogar mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Aber jetzt schaut es wieder anders aus. Ich bin wieder gefangen. Gefangen in meinem Körper, gefangen von meinen eigenen Gedanken und Gefühle. Ein sehr bescheidenes Gefühl. 
Ich versuche mit Tonnen von Make-up irgendwie eine Maske mir zurecht zu schminken, aber.. es klappt einfach nicht. Statt mich ansatzweise zu freuen,wird der Ekel nur noch größer. 
Ich könnte einfach nur noch weinen. Weinen vor Verzweiflung und Wut. Und Schneiden, aber auf der anderen Seite sind es inzwischen schon 92 Tage ohne eine neue Wunde. 

22. Oktober 2014

487. ''Die Menschen an die du abends vor dem Einschlafen denkst, sind die, welche dir wirklich wichtig sind.''

Inzwischen geht es mir etwas besser. Ich kämpfe zwar noch mit meinem Selbsthass, aber die 
schlimmen Suizidgedanken sind besser geworden. Und so habe ich an Menschen gedacht, die ich
in den letzten Jahren kennenlernen durfte. Menschen, wo ich früher gedacht habe, dass ich ohne 
sie nicht weiterleben kann. Und siehe da, sie sind weg und ich lebe...

Am Freitag ist der letzte Schultag vor den Herbstferien und ich kann es kaum abwarten. Besonders 
in den letzten Tage habe ich germerkt, dass ich keine Lust mehr auf den Unterricht habe und
sowieso keinen wirklichen Grund sehe solche Sachen zu wissen. 
Die Klausuren die wir in den letzten 5 Wochen geschrieben habe, habe ich alle gemeistert. Keine 
Note ist schlechter als eine 3. Und selbst die Klausur in ''Lernen, lernen'' habe ich nicht verhauen. 

Letzte Woche habe ich noch mit U. telefoniert. U, H. und ich treffen uns am Montag zu einem 
Abschiedstreffen. Es wird also ernst und ich weiß eigentlich nicht, wie ich mich verhalten soll. 
Wie schon öfters geschrieben, möchte ich mich einfach nicht für immer verabschieden. Zwar habe 
ich die Trennung jetzt nach 3 Monaten so gut es geht verarbeitet, aber keiner kann garantieren, 
wie es mir Montagabend gehen wird... Wünscht mir Glück!

Gestern hatte ich noch ein Vorstellungsgespräch für einen Nebenjob. Ich hatte bereits am Montag 
eine große Angst vor dem Gespräch, da ich mich in solchen Situationen wirklich sehr unwohl 
fühle. Dachte sogar daran, dass ich das Gespräch kurzfristig absage. 
Aber... ich habe das Gespräch durchgezogen und siehe da: ich hab den Job! Mein Vertrag beginnt am 10.11.2014 und geht erst einmal für 3 Monate. Danach wird geschaut, wie ich mich verhalten habe
und ob die zufrieden mit mir waren. Für mich bedeutet es einfach nur, dass es zwar sehr stressig wird, aber ich so die Mittel habe meine Rechnungen zu bezahlen. 


Zum Schluss möchte ich euch noch von meinem letzten Wochenende erzählen. 
Da mir am Wochenende grundsätzlich langweilig ist, dachte ich mir am Samstag, dass ich mich einfach bei meiner Tante in die Wohnung setze und dort das Wlan ausnutze. 
Sie fragte mich, ob ich mit nach Hildesheim zu meiner Großtante kommen will. Es war ein großer FEHLER!! Meine Großtante ist einfach nur egoistisch, möchte sich nichts sagen lassen und ist fest davon überzeugt, dass ihre Kinder und Enkel etwas ganz besonderes sind. Meine Tante ist darauf natürlich eingegangen und versicherte immer wieder, dass alle anderen aus der Familie schlecht sind und nur sie nicht. Sie ist fest davon überzeugt, dass sie eine Heilige ist. Nicht... 
Und so ging das bis abends weiter. Ich war froh, dass ich dann irgendwann Zuhause war...
Ich bin in eine unmögliche Familie hineingeboren worden..  


20. Oktober 2014

486.

Es gibt nicht sonderlich viel zu sagen. Ich kämpfe mit großem Selbsthass, Suizidgedanken und allgemeiner Verzweiflung. Ich habe nicht mehr die Hoffnung, dass es jemals gut werden könnte. Möchte alleine sein und zu niemandem mehr Kontakt haben.

Wenn es mir nachher besser geht, melde ich mich noch einmal.

16. Oktober 2014

485. Ich will nicht wieder so sein wie damals.



Ich habe heute Morgen einen regelrechten Schock bekommen, als ich auf die Waage stieg. Schon wieder (!) zu genommen. Es macht einfach kein Spaß mehr. Egal was ich esse, ich nehme zu. Na ja. Außer ich esse nur Gemüse, Obst und Suppen. Dann natürlich nicht.
Ich frage mich, wie ich das vor 1 1/2 Jahren mit dem Essen geschafft habe. Ich hatte damals bis 15 Uhr nichts gegessen und erst als ich Zuhause war, aß ich etwas. Ich kam so auf höchstens 500 Kalorien am Tag. Und ich fühlte mich psychisch gut. Physisch war das natürlich nicht gerade angenehm. Aber so habe ich 21 Kilo abgenommen! Ich möchte den Ergeiz von damals wieder haben!

Was mir den Vormittag geholfen hat zu überstehen, war das zufällige Treffen mit U. Als ich an der Ampel stand, stand er neben mir. Ich habe ihn sofort umarmt und gefragt, wie es ihm geht. Wir haben uns noch nicht einmal 5 Minuten unterhalten, aber es tat gut.
Er hat mich übrigens  (genau wie H.) gefragt, was denn nun mit einem Abschiedstreffen ist.
Eine genaue Antwort bekam er nicht von mir, ich bin ihm eher ausgewichen.

Gestern war ich nach langem mal wieder auf dem Spielplatz, wo ich 2009 meinen Suizidversuch unternahm. Ich hatte schon die ganzen letzten Tage das Gefühl, dass ich unbedingt dahin gehen muss. Ich habe lange überlegt wie es eigentlich weitergehen soll. Ich meine, wie ich das überhaupt schaffen soll und was passiert, wenn ich es doch nicht schaffe. Es wäre toll, wenn jemand neben mir stehen würde, der den Weg für mich aussucht...


KEINE ANKÜNDIGUNG!!!


15. Oktober 2014

484. Applaus, Applaus.

"Mit dem Tod deines Vaters ist ein Teil von dir gestorben." - Fr. S

Wie wahr doch diese Aussage ist. Ich hab gestern auf der Suche nach etwas anderem mein Tagebuch von 2010 gefunden und den Satz gelesen. Im nächsten Monat wäre er 61 jahre alt geworden. Geworden...
Immer wenn ich Frauen mit ihren Vätern sehe, werde ich traurig. Wie gern würde ich jetzt meinen Vater in die Arme schließen...

Meine Familie macht sich Sorgen um mich, ja selbst die Tante, die ich höchstens zwei Mal im Jahr sehe.
Sie alle glauben, dass ich bald zusammenbrechen werde. Physisch und Psychisch. Ich hab die meisten Tage in der Woche um 15 Uhr Schulschluss. Danach habe ich meine Termine oder helfe im Heim aus. Genauso wie an den Wochenenden.. Was meine Familie noch nicht weiß: ich bin gerade dabei mir einen Nebenjob zu suchen! Durch die ganzen Rechnungen habe ich schlimme finanzielle Probleme bekommen. Und wenn ich nicht noch einen Job annehme, bekomme ich das gar nicht mehr auf die Reihe.

Die Klausur in "Lernen, lernen" habe ich übrigens verhauen. War ja eigentlich schon vorhersehbar.

7. Oktober 2014

483. Ausbildung, Gespräch und SvV.

Um es auf den Punkt zu bringen: diese Ausbildung war wahrscheinlich einfach ein Fehler! Da ich ja bereits in der ersten Woche gedacht habe, dass ich das nicht packe,  na ja... da merke ich jetzt eigentlich erst, dass ich es wirklich nicht packe. Es gibt Lernfelder in denen ich gut klar komme. Aber dann gibt es noch Fächer wie 'Lernen lernen' wo ich ich überhaupt nicht klarkomme. Bisher hatten wir 6 Stunden bei ihr und ich habe bis jetzt nicht verstanden was diese Frau eigentlich von mir möchte. Und nächste Woche schreiben wir auch noch eine Klausur in dem Fach. 

Meine schlechte Stimmung wirkt sich auch enorm auf meine schulische Leistung aus. Ich bin unkonzentriert und halte (an besonders schlechten Tagen) noch nicht einmal zwei Stunden aus. Genau wie heute. Um im Vorfeld einiges klar zu stellen, habe ichn mir in der letzten Woche meinen Klassenlehrer geschnappt und ihm all die Psychoscheiße erzählt. Seine Reaktion: ''Sabine, ich finde es sehr gut, dass du mir dieses große Vertrauen schenkst. Herr F. und ich werden schauen wie wir dich in den nächsten drei Jahren unterstützen können.'' Diese Reaktion habe ich mir erhofft, aber das ich sie wirklich bekommen habe, rührt mich sehr. 

Um noch auf das selbstverletzende Verhalten zu kommen: Im Grunde gehe ich wirklich offen mit meinen Narben und vorallem mit meiner Tätowierung um. Aber innerhalb von zwei Stunden zwei Mal auf alles angesprochen zu werden und komisch beäugt zu werden... NERVT! Ich antworte immer freundlich und bestätige auch ihre Vermutung,aber ich glaube, wenn sie wirklich alles hören würden, würden sie mich gleich in die Psychiatrie stecken. 

Achja.. Ich habe in der letzten Woche noch ein langes Telefonat mit Holger gehabt. Da er Geburtstag hatte, habe ich mich einfach mal bei ihm gemeldet. Wir haben lange über seinen Sohn gesprochen (der zwei Tage nach der Beendigung der Betreuung kam) und wie es mir geht. Er fragte mich auch, ob ich mich im Moment auf ein abschließendes Treffen einlassen kann.. Ich habe ihm zugesagt. Ich Moment erscheint mir das aber auch wieder ein Fehler zu sein. Ich möchte Beiden bei einem Wiedersehen zeigen, dass ich es geschafft habe, aber so wie es jetzt läuft... bin ich weit davon entfehrnt... 


5. Oktober 2014

482. Ausweg?


Ich bin überfordert mit mir und meiner Situation. Ich finde einfach keinen Ausweg mehr. Eigentlich wollte ich bereits vor zwei Tagen aufgeben. Aber ich finde selbst dazu keine Kraft mehr.

4. Oktober 2014

481.


Seit knapp zwei Monaten nicht mehr selbstverletzt. Mir gehts nicht gut, 
aber ich darf es nicht.