30. Mai 2013
299. Überdosis, Tränen, Massen an Essen und ein Hospitationstermin.
29. Mai 2013
298. Nächtliche Einbrüche.
28. Mai 2013
297. Keine Klinik, FSJ mit Behinderten und ein gestörtes Essverhalten.
26. Mai 2013
296. Ekel, Jan Leyk und ne Taube.
23. Mai 2013
295. Abbruch, Wiedersehensfreude und endlich das 3. Tattoo!
22. Mai 2013
294. Und wieder einmal hadere ich mit mir.
293. Irgendwo zwischen Flashbacks, Glück und Verzweiflung.
20. Mai 2013
292. Glücklich vs. Traurigkeit.
18. Mai 2013
291. CSD und ESC
17. Mai 2013
290. Handeln
289. Unterstützung.
16. Mai 2013
288. Stolz.
Suizidalität: 4
Tageszeiten: teilweise erreicht.
Ich bin so überrascht. Nicht von mir oder so, sondern von Nora.
Nora ist eine sehr liebe Freundin von mir. Ich kenne sie inzwischen seit gut 4 Jahren und wir haben einbisschen was gemeinsam.
Neben der Schule haben wir auch den gleichen Musikgeschmack und vor allem aber haben wir beide psychische Probleme.
Nora war immer eine, die sich nie helfen lassen wollte. Jeder Versuch ihr zu helfen, lief ins Leere.
Gestern hat sie mir nun geschrieben, dass sie sich bei ihrer Krankenkasse um eine Reha bemüht hat. Schon bald wird sie in der Klinik sein.
Ich bin einfach nur froh, dass sie sich nun Hilfe holt. Sie meinte auch zu mir, dass ich es auch noch einmal versuchen soll...
Klinik ist im Moment einfach nicht drin.
Nächste Woche kommt endlich Ulf wieder! Ich freue mich total auf ihn und habe mir jetzt einfach mal vorgenommen, dass ich die Treffen mit ihm erhöhe. Ich möchte ihm einfach zeigen, dass ich Interesse habe und ihn auch mag! In den letzten Woche ich habe ich das nämlich sehr reduziert.
15. Mai 2013
287. Ein Versuch, mein Leben erträglicher zu machen.
Befindlichkeit: 5
Suizidalität: 5
Tagesziele: nicht erreicht.
Ich war einbisschen überrascht, als er mich gestern ein Junkie nannte. Und das alles nur, weil ich mehr Truxal haben wollte. Mehr als mein Arzt mir erlauben würde.
Diese Aussage hat mich zum nachdenken gebracht. Wie viele Tabletten hab ich bei meinem Medikamentenmissbrauch schon genommen ? Mehr als 500 sind es aufjedenfall schon...
Im Moment esse ich wieder einmal kaum etwas. Und wenn, dann ist es Obst, Gemüse und Joghurt.
So erlange ich täglich eine Kalorienzufuhr von etwa 400. Wenn es so weitergeht, hab in einem Monat knapp 10 Kilo abgenommen...Selbsthass sei dank...
13. Mai 2013
286. Dann bin ich am Zug.
Suizidalität: 4
Tagesziele: teilweise erreicht.
Da ist es also wieder. Genau das, was mir schon so viele Betreuer, Therapeuten und Ärzte vorgeworfen habe. Alle meinen, dass ich spiele. Ich spiele ein Spiel.
Und meine Gegenspieler sind sie - Betreuer, Therapeuten und Ärzte.
Doch niemand weiß, dass ich dieses Spiel gewinnen werde. Keiner kann mich davon abhalten, sie können mein Gewinnen nur herauszögern.
Ich glaube, ich werde morgen im Psychiatrischen Dienst anrufen. Ich denk, ich werde wohl in einer Krise sein.
12. Mai 2013
285. September 2009
Suizidalität: 5
Tagesziele: nicht erreicht.
Es war ein ganz normaler Vormittag im Spätsommer. Sie saß in einem Gespräch mit ihrer Mutter und zwei Lehrerinnen und sollte erklären, warum sie keine Entschuldigungen habe. Sie sagte, dass sie sie gefälscht hätte, mehr nicht. Die drei Frauen redeten auf sie ein, aber sie blieb stumm. Irgendwann sollte sie ihre Gedanken aufschreiben und brachte diesen Satz auf das Papier:
''Ich habe Angst, dass ich versuche könnte mich umzubringen.''
Eine der beiden las den Satz und zeigte ihn ihrer Kollegin. Sie forderten sie auf, ihnen alles zu bringen. Das Mädchen holte ihre Sachen und fuhr nach Hause. Als sie wieder kam, hatte sie eine Dose Tabletten dabei. Sie war halbvoll und gab sie einen der beiden Lehrerinnen.
Am Nachmittag fand sie sich in der Begleitung ihrer Lehrerin im Krankenhaus wieder. Sie sollte reden. Sie erzählte von ihrem Leid, aber dass sie sich nie etwas antun würde. Der Arzt glaubte ihr, machte aber trotzdem einen Vertrag mit ihr. Sie durfte gehen.
- 2 Wochen später -
Sie konnte das Versprechen nicht mehr einhalten und versuchte es. Ihr Körper wollte jedoch leben und ließ sie knapp 20 Stunden schlafen. 4 Tage später saß sie wieder in einem Gespräch mit ihren Lehrerinnen. Diesmal wollte sie das Gespräch. Sie wollte Hilfe und so erzählte sie ihnen von ihrem Suizidversuch.
Am Abend rief eine der beiden Lehrerinnen an und wollte ihre Mutter sprechen.
Sie sagte, dass ihre Mutter nicht da sei. Die Lehrerin akzeptierte es.
Am nächsten Mittag kam sie von der Schule nach Hause und ihre Mutter erzählte ihr, dass eine der Lehrerinnen angerufen hätte. Weiterhin erzählte sie auch noch, dass sie gleich einen Termin in der Psychiatrie hätten. Am gleichen Tag wurde sie weggeschlossen. Sie sollte 42 Tage in der Kinder - und Jugendpsychiatrie bleiben.
Es ist meine Geschichte. Passiert ist sie im September 2009. Verarbeitet ist sie jedoch noch lange nicht.
Eigentlich gelingt es mir, dass ich diese Geschehnisse verdränge. Aber in der letzten Zeit kommen all diese Erinnerungen wieder hoch. Es fühlt sich so an, als hätte es die letzte 4 Jahre nicht gegeben...
Als wäre alles, was in den Jahren passiert ist, nicht mehr da.
11. Mai 2013
284. Grau in grau.
Befindlichkeit: 5,5
Suizidalität: 5
Tagesziele: /
Machtlos,leer.
Gedanken schwirren durch den Kopf.
Einige sind neu, andere altbekannt - doch alles zeigen sie mir das Gleiche.
Die Angst kommt hoch. Angst vor allem und jeden.
Kann wieder nicht schlafen.
Liege hier und denke immer weiter nach. Überlege wo ich nachher Tabletten herbekomme. Mir fällt nichts ein.
Erinnere mich an das letzte Jahr.
Alles war perfekt. Ich habe gelebt, geliebt..
Alles ist vorbei.
Nichts wird so sein, wie es einmal war. Genau das macht mich so unendlich traurig.
Sie sagen mir, dass ich mich ändern muss. Mir ist das bewusst, aber wo ist der Wille nach einem gesunden und glücklichen Leben ?
Wo hat sich die Hoffnung versteckt ? Habe ich sie bei den ganzen Gefühlen und Gedanken übersehen ? Wahrscheinlich werde ich sie nie wieder finden. Alles ist so schwarz.
Die Welt, die Gedanken, die Empfindungen.... alles ist so farblos.
8. Mai 2013
283. Alles abladen und verschwinden.
282. Es wird das richtige sein.
Suizidalität: 5
Tagesziele: nicht erreicht
Das wagt sie sich ernsthaft zu mir in die Wohnung und schwafelt mir etwas von ''Ich liebe dich'' vor.
Dann besitzt sie auch noch die Frechheit mir zu sagen, dass ihre Entscheidung mich in die Klinik einzuweisen die Richtige war.
Da frage ich mich doch ernsthaft, was soll der scheiß? Sie war niemals für mich da und hat dafür gesorgt, dass mein Leben so ist, wie es ist. Ich hasse meine Erzeugerin.
Jedenfalls hat sie dafür gesorgt, dass ich gleich zur Klinge greifen werde. Ich werde den Rückfall genießen. 23 Tage ohne Blut ? Wie konnte ich nur ?
5. Mai 2013
281. 21 Tage, 504 Stunden und 30240 Sekunden.
Suizidalität: 4
Tagesziele: aufräumen, lernen, ggf. Fitnessstudio
Ich könnte so kotzen. Es sind inzwischen wieder drei Wochen ohne jegliche Verletzungen. Eigentlich müsste ich stolz auf mich sein und es als einen Anfang zum aufhören sehen.
Aber das kann ich einfach nicht. Ich habe das Gefühl, dass mit jedem Tag wo ich mich nicht verletze, immer mehr von mir stirbt. Die Sachen die mich ausmachen, werden nicht mehr da sein - sterben einfach.
Meine Motivation etwas hier in meiner Wohnung zu machen, sprich aufräumen und putzen, ist relativ niedrig. Ist es euch schon einmal aufgefallen, dass die Tage so schnell vorbei gehen ? Kaum ist man aufgestanden, ist es schon wieder Zeit ins Bett zu gehen und zu schlafen.
Das Leben rennt einem weg und man kann einfach nichts dagegen machen.
Die Monate vergehen und ich weiß nicht was ich ab August machen soll. Ich weiß nicht, ob ich eine Ausbildung oder ein FSJ machen soll. Dann wäre da aber auch noch die Möglichkeit einfach zu arbeiten. Aber wer sagt mir, dass ich das aushalte? Ich denke mal, dass ich im Leben erst richtig durchstarten kann, wenn ich die Krankheiten bekämpfe und anfange zu leben...
Leben - was ist das ?
4. Mai 2013
280. Wir leben nicht um zu Sterben. Wir sterben für das Leben.
Suizidalität: 4 (Mir geht es nicht gut. Meine Stimmung ist bedrückt, Suizidgedanken fangen an.)
Tagesziele: /
Wie verzweifelt müssen Menschen sein, wenn sie keine Zukunft mehr für ihr Leben sehen und sich hinsetzen und einen Abschiedsbrief schreiben ?
Mir war bewusst, dass es ohne Medikamente nicht besser werden wird. Mir war auch bewusst, dass es noch schlimmer wird, wenn ich nicht mehr zur Therapie gehe. Aber mir war nicht bewusst, dass es solch ein Ausmaß annimmt.
Die letzten Tage waren nicht besonders toll. Donnerstag hat es wieder einmal ein neues Ausmaß angenommen. Wenn so viele Gedanken auf einen einprallen, kann selbst ein gesunder Mensch sich nicht beruhigen. Ich fragte mich nur die ganze Zeit, was ich tun soll. Dachte darüber nach in der Wohngruppe anzurufen und um Hilfe zu bitten. Und auch, ob ich Holger in seinem Frei anrufen soll.
Aber beides tat ich nicht.
Ich legte mich auf den Fußboden und nahm ein Blatt und fing an zu schreiben. Das Resultat war ein Abschiedsbrief.
Das schreiben half mir und ich begann mich zu beruhigen.
1. Mai 2013
279. Alles braucht Zeit... Trigger!
Suizidalität: 4 (Mir gehts nicht gut. Meine Stimmung ist bedrückt, Suizidgedanken fangen an.)
Tagesziele: nicht erreicht.
Meine lieben Leser,
dieser Post zeigt euch, wie es in meine Kopf vorgeht. Es mag teilweise verstörend auf euch wirken, aber denkt bitte daran, dass ich noch alles unter Kontrolle habe. Dieser Eintrag ist der Anfang einer Reihe und soll somit eine Möglichkeit sein, Menschen in meiner Umgebung zu zeigen was ich vor ihnen verberge und nicht auszusprechen zu wage.
Sie sagen alle zu mir, dass ich in diesem Jahr viel geschafft habe und dass ich stolz auf mich sein kann.
Aber ich kann es nicht. Dieses eine Jahr hat mir mein Leben zerstört. Ich musste das Aufgeben, wofür ich mehrere Monate gekämpft hatte. Alles war einfach weg.
Um weiter nach vorne zu schauen, müsste ich wahrscheinlich die Geschehnisse aus diesem Jahr aufarbeiten. Aber mit wem soll ich das machen ? Mit den Menschen, die direkt oder teilweise indirekt damit zu tun haben ? Nein. Warum, fragt ihr euch ? Weil ich es schon probiert habe. Es hat mir jedoch kein Mensch zugehört. Sie haben mir alle immer die Schuld an den Sachen gegeben. Kein Mensch hat mich gefragt, wie ich mich fühle, was ich denke, warum ich das gemacht habe. Jeder dachte, dass ich ihnen weh tun wollte. Aber ich wollte es nicht. Ich wollte keinen Mensch weh tun... es war wahrscheinlich einfach nur ein kranker Weg, zu helfen.
Inzwischen bin ich bei Tag, 17 ohne jegliche Selbstverletzung. In den letzten Tagen hat sich mein Druck auf einem konstanten Level eingependelt. Der Druck ist hoch. In meinen Gedanken spielt sich immer das Gleiche Szenario ab. Ich nehme die Klinge und schneide.. schneide immer tiefer und spüre, wie das Blut an meinen Armen runterläuft. Sehe die klaffenden Wunden und bekomme zwiegespaltene Gefühle. Einerseits denke ich mir, dass es gut ist. Aber andererseits denke mir dann, dass es nicht mehr werden dürfen. Meine eigene Wahrnehmung, bei meinen Narben ist sehr verzerrt.






