17. Oktober 2013

385. Hoffe du bist angekommen..

Sie war eine ältere Dame, um die 60 Jahre alt. Sie lebte in einem Haus mit ihrer Tochter und ihrem Mann, sowie deren drei Kindern. Das Haus war groß, jeder hatte sein eigenes Zimmer und somit war genug Platz für jeden da. Eines Tages war die ältere Dame mit zwei von ihren Enkeln alleine zu Hause. Das Mädchen spielte. Währenddessen hörte sie auf einmal laute Geräusche vor ihrem Zimmer. Sie ging raus und sah ihre Oma mit einem blutüberströmten Arm. Ihr Bruder sagte daraufhin, dass er seine eigene Oma verletzt habe. Das kleine Mädchen konnte es nicht fassen. Wochen wenn nicht sogar Jahre später, ging sie in das Zimmer ihrer Oma und sah, wie sie und ihre Töchter an einem Tisch saßen. Eine der Töchter nahm das Geld aus ihrer Börse, teilte es auf und nahm eine Hälfte und steckte sie ein. Die andere Hälfte nahm die andere Tochter der Frau und steckte sie ein. Nachdem das kleine Mädchen dieses sah, konnte sie es nicht genau einordnen. Sie ging wieder in ihr Zimmer und legte sich ins Bett. Der Alltag kehrte sich ein und somit ging alles wieder gleich ab. Die Dame musste alleine auf ihrem Zimmer essen, während ihre Tochter und ihre Enkel alle unten beisammen saßen und aßen. Der Dame wurde verboten das Familienbad zu benutzen, stattdessen musste sie in die Scheune gehen. In dieser befand sich ein kleiner Raum, indem man ein kleines Waschbecken und ein Plumpsklo fand. Es gab weder warmes Wasser noch eine Heizung.
Irgendwann machte das Herz der alten Dame nicht mehr mit und so kam sie in ein Altenheim und wohnte dort in einem kleinen Appartment, bis sie schließlich wieder ins Krankenhaus kam. Dort verstarb sie dann auch im Alter von 65 Jahren. 

25.03.1938 - 04.10.2004

Dies ist die Geschichte von meiner Oma. Ich weiß gar nicht genau, wann sie in das Haus mit einzog. Ich weiß eigentlich kaum etwas von dieser Frau. Bis auf eins (was mir heute endgültig klar geworden ist): meine eigene Oma wurde von ihren eigenen Töchtern jahrelang, wenn nicht sogar jahrzehntelang misshandelt. 
Ich bin froh, dass sie am Ende in ein Pflegeheim kam. Wenigstens konnte sie dort ein paar letzte Monate in Ruhe und Frieden leben, bis sie viel zu früh von uns ging. 

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