10. April 2014

428. Erinnerungen

 Es ist dieses 'Hey, mir gehts so lala', und dieses 'Ich kann nicht mehr.' In den letzten Stunden und Tagen habe ich einiges an Gefühlen und Gedanken durchgemacht. Depression ist die Devise! Ich wusste nicht, und weiß immer noch nicht, wie es weitergehen soll. Die Träume die ich habe, sind zwar in greifbarer Nähe, aber ich zweifele daran, ob ich diese noch erleben werde. Suizidgedanken und die dazugehörigen Pläne sind doch etwas feines, oder?An einem Tag nehme ich inzwischen drei unterschiedliche Psychopharmaka. Elontril und Tavor am Morgen, Tavor am Mittag, Tavor am Abend, Tavor und Melperon zur Nacht. Ohne diese Medikation drehe ich noch ganz durch. Aber leider kann dieser Zustand nicht von Dauer sein.
Es sind so viele Erinnerungen, die mich dazu gebracht haben wie ich heute bin und wie ich heute handle.
Es sind die schlechten Erinnerungen, die mich kränker werden ließen und mich dazu gebracht haben mich selbst immer wieder zu schneiden. Aber es sind auch die guten Erinnerungen. All' die guten Erinnerungen, wie zum Beispiel das Kennenlernen von vielen verschiedenen Menschen, haben mich zu der Person gemacht.
2011 und 2012 durfte ich ein wundervolles Jahr in einer 10.ten Klasse verbringen. Ich lernte liebe Personen kennen und vorallem hatte ich eine wundervolle Klassenlehrerin. Sie hat mir damals schon zugehört, wenn ich ihr sagte, dass ich wegen dem Chaos in meinem Kopf nicht zur Schule kommen kann und sie hört mir auch jetzt, 2 Jahre danach, zu. Wie heute. Ich hatte ihr am Samstag geschrieben, dass ich wieder in der Klinik bin und von ihr kam dann, dass sie gern etwas für mich tun würde, aber leider gerade im Urlaub ist.
Vorgestern kam dann wieder eine Nachricht von ihr. Sie fragte mich, wie es mir geht und dass sie mich gerne wiedersehen würde. Ich wusste nicht, was ich antworten soll und so schickte ich ihr keine Antwort. Bis gestern. Gestern Abend sagte ich einem Treffen für heute zu. Dieses Treffen hat mich wieder einmal aus der Bahn geworfen. Es ist mir immer so unangenehm bei ihr zu sein. Bei ihr Zuhause - ganz privat. Mein Gedanke ist nur, dass ich in ihre Privatsphäre einbreche. Aber es ist nicht so.
Sie ist der erste Mensch seit langem, ja wirklich seit langem, der mir wirklich zugehört hat. Mich nicht verurteilt hat und mich einfach so genommen hat, wie ich wirklich bin. Ich musste nicht sagen, dass es mir gut geht und es im Geheimen gar nicht stimmt. Keine Lügen, keine verdammten Lügen!!  Ich habe sie vermisst und werde sie immer vermissen...Selbst in 30 Jahren.

Ich weiß nicht, ob ich die Nacht wirklich überstehe. Ich mein, ohne Versuch oder einen Schnitt. Es ist allein das Schicksal was es mir zeigen wird. Macht euch keine Sorgen, ich werde schon klarkommen. 

Meine Abschlussfahrt - Amsterdam im März 2012. 


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