2. Mai 2014

441.

Ich möchte wach sein, aber gleichzeitig auch für immer schlafen. Ich möchte leben, aber auch sterben. Ich möchte ehrlich sein, aber kann das Verheimlichen nicht lassen. Ich möchte glücklich sein, aber werde von den Gedanken in meinem Kopf daran gehindert. Ich möchte immer 100% geben, aber schaffe es nicht. Ich möchte einmal jemanden in meiner Kontaktliste finden, den ich anrufen oder schreiben kann, wenn nichts mehr geht...Einer der mich versteht, mich nicht verurteilt und einfach für mich da ist... Ich möchte lieben, aber schrecke vor dem Gefühl zurück. Ich möchte jemanden hier bei mir haben, der mich einfach in den Arm nimmt und sagt, dass er mir helfen wird. Ich bin am Ende, Suizidgedanken sind schon Klasse.


440. Ruhe in Frieden

Sie lag eine komplette Woche im Sterben und wurde von Tag zu Tag immer schwächer. Man hat mir verboten in ihr Zimmer zu gehen und somit konnte ich nicht wirklich bei ihr sein. Mir zerreißt es das Herz, es ist so verdammt traurig.Gestern habe ich sie noch zwei Mal gesehen, jetzt werde ich sie nie wieder sehen.  Zu wem soll ich jetzt 'Schätzlein' sagen? Sie war perfekt!

Ruhe in Frieden
 Frau H. G. 
1920 -2014

29. April 2014

439.

Ich liebe diesen Geruch der in der Luft ist, wenn ich morgens um halb 6 zur Arbeit gehe. Es riecht so wunderbar nach der Natur. Manchmal erinnert es mich an Wunstorf, dort hat es abends immer so gerochen.

Seit gestern ist meine Stimmung einbisschen besser. Nicht gut, aber auch nicht so beschissen wie gar die letzte Woche. Auf der Arbeit habe ich mich gestern erst einmal bei der Wohnbereichsleitung ausgekotzt und was das denn alles soll mit dem Wechsel.
Diese Woche soll ich noch auf dem Wohnbereich, aber nächste Woche kann ich wieder hoch ins Vertraute. Zwischenzeitlich habe ich überhaupt gemerkt, dass es wahrscheinlich nie hätte rauskommen dürfen, dass ich so "schwer" psychisch krank bin.

Nach der Arbeit war ich dann noch beim Psychodoc. Hab ihm die Ereignisse der letzten drei Wochen erzählt und darum gebeten, dass ich Beruhigungsmittel bekomme. Es kann ja immer schneller kommen als gedacht, dass ich wieder heulend auf der Arbeit zusammensacke. Nun gut. Habe dann "Quetiapin" verschrieben bekommen... Beipackzettel durchgelesen und da stand dieses böse Wort wieder : Gewichtszunahme als eine "sehr häufige" Nebenwirkung. Meine größte Angst besteht darin, dass ich wieder so dick werde wie vor 2 Jahren. Ich kann nicht all das wieder zunehmen, was ich so schön runtergehungert habe! Also ist die Frage jetzt: nehmen und wieder fetter werden oder Tavor weiter nehmen und süchtig werden?

26. April 2014

438.

Sie sagen alle, dass Tavor süchtig macht und der Entzug schlimm sein wird. Dieses eine Mal wollte ich auf alle hören und habe es brav abgesetzt, denn zwei Tavor am Tag über 2 Wochen würde bestimmt ein guter Anfang für eine Sucht sein. Und jetzt habe ich die Quittung bekommen - ich darf nicht mehr auf dem Wohnbereich arbeiten, auf dem ich seit September übergehend war! 
In der Pause kam die Fachkraft zu mir und meinte, dass alle Kollegen mich nicht mehr wiedererkennen und ich mich immer mehr zurückziehen würde. Ich solle doch jetzt einen anderen Wohnbereich machen, damit ich nicht mehr unter Stress bin und ich vorallem nicht mehr bei Frau G. bin, da sie seit Donnerstag im Sterben liegt. Ich würde deswegen so durchdrehen. Unsinn! Ich hatte bereits am Mittwoch auf der Arbeit einen Heulkrampf. Gefolgt von Donnerstag und gestern. Und der Versuch ihr zu erklären, dass mich der Wechsel auf einen anderen Wohnbereich eher stresst, lief erfolglos. Inzwischen denke ich sogar schon darüber nach, ob ich nicht einfach kündige und mir einen anderen Job und ein anderes Heim für die Ausbildung suche. 

Ich werde morgen und übermorgen noch arbeiten gehen, danach schaue ich weiter. Entweder ich lasse mich krankschreiben oder ich lasse mir am Montag so starke Medikamente verschreiben, dass ich die nächsten Dienste bis Freitag schaffe. 


22. April 2014

437. Der Glaube perfekt sein zu müssen.

Sie sagen mir alle, dass ich eine Pause machen soll. Erst einmal wieder richtig zu Kräften kommen... Aber ich kann es nicht. Ich kann mir keine Pause gönnen. Auf der Arbeit muss man mich drei - bis vier Mal anrufen, damit ich endlich zur Pause gehe und dort dann auch bleibe. Ich versuche all das wieder aufzuholen, was ich während der Woche wo ich Zuhause war, versäumt habe. Und ich denke mal, dass die ganzen Medikamente, die ich nehme mir dabei gut helfen. Aber  dennoch gibt es auch dabei wieder Menschen die sich Sorgen um mich machen. So habe ich heute von der lieben Frau vom Psychiatrischen Dienst gehört, dass das auch nicht lange gut gehen wird. Sie betonte dabei wieder und wieder, dass ich ein gesundes Zwischenmaß finden muss. Sonst würde ich in 6 Wochen wieder in der Klinik hocken.
Um ein gesundes Maß zu finden, muss ich wahrscheinlich erst einmal lernen, was das überhaupt bedeutet. 

Ich habe schreckliche Angst, dass ich versage könnte. Dass ich keine gute Tochter (obwohl das bei der Mutter wahrscheinlich auch nicht so schlimm wäre), Nichte und Schwester bin. Ich soll mich um alles kümmern. Den Umzug von meinem Bruder nach Hannover und den dazugehörigen Anträgen. Wenn meine Mutter oder meine Tante anruft, muss ich sofort springen und immer wieder 180 % geben. Wenn es weniger ist, bekomme ich es sofort zu hören. Und dabei glauben sie alle, dass alles bestens ist.
Aus meiner Familie weiß nur mein großer Bruder und die Halbschwester meiner Mutter wirklich Bescheid. Ich meine, dass ich in der Klinik war und das ich mich vor  1 1/2 Wochen zu tief geschnitten habe. Die anderen denken alle, dass ich wegen Kreislaufproblemen im Krankenhaus war. Ehrlichkeit geht bei meiner Familie nicht. Bei der Familie die ich habe, kann ich nicht wirklich sagen, dass es meine Familie ist. Familie werden immer mehr meine Kollegen von der Arbeit. Ich bekomme von ihnen sogar Sachen zum Geburtstag, zu Ostern und zu Weihnachten.. Auf mein ''Warum'', bekam ich die Antwort, dass ich ihr Kind sei. 
Ein komisches und zugleich tolles Gefühl.



19. April 2014

436. Lieblingsomi im Heim :)

Darf ich vorstellen: Frau G., bekannt als "Wenn, dann hätte ich sie gerne als Oma!" :)


17. April 2014

435.

Nun ist Herr H. gestorben - Organversagen. Es ist komisch an seinem Zimmer vorbei zu kommen, immer mit dem Bild im Kopf, wie ich ihn am Dienstagmorgen gefunden habe und wie dann der Rettungswagen gekommen ist. Gestern um 4.00Uhr morgens ist er dann verstorben. 
Heute habe ich seine Frau getroffen und ihr erst einmal mein Beileid gewünscht. Ich habe so viel Trauer in ihren Augen gesehen. Sie war die ganze Zeit an seinem Bett, bis er durch das Morphium eingeschlafen und dann auch schließlich gestorben ist. Ich habe sie gefragt, wann die Beerdigung von Herrn H. stattfindet...
Ich denke ich werde dorthin gehen.. Eine Kollegin und ich haben ihn immer gefragt, ob er uns nicht adoptieren möchte - er war so wunderbar!

D. H.
1929 - 2014


Gestern bin ich nach meinem Dienst mit U. durch den Wald gelaufen und habe versucht zu erklären, was los ist. Ich habe ihm von Montag erzählt und wie wenig ich mit den Medikamenten, die ich im Moment alle nehme klarkomme. Ich wollte meinen Psychiater anrufen und einen Termin haben - er hat Urlaub. Dann habe ich im SPD angerufen und die Ärztin dort meinte, dass ich erst einmal 100mg Melperon zum Schlafen nehmen soll. Wieder 50mg mehr. Und so bin ich heute bei der Vertretung von meinem Hausarzt gewesen und bekam dort ein neues Rezept.
Ich habe das Gefühl, dass ich im Moment so labil wie lange nicht mehr bin. Nur mit Medikamente schaffe ich es wenigstens die Gedanken noch auszuhalten, würde ich sie nicht nehmen, würde ich mich wahrscheinlich täglich verletzen... Aber so muss das erst einmal weitergehen. Bis zum 26. Mai, dann habe ich erst den nächsten Termin beim Psychodoc.

14. April 2014

433.

Ich höre seit Stunden die Schreie und Rufe von vielen unterschiedlichen Kinder, aber dennoch habe ich das Gefühl, dass es hier drin mit jeder Sekunde stiller und einsamer wird. Und vorallem merke ich dabei, wie es immer schlimmer wird. Quäle mich mit Suizidgedanken und starkem Druck, versuche aber dennoch stark zu bleiben. 'Stay Strong' kann man ja hier überall lesen, dann werde ich das mal versuchen. Stark bleiben - was heißt das eigentlich?

432. Therapie?

Ich hätte ein Frage an euch: welche Ziele wolltet ihr in eurer Therapie erreichen?

Bitte schreibt es unten in die Kommentarbox! Danke!

13. April 2014

431. Arbeit oder weiter krankschreiben lassen ?

Wie es gerade ausschaut bei mir? Mal sehen, neben den morgendlichen Tiefs, dem ständigen Druck und dem Vorspielen guter Laune, läufts. Es ist komisch, am Dienstagmorgen wieder auf der Arbeit zu sein und allen erklären zu müssen was los war. Ich bin wieder mal an dem Punkt angelangt, wo mir alles egal wird. Wirklich alles. Ich liebe die Arbeit im Heim und komme mit jedem, na ja fast jedem, klar. Aber was ist, wenn ich mich morgen von meinem Hausarzt noch einmal krankschreiben lasse? Noch einmal für eine Woche? Er meinte ja selbst, dass er mich lieber erst einmal aus dem Verkehr ziehen möchte. Seine Worte!
Wahrscheinlich würde ich in dieser Woche wieder in ein, wenn nicht sogar mehrere Tiefs reinrutschen und würde mehr und mehr Gefallen an den dunklen Gedanken finden. Aber ich vermisse auch die Bewohner schrecklich. Ich vermisse Frau H. der ich 'Tschakka' und 'Ghettofaust' beigebracht habe. Ich vermisse Frau G. die durch ihre teils zickige Art eine liebevolle Person ist. Ich vermisse Herrn H. der durch sein Blick und seine Gesten verdammt süß ist! Und zuletzt vermisse ich auch Frau M. die immer lächelt wenn sie mich sieht... Senioren sind schon etwas tolles!

Heute bin ich zum ersten Mal, ich weiß nicht Juni?, wieder unter die magische Grenze gekommen. Endlich! Ich hoffe nur, dass dies Morgen nicht wieder wet sein wird. Pommes sei dank. Aber ich hab doch auch Sport gemacht. 40 Minuten Crosstrainer müssten doch reichen um die Pommes wieder runter zu bekommen, oder?

12. April 2014

430. Wenn etwas falsch ist, dann bringst du es wieder in Ordnung..

Ist seit langem mal wieder ein Foto von mir. (Denn eigentlich wollte ich so gut es eben ging anonym bleiben. Ich habe es wenigstens versucht.) Und nicht alleine. Hier habt ihr mal ein Bild, wie H. in natura aussieht. Er ist so ein wundervoller Mensch!

429. Du bleibst auf Ewigkeit in meinem Herzen.

Es ist 7:30 Uhr an einem Samstagmorgen in einem Krankenhaus in meiner Geburtstadt. Zwei Schwestern fangen an, ihn zu waschen und führen alle nötigen Dinge durch. Es ist 7:45 Uhr am gleichen Morgen, dass das Herz von ihm nicht mehr schlagen wollte und er stirbt. Und es ist 8 Uhr rum, als mein Leben zerbrach und sich für immer verändert.

                                                                       Es ist der 12.04.2003

Papa, ich liebe dich über alles! Ich verfluche den Tag als ich dich verloren habe. Ich wusste nie wie ich es schaffen soll, ohne dich glücklich und hoffungsvoll zu leben. Und ich weiß es auch jetzt nicht. Ruhe in Frieden, es dauert nicht mehr lange.
Und ein 'Happy Birthday' an meine Schwägerin in Spe! Alles Gute zum 19ten!

10. April 2014

428. Erinnerungen

 Es ist dieses 'Hey, mir gehts so lala', und dieses 'Ich kann nicht mehr.' In den letzten Stunden und Tagen habe ich einiges an Gefühlen und Gedanken durchgemacht. Depression ist die Devise! Ich wusste nicht, und weiß immer noch nicht, wie es weitergehen soll. Die Träume die ich habe, sind zwar in greifbarer Nähe, aber ich zweifele daran, ob ich diese noch erleben werde. Suizidgedanken und die dazugehörigen Pläne sind doch etwas feines, oder?An einem Tag nehme ich inzwischen drei unterschiedliche Psychopharmaka. Elontril und Tavor am Morgen, Tavor am Mittag, Tavor am Abend, Tavor und Melperon zur Nacht. Ohne diese Medikation drehe ich noch ganz durch. Aber leider kann dieser Zustand nicht von Dauer sein.
Es sind so viele Erinnerungen, die mich dazu gebracht haben wie ich heute bin und wie ich heute handle.
Es sind die schlechten Erinnerungen, die mich kränker werden ließen und mich dazu gebracht haben mich selbst immer wieder zu schneiden. Aber es sind auch die guten Erinnerungen. All' die guten Erinnerungen, wie zum Beispiel das Kennenlernen von vielen verschiedenen Menschen, haben mich zu der Person gemacht.
2011 und 2012 durfte ich ein wundervolles Jahr in einer 10.ten Klasse verbringen. Ich lernte liebe Personen kennen und vorallem hatte ich eine wundervolle Klassenlehrerin. Sie hat mir damals schon zugehört, wenn ich ihr sagte, dass ich wegen dem Chaos in meinem Kopf nicht zur Schule kommen kann und sie hört mir auch jetzt, 2 Jahre danach, zu. Wie heute. Ich hatte ihr am Samstag geschrieben, dass ich wieder in der Klinik bin und von ihr kam dann, dass sie gern etwas für mich tun würde, aber leider gerade im Urlaub ist.
Vorgestern kam dann wieder eine Nachricht von ihr. Sie fragte mich, wie es mir geht und dass sie mich gerne wiedersehen würde. Ich wusste nicht, was ich antworten soll und so schickte ich ihr keine Antwort. Bis gestern. Gestern Abend sagte ich einem Treffen für heute zu. Dieses Treffen hat mich wieder einmal aus der Bahn geworfen. Es ist mir immer so unangenehm bei ihr zu sein. Bei ihr Zuhause - ganz privat. Mein Gedanke ist nur, dass ich in ihre Privatsphäre einbreche. Aber es ist nicht so.
Sie ist der erste Mensch seit langem, ja wirklich seit langem, der mir wirklich zugehört hat. Mich nicht verurteilt hat und mich einfach so genommen hat, wie ich wirklich bin. Ich musste nicht sagen, dass es mir gut geht und es im Geheimen gar nicht stimmt. Keine Lügen, keine verdammten Lügen!!  Ich habe sie vermisst und werde sie immer vermissen...Selbst in 30 Jahren.

Ich weiß nicht, ob ich die Nacht wirklich überstehe. Ich mein, ohne Versuch oder einen Schnitt. Es ist allein das Schicksal was es mir zeigen wird. Macht euch keine Sorgen, ich werde schon klarkommen. 

Meine Abschlussfahrt - Amsterdam im März 2012. 


7. April 2014

427. Kurztrip in die Psychiatrie - buchbar über jede Krankenkasse!

Da bin ich wieder. Mein Ausflug in die Psychiatrie wurde heute mittag nach der Visite beendet. Ich wurde gefragt wie es mir geht und ich versuchte ehrlich wie möglich zu sein und so sagte ich: ''Abgesehen von den Medikamenten die mich müde machen, gehts mir gut.'' Und so war es auch. Die 'schwachen' Suizidgedanken die ich hatte, konnte ich gekonnt unterdrücken. Nun sitze ich hier wieder. Die ganze Sicherheit, die ich in den letzten Tagen verspührt hatte ist verpufft. Geblieben ist der Alltagstrott. Irgendwie bin ich wieder an dem gleichen Punkt, an dem ich vor dem Wochenende bereits war. Alleine, suizidal und verzweifelt.

Die beste Suite.

5. April 2014

426.

Und so landete ich mit Tavor vollgepumpt in der geschlossenen Suchtstation...

425.

Die letzten Wochen waren einfach zu viel für mich. Immer wieder musste ich gegen meine Gedanken, gegen verschiedene Äußerungen und Meinungen kämpfen. Meine Psyche und mein Körper halten es nicht mehr aus. Ich dachte zwar, dass ich es schaffen könnte, aber nun bleiben noch zwei Möglichkeiten: A: ich versuche mich umzubringen oder B: ich gehe wieder in die Klinik. Ich habe mich für die letzte Möglichkeit entschieden. Bald kommt meine Tante und bringt mich in die Psychiatrie. Ist wahrscheinlich besser so...

3. April 2014

424. In eine bessere Welt...

Kennt ihr das, wenn man immer wieder an die Zeiten denkt, wo man genau weiß, dass die einen glücklich gemacht haben? Man fragt sich, was passiert ist. Entweder man findet die Lösung oder tappt weiterhin im Dunkeln. Solch' einen Moment konnte ich heute erleben. Ich habe heute den Mann wieder gesehen, der mein erster Betreuer in der Wohngruppe war. Es ist so verdammt traurig zu sehen, dass dort einer ist, der dich in und auswendig kennt und doch nichts mehr mit dir zu tun hat und so auch nicht mehr helfen kann. Es ist so verdammt traurig...

Der Besuch bei Peter hat mir gezeigt, dass ich die Vergangenheit nur verdrängt habe. Von Verarbeitung kann keiner sprechen. Kurz bevor ich gegangen bin, sind wir noch eine rauchen gewesen. Ich habe ihn gefragt, ob er noch Kontakt zu M. hat. Aber Peter hat lange nichts mehr von ihm gehört. Und von F. ebenfalls nichts mehr. Diese drei Männer haben so viel für mich getan, mich immer wieder aufgebaut und vorallem aber haben sie immer dafür gesorgt, dass nichts schlimmeres mehr passiert ist.
Und jetzt wo sie nicht mehr da sind und ich H., sowie U. kaum noch Vertrauen schenken kann... na ja. Kann es passieren, dass eine Krise mal schlimm endet. Wenn dies passieren sollte und ich dies überlebe, soll aber weder U. und H. noch meine Familie etwas davon erfahren. Wenn, dann möchte ich ihnen das selber beibringen... 

2. April 2014

423.

Ich erlebe im Moment die schwärzesten Tage seit langem. Es sind die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen, sagt man doch immer. Aber ich sehe es nicht, ich spüre es nicht. Und so haben alle Gedanken, die in die Tat umgesetzt werden wollen, einen nahrhaften Boden gefunden. Denn wer glaubt schon an sich, wenn er körperlich und psychisch so am Ende ist? Ich war noch nie so entschlossen wie jetzt.

1. April 2014

422. Das Nimmerland ist nah.

Es ist dieses ständige Hin und Her. Ich weiß nicht, welche Entscheidung ich treffen soll. Welche die richtige für mich sein wird. Weiß nicht, welches Ausmaß die Entscheidung haben wird. Weiß gar nichts mehr. 
Dieses sich nicht entscheiden können, macht mich aus. Früher konnte ich mich nie entscheiden, sei es nur die Frage, was ich mir zum Geburtstag wünsche. Es wird sich bald zeigen, welchen Weg ich dann endgültig gewählt habe.

Im Moment fühle ich mich sehr unter Druck gesetzt. Sei es auf der Arbeit, wo man so viel von mir erwartet oder auch von meiner Familie und vorallem auch von meinen Betreuern. Es ist immer schwieriger dem Allen gewachsen zu sein. Von allen Seiten höre ich in den letzten Tagen und Wochen immer mehr Gemecker.
Bin ich so schlimm, dass man nur noch so mit mir umgehen kann?
Kann man nicht mehr normal mit mir umgehen, nicht ein klares Wort mit mir reden?
Wie eine Frau letztens zu mir sagte: ''Du bist anders.''
Und auch wenn ich so anders bin, benötige ich eins im Moment mehr denn je. 
Jemand der mir zuhört, mich versteht. 
Ich überlege seit Stunden, wem ich schreiben oder mit wem ich darüber reden kann. 
Aber ich finde niemanden. Ich finde gar keinen. Schon traurig, oder?
Und so bleibe ich alleine mit meinen Gedanken und meinen Problemen. Wie so oft in letzter Zeit. 

27. März 2014

420.

Nun frage ich mich, wie es denn überhaupt weitergehen soll, wenn U. und H. demnächst nicht mehr da sind. Die angedrohte, neue Betreuung vom Psychiatrischen Dienst fällt weg. Ich bin zu jung. Bis 21 Jahre sind die Jugendämter für einen zuständig. Frau Z. macht sie immer weiter Sorgen um mich. Sie weiß nicht, wie und ob ich das überhaupt schaffen kann. Und U.. ja, mit ihm habe ich am Montag ein langes und intensives Telefonat geführt. Er ist sich nie sicher, obwohl ich ihm einen Lebensvertrag schicke, ob ich nicht doch aus einem Tief aus Fenster springen werde. Nur so ganz nebenbei. Meine Wohnung ist im 2. Stock, kann man da überhaupt wirklich sterben?! Und H...ja. mit ihm hatte ich am Sonntag ein Treffen. Seitdem habe ich auch nichts mehr von ihm gehört. Er fehlt mir, aber es wird wahrscheinlich noch ein paar Tage dauern, bis ich wieder etwas von ihm hören werde. Während unserem Treffen, hat er mehrmals versucht das Thema Betreuung anzuschneiden, aber ich konnte als Begründung nur sagen, dass es nicht mehr das ist, was es früher einmal war - Winter 2012. 

Und dann ist da wieder das Chaos. In den letzten Tagen ist das Chaos eigentlich ausgeblieben, aber ich merke, wie es schleichend wieder kommt. Die Arbeit im Heim strengt so verdammt an. Ich liebe die Arbeit, aber wenn man plötzlich wieder einen vollen Wohnbereich hat und die Angehörigen so viel Stress machen und nicht auf die Entscheidungen des Teams hören möchten, ist das schon etwas anderes. 
Es ist alles, was aufeinander trifft. Betreuung, Arbeit, die Probleme - alles lässt mich so in die Knie zwängen. Ich muss die nächsten Wochen und Monate schaffen, obwohl ich lieber wieder in die Klinik gehen würde. Aber es geht nicht, ich muss arbeiten. 

419.

Ich hätte nie gedacht, dass mein Wille und meine Stärke irgendwann einmal zurück kehren. Immer dachte ich, dass ich nie wieder so wie früher sein könnte, aber... ich habs geschafft. Ich habe jetzt seit Sonntag nichts mehr gegessen, ernähre mich nur noch von Cola, Kaugummis und fettreduzierter Buttermilch und es geht mir wunderbar! In meinem Kopf herrscht kaum noch Chaos und das Chaos was da ist, kann ich jetzt wieder gekonnt überspielen...

22. März 2014

417. Maybe life isn't for everyone. Maybe.

Zu viel Schmerz und vorallem zu viele Gedanken sind in meiner Seele und in meinem Kopf verborgen. Ich habe Angst all dem nicht mehr gewachsen zu sein. Nicht mehr den Absprung zu schaffen und zu sagen, was wirklich los ist. Ich fühle mich immer schlechter und möchte nicht mehr hier sein. Ich möchte mir alles kaputt schneiden, aber ich weiß gar nicht mehr, welche Stelle ich dafür nehmen kann. An den Unterarmen gehts nicht, da ich ein Oberteil auf der Arbeit tragen muss, dass kurze Ärmel hat. Die Oberarme sind inzwischen auch mit Narben verziert. Und bei den anderen Körperstellen, habe ich Angst, dass ich nicht einmal annähernd die gewünscht Tiefe erreichen werde. Und vorallem habe ich nur diese Blillig-Klingen von Rossmann - Isana Men. Ich hasse die, aber leider habe ich es an dem Abend nicht mehr geschafft zu DM zu fahren. Deswegen muss ich mich jetzt mit den begnügen. Damit das Ganze aber nicht ganz ausatet habe ich U. einen Lebensvertrag geschickt. Langsam macht er sich Sorgen. Es passiert immer häufiger, dass ich ihm einen Vertrag schicke.

Gestern Abend habe ich im Internet nach I. geschaut. Nach ihrem Selbstmord hat ihre Mama die Facebookseite gelöscht und sonst gibts nicht mehr viel von ihr, was man im Internet finden kann. Nur einpaar Bilder von ihren Wettkämpfen und den Nachruf habe ich gefunden. Mehr nicht. Ich muss in letzter Zeit häufig an sie denken. An sie als Person, an ihren Suizid, an die Zeit in der wir zusammen in Wunstorf waren und vorallem aber an ihre Beerdigung. Es hat sich alles in meinen Kopf gebrannt. Ich versteh nichts mehr. Das letzte was ich zu ihr gesagt habe war: ''Machs gut'' und dann habe ich sie zum Abschied umarmt. Das ist inzwischen fast 1 1/2 Jahre her. Es kommt mir so kurz vor. Aber in Wirklichkeit ist es eine Ewigkeit her.

Und dann ist da noch die Sache mit H. Als ich letzte Woche versucht habe ihn anzurufen musste ich es eine Ewigkeit versuchen. Erst auf seinem privaten Handy - nichts, es ist aus. Dann auf dem Anschluss von der WG - nichts. Dann hat es mir gereicht und ich habe ihm eine Nachricht auf Diensthandy geschickt. Ein Anruf kam zurück. Er ist sei seit Stunden im Krankenhaus. Krankenhaus und WG heißt eigentlich immer, dass sich jemand versucht hat umzubringen und das war dann auch so. Ich habe es zwar zufällig von U. erfahren, aber es hat dafür gesorgt, dass die Stimmung wieder bergab ging. Inzwischen denke ich immer wieder an die WG Zeit zurück. Die ganze Schmerz und die Unverständnis, die ich entgegen gebracht bekommen habe. Aber dennoch sage ich immer, dass ich seit dem Auszug nicht mehr ehrlich glücklich war. Komische Sache.
Um dann gleich bei der WG-Zeit zu bleiben:
gestern hat mich U. gefragt, ob ich nicht Lust habe mit Denny (kennt ihr bestimmt. Hat beim Supertalent mitgemacht) P. Geburtstag nachzufeiern. P. war mein 1. Bezugsbetreuer in der WG  und dann etwas später  auch der von Denny. Ich habe lange darüber nachgedacht was ich U. antworten soll. Einerseits würde ich ihn gerne wiedersehen, aber dann ist da noch die Sache mit dem Vertrauen. Bei alten Betreuern oder Ärzten habe ich immer das Gefühl, dass sie die ganze Zeit nie ehrlich zu mir waren. Und vorallem weiß ich nicht, was die Betreuer aus der WG ihm erzählt haben. Das letzte Mal habe ich ihn vor einem knappen Jahr gesehen und da wusste er bereits alles was in den letzten Monaten in der WG passiert ist. Was würdet ihr machen? Flashbacks und Enttäuschung oder vielleicht die Hoffnung erleben, dass das Treffen doch gut wird?


416. Ausweglos?

Ich überschreite jegliche Grenzen und werde mir nicht bewusst, dass dies auch Folgen habe könnte. Ich versuche wieder und wieder mit all meinen Problemen alleine klar zu kommen, aber merke dass sie dadurch nur noch schlimmer werden. Ich versuche allen klar zu machen, dass ich den Alltag kaum noch bewältigen kann, da mich die Krankheiten immer weiter in die Knie zwängen. Ich schweige zu Fragen, die ich liebend gerne beantworten möchte, aber habe Angst, dass ich dadurch nur noch mehr in Schwierigkeiten geraten könnte. Ich fühle mich alleine, obwohl ich in der Mitte einer Menschenmenge stehe und merke erst zu spät, dass sich durch mein Verhalten mehr und mehr Menschen von mir abwenden. Die Liebe die Menschen mir schenken wollen, schaffe ich nicht zu akzeptieren und nicht auszuhalten, obwohl ich mir so sehr Wünsche, dass jemand immer bei mir ist und mich tröstet wenn ich wieder einmal am Boden bin.

- Ich brauche jemanden. Irgendwen der mir hilft und offen und ehrlich zu mir ist.



17. März 2014

415.

Die Gedanken werden immer schlimmer, der Druck immer größer. Und nichts hilft. Selbst reden nicht, ich habs versucht, aber bin auf Ignoranz gestoßen. Ich habe versucht offen und ehrlich zu sein, habe gesagt, dass ich am Ende bin und das ich alleine nicht mehr zurecht komme. Und die einzige Antwort die ich bekam war, dass ich gar nicht so wirke und man es mir dementsprechend nicht glaubt. Was soll ich denn noch machen? Heulend in der Öffentlichkeit zusammenbrechen? Ich weiß es nicht mehr. Keiner versteht mich, wirklich keiner!

16. März 2014

414.

Ich glaube ich habe einen riesen Fehler gemacht. Die eMail hätte ich nicht losschicken sollen. Fuck >.<

''Ich weiß nicht mehr, an wen ich mich wenden kann. Aber ich muss einfach jemandem schreiben, sonst komme ich weder heute noch morgen oder übermorgen unbeschadet davon. Seit dem letzten Wochenende geht meine Stimmung immer weiter in den Keller. Zuerst habe ich gedacht, dass es an dem Stress liegt den ich durch das Lernen für meine Prüfung hatte, aber das Gefühl ist geblieben. Die ganzen Gedanken sind weiterhin da und haben dafür gesorgt, dass ich mich privat sowie auch auf der Arbeit mehr anstrengen muss die ''Gesunde'' zu spielen. Inzwischen habe ich jedoch keine Kraft mehr. Ich schlafe kaum mehr als 4 Stunden pro Nacht und habe ständig das Gefühl das ich beim nächsten Schritt zusammenbrechen könnte. Und dann ist da auch noch der Druck mich zu verletzten und dann noch das Verlangen mich umzubringen. Ich habe keine Ahnung mehr, wie ich dieses Leben schaffen soll. Ich möchte doch einfach nur weg sein, mehr nicht.''

Und dann habe ich vorhin noch diese liebe Nachricht bekommen: 



14. März 2014

413. Goodbye.

Hallo Frau G****, 

inzwischen ist es schon zwei Monate her und ich habe lange überlegt, wie es mit der Betreuung weitergehen soll. Nach dem Hilfeplangespräch wurde die Situation und die Ängste die ich hatte, besser sodass ich eine andere Meinung gegenüber der Hilfe hatte. Aber inzwischen bin ich wieder an dem Punkt angelangt, dass es besser wäre, wenn die Betreuung zeitnah beendet wird. Mir ist bewusst geworden, dass ich die Hilfe nur immer weiter bewilligt haben wollte, weil ich so an den Beiden gewöhnt war und sie dadurch nicht hergeben wollte. Da der Verstand aber inzwischen siegt, weiß ich auch, dass die weitere Betreuung keinen Sinn mehr macht. Mir ist der Schritt nicht leicht gefallen und ich weiß auch, dass ich wahrscheinlich nicht klarkommen werde, aber es ist die richtige Entscheidung. 


412.

Und wieder sitze ich hier und überlege, wie ich die nächste Zeit überstehen soll. Es ging mir in den letzten Wochen immer besser. Die Arbeit habe ich gut hinbekommen und konnte dabei sogar Freude empfinden. Aber inzwischen hat sich alles um 180 Grad gewendet. Ich komme mit, meist, schlechter Laune zur Arbeit. Versuche die Übergabe irgendwie zu überstehen und dann heißt es auch noch, dass ich den Nachmittag und den Abend nicht zusammenbrechen darf. Es ist schwierig, sehr schwierig. Betreuer, Ärzte, Therapeuten.. alle wollen Aufmerksamkeit haben. Sie merken alle gar nicht, wie viel Kraft mich jedes einzelne Treffen kostet. Und so wird mir immer mehr bewusst, dass ich nicht mehr zurecht komme.  Mein Körper gibt bald auf und meine Psyche ist auch schon am Rande des Abgrunds.

12. März 2014

411. Keine Ahnung wies mir geht. Aufjedenfall nicht gut.

Es ist dieses eine Gefühl. Du siehst in den Himmel und überlegst, wie es dort oben wohl sein mag. Klar hat jeder von uns seine eigene Vorstellung und obwohl wir wissen, dass es bei vielen die Gleiche sein mag, haben wir auch die Hoffnung, dass es etwas ganz besonderes ist. Etwas was auf jeden einzelnen Menschen perfekt zugeschnitten ist. Jeder von uns möchte die Menschen wiedersehen, die er am liebsten um sich hatte, aber leider zu früh gehen mussten. Ich wünsche mir seit Jahren, dass sich meine Vorstellungen, die ich über den Himmel und das Leben nach dem Tod habe doch bald erfüllen. Aber es geschieht einfach nicht. Dieses kleine Wort 'Schicksal'. Was heißt Schicksal denn für jeden von uns? Für die meisten Menschen bedeutet es, dass das Schicksal ihnen übel mitgespielt hat. Denn jeden Tag aufs Neue sehe ich Menschen die das Gleiche wie ich empfinden. Sie wollen auch nicht mehr hier auf dieser Erde verweilen, aber das Schicksal hält sie hier. Hier auf dieser Welt. Ich würde so gerne ehrlich zu ihnen sein, aber ich muss ihnen immer wieder klar machen, dass sie noch wundervolle Tagen in ihrem Leben haben werden.

Und dann ist da noch dieses Monster ihn mir. Viele Monate hatte ich es immer wieder versteckt und wenn etwas kam, konnte ich es verheimlichen. Aber in der letzten Zeit kommt es immer häufiger wieder ans Tageslicht. Ich weiß gar nicht, was ich so schlimmes gemacht habe. Irgendetwas löst die ganze Sache doch aus. Karma - ein Wort, was wahrscheinlich eine von euch kennen werden. Die Gedanken die da sind, die werden immer schlimmer.Tagsüber kann ich sie gut verstecken. Alle die mich kennen, würden über mich sagen, dass ich in den letzten paar Monaten sehr 'stabil' geworden bin. Was auch immer das heißen mag. Sie sehen es, aber ich nicht. Ich merke nur, dass sich meine Stimmung auf einen Punkt eingependelt hat. Aber dann sind diese Phasen auch wieder da. Die Phasen, die mich wieder dazu bringen, dass ich die Klinge an meine Haut setze und zuschneide. Eigentlich wollte ich es nicht mehr machen. Dann frage ich mich aber: ''Was dann? Was soll ich dann machen?''
Soll ich mich dann einfach weiter kaputt machen lassen? Ich gehe dann statt dem Schneiden häufiger zum Dienst und lasse mich da mehr von Bewohnern anschreien und schlagen. Die gleiche Wirkung wird es bestimmt haben. Egal was ich mache, beschissen und ekelig fühle ich mich seit mehr als 19 Jahren. 19 Jahre zu viel. Viel zu viel. 


5. März 2014

410.

Langsam aber sicher geht es wieder bergauf. Nachdem ich gestern einen Rückfall hatte, verschwanden all die Gedanken nur langsam. Irgendwann lag ich weinend zusammen gesunken unter meinem Esstisch und habe immer wieder versucht U. anzurufen. Er ging nicht ans Telefon und so kam es, dass ich mir ein Herz fasste und ihm eine Nachricht bei Whatsapp schrieb: ''Ich packe das alles nicht mehr. Mein Kopf explodiert gleich, es sind so viele Gedanken. Ich möchte nicht mehr.'' Und immer noch kam keine Nachricht. Irgendwann.. gegen 22 Uhr kam dann endlich eine Antwort. Er versuchte mich anzurufen... Ich fragte ihn, ob wir einen Vertrag bis heute machen könnten und so schickte ich ihm einen.
Heute Morgen besuchte er mich und wir gingen eine Stunde lang nur umher und sprachen. Und sprachen.
Er möchte am Freitag mit mir etwas unternehmen. Aber ich weiß einfach nicht was. Am liebsten würde ich ihn einfach nur in meiner Nähe haben. Er muss nichts sagen, nichts tun. Nur da sein. Wenigstens einmal in meinem Leben.

4. März 2014

409.

Den ganzen Tag verbringe ich schon damit, zwischen dem Bett und dem Bad hin und her zu pendeln. Ich könnte so viel besseres tun, aber die Kraft fehlt heute einfach. Heute Morgen hätte ich eigentlich einen Termin beim Psychiatrischen Dienst gehabt. Ich habe ihn aber schon gestern Abend per Mail abgesagt. Die ganze Zeit wollte ich ihr aus dem Weg gehen und dann passiert es natürlich das sie versucht mich zu erreichen. Beim 1. Anruf bin ich nicht ans Handy gegangen aber dann dachte ich mir, dass ich ihr das auch nicht wieder antun kann. Und so habe ich zurück gerufen. Sie hat sich gewundert, warum ich denn nicht bei ihr im Büro bin. Sie hatte anscheinend die eMail nicht gelesen. Ich erzählte ihr irgendein Unsinn und so verabschiedete sie sich damit, dass wenn etwas ist, ich ihr schreiben soll oder wenn es gar nicht mehr geht auch anrufen soll. Mal sehen. 
Vielleicht sollte ich es doch machen. Ich merke schon lange, dass wenn ich mal nicht auf der Arbeit bin, na ja.. ich merke eben, dass es mir hier Zuhause immer schlecht geht. Ich überlege schon die ganze Zeit, wo ich denn noch Klingen versteckt haben könnte. Mir fällt es aber einfach nicht mehr ein. Eigentlich könnte ich auch einen der vielen Rasierer auseinander bauen, aber dass wäre mir um ehrlich zu sein zu viel Arbeit..



3. März 2014

408. Mach du einmal ein Wechsel von guter Laune zu schlimmen Depressionen durch.

Es ist unglaublich, wie eine Nachricht die Stimmung so schnell verändern kann, dass man sich nicht mehr vorstellen kann noch weiter auf dieser Erde zu verweilen.
Und dann zack! Bei der nächsten Nachricht ist wieder alles gut. Damit sie auch so bleibt, muss ich die Geschichte am Montag schaffen. Wenn nicht, dann bin ich wieder in meinem tiefen Loch gefangen. Auf immer und ewig. Und ich weiß ganz genau, dass ich dort dann erst einmal bleiben werde.

28. Februar 2014

407.

"Überlegen wir mal. Nachdem ihr entschiedet habt, dass ich depressiv bin oder was auch immer, setzt ihr mich auf Medikamente, nicht wahr? Ich kenne hunderte von Menschen und denen geht es gut. Tatsache. Mit meinen neuen Medikamenten gehe ich dann wieder zur Arbeit. Ich mache allen klar, dass ich wieder die Sabine bin, die ihnen nie Ärger gemacht hat."

Ich finde keinen Ausweg mehr aus meiner jetzigen Situation. Die Hoffnung, die ich noch verspürt hatte, ist verschwunden. Ich weiß einfach nicht mehr. Nichts mehr ist positiv. Sehe nur noch den einen, endgültigen Ausweg.

26. Februar 2014

406. Sie erinnerte mich..

Nachdem mein Geburtstag damit endete, dass ich heulend im Bett lag und einfach nur verschwinden wollte, war ich gestern in meiner alten Schule. Meine alte Klassenlehrerin hatte mir geschrieben, da ich mich lange nicht mehr gemeldet hatte und so beschloss ich, sie einfach zu besuchen. Sie fragt mich, wie es in den letzten Wochen so war, stimmungstechnisch. Ich versuchte so ehrlich wie möglich zu sein, aber konnte es nicht unterlassen mal wieder alles mit einem Lachen zu überspielen.
Als wir so in der Fluren der Schule standen, mitten von Schülern umgeben, sah ich meine voherige Klassenlehrerin. Ich hatte sie das letzte Mal auf meiner Abschlussfeier gesehen und das war im Juni 2012. Danach ging sie in Mutterschutz und dann in Elternzeit. Als ich gerade von meiner anderen Klassenlehrerin verabschieden wollte, kam sie auf mich zu und ich umarmte sie erst einmal. Sie fragte mich, was ich jetzt mache. Sie war überrascht, dass ich ein FSJ mache, da ihr letzter Stand war, dass ich die Fachoberschule besuche.... und so erzählte ich ihr alles in kurzen Sätzen. Sie hat es natürlich nicht gefreut, aber hofft immer noch das es irgendwann alles gut wird.

Sie wiederzusehen erinnerte mich an all die Zeit die ich so sehr vermisste. Die Zeit mit ihr als Klassenlehrerin. Die Zeit als es mir so schlecht ging und sie immer wieder versuchte mir zu helfen. Die Zeit, die nach den Suizidversuchen war und vorallem die Zeit, in der es mir in der WG nicht so gut ging.
Sie ist so ein wundervoller Mensch. Wenn ihr sie kennen würdet, würdet ihr sie lieben. Das bin ich mir sicher.

24. Februar 2014

405.

Ich fühle mich unwohl und wohl zugleich. Ich frage mich, wie es soweit kommen konnte und merke dabei, dass ich alleine dafür verantwortlich bin und immer sein werde. Ich weiß, dass es lange, sehr lange dauern wird, bis ich wieder an dem Punkt angekommen bin, sodass ich sagen kann, dass alles beim Alten ist. Aber wird es das jemals werden? Wird alles irgendwann beim Alten sein?

Sie hat mir alles erzählt. Sie meinte es wahrscheinlich gut, aber sie hat wieder einmal etwas in mir ausgelöst. Sie hat dafür gesorgt, dass die Gedanken über den Tod und wie es ist, wenn ich endlich von dieser Welt bin, wieder an die Oberfläche kommen.

Sagt man nicht, dass die Menschen die am meisten lachen, die Traurigsten sind und innerlich am weinen sind? Genauso fühle ich mich. Ich zeige den Menschen in meiner Umwelt, dass alles in Ordnung ist, aber die Sachen, die innerlich bei mir abgehen sind ganz und gar nicht gut.
In der nächsten Woche habe ich Urlaub und damit extra Krisentermine beim Psychiatrischen Dienst bekommen. Ich möchte sie schwänzen und mich eine komplette woche nur verkriechen. Keinen sehen, keinen sprechen, keinem Rechenschaft ablegen.

In diesem Sinne, happy birthday to me.

13. Februar 2014

404. ''Fuck, ich weiß nicht mehr weiter, kann mich jemand erlösen?''

Ich fühle mich schrecklich. Nicht nur: ''Oh, heute ist es mal wieder nicht so gut.'' Sondern: ''Fuck, ich weiß nicht mehr was ich machen soll, kann mich nicht jemand erlösen?'' Jeden Tag kommen neue Probleme auf die vorhandenen oben drauf. Der Stapel wird immer größer, genauso wie der daraus entstehende Selbsthass. Die Hoffnung, dass er kleiner wird schwindet. Alleine bekomme ich das nicht hin – ich brauche dringend Hilfe.

Ich habe Probleme im FSJ, die Leitung rief heute an und sagte mir, dass wir unbedingt reden müssen. Es würde so nicht weitergehen. Seit Anfang Januar bin ich schon mehr als zwei Wochen krank geschrieben gewesen. Sie hat den Anschein, dass ich es nicht mehr so ernst nehme. Als ich vor ein paar Tagen gerade in den Fahrstuhl bei uns gehen wollte, sagte eine Kollegin zur anderen: ''Sabine hat sich richtig verändert, sie ist keine Streberin mehr.'' Das ganze FSJ überfordert mich nur noch. Einerseits liebe ich die Arbeit, aber ich habe im Moment nur noch Spätdienst und da das Haus voll ist, habe ich dich größte Etage (14 Bewohner) und muss sie komplett alleine machen. Ich würde es ja schaffen, wäre ich bloß nicht wieder krank...

In den letzten Wochen habe ich nicht mehr so oft daran gedacht, mich in der nächsten Zeit umzubringen. Aber jetzt finde ich wieder Gefallen daran, schlimmer als meine jetzige Situation kann es nicht mehr werden...:

1. Eigentlich habe ich mit der Leitung eine Abmachung, dass ich ab August als Schülerin dort anfangen kann. Sie sagte zu - das war im Dezember. Anfang Januar bekam ich die Zusage von der Schule, dass ich einen Schulplatz habe. Das sagte ich der Leitung und bis heute habe ich keinen Vertrag bekommen.2.Vorgestern bekam ich die Nachricht, dass ich zu meinem Wunschseminar mitfahren kann. Freuen kann ich mich da auch nicht wirklich. Eine Freundin aus Wunstorf wollte ebenfalls dort mit hin, aber wurde jetzt für ein anderes eingeteilt. Also werde ich dann eine Woche lang mit irgendwelchen Leuten die Zeit in einem Kloster in Südfrankreich verbringen. 3. Dann weiß ich immer noch nicht, was ich wegen H. und U. machen soll. Mein Herz schreit, dass ich sie nicht gehen lassen darf. Der Verstand schreit dagegen hat und möchte, dass die beiden gehen. Ich habe keine Ahnung, was ich dem Jugendamt im nächsten HPG sagen soll. Ja oder Nein zur Hilfe?
4.Dann das ewige Thema, mit meiner finanziellen Situation. Es kommen immer mehr Rechnungen, die beglichen werden wollen. Sofort und ohne Widersprüche. Bloß kann ich mit dem Minigehalt, dem Kindergeld und der Halbwaisenrente nicht alles bezahlen. Dann muss ich irgendwie noch den Führerschein machen (der auch bezahlt werden will) und das bis Anfang April. Sind ja nur noch alle Sonderfahrten und noch etliche Fahrstunden die ich machen muss.

Und dann ist da noch der Tag, den ich jedes Mal aufs Neue hasse. Heute ist der 13. Februar und das heißt mal wieder, dass ich bald Geburtstag habe. Etliche fragen mich, was sie mir schenken sollen und ob ich mit Ihnen zusammen feiern möchte. Andere setzen es auch fest, dass ich mit Ihnen Feiern muss. Wenn ich es nicht freiwillig machen möchte, wird eine Geburtstagsfeier eben zur Regel, die man nicht brechen darf. Ich versuche jedem klar zu machen, dass ich nicht feiern möchte. Geburtstag zu haben mag für andere eine tolle Sache zu sein – für mich nicht. Es ist nur ein weiterer Tag, an dem ich mich hasse und verfluche, dass ich jemals auf die Welt gekommen bin. Meine Mutter wollte mich nie, wie sie früher immer so schön sagte: ''Warum habe ich nur Kinder bekommen?'' Ich habe eine tolle Familie, oder? Ich hätte nie jemandem sagen sollen, wann ich Geburtstag habe. So könnte ich den kommenden nach Jahren vielleicht mal in Ruhe verbringen.


Zu guter Letzt: Heute hatte ich nach Wochen mal wieder einen Termin bei meinem Psychiater. Er sah mich an, und sprach davon, dass ich nicht mehr so niedergeschlagen wirke. Ich erzählte ihm dass die Tabletten wirken und der Drang mir selbst weh zu tun, weniger wird. Die Menge, die ich von mir aus bereits erhöht hatte, hat er von sich aus nun offiziel erhöht. Er machte mich dann bloß noch darauf aufmerksam, dass diese Dosis die höchste zulässige wäre und wir danach, wenn es gar nicht mehr geht, wieder auf ein anderes Medikament wechseln müssten. Eine interessante Frage stellt sich jetzt bloß bei mir: ''Was passiert eigentlich bei 450mg Elontril?''

12. Februar 2014

403.

Seit dem 2.1 habe ich mich nicht mehr verletzt. Dies wäre doch mal ein Grund wieder anfangen, wie man sieht bin ich wirklich für alles zu dumm:

11. Februar 2014

2. Februar 2014

401.

Wie oft saß ich in den letzten Tagen hier vor diesem Bildschirm und habe versucht etwas auf der Tastatur zu schreiben ?! Zu viele Male habe ich versucht den schlechten Gedanken einen Weg ins Äußere zu ebnen, aber immer wurde dieser Weg mir verwehrt.

Ich mache mir Gedanken über die Betreuung durch H. und U. In und nach dem Hilfeplangespräch war ich mir sicher, dass ich die beiden 'abgeben' werde. Inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher. Ich möchte die beiden nicht hergeben, aber ich kann auch nicht mit Ihnen leben. Oft genug habe ich gemerkt, dass es mir immer schlechter geht, weil die Betreuung, die da ist, mir nicht einmal annähernd ausreicht.
Letzte Woche wurde ich gefragt, was die ganze Betreuung mir bisher gebracht hat. Ich konnte nur eine Antwort geben und die war: seit 5 Jahren habe ich keinen erneuten Versuch unternommen.
In den letzten Monaten und Jahren hatte ich zwar immer wieder das Verlangen nicht mehr auf dieser Welt zu sein, aber dann habe ich jedes Mal gemerkt, dass ich es meinem Betreuer (den ich zu dieser Zeit gerade hatte) nicht antun kann.
Kurz nach meinem 15. Geburtstag, ich habe gerade mal 4 Tage in der Wohngruppe gewohnt, konnte ich sehen wie schwer es selbst für Betreuer ist, eines seiner Bezugskinder zu überleben. Damals starb einer meiner Mitbewohner an einem Autounfall. Komisch ist, dass ich mich an diesen Tag noch genau erinnern. Die Nachricht von N. Tod bekamen wir von meinem damaligem Bezugsbetreuer P.
Die Frage, die ich mir immer wieder stelle ist, schaffe ich es ohne eine Betreuung? Schaffe ich es,  nachmeinem FSJ die Ausbildung im Heim anzufangen und die auch durchzustehen, oder werde ich schon einige Wochen später wieder in einer Klinik sein? Grund: Suizidversuch.

Ich merke allmählich, wie ich immer weiter versinke. Durch die immer wechselnden Dienste habe ich meinen Psychiater vor ein paar Wochen das letzte Mal gesehen. Ein neuen Termin bei ihm zu bekommen
ist die größte Kunst. So habe ich inzwischen auch meine Tabletten selbst höher dosiert. 150mg mehr Elotril ist auch kein Weltuntergang mehr. Und auch die Termin bei Frau Z. werden immer weniger. Letzte Woche sah ich sie nach vielen Wochen wieder. Diese Frau ist wirklich nett, hört mir auch zu und versteht mich halbwegs. Aber ich werde den Gedanken nicht los, dass ich ihr nicht mehr trauen kann. Es ist zu viel passiert in den letzten Jahren. Ich bin immer wieder von Betreuern, Ärzten und Therapeuten verarscht worden. In den vielen Stunden in denen ich mit all denen zusammen saß, hatte ich das Gefühl, dass alles gut sei. Wochen später erfuhr ich, dass es nicht so ist. Sie konnten mich alle nicht leiden und wollte mich auch nicht bei sich haben. Ich mag schon gar nicht mehr aufzählen bei wie vielen Therapeuten und Psychiatern ich rausgeworfen wurde, wie viele Betreuer ich vergrault habe. Mein jetziger Psychiater und vorallem aber meine letzten Betreuer sind ein gutes Beispiel dafür.

Was ist mit dem ganzen Geschreibe eigentlich sagen möchte: es sind so viele Menschen um mich, die mir helfen wollen. Sie strecken alle ihre Hände zu mir und ich will sie greifen. Aber ich kann nicht mehr. Die Zeit wo ich die ganzen Hände gebraucht hätte, ist vorbei. Wir haben 2014 und nicht mehr 2012.

15. Januar 2014

400.

Immer wenn ich dich ansehe, sehe ich die Zeit vor meinen Augen, die mich glücklich und andererseits auch kaputt gemacht hat. In jedem Treffen hoffe ich nur darauf, dass du mir wirklich zuhörst. Zuhören - dass was kaum noch jemand macht. Aber dann bekomme ich fast immer den gleichen Satz zuhören, du hättest nur wenig Zeit für mich. Andere sind auch noch da. Andere, die Priorität haben. Und so lässt du mich zurück. Alleine und verzweifelt.
Als sie mich gefragt hat, warum ich das Alles nicht mehr möchte, habe ich dich als einen Grund genannt. So wusste sie nun, dass die Bindung zu dir stärker und intensiver ist, als zu ihm. Aber einen Grund habe ich noch verschwiegen. Ich möchte das Alles nicht mehr, weil ich weiß, dass meine Gedanken bald gewonnen haben. Ich bringe es nicht übers Herz, mit dir oder ihm den Schritt über den Abgrund zu wagen. Die Bindung zu dir und zu ihm ist zu intensiv, dass ich euch damit hineinziehe. Mein Wunsch ist es nicht, euch weh zu tun. Auch möchte ich nicht, dass ihr euch die Schuld gebt. Aber das Alles verhindere ich nur, wenn ich euch 'Goodbye' sage und euch vor meinem Sturz in den Abgrund, verliere.

4. Januar 2014

399.

Es sind diese Momente, wo er dir sagt, dass er Zeit für dich hat, aber trotzdem nicht lange bleiben kann. Es ist dieser Moment, wo du dich entschließt, lieber alleine Zuhause zu bleiben und in deinen krassen Suizidphantasien zu versinken, statt das Treffen stattfinden zu lassen.
Ich kann nicht sagen, dass es mir gut geht. Es geht eher in die Richtung, wo ich mir keine Zukunft mehr vorstellen kann.

Ich bin inzwischen umgezogen, habe Hainholz verlassen und bin nach Wülfel gezogen. Habe gestern die Nachricht bekommen, dass ich einen Schulplatz für die Altenpflegeausbildung bekommen habe. Die Zukunft ist gesichert, aber um welchen Preis? Ich habe Angst, riesige Angst. Angst, die sich mit Verzweiflung mischt. Ich weiß nicht mehr, wie lange das noch gut gehen soll. Ich weiß nicht mal, ob ich nächsten Monat meinen 19. Geburtstag noch erleben werde. Ich kann einfach nicht mehr.

24. Dezember 2013

398.

Weihnachten - eine Zeit welche man mit den Liebsten verbingt, sich beschenken lässt und am Tannenbaum zusammen sitzt. Wenn die Beschreibung auf euren Heiligabend zutrifft, na ja.. dann herzlichen Glückwunsch!

Für mich gibts kein Weihnachten. Heute Morgen bin ich noch was für meine neue Wohnung kaufen gegangen (ja, ich ziehe um) und dann war ich auch schon auf der Arbeit. Während die Bewohner im Gottesdienst saßen, saß ich zwischen meinen Kollegen, die alle von ihrem Essen mit der Familie erzählten. Wenn ich gleich Zuhause bin, wartet keine Familie auf mich. Auf mich warten Tabletten, der Fernseher und Klingen.

In diesem Sinne, Frohe Weihnachten!

14. Dezember 2013

397.

''Seit einigen Tagen bin ich wieder am Abgrund. Mit einem Fuß stehe ich noch da, mit dem anderen möchte ich den Schritt vorwärts machen und mich in die Tiefe stürzen. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Jeden Tag fühle ich mich schlechter und inzwischen versuche ich wieder mehr zu hungern. Das Gefühl Nahrung in mir drin zu haben lässt mich noch schlechter stimmen. Geschnitten habe ich mich seit ca 3 oder 4 Wochen nicht mehr. Der Druck ist jedoch geblieben. Ich schneide nicht mehr, aber dafür nehme ich jetzt mehr Tabletten denn je.'' - edit: ich habe solch einen Druck. Ich werde schneiden und keiner kann mich abhalten. H. wird gleich kommen und mich finden. Wird es fürs Krankenhaus reichen? 

7. Dezember 2013

396.Kurt Cobain sagte, ich soll so kommen wie ich bin.

Nur um zu sagen das alles in Ordnung ist und dann aber doch wieder nicht, schreibe ich diesen Post.
Ich vegetiere mal mehr und mal weniger vor mich hin. Versuche mich immer wieder zu motivieren, dass ich noch zur Arbeit gehe, nur um dort zu merken, dass es so viel Kraft kosten wird diese 7 1/2 Stunden durchzustehen. Gehe oft genug über den Flur, hin und her um zu zeigen, dass alles gut ist. Lache mit Kollegen und versuche die ganzen Gedanken und die kranken Fantasien die sich in meinem Kopf zutragen zu überspielen - und das nur an guten Tagen. An schlechten Tagen, gehe ich die Treppe hinunter in den Keller und versuche die Tränen zu verstecken. Frage mich dabei immer wieder, ob ich es bringen kann, wenn ich mich auf der Arbeit verletze. Aber die Vernunft siegt dann doch immer. Wenn Kollegen fragen, warum ich so traurig aussehe, verstumme ich oder gehe gar weg. Keiner soll meine ganzen Gedanken wissen. Möchte nie wieder jemandem so vertrauen wie ich es bisher bei allen gemacht. Menschen zu vertrauen heißt doch entweder, man hat Glück und derjenige nimmt es richtig auf oder man wird bitterlich enttäuscht.
Ich frage mich, wie sehr ich die Menschen in meiner Umgebung enttäuschen werde, wenn ich sie versuche zu verlassen. Besonders in der Gegenwart meines Großvaters kommt diese Frage hoch. Ich sah auf der Beerdigung meiner Oma, wie sehr er verletzt ist. Wie muss es für ihn sein, wenn er vor hinterm meinem Sarg hinterher läuft? Man wird es sehen..




The tutu-project


2. November 2013

395.

Und die Geschichte geht hier weiter: 

http://winterkindersterben.wordpress.com

30. Oktober 2013

394. Pause

Brauche eine Auszeit von dem Ganzen hier. Kein Blog, keine Facebook und wahrscheinlich auch kein Whatsapp mehr. Melde mich, wenn es wieder geht. Bis dahin und stay strong, meine Lieben!

29. Oktober 2013

393. Wenn die Freude in Verzweiflung umschlägt.

Ich kann nicht behaupten, dass es mir gut geht. Noch nicht einmal ansatzweise. Meine Stimmung ist gerade ganz im Minusbereich. Ich bin müde und überfordert mit mir und den Menschen die um mich herum sitzen. Möchte schreien, mich verletzen und ne Überdosis nehmen. Möchte einfach nicht mehr hier sein.

Das Konzert war unter den Umständen ganz okay. Ich möchte so gerne sagen, dass es das beste war. So lange habe ich mich darauf gefreut und dann wurde ich mit jedem Song der auf dem Konzert gespielt wurde, depressiver. Druck kam auf und ich wollte einfach nicht mehr. Die Menschenmassen haben mir so sehr zugesetzt.



25. Oktober 2013

391.

Versuche nicht mehr an das Hier und Jetzt zu denken. Aber es geht einfach nicht. Die Gedanken in meinem Kopf spinnen sich irgendetwas komisches zusammen. Verspüre Freude und Angst zugleich, wenn ich an das denke, was demnächst kommen wird. Weiß nicht, wie ich es den Menschen in meiner Umgebung erklären soll. Weiß nicht, wie sie reagieren werden, wenn sie dich Wahrheit über die Dinge in meinem Kopf wissen. Ich kann so nicht mehr. Ich kann dieses Schicksal nicht akzeptieren, welches man mir in die Wiege gelegt hat. Wieso? Wieso, dieses Hier und Jetzt?

24. Oktober 2013

390.Can everyone hear me ?

Ich ging mit der Hoffnung in das Gespräch rein, dass es mir danach in irgendeiner Weise besser gehen würde. Aber stattdessen, kam ich mit Druck raus. Druck mir meinen ganzen Körper aufzuschneiden.
Sie sagte, sie würde sauer auf mich sein, wenn ich die Hilfe im nächsten Hilfeplangespräch auslaufen lassen würde. Sie denkt nicht, dass ich alleine klar kommen werde und sprach sogar von einem gesetzlichen Betreuer. Als sie dies aussprach, gab ich ihr nur zur Antwort, dass ich noch nicht durch wäre um so einen Betreuer zu bekommen.

Immer wieder merke ich, dass mein Körper am Ende seiner Kräfte ist. Heute morgen bin ich schweißgebadet aufgewacht, konnte mich kaum auf den Beinen halten und hoffte nur noch, dass dieses schreckliche Gefühl schnell vorbeigeht. Ich krallte mich eine halbe Stunde lang an jedem einzelnen Möbelstück in meiner Wohnung fest und schaffte es irgendwie mich fertig zu machen und zur Arbeit zu fahren. In der Bahn merkte ich noch, dass alle mich anstarren. Als ich auf der Arbeit ankam, wurde ich nur noch gefragt, ob alles okay sei...Aber es war nichts okay. Es wird nie wieder okay sein. Nie, nie, nie wieder. Ich möchte nicht mehr in diesem Zustand leben. Ich möchte überhaupt nicht mehr diesen Schmerz und die Verzweiflung erleben. Lasst mich gehen.

23. Oktober 2013

389.

Ich stecke wieder mal fest. Fest in einer Welt, die mich dazu zwingt nicht mehr fröhlich zu sein.
Gestern ging es mir kurz gesagt: miserabel. Schon morgens wollte ich im Bett bleiben und weiterschlafen. Aber ich musste ja zu H. und danach zur Arbeit.
Auf der Arbeit sah man mir an, dass etwas nicht mit mir stimmt. Sie fragten alle, was los sei und warum ich sie nicht einmal angerufen habe.
Und wie immer antwortete ich, dass es mir heute nicht so gut gehen würde. Das Ende vom Lied war, dass ich früher gehen durfte.

Was meinen Urlaub angeht (ab Samstag) empfinde ich immer noch Angst und Freude zugleich...

21. Oktober 2013

388.

I.'s Grab besucht und die Blumen niedergelegt, mir gehts schlechter denn je. 

20. Oktober 2013

387. Oktober 2012 und jetzt, 2013.

Letzte Woche Mittwoch hat sich meine 3. Einweisung zum ersten Mal gejährt. Vor einem Jahr saß ich im Überwachungsraum und habe folgenden Text geschrieben:

'' Gern würde ich zur Klinge greifen und tiefe Krater in meine Haut schneiden. Ich möchte Blut und die Haut sehen die sich weitet. Auseinander geht. Außerdem möchte ich die Narbe sehen, fühlen und anfassen. Ich werde glücklich sein, dass ich sie habe und sie anfangen zu hassen, wenn ich bemerke, dass sie langsam wieder verblasst und irgendwann einfach nicht mehr zu sehen ist. Aber ich weiß genau, dass dann der Kreislauf von vorne beginnt. Der Drang sich zu verletzen wird stärker..Der Kampf im Kopf wird schwächer und ich entscheide mich dazu aufzugeben... Das Blut wird fließen und Gefühle wie Erleichterung und Glück kommen hoch...Die Narbe entsteht..''

Der Text passt zu jedem Moment, wo ich den Drang verspüre mit der Klinge die Haut aufzuschneiden. Genauso wie heute... Er passt zum Hier und Jetzt. Hier und Jetzt wo ich den Drang nachgegeben habe und sah, wie neue Wunden auf einer reinen Haut entstehen..


386. Ich bin das Nichts.

Ich nehme Tabletten und das im Überfluss. Ich setze die Klinge an meine Haut und schneide zu. Ich lache, nur um den Anderen zu zeigen, dass alles wieder in Ordnung ist. Ich streite mit Menschen die mir wichtig sind über unwichtige Sachen und mit welchen, die ich nie wieder sehen möchte. Ich schweige zu Fragen, die ich liebend gerne beantworten möchte, nur um die Konsequenzen daraus nicht tragen zu müssen. Ich weine um die Zeiten, die wichtig für mich waren, nur um einbisschen Halt in meinem Leben zu haben. Ich denke an die Menschen, die ich seit Monaten und Jahren vermisse, nur um zu erkennen, dass sie wirklich für immer weg sind. Ich denke an meine Zukunft nur um mir endgültig bewusst zu werden, dass sie nicht lebenswert ist.

17. Oktober 2013

385. Hoffe du bist angekommen..

Sie war eine ältere Dame, um die 60 Jahre alt. Sie lebte in einem Haus mit ihrer Tochter und ihrem Mann, sowie deren drei Kindern. Das Haus war groß, jeder hatte sein eigenes Zimmer und somit war genug Platz für jeden da. Eines Tages war die ältere Dame mit zwei von ihren Enkeln alleine zu Hause. Das Mädchen spielte. Währenddessen hörte sie auf einmal laute Geräusche vor ihrem Zimmer. Sie ging raus und sah ihre Oma mit einem blutüberströmten Arm. Ihr Bruder sagte daraufhin, dass er seine eigene Oma verletzt habe. Das kleine Mädchen konnte es nicht fassen. Wochen wenn nicht sogar Jahre später, ging sie in das Zimmer ihrer Oma und sah, wie sie und ihre Töchter an einem Tisch saßen. Eine der Töchter nahm das Geld aus ihrer Börse, teilte es auf und nahm eine Hälfte und steckte sie ein. Die andere Hälfte nahm die andere Tochter der Frau und steckte sie ein. Nachdem das kleine Mädchen dieses sah, konnte sie es nicht genau einordnen. Sie ging wieder in ihr Zimmer und legte sich ins Bett. Der Alltag kehrte sich ein und somit ging alles wieder gleich ab. Die Dame musste alleine auf ihrem Zimmer essen, während ihre Tochter und ihre Enkel alle unten beisammen saßen und aßen. Der Dame wurde verboten das Familienbad zu benutzen, stattdessen musste sie in die Scheune gehen. In dieser befand sich ein kleiner Raum, indem man ein kleines Waschbecken und ein Plumpsklo fand. Es gab weder warmes Wasser noch eine Heizung.
Irgendwann machte das Herz der alten Dame nicht mehr mit und so kam sie in ein Altenheim und wohnte dort in einem kleinen Appartment, bis sie schließlich wieder ins Krankenhaus kam. Dort verstarb sie dann auch im Alter von 65 Jahren. 

25.03.1938 - 04.10.2004

Dies ist die Geschichte von meiner Oma. Ich weiß gar nicht genau, wann sie in das Haus mit einzog. Ich weiß eigentlich kaum etwas von dieser Frau. Bis auf eins (was mir heute endgültig klar geworden ist): meine eigene Oma wurde von ihren eigenen Töchtern jahrelang, wenn nicht sogar jahrzehntelang misshandelt. 
Ich bin froh, dass sie am Ende in ein Pflegeheim kam. Wenigstens konnte sie dort ein paar letzte Monate in Ruhe und Frieden leben, bis sie viel zu früh von uns ging. 

14. Oktober 2013

383. Like diamonds in the sky.

Der meistgehörte Satz auf der Arbeit war heute, nachdem ich Dienstagnacht die Nachtwache verheult anrief: "Geht's dir wieder besser?" Und immer wieder sagte ich ihnen, dass es mir gut gehen würde und setzte somit  brav meine Maske auf.

Aber gehts wirklich wieder? Die letzten Tage war ich teilweise wieder so fertig, dass ich die Zeit nicht ohne einen Lebensvertrag verbringen konnte. Heute ist der erste Tag nach knapp 2 Wochen, wo ich keinen Vertrag mehr habe. Und mir gehts zwar ein wenig besser, aber trotzdem kann ich noch nicht einmal versprechen, dass ich mich heute nicht erneut verletzen werde. Leider ist die Wunde von letzter Nacht nicht tief genug geworden, sodass ich wirklich zufrieden sein kann. Krank ich weiß....

Ich hab zwei gute Neuigkeiten, die ich euch nicht verheimlichen wollte:
1. U. Ist heute aus dem Urlaub gekommen und wir hatten gleich schon einen Termin zu zweit. Als ich ihm sagte, dass ich Angst vor meinem Urlaub hätte, sagte er mir nur noch, dass wir uns gerne mal einen Tag eine Auszeit nehmen können und irgendwo hinfahren können. Zwei Wochen habe ich Zeit zu überlegen.
2. Nachdem ich gedacht habe, dass ich (dank den Medis) nie wieder hungern könnte, habe ich es heute wieder geschafft. So langsam aber sicher bekomme ich anscheinend mein altes Essverhalten wieder. Das Verhalten, dass ich zuletzt im Mai hatte und kaum mehr als 200 Kalorien zu mir nahm... Ja ich weiß, dass es eigentlich kein Grund zur Freude ist. Aber jemand wie ich, der die Nahrung nicht mehr genießen kann und es nur noch als ein Mittel zur Bestrafung sieht. . Na ja.. bei dem ist es so ein Verhalten das Richtige!
Besser hungern als fressen..

13. Oktober 2013

382. Everybody lies.

Vorhin habe ich kurz mit H. telefoniert. Er fragte, wie es ausschaut und ich sagte ihm wie immer, dass es passen würde. (Ich kann ihm ja schlecht sagen, dass es gar nicht mehr geht und ich ihn dringend brauche. Ich darf keineswegs Schwäche vor ihm vortäuschen. Niemals!) Er fragte mich noch, ob ich mit ihm und den anderen heute Abend noch Billiard spielen wollen würde. Ich sagte ihm, dass ich auf keinen Fall mitkommen wollen würde und so kamen wieder und wieder die Gedanken hoch, dass ich nicht mehr dazugehöre...Ich weiß ganz genau, dass es mich nur noch mehr runterziehen würde. Und dann legte er auf. Ich blieb kurz stumm sitzen und dann brachen die Tränen aus mir heraus.

Und nun sitze ich hier und denke daran wie es ist, wieder den Schmerz zu fühlen. Der Schmerz der ensteht, wenn man sich die Klinge in den Arm rammt und diese dann durch die Haut zieht. Aber ich darf es nicht. Ich darf mich nicht wieder verletzten, denn immerhin muss ich morgen wieder arbeiten und wie soll ich die neuen Wunden erklären ? Sagt es mir, wie soll ich die erklären ?

381. Ich möchte dich doch nur einmal wiedersehen, dich umarmen.

Ich weiß nicht was ich bei ihr falsch gemacht habe. Wir sahen uns das letzte Mal vor gut einem Jahr. Sie sagte mir noch, dass sie sich bei mir melden wird. Sie wollte sich meine Wohnung angucken. Und dann kam nichts mehr. Keine Antwort. Noch nicht einmal, als sie 6 Monate später Geburtstag hatte und ich ihr alles Gute wünschte. Warum meldest du dich nicht? Warum muss ich wieder einen geliebten Menschen gehen lassen ? Bald bin ich alleine und das wars dann. Mir wird alles zu viel. Warum kann ich nicht noch einmal 17 Jahre alt sein ? Dann könnte ich wenigstens wieder in die KJP nach Wunstorf. An den Ort, wo ich das letzte Mal wirklich glücklich war..

12. Oktober 2013

380. Sie ist es nicht und wird es nie werden.

Sie war wieder hier und ist damit einfach in meine Privatsphäre eingedrungen. Sie hat mich so genannt, wie es eine Mutter zu ihrer Tochter machen sollte. Aber für mich ist sie nicht meine Mutter. Egal was passieren wird. Sie wird es nie werden. Und zum Schluss, besaß sie noch die Frechheit mich anzufassen. Ich hätte am liebsten angefangen zu schreien und zu weinen. Die Nähe fühlt sich so an, als würde man mich in Lava schmeißen. Lieber Gott, warum diese Familie?

379.


378. Dieses eine Sprichwort.


''Es gibt Menschen, deren Schicksal es ist an einem Suizid zu sterben.''

Es geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Glaube inzwischen immer mehr, dass ich solch ein Mensch bin. Sehe nur noch das negative im Leben und glaube nicht mehr daran, jemals glücklich zu werden. Und dieses Gefühl wird immer wieder durch Personen in meinem Umfeld gestärkt. Sie schreien mich an und zetteln immer wieder ein Streit mit mir an und sagen, dass ich mich ändern muss, dass ich sie nicht mehr so schlecht behandeln soll. Sie haben alle Recht. Ich bin nichts wert. 

8. Oktober 2013

377. Unglücklich, verzweifelt - einfach depressiver.

Und wieder sitze ich hier und möchte schreien, weinen und vorallem wieder richtig tief ins eigene Fleisch schneiden. Meine Lage spitzt sich immer mehr zu. Ich werde immer unglücklicher, verzweifelter - einfach depressiver. Möchte raus aus Hannover und nie mehr wiederkommen. Nie mehr zur Arbeit gehen, obwohl ich weiß, dass dann der Teufelskreis endgültig seinen Lauf nehmen würde.
Am liebsten wäre ich jetzt gerne in Wunstorf und würde mir das schöne Klinikgelände im Herbst ansehen... wie vor einem Jahr. Vor einem Jahr hatte ich noch eine Familie und selbst die Suizidgedanken waren nicht jeden Tag da...Und jetzt habe ich nichts mehr.

Machts gut, ich muss zur Arbeit!

5. Oktober 2013

375. Ich tanze im Regen, damit mich keiner weinen sieht.

Ich könnte den ganzen Tag nur weinen und schreien. Bin am Ende meiner Kräfte und suche nur noch nach Möglichkeiten um bald von dieser Welt zu kommen. Jeden Tag aufs Neue quäle ich mich, um den Tag zu überstehen. Und jeden Tag frage ich mich, was das Ganze überhaupt noch soll. Möchte nicht mehr.

3. Oktober 2013

374. Will auf und davon

Und immer wieder verstecke ich alles, was mich ausmacht. Nur zwei Menschen kennen meine wahren Gedanken und Gefühle. Bei Ihnen kann ich ehrlich sein. Aber sie gehören auch zu dem Kreis, die sich am meisten Sorgen um mich machen und wollen, dass ich jede Woche aufs Neue einen Lebensvertrag unterschreibe. 


Vormittags spiele ich die Glückliche. Sorge mich um die Menschen und versuchte krampfhaft meine Arme zu verstecken. Bis zu dem Punkt, wo ich gemerkt habe, dass die Anderen aus dem Team gar nicht wissen, was diese roten Linien auf meinem Arm zu bedeuten haben. Immer wieder fragte man mich, wer mich denn gekratzt hätte. Man sagte, dass es schlimm aussehen würde. Sieht es wirklich so schlimm aus ? Ich erkenne dies nach 5 Jahren SvV gar nicht mehr. 

In der letzten Woche hatte ich einen Termin bei meinem Psychiater. Ich erzählte ihm die Geschehnisse aus den letzten Wochen und sagte, dass das Citalopram und das Truxal nicht mehr helfen würde. Er verschrieb mir neue und stärkere Medikamente und fragte mich, ob wir uns beim nächsten Termin Anfang November sehen würden. Ich konnte es nicht versprechen und so ging ich...




20. September 2013

373. Zurück aus dem Untergrund.

Die letzten Tage vergingen sehr langsam. Eigentlich hätte ich diese Woche mein Einführungsseminar vom FSJ gehabt, aber (so wie ich bin) hab ich schon Freitag der Frau vom SPD geschrieben, ob sie mich nicht krankschreiben kann. Gesagt getan. Nun sitze ich seit letztem Freitag in meiner Wohnung und hab mich immer nur kurz aus dieser heraus getraut.

Am Mittwoch war ja auch noch mein Jahrestag.. Vormittags hatte ich einen Notfalltermin im SPD, irrte nach dem Gespräch planlos durch die Innenstadt und fand mich dann irgendwann bei der Ergotherapie wieder.
Meine Stimmung war währenddessen recht gut. Ich habe mit meiner Ergotherapeutin verschiedene Spiele gespielt und immer wieder gewonnen :) Jedoch sank meine Stimmung auf dem Weg nach Hause immer weiter, sodass ich bereits die Vivinox-Schachtel in der Hand hatte und ernsthaft am Überlegen war, die ganzen Pillen zu nehmen. Ich entschied mich dann jedoch einen Abschiedsbrief zu schreiben. Ohne Brief kein Suizid, das ist klar. Irgendwer muss doch die Gründe wissen, warum ich mich für diesen Schritt entschlossen habe.

Morgen muss ich wieder arbeiten und ich weiß noch nicht einmal, wie ich das schaffen soll. Durch die kleine Überdosis von letzter Nacht, ist mir immer noch schlecht. Vielleicht ist es ja bis morgen Mittag auch wieder weg? Ich freue mich (kann ich das denn wirklich noch?) auf die Senioren und auf meine neue Anleiterin.

Am Montag hat dann übrigens auch meine Tante Geburtstag (mir ist grad aufgefallen, dass ich am 23.09.2009 in die KJP zwangseingewiesen worden bin) und ich sehe meine Patentante und meinen Opa wieder. Mal schauen, wie beide auf mich reagieren werden... Ich glaube, sie haben immer noch so ein schlechtes Bild von mir.


16. September 2013

372. Für immer dein.

Immer wieder kommen die Gedanken daran hoch, wie schön es wäre, jetzt und hier tot umzufallen. Wieder und wieder bekomme ich Gefallen daran, was für ein schönes Gefühl es wäre. Und immer noch fühlt es sich so an, als würde es keine vier Jahre, sondern nur ein paar Wochen her sein.
Ich fühle mich allein gelassen, verzweifelt und ekelhaft.

Zwar habe ich bis nächste Woche Dienstag einen Lebensvertrag, aber wer hindert mich daran ? Wer, um Gottes Willen, hindert mich daran die gesammelten Tabletten alle auf einmal zu nehmen und endlich zu sterben.

Die Beerdigung vom Samstag hat mich, ja, geschockt. Aber vorallem hat sie in mir das Gefühl entfacht, dass ich soetwas auch haben möchte. Krank, ich weiß. Aber ich möcht einfach nicht mehr.

Achja... und nur weil ich immer noch nicht tot bin, heißt es nicht, dass ich an meinem Leben festhalte. Im Gegenteil ich warte nur auf den richtigen Moment.

15. September 2013

371. Wo das Licht nicht scheint.

''Was hast du so schlimmes getan, dass du dir nicht erlaubst glücklich zu sein?''

Diese Frage muss ich mir inzwischen immer häufiger anhören. Ich habe lange darüber nachgedacht um endlich eine richtige Antwort auf die Frage geben zu können. Glücklichsein bedeutet für mich, dass ich im reinen mit mir selbst bin. Und das bin ich nicht. Ich mag mich nicht. Aber der größte Punkt ist, dass ich deswegen nicht glücklich sein will, da ich überhaupt nicht leben will. Wieso sollte ein Mensch, der nicht leben will, glücklich sein ? 

Heute war ich mit jemandem verabredet, nachmittags. Da ich aber bis halb 5 geschlafen hatte, habe ich das Treffen verpasst. Als ich auf mein Handy geschaut habe, sah ich, dass ich zig Anrufe und Nachrichten hatte. Als ich zurückrief, bekam ich zu hören, dass man sich Sorgen um mich gemacht hat. Man glaubte, dass ich mich umgebracht hätte. Weiterhin wurde ich dann auch noch gefragt, ob es okay wäre, wenn wir nächste Woche doch noch zum Friedhof fahren würden. ''Nicht das du wieder so einen drolligen Moment bekommst. Und ich dann Schuld bin.'' Am liebsten hätte ich folgendes gesagt: ''Mach dir keine Sorgen, ich hatte eigentlich schon geplant, dass ich mich zwei Tage vorher umbringe. Du wirst also keine Schuld haben.'' Und so ist es. Keiner wird Schuld haben. 

14. September 2013

370. Beerdigung

Ich sah viele Menschen, die um ein junges Mädchen trauerten. Ein Mädchen, dass mit 17 Jahren freiwillig aus dem Leben schied. Ich sah eine Mutter und einen Vater die ihr eigenes Fleisch und Blut zu Grabe trugen. Und ich sah einen Bruder, der nur noch am weinen war.
Es war auf einmal so real. Die ganze Zeit fühlte es sich so an, als würde es nur ein schlechter Scherz sein.
Aber es ist wahr. Ich stand mit L. zusammen vor ihrem weißen Sarg und legte eine Kerze nieder. Sah beim zurückgehen die Schockierung in den Gesichtern. Die Fassungslosigkeit über die Art und Weise.
Bemerkte, dass selbst Betreuer und Therapeuten aus der Klinikzeit da waren. Ihre Lieblingsbetreuerin weinte.
Es wurde ein Teil aus ''Der kleine Prinz'', ihrem Lieblingsbuch vorgelesen. Es berührte die Menschen, sie weinten noch mehr. Es wurden Lieder gespielt...
Ich glaube ich werde nie wieder so unbefangen ''Lykke Li - I follow rivers'' und ''Rihanna - Diamonds'' hören können.

06.04.1996 - 09.09.2013


13. September 2013

369. Ruhe in Frieden

Ich bin von der Nachricht ihres Todes gelähmt. Bei jedem anderen hätte ich vermutet, dass derjenige einen Suizid begeht, aber nicht sie. Sie war immer die Fröhliche, die Starke.
Es ist aber auch nicht nur ihr Tod, der mich so schockiert. Es ist, wie sie sich das Leben genommen hat. Diese brutale Art und Weise... Ich hoffe, dass sie nun ihren Frieden gefunden hat. Rest in Peace, liebe I.

368. Mein ganzes Ich.

Mein ganzes Ich stirbt immer mehr und mehr. Und ich werde mich hüten und etwas dagegen machen, denn vielleicht ist es diesmal so vorher bestimmt. Vielleicht soll ich dieses Mal an meinem Jahrestag sterben.

Zur Zeit schlafe ich sehr schlecht. Pro Nacht schlafe ich höchstens 5 stunden (heute waren es sogar nur 3 1/2 Stunden) und dazu träume ich jede Nacht fast das Gleiche. Ich werde jede Nacht (zwar immer auf unterschiedliche Weise) von irgendwem gejagt und ermordet.
Inzwischen bekomme ich immer mehr Angst...

Ich möchte einfach nur weg. Schlafen...

11. September 2013

367. Innerlich am zerbrechen.

Inzwischen habe ich meine Maske wieder ausgesetzt. Ich bin nach meinem kleinen Zusammenbruch vom Freitag nur noch am lächeln und erwecke den Eindruck, dass alles wieder gut ist. Doch das ist es keinesfalls. Ich bin innerlich am zerbrechen. Jede Sekunde könnte ich anfangen zu weinen, zu schreien, zu schneiden.
Es ist so viel in meinem Kopf. So viele Gedanken, doch durch mein Handicap weiß ich nicht wie ich damit umgehen soll. Ich kann kein einziges Gefühl richtig empfinden. Fühle mich innerlich einfach nur noch tot.

Das FSJ strengt nicht so an, wie ich es am Anfang immer gedacht habe. Da ich inzwischen eine neue Anleiterin bekommen habe (und mit der alten noch nicht einmal mehr zusammen arbeiten muss) geht es auch wieder auf Station. Als ich heute zum Dienst gekommen bin, habe ich erfahren, dass eine Frau verstorben ist. Es kam so plötzlich, denn eigentlich hatten wir gestern Morgen noch gedacht, dass eine vollkommen andere Frau bald sterben wird (aber ihr geht es inzwischen wieder besser). Es ist bloß so irreal. Gestern Mittag habe ich der Verstorbenen noch das Mittagessen angereicht und 10 Stunden später ist sie tot gewesen. 

Ruhen sie in Frieden, Frau E. !

Während meines Dienstes hat mich eine Kollegin auf einmal gefragt, ob ich mich ritze. (Anscheinend ist mein Ärmel nach oben gerutscht.) Ich sagte ''ja'' und zog mein Ärmel bis zum Ellenbogen hoch und das Einzige was sie sagte war ''Oh mein Gott''. Als ich ihr dann noch erzählte, dass ich bereits drei mal in der Psychiatrie war und schon versucht habe mich umzubringen, meinte sie nur, dass man mir die ganzen Probleme nicht ansehen würde. Und ja, das hat gesessen. Es hat mir nur wieder verdeutlicht, dass sie Maskerade bzw. das Versteckspiel auf der Arbeit besser denn je ist.

Ab heute ist H. im Urlaub und wiederkommen tut er erst zwei Tage nach seinem Geburtstag. Als ich am Freitag den Zusammenbruch hatte, kam er noch bei mir vorbei und nahm (als er ging) meine ganzen Tabletten mit. Seit Montag lag ich ihm in den Ohren, dass ich sie unbedingt wieder haben will und ta daaa... Ich darf in die WG fahren und sie mir abholen. Dabei habe ich die ganze Zeit gedacht, dass ich sie nie wieder bekommen werde...

9. September 2013

366. Wünsche und Träume.

In mir drin sind so viele Gedanken und Gefühle. Einerseits möchte ich sie jemandem erzählen aber andererseits, weiß ich nicht wem ich sie anvertrauen kann. Ich habe in den letzten Tagen gesehen, dass es keine gute Idee war H. alles zu erzählen.. Erst heute sagte er wieder, dass er wegen meiner Hirngespinst sauer gewesen sei. Und dann schnitt er wieder mein größtes Problem an:
er sagte mir, dass ich die Gespräche (die ich nur mit ihm machen möchte) auch mit U. machen soll. U. müsste es vorallem auch deswegen machen, weil H. nur noch bis November für mich zuständig ist.
Ich habe solch eine Panik davor. Wenn ich H. verliere, gebe ich U. gleich mit ab. Lieber H. als U.

Bei der Arbeit läuft es ganz ok. Ich bin froh, dass ich im Moment in einer anderen Schicht als meine Anleiterin arbeite und dementsprechend in Ruhe arbeiten kann. Ich werde morgen früh noch einmal mit einer Kollegin über das Ganze reden und danach werde ich auch noch das Gespräch mit der Pflegedienstleitung suchen.

Heute ist der 13. Tag ohne eine neue Wunde. Ich würde mich am liebsten verletzen, aber durch die Arbeit bin ich Nachmittags so fertig, dass ich noch nicht einmal zum DM komme und neue Klingen zu kaufen.



Ich wünsche euch eine gute Nacht und schlaft gut!

365. Coming home.

Und nächste Woche ist es soweit - Freude und Angst zugleich.

7. September 2013

364. Vor einem Jahr.

Der 7.9.2012 fiel auf ein Freitag. Ich ging in die Schule und kam um 15 Uhr zurück in die WG. Dort warteten schon meine beiden Betreuerinnen auf mich und fragten mich, ob ich Suizidgedanken hätte. Ich wusste nicht, warum sie mich fragten. Bis sie sagten, dass sie einen Anruf bekommen hätten und daraufhin in meinem Zimmer einen Abschiedsbrief  gefunden hätten. Ich rannte nach oben, schmiss meine Sachen auf den Fussboden und griff zu einer Klinge und rannte hinaus in den Garten. Ich versteckte mich hinter dem Schuppen, in der Hoffnung sie würden mich nicht finden. Nach kurzer Zeit kamen sie jedoch schon und sagten zu mir, dass ich jerzt zwei Möglichkeiten hätte: entweder ich fahre freiwillig mit in die KJP oder sie rufen die Polizei zur Hilfe.
Eine Stunde später befand ich mich in der KJP und versuchte mit aller Kraft nicht eingewiesen zu werden. Ich hatte gute Chancen, bis auf einmal die Ärztin in den Raum kam, mit der inzwischen schon mehrmals zu tun hatte. Sie war schwerer zu überzeugen, aber ich schaffte es und konnte (mit festen Bedingungen) nach Hause.

Heute (ein Jahr später) sind die gleichen Gedanken wieder da.
Ich kann nicht mehr.

6. September 2013

363. Mit Sicherheit.

Wenn es nicht in 12 Tagen passieren wird, dann wird es am 10. November zu 100%  passieren.

5. September 2013

362. Wo die Zeit scheinbar niemals vergeht.

Die beiden gehen mir im Moment wieder einmal sehr auf die Nerven. Wenn ich den einen anrufe, dann bekomme ich nur eine genervte Stimme zu hören und bei dem anderen stoße ich einfach nur noch auf Granit. Ganz ehrlich ? Ich habe einfach keine Lust mehr auf euch. Ihr seit mir zwar sehr ans Herz gewachsen, aber so bringt es auch nichts mehr.. Am Besten, ich beende das hier und jetzt. Schluss, aus, vorbei!!

Im Moment bin ich kaputt und müde. Der Stress mit den beiden, das frühe Aufstehen und meine Anleiterin saugen mich komplett aus. Ich bin froh, dass ich heute meinen Dienst schon hinter mir habe und dass ich morgen frei habe. 

In 2 Wochen ist es dann endlich wieder so weit.

4. September 2013

361. Lage.

Stimmung ist nicht die Beste, aber was soll's. Bei der Arbeit, kommt so langsam die Routine und die Fehler werden weniger. Mit H. und U. läuft es meiner Meinung nach sehr schlecht, aber ich weiß auch nicht wirklich was ich machen kann. Shit happens!

Bis die Tage!

2. September 2013

360. Kurzes vom Tag.

Ich konnte den Schock, die Unverständnis und die Ratlosigkeit in H. Gesicht sehen. Er blieb die ganze Zeit stumm vor mir sitzen und erst als ich gehen wollte, meinte er dass ich doch noch bleiben soll. Wir müssten über die Sache dringend reden, aber ich ging.
Jetzt herrscht Funkstille zwischen uns. Ich muss die Sache irgendwie klären. Irgendwie.

Heute kam der Tag, vor dem ich  die letzten Wochen und besonders heute Morgen noch solche Angst hatte. Gestern begann offiziel mein FSJ, jedoch musste ich heute erst anfangen. 
Die Zeit verging den Vormittag über sehr langsam, aber um 13 Uhr hatte ich es dann auch endlich geschafft. Ich musste dann nur noch auf den Spätdienst warten und die Übergabe mitmachen. 
Bis Donnerstag habe ich nun Frühschicht, Freitag habe ich frei, aber dafür muss ich das Wochenende durcharbeiten. Yeah -.-''

Macht's gut (und besser als ich) und schlaft schön  :*