16. Februar 2021

568. Ohne Sinn.

Ich durfte das glücklichste Jahr meines Lebens mit dir verbringen. Es war nie einfach zwischen uns. Du hattest deine Dämonen und ich meine. Es ist schwierig, wenn beide die gleiche Krankheit haben. Seitdem du gegangen bist, denke ich jede Sekunde an dich. Mein ganzes Ich ist voller Wehmut. Ich vermisse deine Stimme. Deine Umarmungen. Deine Nähe. Seit du unsere Wohnung verlassen hast, ist der Sinn meines Lebens weg. Ich empfinde nur noch Leere und frage mich: wie und ob geht es weiter?

18. September 2019

567. Genau zehn Jahre später.

Immer wieder lösche ich diese Zeilen. Ich möchte versuchen dieses Gefühl in mir zu erklären und mir somit Erleichterung zu verschaffen. Ich schaffe es einfach nicht. Fakt ist jedoch, genau heute vor 10 Jahren hätte ich es beinahe geschafft - mein einziger Gedanke ist: schade, dass ich es nicht geschafft habe. Es hätte mir so viel Leid erspart.

12. Dezember 2018

566. Ich möchte nur einbisschen sterben.

Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht wie ich diese Sätze zu schreiben soll, dass das alles auch noch einigermaßen Sinn macht. Das es mir seit Monaten schlecht geht, ist inzwischen so normal geworden, wie das atmen. Ich befinde mich fast wöchentlich bei einem Krisengespräch und immer wieder kommt die gleiche Frage auf, wie wir die nächste Zeit meistern wollen. 
Und immer wieder ist die gleiche Antwort: durchhalten.
Inzwischen ist Frau Z. auch an den Punkt angekommen, dass sie nicht mehr weiter weiß. Falls die Depressionen und die Suizidalität noch schlimmer werden, schreckt sie auch nicht mehr davon zurück mich höchstpersönlich in die Klinik einzuweisen. 
Das ist der Punkt, an den sie bisher in den fünf Jahren nie gekommen ist. Bisher konnte sie sich allerdings auch immer auf meine Absprachen verlassen. 
Was aber auch ein wesentlicher Punkt ist dieses Mal: es gibt drei Seiten. Ich kann mir nicht vorstellen, zu leben. Tot zu sein aber auch nicht. Und das was dazwischen ist, nennt man mein Leben.  

25. Mai 2018

565. Mich gibt es noch.

Das ständige Unverständnis. Der Jahresvorsatz durchzuhalten. Die Überforderung. Die Nervenzusammenbrüche. Die Nachricht, dass meine dritte Nichte unterwegs ist. Der Abschied. Der Wechsel. Die vermeintliche Stabilität. Der Selbsthass. Der Gedanke, dass Schneiden nach knapp vier Jahren vielleicht doch noch ein Versuch wert ist.

18. November 2017

564. Warum ist das alles so schwierig?

Lieber T., unser Anfang war schwierig. Du hattest immer wieder versucht, dass mein Interesse zu wecken. Ich habe unzählige Nachrichten von dir bekommen und habe mich dann schließlich auf dich eingelassen, nur um dann zu merken, dass doch nichts aus uns werden kann. Und trotzdem konnte ich nur noch an dich denken. Ich merkte, wie ich dir vertrauen kann und du wusstest ganz genau, wie sehr ich mich in dich verliebt hatte. Wir machten Pläne über gemeinsame Urlaube, malten uns aus was wir erleben könnten. Und dann kam der Punkt, an dem du dich immer mehr verschlossen hattest. Ich habe versuchst dich aufzufangen und dir einen Halt zu geben. Und trotzdem wurde ich immer wieder von dir weggestoßen. Ich habe deine Abweisungen akzeptiert und deine Ausraster hingenommen. Dachte mir, dass es nur eine Phase von dir ist. Aber der Wunsch blieb aus. Wir fuhren in den Urlaub und ich hatte bereits einige Tage vorher ein schlechtes Gefühl. Wir kamen im Urlaub an und nicht einmal ein paar Stunden später bist du grundlos ausgerastet. Aber nicht wie sonst, es war einfach viel schlimmer. An dem Punkt merkte ich einfach, dass ich das nicht mehr so hinnehmen kann. Und somit wussten wir beide insgeheim, dass es nicht mehr klappen kann. Und trotzdem bin ich traurig darüber, wie es geendet ist. Einfach die Behauptung, dass ich dich niemals verstehen kann und wir uns aufgrund dessen immer wieder streiten werden, macht mich traurig und wütend zu gleich. Ich hoffe so sehr, dass du dich fangen wirst, an dir arbeiten kannst und wir trotzdem noch in einem respektvollen Umgang miteinander arbeiten können.  In Liebe, Sabine.

10. Oktober 2017

563. Der Gedanke an dich.

Ich wusste bisher nie, wie sich das anfühlt. All die Jahre lang habe ich mich gegenüber anderen nicht vollkommen geöffnet. Bis er kam. Vor Monaten haben wir es bereits versucht. Damals war ich es die sagte, dass es nicht klappen wird. Die Monate vergingen und ich dachte trotzdem weiterhin an ihn. Ich verliebte mich in ihn und wir redeten lange miteinander. Wir sind zusammen gekommen und ich merkte, dass er mich abgöttisch liebt. Wir verbrachten das letzte Wochenende miteinander. Es lief alles gut, bis es mir Sonntagabend auf einmal schlecht ging. Ich merkte wie hilflos er ist. Und dann ging alles bergab.
Er schrieb nicht mehr zurück und ich wusste das es wahrscheinlich das Ende zwischen uns ist. Und dann kam eine Nachricht. Er macht sich Sorgen um mich und machte klar, dass er mit solch einer Situation nicht umgehen kann. Da ich ihn nicht verlieren möchte, muss ich uns eine Pause geben aber dennoch komme ich mit dieser Situation nicht klar. Ich liebe ihn.

22. Juli 2017

562.

Und wenn ich hier so sitze, merke ich das die Situation dieses Mal viel schlimmer und intensiver als sonst ist. Es sind nicht diese Selbstmordgedanken die ich sonst in den schlimmen Phasen habe und die nach ein paar Tagen vergehen. Ich muss aufpassen. Sehr sogar, sonst geht es dieses Mal total schief.