... sitze hier vor meinem Computer und denke an die letzten 3 Jahre. Unglaublich, heute vor 3 Jahren bin ich das 1. Mal in die geschlossene Psychatrie gekommen.
Es ist so viel schönes aber auch schreckliches in den letzten Jahren passiert. Ich habe eine Menge Menschen kennen und lieben gelernt, die Schule halbwegs gut geschafft und jetzt versuche ich meinen Traum zu verwirklichen, indem ich auf die Fachoberschule gehe. Aber es ist auch so viel negatives passiert. Die Menschen, die in den letzten 3 Jahren gestorben sind, die erneuten Beinahe - Aufenthalte in der Psychatrie und der Suizidversuch vor knapp 3 Jahren.
Eigentlich ist es doch gut, was ich geschafft habe.. oder ? Ich müsste stolz auf mich sein,.. .. dass ich solange nicht mehr in der Psychatrie gewesen bin. .. dass ich den Abschluss geschafft habe. .. dass ich den Schulplatz bekommen habe. .. dass ich in 2 Monaten meine eigene Wohnung habe und endlich ohne jemand anderen leben kann.
Ja, ich müsste stolz auf mich sein.. Dennoch sehe ich mir die Seite der Online Apotheke an. Ich entdecke die Schlaftabletten, die ich bei meinen Suizidversuchen genommen habe. Am liebsten möchte ich auf den ''Bestellen - Button'' klicken und sie dann nächste Woche nehmen. Aber nein.. ich bleibe stark. Von den 50 Tabletten würde ich sowieso nicht sterben.
Nach dem stressigen Tag gestern, ging es mir besonders schlecht. Ich wollte mit meinem Betreuer reden, ihm erzählen wie es mir geht und alles. Wir haben mich uns dann auch zusammen gesetzt und ich hab ihm auch ein wenig erzählt , zum Beispiel dass es am Dienstag extrem knapp war. Hätte ich Tabletten an dem Abend gehabt, hätte ich mich versucht zu töten. Jedoch ist nichts mehr so, wie es einmal war. Mit meinem Betreuer habe ich mich immer gut verstanden und ich konnte mit ihm auch immer gute Gespräche führen. Gestern war jedoch alles anders. Er hat mich die ganze Zeit gefragt, was ich mir von dem Gespräch erhoffe und ich wusste nicht wirklich was ich sagen soll. Die Schule habe ich heute nicht geschafft. Ich bin in der 3. Stunde nach Hause gegangen und hab meiner Lehrerin gesagt, dass ich ein Arzttermin hätte. Sie hats geglaubt, aber sie hat mich trotzdem noch gefragt, was denn los sei. Ich hab nichts gesagt. Ich bin standhaft geblieben. Nachher habe ich Therapie. Krisentermin. Ich habe große Angst vor dem Termin, da ich glaube, dass sie mich einweisen lassen will und na ja..das geht gar nicht!!
Nun ja... meine Stimmung hat den Tiefpunkt erreicht.
Gestern Abend war es schon schlimm, aber meine Gefühle übertreffen den Abend von gestern. Eine meiner Mitbewohnerin, hat mir bei facebook geschrieben, dass sie sich umbringen will und nur noch auf den einen richtigen Moment wartet.. Und na ja.. da ich selbst bereits zwei Versuche hinter mir habe, habe ich versucht ihr klar zu machen, dass es Unsinn ist und dass es nichts bringt. Man landet nur auf der Geschlossenen. Später habe ich es noch meinem Betreuer gezeigt ..
Die Nacht war dann beschissen, hab wegen den Tabletten kaum geschlafen und das setzt mir grad ein wenig zu.. Außerdem hab ich Druck und vorallem aber, verspüre ich seit heute morgen wieder enormen Selbsthass. Was dazu führt, dass ich gerade wieder in diese Phase der Essensverweigerung abrutsche. Ich bin froh darüber.
Den Nachmittag habe ich mit meiner Betreuerin in der Stadt verbracht. Wir waren im '' Roof Garden'' und eigentlich wollte ich nichts bestellen, aber dann habe ich aus Höflichkeit eine Cola bestellt. Getrunken habe ich sie aber nicht. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr und wollte nach Hause, da meine Gedanken nicht die Fresse halten und ich drohte zu weinen. Aber meine Betreuerin wollte noch unbedingt einen Film aus der Videothek holen. Gut, haben wir auch gemacht.
Jetzt sitze ich hier in meinem Zimmer und heule. Warum ? Nun ja.. meine Betreuerin ist mit meiner Mitbewohnerin auf dem Weg ins Krankenhaus, besser gesagt, auf dem Weg in die Psychatrie. Mir setzt das zu, da ich enormen Druck habe und keiner um mich ist. Außerdem, bin ich eifersüchtig. Ich möchte in die Psychatrie!