10. Juni 2014

457. Die schlimmste Armut ist Einsamkeit und das Gefühl, unbeachtet und unerwünscht zu sein.

In den letzten Jahren habe ich viele Menschen verloren. Die Art und Weise war immer mit sehr viel Schmerz und Traurigkeit verbunden. Und obwohl es bei einigen Beziehungsabbrüchen schon Jahre her ist, muss ich heute immer noch an die Personen denken. Ich weiß noch wie fertig ich war, als M. mir erst an seinem letzten Tag gesagt hat, das er nie wieder kommen wird. Und auch weiß ich auch noch wie fertig ich war, als F. für immer ging. Es ist immer wieder das Gleiche: Menschen denen ich vertraue, sehr vertrauer, gehen.
Auf die Frage, wie ich mich entscheide bezüglich der Betreuung bin ich weiterhin unentschlossen. 
Viele denken, dass ich eine Betreuung immer noch nötig habe. Viele haben große Zweifel, ob ich es schaffen würde ohne jemanden der mir hilft. In den letzten Wochen und Monaten war ich fest entschlossen, dass ich niemanden mehr brauche. Heute denke ich immer noch das Gleiche. Aber es gibt auch Momente, wo ich alles daran setze, dass die Betreuung weiterhin bestehen bleibt. Diese Momente bestehen nur auf der Gefühlsebene. Der Gedanke, dass ich H. verlieren könnte, zerrt an meinen Kräften. Er war da, als M. gegangen ist. Er war da, als ich heulend im Bad saß und mich schneiden wollte. Und er war auch da, als ich in der Klinik war. So jemanden wie ihn gibt es kaum noch. Da er aber demnächst wegfallen wird, steigt die Angst. Natürlich gibt es die Option, dass U. die Betreuung alleine übernehmen wird und diese dann schleichend beendet wird... aber was ist das schon? Ich bin eigentlich schon entschlossen, dass ich lieber beide verlieren sollte und den Schmerz durchlebe muss, anstatt einen nach dem anderen zu verlieren. Bald ist mein HPG. Ich weiß nicht wie es weitergehen soll.



                                             ''Wir wollen die Leute die wir lieben, schützen, 
indem wir Ihnen nicht von unseren Problemen erzählen.''



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