27. Januar 2015
25. Januar 2015
506.
Und so weiß ich gar nicht mehr wie ich mich richtig verhalten soll. Es passiert so viel, was ich verstehen, akzeptieren und manchmal widerspiegeln muss. Aber oft genug schaffe ich es gar nicht. Es sind so viele Menschen in meiner Umgebung, die sich auf mich verlassen. Und irgendwie muss ich diese Erwartungen erfüllen. Komme was wolle...
Hin und wieder frage ich mich aber auch, was ich noch alles ertragen muss.
So bin ich mit der Freundin meines Bruders und Mia auf der Arbeit gewesen, da ich meinen Stundenzettel und meine Benotung abholen sollte. Beinahe wäre ich bei dem Anblick meiner Benotung ausgerastet. Die Endnote ist zwar eine 2, aber die einzelnen Kategorien waren teilweise so schlecht benotet worden... Ich habe in den letzten 12 Monaten immer ALLEINE auf dem Wohnbereich gearbeitet und so konnte mich auch niemand benoten. Und auch der Satz, dass ich nicht kritikfähig wäre und meine Berechtigungen nicht einhalten würde, haben das Gefühl nicht besser gemacht. So langsam aber sicher entwickele ich einen riesen Hass auf dieses Heim.
Morgen früh muss ich zum Probearbeiten ins neue Heim. Und mal wieder habe ich eine große Angst vor diesem Tag. Neue Menschen kennnenzulernen ist für mich nicht sehr leicht. Ich treffe auch ein Team, welches schon lange eine Einheit ist und dann treffe ich dazu. Aber ich weiß auch, dass ich diese sieben Stunden durchziehen muss. Irgendwie muss es gehen.
23. Januar 2015
505. Ein Mensch der soviel verletzt wurde, wird dir nie deine Komplimente glauben.
Die letzten paar Wochen läuft kaum noch etwas. Ich merke wie ich selbst nicht mehr 'Ich' bin. Und die anderen Menschen in meiner Umgebung sehen es, sprechen mich sogar darauf an. Fragen mich was los sei und das einzige was ich darauf antworten kann ist: ''Alles ist gut und ja, wenn etwas ist melde ich mich bei dir.'' Ich merke wie ich immer Gefallen daran finde, wie es ist wenn ich mich umbringen würde. Hege immer öfter die Gedanken daran und hoffe, irgendwie verstanden zu werden. Verständnis zu bekommen endet jedoch mit folgenden Sätzen: ''Denk doch einfach an deine Zukunft, wenn du dich immer wieder von deiner Vergangenheit einholen lässt, kann es dir auch nicht gut gehen.'' oder ''Muss ich mir Sorgen um Sie machen, obwohl ich eigentlich schon weiß, dass nichts passieren wird?'' Kein Verständnis zu bekommen macht mich traurig. Aber vielleicht schaffe ich es doch noch. Demnächst werde ich operiert, vielleicht vergesse ich einfach den Menschen zu sagen, dass ich noch andere Medikamente nehme. Und dann ist es vorbei.
8. Januar 2015
503. Wir meinten immer nur einander, wenn wir Glück sagten.
Die momentane Situation setzt mir immer mehr zu. Wenn es still ist und ich alleine bin, merke ich erst welch eine Leere in mir herrscht. Immer wieder versuche ich daran zu denken, dass das Leben auch gute Seiten haben kann, bis die dunklen Wolken am Himmel überhand nehmen.
Mir ist im Moment nicht wohl dabei, dass ich mich jederzeit wieder soweit verändern kann, dass ich nur noch einen viertel Schritt machen muss, um im Abgrund zu landen.
Genau wie es am Dienstag fast geschah.
Die Quittung dafür bekam ich heute, als ich mich im Psychiatrischen Krisendienst wieder fand.
Sie versuchte mir zu erklären, dass sie telefoniert hätte und ich mich bitte bei einer ihrer Kolleginnen melden soll. Eine Kollegin, die für den Erwachsenenbereich zuständig ist und mir helfen soll eine Betreuung zu bekommen. Es ist also wieder soweit. Meine Gedanken spielen verrückt.
Und so ist es auch ein Wunder, dass ich die Schule im Moment schaffe. Es ist ein Wunder, dass ich die Klausuren mit einer 1 und einer 2 geschafft habe und auch ist es ein Wunder, dass ich mich dort Menschen gegenüber öffnen konnte. Ich saß mit zwei meiner Mitschülerinnen zusammen und versuchte all ihre Fragen, bezüglich meiner Krankheiten zu beantworten. Nach einer langen Zeit, habe ich mich in der Gesellschaft wieder wohler gefühlt als sonst. Dieses Gefühl jemanden zu haben, der sich wirklich mit einem beschäftigt, war einfach etwas unbekanntes. Und so fand ich es rührend, als sie mich fragten, ob ich mit ihnen zusammen etwas unternehmen möchte.
Sie erzählten mir, dass sie sich um einen Mitschüler von uns Sorgen machten und baten mich darum, ihn zu fragen was los sei. Im Unterricht und in unserer Whatsappgruppe verschloss er sich allen anderen gegenüber.. nur mir nicht. Er schrieb mir vorhin all das, was er niemanden sagen konnte...Und so versuchte ich, ihm all seine Sorgen abzunehmen...Obwohl er selbst schrieb, dass er doch eigentlich für mich dasein muss.
6. Januar 2015
502. Wir sind passiert, bevor wir wussten, was passiert.
Bereits seit Stunden stehe ich schon unter Druck. Möchte mich verletzen und range mit dem Wunsch eine Überdosis zu nehmen. Es ist einfach so viel ist in den letzten Tagen passiert, was sich einfach schwer in Worte fassen lässt. Obwohl wahrscheinlich drei Worte reichen:
Kündigung, Suizidgedanken, Selbsthass
Und so ist jeder Moment, den ich erlebe voller Angst und Verzweiflung. Jede Sekunde und jede Stunde habe ich Angst, dass ich mich entgültig für den Tod entscheiden werde.
4. Januar 2015
501. Durcheinander.
Der Titel sagt es schon. Durcheinander. Es herrscht ein großes durcheinander in meinem Kopf und in meinem Leben. Ich bin nun schon die zweite Woche krankgeschrieben. Vor gut zwei Wochen habe ich eine Mittelohrentzündung und eine Mandelentzündung bekommen. Ich konnte auf einem Ohr gar nichts mehr hören und trotzdem bestand meine Chefin darauf, dass ich meine Dienste über Weihnachten mache. Aber es ging nicht, obwohl ich gerne gekommen wäre. Als ich mit ihr schrieb, kam dann nur ganz am Rande: dein Urlaub ist übrigens gestrichen worden. Das erste Mal staute sich die Wut auf. Durch die Krankschreibung verbrachte ich Weihnachten bei meinem Bruder. Es ging eigentlich, aber dann hat die große Fresserei angefangen und ich wurde mit dem Selbsthass nur so überschüttet. Als ich dann am 1. Weihnachtsfeiertag auch noch Magenschmerzen bekam und ich mich übergeben musste, hat es mir auch gereicht. Ich rief meine Tante an, dass sie mich doch bitte abholen möchte. Sie war nicht begeistert, aber sie kam.
Am 26. fand in meiner Familie die Bescherung statt. Mein Opa kam mit seiner Freundin und wir aßen ekelhafte Fertigtorten. Der erste Teil der Bescherung fand statt, mein Opa fuhr wieder, das Abendessen kam und dann der letzte Teil der Bescherung. Mir ging es von Stunde zu Stunde schlechter. Jedoch hat es niemanden interessiert. Genauso am 30.12, als mein Opa Geburtstag hatte.
Und als das nicht genug wäre, muss ich am Montag zu meiner Chefin und mir ihr Geschrei anhören. Die Kollegin die mir VERSPROCHEN hatte, den Mund zu halten, hat es doch nicht getan. Ich möchte kündigen und sie versteht einfach nicht, warum ich nicht zu ihr gekommen bin...
Nun sitze ich hier, höre Prinz Pi und überlege, wie ich mich gerade am Besten schaden könnte.
Wenn das so weiter geht finde ich mich in der Klinik oder auf dem Friedhof wieder.
KEINE ANKÜNDIGUNG!
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