13. Februar 2014

404. ''Fuck, ich weiß nicht mehr weiter, kann mich jemand erlösen?''

Ich fühle mich schrecklich. Nicht nur: ''Oh, heute ist es mal wieder nicht so gut.'' Sondern: ''Fuck, ich weiß nicht mehr was ich machen soll, kann mich nicht jemand erlösen?'' Jeden Tag kommen neue Probleme auf die vorhandenen oben drauf. Der Stapel wird immer größer, genauso wie der daraus entstehende Selbsthass. Die Hoffnung, dass er kleiner wird schwindet. Alleine bekomme ich das nicht hin – ich brauche dringend Hilfe.

Ich habe Probleme im FSJ, die Leitung rief heute an und sagte mir, dass wir unbedingt reden müssen. Es würde so nicht weitergehen. Seit Anfang Januar bin ich schon mehr als zwei Wochen krank geschrieben gewesen. Sie hat den Anschein, dass ich es nicht mehr so ernst nehme. Als ich vor ein paar Tagen gerade in den Fahrstuhl bei uns gehen wollte, sagte eine Kollegin zur anderen: ''Sabine hat sich richtig verändert, sie ist keine Streberin mehr.'' Das ganze FSJ überfordert mich nur noch. Einerseits liebe ich die Arbeit, aber ich habe im Moment nur noch Spätdienst und da das Haus voll ist, habe ich dich größte Etage (14 Bewohner) und muss sie komplett alleine machen. Ich würde es ja schaffen, wäre ich bloß nicht wieder krank...

In den letzten Wochen habe ich nicht mehr so oft daran gedacht, mich in der nächsten Zeit umzubringen. Aber jetzt finde ich wieder Gefallen daran, schlimmer als meine jetzige Situation kann es nicht mehr werden...:

1. Eigentlich habe ich mit der Leitung eine Abmachung, dass ich ab August als Schülerin dort anfangen kann. Sie sagte zu - das war im Dezember. Anfang Januar bekam ich die Zusage von der Schule, dass ich einen Schulplatz habe. Das sagte ich der Leitung und bis heute habe ich keinen Vertrag bekommen.2.Vorgestern bekam ich die Nachricht, dass ich zu meinem Wunschseminar mitfahren kann. Freuen kann ich mich da auch nicht wirklich. Eine Freundin aus Wunstorf wollte ebenfalls dort mit hin, aber wurde jetzt für ein anderes eingeteilt. Also werde ich dann eine Woche lang mit irgendwelchen Leuten die Zeit in einem Kloster in Südfrankreich verbringen. 3. Dann weiß ich immer noch nicht, was ich wegen H. und U. machen soll. Mein Herz schreit, dass ich sie nicht gehen lassen darf. Der Verstand schreit dagegen hat und möchte, dass die beiden gehen. Ich habe keine Ahnung, was ich dem Jugendamt im nächsten HPG sagen soll. Ja oder Nein zur Hilfe?
4.Dann das ewige Thema, mit meiner finanziellen Situation. Es kommen immer mehr Rechnungen, die beglichen werden wollen. Sofort und ohne Widersprüche. Bloß kann ich mit dem Minigehalt, dem Kindergeld und der Halbwaisenrente nicht alles bezahlen. Dann muss ich irgendwie noch den Führerschein machen (der auch bezahlt werden will) und das bis Anfang April. Sind ja nur noch alle Sonderfahrten und noch etliche Fahrstunden die ich machen muss.

Und dann ist da noch der Tag, den ich jedes Mal aufs Neue hasse. Heute ist der 13. Februar und das heißt mal wieder, dass ich bald Geburtstag habe. Etliche fragen mich, was sie mir schenken sollen und ob ich mit Ihnen zusammen feiern möchte. Andere setzen es auch fest, dass ich mit Ihnen Feiern muss. Wenn ich es nicht freiwillig machen möchte, wird eine Geburtstagsfeier eben zur Regel, die man nicht brechen darf. Ich versuche jedem klar zu machen, dass ich nicht feiern möchte. Geburtstag zu haben mag für andere eine tolle Sache zu sein – für mich nicht. Es ist nur ein weiterer Tag, an dem ich mich hasse und verfluche, dass ich jemals auf die Welt gekommen bin. Meine Mutter wollte mich nie, wie sie früher immer so schön sagte: ''Warum habe ich nur Kinder bekommen?'' Ich habe eine tolle Familie, oder? Ich hätte nie jemandem sagen sollen, wann ich Geburtstag habe. So könnte ich den kommenden nach Jahren vielleicht mal in Ruhe verbringen.


Zu guter Letzt: Heute hatte ich nach Wochen mal wieder einen Termin bei meinem Psychiater. Er sah mich an, und sprach davon, dass ich nicht mehr so niedergeschlagen wirke. Ich erzählte ihm dass die Tabletten wirken und der Drang mir selbst weh zu tun, weniger wird. Die Menge, die ich von mir aus bereits erhöht hatte, hat er von sich aus nun offiziel erhöht. Er machte mich dann bloß noch darauf aufmerksam, dass diese Dosis die höchste zulässige wäre und wir danach, wenn es gar nicht mehr geht, wieder auf ein anderes Medikament wechseln müssten. Eine interessante Frage stellt sich jetzt bloß bei mir: ''Was passiert eigentlich bei 450mg Elontril?''

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