30. Mai 2013

299. Überdosis, Tränen, Massen an Essen und ein Hospitationstermin.

Befindlichkeit: 5,5
Suizidalität: 5
Tagesziele: keine

Ich fühle mich einfach nur schrecklich. Ich hab Druck, will mich verletzen und wieder eine Überdosis nehmen. Wie gestern.
Hab letzte Nacht 20 Tabletten genommen,  die ich schließlich 6 Stunden in meinem Körper behielt, bis ich sie erbrach. Die Folge des ganzen war, dass ich den ganzen Tag über Krämpfe hatte. 

Vorhin hatte ich dann ein Gespräch mit Holger und Ulf. Dank der Stimmung und der Schmerzen kamen mir am Anfang die Tränen. Beide bemerkten dies und fragten natürlich nach und wollten wissen was denn los ist. Ich blieb stumm und so führten wir das Gespräch fort. 
Nachdem Holger weg war, fragte ich Ulf ob wir spazieren gehen können.

Ich wollte ihm erklären, was los ist und erzählte ihm die Sache mit den Tabletten. Das der Druck mich dazu zwang. Es ist kein normaler Druck in dem Sinne. Oder vielleicht doch ? Ach ich weiß es nicht...
Ich erzählte ihm, dass der Druck zum Teil von dem Essen kommt. Und ich einfach eine Problematik entwickelt habe. Er erzählte mir, dass ihm das schon sehr aufgefallen ist. Immerhin habe ich mich immer schwer getan mit ihm zu kochen bzw. zu Backen. 

Zusammen thematisierten wir noch einmal das Thema Klinik. Nächste Woche Dienstag habe ich einen Termin bei dem psychiatrischen Dienst. Dort soll ich eine Entscheidung treffen. Wenn ich ja sage, dann befinde ich mich Ende nächster Woche in der erwachsenen Psychiatrie. Aber ich habe das Versprechen, dass Ulf mich begleiten wird. 

Ich habe das Gefühl, dass ich Massen an Essen in mir habe. Es sind auch Massen an Essen:
                                                         *Kartoffelbrei 188kcal*
                                                        *2 Früchteriegel 146kcal*
                                                            *Salat ca. 100kcal*
                                                            *3 Waffeln 303kcal*
Ich will alles los werden!! 

Morgen habe ich mein Hospitationstermin in der Wohngruppe. Mal schauen wie es wird. 


29. Mai 2013

298. Nächtliche Einbrüche.

Mir gehts schrecklich. Von Suizidgedanken, über starkem Selbsthass bis zum überdimensionierten Druck. Ich will einfach nur schneiden und Kotzen. Bin 45 Tage ohne eine einzige neue Wunde. Will nicht mehr.. Vermisse das Blut und die klaffenden Wunden! 

28. Mai 2013

297. Keine Klinik, FSJ mit Behinderten und ein gestörtes Essverhalten.

Stimmung: 4
Suizidalität: 4,5
Tagesziele: teilweise erreicht.

Es ist einiges in den letzten Tagen passiert...

Gestern hatte ich einen Termin bei meinem Psychiater und er lief mal so gar nicht gut. Also für mich. 
Ich bin mit Gedanken zu dem Termin gegangen, dass ich zeitnah mich stationär aufnehmen lasse.
Wie immer wurde mein Wunsch ignoriert. Mein Psychiater und Holger (der dabei war) sagten dann, dass die Klinik im Moment nicht hilfreich und unbedingt benötigt wird. 
Was soll denn bitte noch alles passieren ? Soll ich erst wieder auf der Intensivstation mit einer Überdosis liegen ?

Vorhin hatte ich dann ein Bewerbungsgespräch für ein FSJ bei der Diakonie hier in Hannover.
Am Ende des Gesprächs habe ich zwei Möglichkeiten bekommen, wo ich arbeiten kann. Entweder ich verbringe das Jahr in einer Wohngruppe für behinderte Menschen oder ich arbeite das Jahr über im Krankenhaus.
Ich habe mich jetzt erst einmal für die WG entschieden und wenn es dann doch nicht passt, werde ich im Krankenhaus anfangen zu arbeiten. Morgen werde ich erst einmal dort anrufen und einen Termin zum hospitieren ausmachen. 

Im Moment habe ich wieder einmal extreme Probleme mit dem Essen. Entweder sind es tägliche FA's, kaum eine Nahrungsaufnahme oder eben normal essen aber dann mit anschließender Kotzerei.
Mir ist grad mal bewusst geworden, dass ich seit Jahren kein normales Essverhalten habe. Selbst eine Ernährungsberatung ist erfolglos gewesen..

26. Mai 2013

296. Ekel, Jan Leyk und ne Taube.

Befindlichkeit: 5,5
Suizidalität: 5
Tagesziele: nicht erreicht 

Der Tag war überhaupt nicht gut, was sich auch in meiner Stimmung wiedergibt.

Freitagabend ar ich zum ersten Mal in meinem Leben feiern...zusammen mit Aileen war ich auf der Abgefuckt-Party hier in Hannover. Anfangs war ich mies drauf. Ich kam mir einfach nur komisch vor und um ehrlich zu sein wusste ich auch nicht, wie ich tanzen soll... Peinlich o.O
Irgendwann haben Aileen und ich mit zwei Männern aus München getanzt. 
Während wir getanzt haben, überkam mich der Ekel. Vor der Party hatte Aileen mir große Löcher in mein Oberteilngeschnitten und das hatte er ausgenutzt um mich anzufassen. Ich hab es zugelassen, weil ich keinen Aufstand machen wollte..

Übrigens hatte Jan Leyk aus Berlin Tag und Nacht an dem Abend aufgelegt.

                                  

                                  

Total übermüdet war ich dann mittags mit Holger in der Stadt. Ganz ehrlich ? Das Treffen hätte ich mir auch sparen können, denn wir sind nur Lebensmittel einkaufen gewesen. 
Das einzige was ich mir wünsche, sind entspannte Treffen..So wie es jetzt wieder ist, möchte ich es nicht weiter haben...

Im letzten Post habe ich ja schon angekündigt, dass ein 3. Tattoo meine Haut verzieren wird. Und den Termin hatte ich heute... Bevor ihr es seht, muss ich noch sagen, dass es so wie es jetzt aussieht nicht leiben kann... Wenn ich mit dem Tattoo zum nachstehen war, plane ich mit dem Tätowierer meinen kompletten Unterarm voll zu tätowieren.
Beim stechen, wurde mir wieder einmal klar, dass es ja ganz schön an das Schneiden erinnert. 
So hatte ich noch Stunden nach dem Termin heftigen Druck. 

                                 

Ja... So sieht's aus.. Die Taube ist leider einbisschen zu nah an dem anderen Tattoo.. :/

Dank einem FA, liege ich jetzt hier im Bett und habe einen großen Drang Tabletten zu nehmen.. Neue habe ich bereits gekauft, sie runterzu Kriegen ist die große Kunst!

Damit verabschiede ich mich in die Nacht! Schlaft gut!
          


23. Mai 2013

295. Abbruch, Wiedersehensfreude und endlich das 3. Tattoo!

Befindlichkeit: 5,5
Suizidalität: 5
Tagesziele: nicht erreicht

Ich weiß inzwischen nicht mehr, wie ich mit ihm umgehen soll...  Es sind immer mehr Nachrichten, die mich dazu bringen, dass ich ihn verachte und ihn nicht mehr als Betreuer haben möchte.
Ich möchte, dass diese Gedanken verschwinden! Denn eigentlich ist das Betreuer - Bezugsjugendlichenverhältnis und die Gewöhnung an ihn, zu stark. 
Wie soll das noch weitergehen ? 

Drei Wochen und drei Tage waren es jetzt. Solange hatten Ulf und ich uns jetzt nicht gesehen. 
Ich bin froh, dass ich ihn heute endlich wiedergesehen habe! Es Tat sehr gut, mal wieder eine Umarmung von ihm zu bekommen :')
Wir haben uns erst einmal ein wenig unterhalten (er hat mir eine Menge von Kreta erzâhlt und ich muss sagen, ich bin richtig neidisch geworden!), danach sind wir zum Maschsee Gefahren und haben eine Rundfahrt mit einem der Schiffe gemacht.. Während der Fahrt habe ich ihn noch einige Fragen gestellt, aber dazu erzähle ich euch am Montagabend mehr...
Nach einem kleinen Einkauf bei Primark haben wir uns dann auch verabschiedet...

Aber ich muss euch noch eine riesen Neuigkeit erzählen...! Vor der Rundfahrt habe ich einen Anruf bekommen und.... es war das Tattoostudio! Ich hatte vor zwei Wochen eine Anfrage hingeschickt und bekam heute telefonisch einen Termin für Samstag :))) 

Eigentlich wollte ich morgen endlich nach Bremen fahren, aber das fällt auch wieder flach. schade eigentlich, aber was soll's... Dafür sehe ich Samstag die liebe Alina wieder und Sonntag kommt mich die liebe Nani besuchen..Es ist schon krass, denn Nani und ich haben uns das letzte Mal auf meiner Geburtstagfeier gesehen..die Feier war Anfang März :// Nani ? Wenn du das liest. Ich freu mich auf dich :*


22. Mai 2013

294. Und wieder einmal hadere ich mit mir.

Befindlichkeit: 4,5
Suizidalität: 4,5
Tagesziele: /

Ich hadere mit mir. Frage mich die ganze Zeit, wie ich in den einzelnen Punkten handeln soll.
Entscheide ich mich in dem einem Moment, kann es in einem anderen Moment sich schon wieder ändern. 

Ich kann mich nicht wirklich überwinden bei meinem alten Therapeuten anzurufen. Zu groß ist die Angst wieder einmal auf Ablehnung zu treffen. Ich habe einfach nur Angst. 

Morgen seh ich dann hoffentlich mal Ulf wieder. Ich glaube, ich würd richtig am Boden sein, wenn das Treffen dann doch nicht stattfinden wird. Ich vermiss ihn einfach nur.. 

293. Irgendwo zwischen Flashbacks, Glück und Verzweiflung.

Befindlichkeit: 5
Suizidalität: 5
Tagesziele: teilweise erreicht.

Dieser Blog verkommt einfach nur... Ich traue mich gar nicht mehr richtig zu posten, meine wirklichen Gedanken rauszulassen. Immer wieder muss ich das Gefühl haben, von Menschen bevormundet zu werden oder einfach nur ein falsches Interesse vorgespielt zu bekommen.
Ich weiß im Moment nicht, wie die Zukunft des Blog's aussehen soll. Wahrscheinlich muss ich darüber mal mit ein paar Menschen reden...

Im Moment fragen mich viele Freundinnen, wie es mir geht...  Ich fühle mich komisch dabei, wenn ich ihnen mein ''Leiden'' vorjammere. Inzwischen frage ich mich einfach nur, wie lange das noch so weitergeht. Irgendwann werden auch sie sich von mir abwenden. So wie immer in meinem Leben. 

Ich hatte eigentlich vor nach Bremen zu fahren um Melissa zu besuchen. Da ich es schon im Gefühl hatte, schrieb ich noch einmal eine Nachricht und siehe da... Sie hat mich vergessen! Ich muss sagen, dass es doch ein wunderbares Gefühl, wenn die eigenen Freunde einen vergessen. 

Gestern hatte ich mit Holger ausgemacht, dass ich meinen Psychiater anrufen soll... Es ging darum, dass ich ihn fragen sollte, ob er mich rückmwirkend krank schreibt, sodass die Schule mich nicht kündigt. Und was ist ? Klein - Sabine bekommt es nicht, weil sie Angst hat und muss so Holger um Hilfe bitten. 

So kam es dazu, dass ich in die WG gefahren bin. Im Nachhinein war es einfach nur ein Fehler. Ich habe zwar Aileen und Katharina wiedergesehen, aber dennoch breitete sich einfach nur die Angst in mir aus. Bekam dazu auch noch Flashbacks. Jedenfalls ist mir wieder einmal klar geworden, dass sich alles verändert hat. Was damals noch hohe Priorität hatte, ist heute nur noch ein Witz. Es macht mich unglaublich traurig, dass die ganze 'Familie' auseinander gebrochen ist. Vor gut einem Jahr lebten die Jugendlichen und die Betreur dort noch gemeinsam, hatten Spass und haben sich einfach nur verstanden. Und heute herrscht dort einfach nur noch Krieg...

Dann hatte ich mittags auch noch eine Karte bekommen. Ich hatte zwar mit ihr gerechnet, aber als ich sie im Briefkasten hatte, empfand ich für einen Moment einfach nur Glück. 
Die Karte ist eine Ansichtskarte und kam von Ulf. Auf der Karte standen so liebe Dinge und ich hab mich irgendwann einfach nur schuldig gefühlt. Ich habe ihn die letzten Wochen so Mies behandelt. Deswegen hatte ich mich umso mehr auf das Treffen mit ihm am Donnerstag gefreut und nun schaut's so aus, als würde es nur vielleicht stattfinden. 
Er entscheidet es spontan... Fühlt sich irgendwie beschissen an... :(


20. Mai 2013

292. Glücklich vs. Traurigkeit.

 Befindlichkeit: 4,5
Suizidalität: 4
Tagesziele: teilweise erreicht.

Gestern hab ich einen schönen Abend in Velber verbracht. Lara, Crissy und ich haben den sonnigen Tag ausgenutzt und dort gegrillt. Es war toll verstanden und akzeptiert zu werden. Ich konnte mit den beiden offen über das Thema Selbstmord und Psychiatrie reden. Ich habe den beiden erzählt, dass ich schon lange darüber nachdenke meinen alten Therapeuten aus Wunstorf (den beide auch kennen) anzurufen. Beide haben mir angeboten, dass wenn ich nicht alleine hinfahren möchte, sie auch mitkommen würden.
Echt lieb :')

Heute Morgen war dann Holger bei mir und wir haben endlich mal wieder ein paar entspannte Stunden  zusammen verbracht. Kein Wort über meine Gedanken und meine Stimmung, nur Spass :)
Anfangs musste ich zwar noch einen Wochenplan für einen strukturierten Alltag machen, aber danach haben wir angefangen einen Lillifeekuchen zu backen und Skip-bo zu spielen.
So entspannt waren unsere Treffen das letzte Mal vor ein paar Wochen :/


                              
                                           Lilliffeekuchen :)

    Ich hasse Wochenpläne ;(


Alles war so toll, aber jetzt besucht mich die Dunkelheit wieder einmal...

18. Mai 2013

291. CSD und ESC

Befindlichkeit: 3,5
Suizidalität: 4
Tagesziele: teilweise erreicht.

Mir gehts soweit ganz ok.
Den Mittag hab ich mit Holger verbracht. Wir sind zusammen im Wald gewesen und haben uns dann noch in einem Café unterhalten. Er möchte, dass mein Tag wieder strukturierter wird. Wird schwer, weil ich es im Moment ganz gut finde, so wie es ist.


Den Nachmittag über war ich mt meinem Bruder und seinem Freund auf dem CSD hier in Hannover. 
Es war das 1. Mal das ich dort war und ich bin einfach nur begeistert. Alle halten zusammen, egal wie man aussieht oder ob man bi -, hetero-, Homo- oder transsexuell ist. 

Was mich auch noch riesig gefreut hat, war dass ich eine alte Freundin von mir beim Umzug getroffen hab. Sophie und ich haben uns vor 4 Jahren in der KJP hier in Hannover kennengelernt. Sie hat einen großen Anteil daran, wie ich heute bin. Nach dem Aufenthalt hatten wir eine lange Zeit kein Kontakt, bis wir uns dann einmal getroffen haben. Seitdem sind auch wieder 2 Jahre vergangen... Jedenfalls haben wir die Nummern ausgetauscht und ich hoffe mal, dass wir uns jetzt öfter sehen werden...

Ich wünsch euch allen noch einen schönen Abend und ich hoffe, ihr fiebert heute auch beim ESC mit.

17. Mai 2013

290. Handeln

Befindlichkeit: 6
Suizidalität: 5
Tagesziele: keine

Mein Körper schreit nach Hilfe. Er will leben, doch meine Psyche kämpft gegen den Willen an..
Die Leere übernimmt mein Denken. 




Sie denken, ich würde es nicht ernst meinen. Keiner denkt, dass ich es nicht noch einmal machen würde.. Erst dann, wenn es passiert ist werden sie sich fragen, warum sie nicht gehandelt haben. Sie werden sich die Schuld geben. 

289. Unterstützung.

Ich brauche mal euren Rat. Bitte schreibt mir eure Meinung entweder hier als Kommentar oder bei Facebook.

Wie ihr alle wisst, hab ich keine Therapie mehr. Ich dachte immer, dass es doch auch ohne gehen wird.. Nun merke ich schon, dass es mir einfach nicht gut geht. Inzwischen sind es schon wieder einige Wochen, in denen ich Suizidgedanken habe. Mal geht es und mal kommen sie in einer Art Schub, sodass ich in den Momenten auch nicht Versprechen kann, nichts zu tun.

Wenn dieser "Schub" da ist, brauche ich immer wieder Hilfe. Ich nehme mir vor, mit jemanden darüber zu reden (Betreuer, Psychiater oder bei dem Psychiatrischen Krisendienst).
Aber sobald der Schub vorbei ist denke ich mir, dass es doch nicht so schlimm ist, als Notfall beim Psychiater oder beim Psychiatrischen Dienst vorbei zu schauen.

Nun weiß ich nicht, mit wem ich reden kann. Ulf kommt nächste Woche erst wieder; mit Holger kann und will ich nicht darüber reden; Freunde bieten es mir zwar an, aber reden möchte ich mit ihnen auch nicht..ich brauche jemanden den ich kenne, aber der nicht viel von mir weiß. 

Ich hab sogar darüber nachgedacht, bei meinem alten Therapeuten bzw. Betreuer aus Wunstorf anzurufen, aber ich fühle mich einfach nicht wohl bei dem Gedanken. 

Meine Frage an euch wäre, was soll ich machen ? Ihr kennt durch die Post's meine Gedanken bzw. meine Stimmung. Würdet ihr Termine machen ? Die nächsten hätte ich jedoch Ende Mai bzw. Anfang Juni. 

Es wäre lieb, wenn ihr mit Antworten würdet. :*

16. Mai 2013

288. Stolz.

Befindlichkeit: 4,5
Suizidalität: 4
Tageszeiten: teilweise erreicht.

Ich bin so überrascht. Nicht von mir oder so, sondern von Nora.
Nora ist eine sehr liebe Freundin von mir. Ich kenne sie inzwischen seit gut 4 Jahren und wir haben einbisschen was gemeinsam.
Neben der Schule haben wir auch den gleichen Musikgeschmack und vor allem aber haben wir beide psychische Probleme.
Nora war immer eine, die sich nie helfen lassen wollte. Jeder Versuch ihr zu helfen, lief ins Leere.
Gestern hat sie mir nun geschrieben, dass sie sich bei ihrer Krankenkasse um eine Reha bemüht hat. Schon bald wird sie in der Klinik sein.
Ich bin einfach nur froh, dass sie sich nun Hilfe holt. Sie meinte auch zu mir, dass ich es auch noch einmal versuchen soll...
Klinik ist im Moment einfach nicht drin.

Nächste Woche kommt endlich Ulf wieder! Ich freue mich total auf ihn und habe mir jetzt einfach mal vorgenommen, dass ich die Treffen mit ihm erhöhe. Ich möchte ihm einfach zeigen, dass ich Interesse habe und ihn auch mag! In den letzten Woche ich habe ich das nämlich sehr reduziert.

15. Mai 2013

287. Ein Versuch, mein Leben erträglicher zu machen.

Befindlichkeit: 5
Suizidalität: 5
Tagesziele: nicht erreicht.

Ich war einbisschen überrascht, als er mich gestern ein Junkie nannte. Und das alles nur, weil ich mehr Truxal haben wollte. Mehr als mein Arzt mir erlauben würde.

Diese Aussage hat mich  zum nachdenken gebracht. Wie viele Tabletten hab ich bei meinem Medikamentenmissbrauch schon genommen ? Mehr als 500 sind es aufjedenfall schon...

Im Moment esse ich wieder einmal kaum etwas. Und wenn, dann ist es Obst, Gemüse und Joghurt.
So erlange ich täglich eine Kalorienzufuhr von etwa 400. Wenn es so weitergeht, hab in einem Monat knapp 10 Kilo abgenommen...Selbsthass sei dank...

13. Mai 2013

286. Dann bin ich am Zug.

Befindlichkeit: 4,5
Suizidalität: 4
Tagesziele: teilweise erreicht.

Da ist es also wieder. Genau das, was mir schon so viele Betreuer, Therapeuten und Ärzte vorgeworfen habe. Alle meinen, dass ich spiele. Ich spiele ein Spiel.

Und meine Gegenspieler sind sie - Betreuer, Therapeuten und Ärzte.

Doch niemand weiß, dass ich dieses Spiel gewinnen werde. Keiner kann mich davon abhalten, sie können mein Gewinnen nur herauszögern.


Ich glaube, ich werde morgen im Psychiatrischen Dienst anrufen. Ich denk, ich werde wohl in einer Krise sein. 


12. Mai 2013

285. September 2009

Befindlichkeit: 5
Suizidalität: 5
Tagesziele: nicht erreicht.

Es war ein ganz normaler Vormittag im Spätsommer. Sie saß in einem Gespräch mit ihrer Mutter und zwei Lehrerinnen und sollte erklären, warum sie keine Entschuldigungen habe. Sie sagte, dass sie sie gefälscht hätte, mehr nicht. Die drei Frauen redeten auf sie ein, aber sie blieb stumm. Irgendwann sollte sie ihre Gedanken aufschreiben und brachte diesen Satz auf das Papier:
''Ich habe Angst, dass ich versuche könnte mich umzubringen.''
Eine der beiden las den Satz und zeigte ihn ihrer Kollegin. Sie forderten sie auf, ihnen alles zu bringen. Das Mädchen holte ihre Sachen und fuhr nach Hause. Als sie wieder kam, hatte sie eine Dose Tabletten dabei. Sie war halbvoll und gab sie einen der beiden Lehrerinnen. 

Am Nachmittag fand sie sich in der Begleitung ihrer Lehrerin im Krankenhaus wieder. Sie sollte reden. Sie erzählte von ihrem Leid, aber dass sie sich nie etwas antun würde. Der Arzt glaubte ihr, machte aber trotzdem einen Vertrag mit ihr. Sie durfte gehen. 

- 2 Wochen später -

Sie konnte das Versprechen nicht mehr einhalten und versuchte es. Ihr Körper wollte jedoch leben und ließ sie knapp 20 Stunden schlafen. 4 Tage später saß sie wieder in einem Gespräch mit ihren Lehrerinnen. Diesmal wollte sie das Gespräch. Sie wollte Hilfe und so erzählte sie ihnen von ihrem Suizidversuch. 
Am Abend rief eine der beiden Lehrerinnen an und wollte ihre Mutter sprechen. 
Sie sagte, dass ihre Mutter nicht da sei. Die Lehrerin akzeptierte es. 

Am nächsten Mittag kam sie von der Schule nach Hause und ihre Mutter erzählte ihr, dass eine der Lehrerinnen angerufen hätte. Weiterhin erzählte sie auch noch, dass sie gleich einen Termin in der Psychiatrie hätten. Am gleichen Tag wurde sie weggeschlossen. Sie sollte 42 Tage in der Kinder - und Jugendpsychiatrie bleiben.

Es ist meine Geschichte. Passiert ist sie im September 2009. Verarbeitet ist sie jedoch noch lange nicht.

Eigentlich gelingt es mir, dass ich diese Geschehnisse verdränge. Aber in der letzten Zeit kommen all diese Erinnerungen wieder hoch. Es fühlt sich so an, als hätte es die letzte 4 Jahre nicht gegeben...
Als wäre alles, was in den Jahren passiert ist, nicht mehr da.

11. Mai 2013

284. Grau in grau.

Befindlichkeit: 5,5
Suizidalität: 5
Tagesziele: /

Machtlos,leer.
Gedanken schwirren durch den Kopf.
Einige sind neu, andere altbekannt - doch alles zeigen sie mir das Gleiche.
Die Angst kommt hoch. Angst vor allem und jeden.

Kann wieder nicht schlafen.
Liege hier und denke immer weiter nach. Überlege wo ich nachher Tabletten herbekomme. Mir fällt nichts ein.
Erinnere mich an das letzte Jahr.
Alles war perfekt. Ich habe gelebt, geliebt..
Alles ist vorbei.
Nichts wird so sein, wie es einmal war. Genau das macht mich so unendlich traurig.

Sie sagen mir, dass ich mich ändern muss. Mir ist das bewusst, aber wo ist der Wille nach einem gesunden und glücklichen Leben ?
Wo hat sich die Hoffnung versteckt ? Habe ich sie bei den ganzen Gefühlen und Gedanken übersehen ? Wahrscheinlich werde ich sie nie wieder finden. Alles ist so schwarz.

Die Welt, die Gedanken, die Empfindungen.... alles ist so farblos.

8. Mai 2013

283. Alles abladen und verschwinden.

Ich komme nicht mehr klar. Ich fühle mich machtlos, leer, traurig. Alles kommt hoch. Alle Gedanken sind präsent. Warum lebe ich ? Warum fühle ich ? Warum erwartet man soviel von mir ?
Ich weiß gar nichts mehr.

Der Tag war beschissen - vielleicht doch nicht. Sagen wir, er war na ja, mit einer starken schlechten Seite. Meine Laune war heute Vormittag gut, na ja.. jedenfalls viel besser als die letzten Tage. Aber leider fiel meine Stimmung mit jeder Stunde, mit jeder Minute, mit jeder Sekunde.
Ich denke aber mal, dass Holger sich  gefreut hat, dass ich nicht so schlecht drauf war wie gestern. 
Ach ja.. das habe ich euch ja noch nicht erzählt..

Ich war gestern Vormittag in der Wohngruppe. Mir gings vorher schon sehr schlecht. Konnte den Gedanken nicht ertragen dorthin zu fahren. Mit jedem Stück des Hauses verbinde ich so viele Gefühle und Geschehnisse. Ich vermisse es dort zu wohnen. Den Rausschmisss aus der WG empfinde ich heute, 8 Monate später als das schlimmste was mir je passiert ist. 
Jedenfalls hat er versucht mit mir zu reden. Wir saßen in der Küche dort und er redete einfach nur auf mich ein. Irgendwann kamen mir die Tränen. Nach einiger Zeit sagte ich ihm, dass es noch alte Sachen sind, warum es mir nicht gut geht. Fragte ihn nach dem Laptop und zeigte ihm die letzten 3 Einträge des Blogs. 
Hatte Angst, weil ich nicht wusste, was er denkt. Aber, er hat alles gut aufgenommen.
Fühle mich aufgehoben in seiner uns Ulf's Nähe.
Vermisse Ulf, zum Glück kommt er in knapp 2 Wochen wieder.

Die Geschichte geht ja noch weiter. Warum fiel meine Stimmung heute noch..
Ich war mit Holger im Centrum. Das Centrum ist hier in Hannover ein Szene - Cafe / Kneipe.. Jedenfalls sollte ich essen, was ich auch tat. Mit jedem Bissen den ich aß, fühlte ich mich immer schlechter. Und wann wurde ich auch noch die ganze Zeit gefragt, was  ich denn jetzt nach den Sommerferien machen will.
Ich weiß es einfach nicht. 
Mein Traum war es immer, mein Fachabi zu machen und dann zu studieren. Obwohl ? War es wirklich mein Traum ? Vielleicht habe ich mich ja nur von den Menschen leiten lassen. Denn immer wurde mir gesagt, dass ich aufjedenfall etwas in der Richtung machen soll. Und wenn es einfach nur der Beruf einer Erzieherin ist. 
Alle könnten sich nur dies als meinen Beruf vorstellen. Vielleicht  kam es dann einfach nur, dass ich den Menschen geglaubt habe. Ich darf nur diese Richtung für meine Laufbahn wählen.
Ich weiß gar nichts mehr.

Ich kann mir nicht vorstellen jemals zu arbeiten. Arbeiten bedeutet älter, erwachsen werden. Und kann ich erwachsen werden ? Ich fühle mich nicht wie 18. Ich fühle mich noch so wie ein kleines Kind. Ein Kind, dass Wärme und Nähe braucht. Und Liebe. Liebe ist ein Gefühl, dass ich zuletzt richtig gespürt habe, als ich 8 Jahre war. Die letzten 10 Jahre war es einfach nur eine blasse Erscheinung...

Tut mir leid, dass ich so viel geschrieben hab... Ach übrigens.. Schlafsstörungen sind wieder da... Auf eine lange Nacht ! Ich könnte so kotzen...

Macht's gut.. Bis Tage und vergesst eins nicht... STAY STRONG!

282. Es wird das richtige sein.

Befindlichkeit: 5,5
Suizidalität: 5
Tagesziele: nicht erreicht

Das wagt sie sich ernsthaft zu mir in die Wohnung und schwafelt mir etwas von ''Ich liebe dich'' vor.
Dann besitzt sie auch noch die Frechheit mir zu sagen, dass ihre Entscheidung mich in die Klinik einzuweisen die Richtige war.
Da frage ich mich doch ernsthaft, was soll der scheiß? Sie war niemals für mich da und hat dafür gesorgt, dass mein Leben so ist, wie es ist. Ich hasse meine Erzeugerin.

Jedenfalls hat sie dafür gesorgt, dass ich gleich zur Klinge greifen werde. Ich werde den Rückfall genießen. 23 Tage ohne Blut ? Wie konnte ich nur ?

5. Mai 2013

281. 21 Tage, 504 Stunden und 30240 Sekunden.

Befindlichkeit: 4
Suizidalität: 4
Tagesziele: aufräumen, lernen, ggf. Fitnessstudio

Ich könnte so kotzen. Es sind inzwischen wieder drei Wochen ohne jegliche Verletzungen.  Eigentlich müsste ich stolz auf mich sein und es als einen Anfang zum aufhören sehen.
Aber das kann ich einfach nicht. Ich habe das Gefühl, dass mit jedem Tag wo ich mich nicht verletze, immer mehr von mir stirbt. Die Sachen die mich ausmachen, werden nicht mehr da sein - sterben einfach.

Meine Motivation etwas hier in meiner Wohnung zu machen, sprich aufräumen und putzen, ist relativ niedrig. Ist es euch schon einmal aufgefallen, dass die Tage so schnell vorbei gehen ? Kaum ist man aufgestanden, ist es schon wieder Zeit ins Bett zu gehen und zu schlafen.
Das Leben rennt einem weg und man kann einfach nichts dagegen machen.

Die Monate vergehen und ich weiß nicht was ich ab August machen soll. Ich weiß nicht, ob ich eine Ausbildung oder ein FSJ machen soll. Dann wäre da aber auch noch die Möglichkeit einfach zu arbeiten. Aber wer sagt mir, dass ich das aushalte? Ich denke mal, dass ich im Leben erst richtig durchstarten kann, wenn ich die Krankheiten bekämpfe und anfange zu leben...

Leben - was ist das ?

4. Mai 2013

280. Wir leben nicht um zu Sterben. Wir sterben für das Leben.

Befindlichkeit: 4 (Mir geht es mittelmäßig. Meine Stimmung ist bedrückt, aber ich kann mich ablenken.)
Suizidalität: 4 (Mir geht es nicht gut. Meine Stimmung ist bedrückt, Suizidgedanken fangen an.)
Tagesziele: /

Wie verzweifelt müssen Menschen sein, wenn sie keine Zukunft mehr für ihr Leben sehen und sich hinsetzen und einen Abschiedsbrief schreiben ?
Mir war bewusst, dass es ohne Medikamente nicht besser werden wird. Mir war auch bewusst, dass es noch schlimmer wird, wenn ich nicht mehr zur Therapie gehe. Aber mir war nicht bewusst, dass es solch ein Ausmaß annimmt.

Die letzten Tage waren nicht besonders toll. Donnerstag hat es wieder einmal ein neues Ausmaß angenommen. Wenn so viele Gedanken auf einen einprallen, kann selbst ein gesunder Mensch sich nicht beruhigen. Ich fragte mich nur die ganze Zeit, was ich tun soll. Dachte darüber nach in der Wohngruppe anzurufen und um Hilfe zu bitten. Und auch, ob ich Holger in seinem Frei anrufen soll.
Aber beides tat ich nicht.
Ich legte mich auf den Fußboden und nahm ein Blatt und fing an zu schreiben. Das Resultat war ein Abschiedsbrief.
Das schreiben half mir und ich begann mich zu beruhigen.

1. Mai 2013

279. Alles braucht Zeit... Trigger!

Befindlichkeit: 5 (Mir gehts nicht gut. Meine Stimmung ist bedrückt und ich brauche Unterstützung)
Suizidalität: 4 (Mir gehts nicht gut. Meine Stimmung ist bedrückt, Suizidgedanken fangen an.)
Tagesziele: nicht erreicht.


Meine lieben Leser, 
dieser Post zeigt euch, wie es in meine Kopf vorgeht. Es mag teilweise verstörend auf euch wirken, aber denkt bitte daran, dass ich noch alles unter Kontrolle habe. Dieser Eintrag ist der Anfang einer  Reihe und soll somit eine Möglichkeit sein, Menschen in meiner Umgebung zu zeigen was ich vor ihnen verberge und nicht auszusprechen zu wage. 





Sie sagen alle zu mir, dass ich in diesem Jahr viel geschafft habe und dass ich stolz auf mich sein kann.
Aber ich kann es nicht. Dieses eine Jahr hat mir mein Leben zerstört. Ich musste das Aufgeben, wofür ich mehrere Monate gekämpft hatte. Alles war einfach weg. 

Um weiter nach vorne zu schauen, müsste ich wahrscheinlich die Geschehnisse aus diesem Jahr aufarbeiten. Aber mit wem soll ich das machen ? Mit den Menschen, die direkt oder teilweise indirekt damit zu tun haben ? Nein. Warum, fragt ihr euch ? Weil ich es schon probiert habe. Es hat mir jedoch kein Mensch zugehört. Sie haben mir alle immer die Schuld an den Sachen gegeben. Kein Mensch hat mich gefragt, wie ich mich fühle, was ich denke, warum ich das gemacht habe. Jeder dachte, dass ich ihnen weh tun wollte. Aber ich wollte es nicht. Ich wollte keinen Mensch weh tun... es war wahrscheinlich einfach nur ein kranker Weg, zu helfen.

Inzwischen bin ich bei Tag, 17 ohne jegliche Selbstverletzung. In den letzten Tagen hat sich mein Druck auf einem konstanten Level eingependelt. Der Druck ist hoch. In meinen Gedanken spielt sich immer das Gleiche Szenario ab. Ich nehme die Klinge und schneide.. schneide immer tiefer und spüre, wie das Blut an meinen Armen runterläuft. Sehe die klaffenden Wunden und bekomme zwiegespaltene Gefühle. Einerseits denke ich mir, dass es gut ist. Aber andererseits denke mir dann, dass es nicht mehr werden dürfen. Meine eigene Wahrnehmung, bei meinen Narben ist sehr verzerrt.



Ich sehe darin nur verblasste Narben, die kaum sichtbar sind. Denke, dass es lange her ist, dass ich mich geschnitten habe.
Für Andere die meinen Arm sehen, merken sofort, dass die Momente wo ich hoffnungslos und verzweifelt war. nicht lange her sein können...