16. November 2014

493. Denn wenn du gehst, nimmst du alle Farben mit.

In den letzten 2 1/2 Wochen sind Dinge passiert, die ich nur schwer in Sätze formulieren kann. Es ist immer sehr schwierig von Dingen zu berichten, die bereits einige Tage her sind. 
Meine Stimmung fährt im Moment Achterbahn. Es geht mir tagelang gut und dann wieder wochenweise schlecht. Es hat alles damit angefangen, dass ich bei facebook ein Profil einer ehemaligen Mitschülerin aus meiner Geburtsstadt gefunden habe. Ich las mir ihr Profil durch und sah, dass sie inzwischen ihr Abitur geschaffen hat und jetzt auf eine Uni geht. Nachdem ich das las, schaute ich mir ihre Freundesliste durch und sah weitere Mitschüler von damals. Jeder einzelne von ihnen hat es geschafft auf eine Uni zu gehen oder verbringt gerade ein Jahr im Ausland. Sie haben das geschafft, wovon ich seit Jahren träume. Alle samt haben mich schikaniert, ausgerenzt und psychisch so sehr unter Druck gesetzt, dass heute so kaputt bin. 
So blieb es natürlich nicht aus, dass ich Druck bekam und wütend wurde. Da ich mich jedoch seit Anfang August nicht mehr verletzt habe, blieb mir nur eine Möglichkeit: eine Überdosis. 
Da ich mich nur 'verletzen' wollte, blieb es bei einer kleinen Überdosis. Auf jeden fall reichte es für einen kompletten Sonntag mit starken Schmerzen im Bett. Ein Sonntag, wo ich eigentlich nur an meinen Vater denken wollte, denn immerhin war es doch sein Geburtstag. Ich wollte an ihn denken und nicht durch so eine Aktion diesen Tag komplett vergessen.
Psychisch am Boden wachte ich am Montagmorgen auf und versuchte die Hoffnung aufwecken zu lassen, dass ich den Tag ohne einen Zwischenfall packe. Aber der Jahrestag meines zweiten Suizidversuches war nervenaufreibend. Bis zum Mittag war alles ok, bis dann meine Chefin anrief und fragte, wo ich denn sei. Ich wusste nicht wirklich was sie meinte, denn eigentlich hatte ich doch frei. Aber ihrem Anschein nach, war dies nicht so. Sie hätte bereits vor zwei Wochen einen Dienst für diesen Tag einen Dienst eingetragen. So fest von dieser Aussage überzeugt, ließ sie mir keine Wahl und somit musste ich, mit Protest, zum Heim fahren. Ich diskutierte lange mit ihr, da ich am Abend meinen Nebenjob anfangen sollte. Nach zwei stressigen Stunden auf der Etage im Heim durfte ich gehen und fing meinen Nebenjob an. Dieser Nebenjob bereitet mir wirklich Freude. 
Am Mittwochabend ging es mir wieder schlechter, sodass ich Angst hatte, wieder eine Überdosis zu nehmen oder gar meine drei Monate ohne das Schneiden aufzugeben. Ich entschied mich zu eine eMail an den Psychiatrischen Dienst zu schreiben. Gegen ein Uhr nachts war ich fertig und hoffte, auf eine schnelle Antwort. 
Die bekam ich am Donnerstagmorgen, mitten in der Schulzeit. Nachdem ich meinem Lehrer kurz die Situation erklärt hatte, durfte ich ohne Wiederworte gehen. 
Die anderthalb Stunden bei Frau Z. halfen ein wenig, mehr nicht. Aber sie schrieb mich erst einmal krank, sodass ich nicht zur Arbeit ins Heim gehen musste. Als ich meiner Chefin das mitteilte, konnte ich merken, was sie am liebsten dazu gesagt hätte. Doch ihre Frage war nur, was los sei und ein anschließendes 'ok'. Am Abend traf ich mich noch mit G. und wir redeten lange über die Arbeit. Und so erzählte ich ihr auch, dass ich dabei bin mir eine andere Praktikumsstelle zu suchen. Oder würdet ihr euch immer wieder entschuldigen wollen, wenn ihr einfach krank seit und nicht kommen könnt? Nein? Ich auch nicht. 
Vor zwei Tagen hatte ich dann noch einen Termin bei meinem Psychiater. Nachdem ich den Termin davor einfach abgesagt hatte, ließ er diesesmal keine Wiederworte zu. So saß ich also in seinem Büo, erzählte, dass es mir nicht gut geht. Er ging nicht wirklich darauf ein, aber lobte mich dafür, dass ich mich solange nicht selbstverletzt habe. Aber zu der Bitte, etwas an der Medikamentation zu ändern, sagte er nur, dass er es so lieber belassen möchte. Es waren die gleichen Worte wie vor 5 Monaten. 
Wie kam ich nur auf die Idee, dass er sich jetzt dazu durchringen könnte?


14. November 2014

29. Oktober 2014

490. Lebenslange Haft im eigenen Körper.

Und so habe ich Dinge erfahren, die ich nicht wissen wollte. Sie sprachen die ganze Zeit von Dingen, die mich im gleichen Moment tief verletzt haben. Keiner der beiden wusste, was sie damit in mir auslösten. Aber ich sagte ihnen auch nicht, wie es in mir ausschaut.  
Ich habe immer gedacht, das es sich gut anfühlen würde. Das einzige was sich gut angefühlt hat, war die Umarmung. Mehr nicht. Das Abschiedstreffen mit H. und U. war wirklich nicht das, was ich mir erhofft habe. Sie unterhielten sich, während ich daneben saß und in Gedanken versunken war. Nach einiger Zeit hielt ich es nicht mehr aus. Ich ging sehr abrupt und hoffte für einen Augenblick, dass das Thema jetzt durch wäre. 
Aber es ist es nicht. Ich werde es wahrscheinlich nie abschließen können. 
Und so denke ich, an eine erneute Betreuung durch das Jugendamt nach. Jedoch kommt nach dem Gedanken schon wieder die Erkenntnis, dass ich Ziele dafür haben muss.. und ich weiß nicht, welche Ziele ich überhaupt in meinem Leben habe, die durch eine Betreuung erreicht werden könnte. 
Sie könnten noch nicht einmal daür sorgen, dass ich nicht mehr diesen Selbsthass und Ekel verspüre.
Mir gehts im Moment wirklich nicht gut, aber Hoffnung habe ich auch nicht mehr. Ich denke an I. und wie sie es geschafft hat von dieser verfluchten Welt zu kommen. Neid. 


26. Oktober 2014

489. 92 Tage ohne eine neue Wunde.

Es ist nicht lange her, dass ich dachte, dass es mir seit einigen Tagen mal wieder richtig gut geht. Ich habe wirklich fest daran geglaubt, sogar mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Aber jetzt schaut es wieder anders aus. Ich bin wieder gefangen. Gefangen in meinem Körper, gefangen von meinen eigenen Gedanken und Gefühle. Ein sehr bescheidenes Gefühl. 
Ich versuche mit Tonnen von Make-up irgendwie eine Maske mir zurecht zu schminken, aber.. es klappt einfach nicht. Statt mich ansatzweise zu freuen,wird der Ekel nur noch größer. 
Ich könnte einfach nur noch weinen. Weinen vor Verzweiflung und Wut. Und Schneiden, aber auf der anderen Seite sind es inzwischen schon 92 Tage ohne eine neue Wunde. 

22. Oktober 2014

487. ''Die Menschen an die du abends vor dem Einschlafen denkst, sind die, welche dir wirklich wichtig sind.''

Inzwischen geht es mir etwas besser. Ich kämpfe zwar noch mit meinem Selbsthass, aber die 
schlimmen Suizidgedanken sind besser geworden. Und so habe ich an Menschen gedacht, die ich
in den letzten Jahren kennenlernen durfte. Menschen, wo ich früher gedacht habe, dass ich ohne 
sie nicht weiterleben kann. Und siehe da, sie sind weg und ich lebe...

Am Freitag ist der letzte Schultag vor den Herbstferien und ich kann es kaum abwarten. Besonders 
in den letzten Tage habe ich germerkt, dass ich keine Lust mehr auf den Unterricht habe und
sowieso keinen wirklichen Grund sehe solche Sachen zu wissen. 
Die Klausuren die wir in den letzten 5 Wochen geschrieben habe, habe ich alle gemeistert. Keine 
Note ist schlechter als eine 3. Und selbst die Klausur in ''Lernen, lernen'' habe ich nicht verhauen. 

Letzte Woche habe ich noch mit U. telefoniert. U, H. und ich treffen uns am Montag zu einem 
Abschiedstreffen. Es wird also ernst und ich weiß eigentlich nicht, wie ich mich verhalten soll. 
Wie schon öfters geschrieben, möchte ich mich einfach nicht für immer verabschieden. Zwar habe 
ich die Trennung jetzt nach 3 Monaten so gut es geht verarbeitet, aber keiner kann garantieren, 
wie es mir Montagabend gehen wird... Wünscht mir Glück!

Gestern hatte ich noch ein Vorstellungsgespräch für einen Nebenjob. Ich hatte bereits am Montag 
eine große Angst vor dem Gespräch, da ich mich in solchen Situationen wirklich sehr unwohl 
fühle. Dachte sogar daran, dass ich das Gespräch kurzfristig absage. 
Aber... ich habe das Gespräch durchgezogen und siehe da: ich hab den Job! Mein Vertrag beginnt am 10.11.2014 und geht erst einmal für 3 Monate. Danach wird geschaut, wie ich mich verhalten habe
und ob die zufrieden mit mir waren. Für mich bedeutet es einfach nur, dass es zwar sehr stressig wird, aber ich so die Mittel habe meine Rechnungen zu bezahlen. 


Zum Schluss möchte ich euch noch von meinem letzten Wochenende erzählen. 
Da mir am Wochenende grundsätzlich langweilig ist, dachte ich mir am Samstag, dass ich mich einfach bei meiner Tante in die Wohnung setze und dort das Wlan ausnutze. 
Sie fragte mich, ob ich mit nach Hildesheim zu meiner Großtante kommen will. Es war ein großer FEHLER!! Meine Großtante ist einfach nur egoistisch, möchte sich nichts sagen lassen und ist fest davon überzeugt, dass ihre Kinder und Enkel etwas ganz besonderes sind. Meine Tante ist darauf natürlich eingegangen und versicherte immer wieder, dass alle anderen aus der Familie schlecht sind und nur sie nicht. Sie ist fest davon überzeugt, dass sie eine Heilige ist. Nicht... 
Und so ging das bis abends weiter. Ich war froh, dass ich dann irgendwann Zuhause war...
Ich bin in eine unmögliche Familie hineingeboren worden..  


20. Oktober 2014

486.

Es gibt nicht sonderlich viel zu sagen. Ich kämpfe mit großem Selbsthass, Suizidgedanken und allgemeiner Verzweiflung. Ich habe nicht mehr die Hoffnung, dass es jemals gut werden könnte. Möchte alleine sein und zu niemandem mehr Kontakt haben.

Wenn es mir nachher besser geht, melde ich mich noch einmal.

16. Oktober 2014

485. Ich will nicht wieder so sein wie damals.



Ich habe heute Morgen einen regelrechten Schock bekommen, als ich auf die Waage stieg. Schon wieder (!) zu genommen. Es macht einfach kein Spaß mehr. Egal was ich esse, ich nehme zu. Na ja. Außer ich esse nur Gemüse, Obst und Suppen. Dann natürlich nicht.
Ich frage mich, wie ich das vor 1 1/2 Jahren mit dem Essen geschafft habe. Ich hatte damals bis 15 Uhr nichts gegessen und erst als ich Zuhause war, aß ich etwas. Ich kam so auf höchstens 500 Kalorien am Tag. Und ich fühlte mich psychisch gut. Physisch war das natürlich nicht gerade angenehm. Aber so habe ich 21 Kilo abgenommen! Ich möchte den Ergeiz von damals wieder haben!

Was mir den Vormittag geholfen hat zu überstehen, war das zufällige Treffen mit U. Als ich an der Ampel stand, stand er neben mir. Ich habe ihn sofort umarmt und gefragt, wie es ihm geht. Wir haben uns noch nicht einmal 5 Minuten unterhalten, aber es tat gut.
Er hat mich übrigens  (genau wie H.) gefragt, was denn nun mit einem Abschiedstreffen ist.
Eine genaue Antwort bekam er nicht von mir, ich bin ihm eher ausgewichen.

Gestern war ich nach langem mal wieder auf dem Spielplatz, wo ich 2009 meinen Suizidversuch unternahm. Ich hatte schon die ganzen letzten Tage das Gefühl, dass ich unbedingt dahin gehen muss. Ich habe lange überlegt wie es eigentlich weitergehen soll. Ich meine, wie ich das überhaupt schaffen soll und was passiert, wenn ich es doch nicht schaffe. Es wäre toll, wenn jemand neben mir stehen würde, der den Weg für mich aussucht...


KEINE ANKÜNDIGUNG!!!


15. Oktober 2014

484. Applaus, Applaus.

"Mit dem Tod deines Vaters ist ein Teil von dir gestorben." - Fr. S

Wie wahr doch diese Aussage ist. Ich hab gestern auf der Suche nach etwas anderem mein Tagebuch von 2010 gefunden und den Satz gelesen. Im nächsten Monat wäre er 61 jahre alt geworden. Geworden...
Immer wenn ich Frauen mit ihren Vätern sehe, werde ich traurig. Wie gern würde ich jetzt meinen Vater in die Arme schließen...

Meine Familie macht sich Sorgen um mich, ja selbst die Tante, die ich höchstens zwei Mal im Jahr sehe.
Sie alle glauben, dass ich bald zusammenbrechen werde. Physisch und Psychisch. Ich hab die meisten Tage in der Woche um 15 Uhr Schulschluss. Danach habe ich meine Termine oder helfe im Heim aus. Genauso wie an den Wochenenden.. Was meine Familie noch nicht weiß: ich bin gerade dabei mir einen Nebenjob zu suchen! Durch die ganzen Rechnungen habe ich schlimme finanzielle Probleme bekommen. Und wenn ich nicht noch einen Job annehme, bekomme ich das gar nicht mehr auf die Reihe.

Die Klausur in "Lernen, lernen" habe ich übrigens verhauen. War ja eigentlich schon vorhersehbar.

7. Oktober 2014

483. Ausbildung, Gespräch und SvV.

Um es auf den Punkt zu bringen: diese Ausbildung war wahrscheinlich einfach ein Fehler! Da ich ja bereits in der ersten Woche gedacht habe, dass ich das nicht packe,  na ja... da merke ich jetzt eigentlich erst, dass ich es wirklich nicht packe. Es gibt Lernfelder in denen ich gut klar komme. Aber dann gibt es noch Fächer wie 'Lernen lernen' wo ich ich überhaupt nicht klarkomme. Bisher hatten wir 6 Stunden bei ihr und ich habe bis jetzt nicht verstanden was diese Frau eigentlich von mir möchte. Und nächste Woche schreiben wir auch noch eine Klausur in dem Fach. 

Meine schlechte Stimmung wirkt sich auch enorm auf meine schulische Leistung aus. Ich bin unkonzentriert und halte (an besonders schlechten Tagen) noch nicht einmal zwei Stunden aus. Genau wie heute. Um im Vorfeld einiges klar zu stellen, habe ichn mir in der letzten Woche meinen Klassenlehrer geschnappt und ihm all die Psychoscheiße erzählt. Seine Reaktion: ''Sabine, ich finde es sehr gut, dass du mir dieses große Vertrauen schenkst. Herr F. und ich werden schauen wie wir dich in den nächsten drei Jahren unterstützen können.'' Diese Reaktion habe ich mir erhofft, aber das ich sie wirklich bekommen habe, rührt mich sehr. 

Um noch auf das selbstverletzende Verhalten zu kommen: Im Grunde gehe ich wirklich offen mit meinen Narben und vorallem mit meiner Tätowierung um. Aber innerhalb von zwei Stunden zwei Mal auf alles angesprochen zu werden und komisch beäugt zu werden... NERVT! Ich antworte immer freundlich und bestätige auch ihre Vermutung,aber ich glaube, wenn sie wirklich alles hören würden, würden sie mich gleich in die Psychiatrie stecken. 

Achja.. Ich habe in der letzten Woche noch ein langes Telefonat mit Holger gehabt. Da er Geburtstag hatte, habe ich mich einfach mal bei ihm gemeldet. Wir haben lange über seinen Sohn gesprochen (der zwei Tage nach der Beendigung der Betreuung kam) und wie es mir geht. Er fragte mich auch, ob ich mich im Moment auf ein abschließendes Treffen einlassen kann.. Ich habe ihm zugesagt. Ich Moment erscheint mir das aber auch wieder ein Fehler zu sein. Ich möchte Beiden bei einem Wiedersehen zeigen, dass ich es geschafft habe, aber so wie es jetzt läuft... bin ich weit davon entfehrnt... 


5. Oktober 2014

482. Ausweg?


Ich bin überfordert mit mir und meiner Situation. Ich finde einfach keinen Ausweg mehr. Eigentlich wollte ich bereits vor zwei Tagen aufgeben. Aber ich finde selbst dazu keine Kraft mehr.

4. Oktober 2014

481.


Seit knapp zwei Monaten nicht mehr selbstverletzt. Mir gehts nicht gut, 
aber ich darf es nicht.

29. September 2014

480. Alltägliches.

Es ist einige Tage her, dass ich mich zum letzten Mal hier geäußert habe. Es ist einiges vorgefallen, was ich einerseits lieber verschweigen möchte, aber andererseits doch aussprechen möchte.
Beim letzten Mal dachte ich schon, dass die Erschöpfung nicht noch schlimmer werden könnte. Aber da habe ich mich auch geirrt. Egal was ich gemacht habe, ich bin erschöpft. Die Schule, die Arbeit und die ganzen Termine haben mir zugesetzt. Natürlich kann es auch sein, dass ich allgemein vom Leben erschöpft bin.
Den Jahrestag meines Suizidversuches habe ich eher schlecht als recht überstanden. Ich habe mich in keiner Weise verletzt oder so. Ich musste nur mit heftigen Stimmungsschwankungen leben. Ein Tag später wurde ich dann zum ersten Mal Tante. Am 19.09 kam meine Nichte Mia Sophie auf die Welt. Mein Bruder war bei der Geburt seiner Tochter nicht anwesend, ich schon. Es war ein komisches Gefühl.
In der letzten Woche habe ich sehr häufig gemerkt, dass ich diese ganze Ausbildung nicht schaffen werde. Alles was die Lehrer oder Mitschüler gesagt haben, hat sich für mich nicht verständlich angehört. Wie eine andere Sprache. Und auch die Äußerung von meinem Lehrer, dass Borderline die größte Deformation der Seele ist und das die Menschen die diese Krankheit haben kaum lebensfähig sind, hat mich sehr verletzt. Aber vielleicht hat er auch recht. Ich bin lebensunfähigkeit und viele Menschen da draußen auch.
Am Samstag ist mein großer Bruder nach knapp 3 Monaten bei mir ausgezogen. Drei Monate war ich die größte Zeit nicht alleine und kaum ist er weg, habe ich die Nacht darauf sehr schlimme Alpträume.

Es ist alles komisch zur Zeit.
Bis bald,
Sabine.

15. September 2014

479. Irgendwo zwischen Suizidgedanken und das Gefühl jemanden zu vermissen...

Wie es mir geht? Ich habe um ehrlich zu sein überhaupt keine Ahnung. Seit Tagen denke ich wieder viel nach, wahrscheinlich zu viel. Und so merke ich, wie erschöpft ich eigentlich bin. Die Gedanken und der Druck sind in den letzten Tagen wieder präsenter gewesen. Auch heute wieder. Da sich am Donnerstag mein Suizidversuch jährt, sind die Gedanken an die Zeit von vor fünf Jahren wieder in meinem Kopf. So bleibt es auch nicht aus,
dass ich an meinen ersten und dritten Aufenthalt in der Psychiatrie denken muss. Am liebsten möchte ich wieder in die Klinik. Aber nicht, weil ich es (aus meiner Sicht) benötige. Ich vermisse es an einem Ort zu sein, wo ich mich so verhalten kann wie ich wirklich bin. Und auch vermisse ich es mit einem Betreuer oder einem Therapeuten zu reden. Natürlich werdet ihr euch jetzt denken, wenn sie sich nach so etwas sehnt, warum sucht sie sich nicht einen Therapeuten? Die Antwort: ich möchte nur mit den Therapeuten reden, die ich zu der Zeit hatte. Komisch, ich weiß.


Mit dem Schulstart letzte Woche hier in Niedersachsen, bin ich nun auch wieder Schülerin. Es ist komisch wieder in einem Klassenraum zu sitzen und vorallem wieder zu lernen. Den richtigen Umgang und das Fachwissen sich anzueignen, welches ich für den Beruf der Altenpflegerin brauche ist schwieriger als ich gedacht habe. Und auch mein Stundenplan lässt nicht viel Luft zum atmen übrig. Als ich heute nach der Schule zum Heim gegangen bin, hatte ich das Gefühl das ich Ulf im Spiegel gesehen habe. Aber ob dies der Realität entspricht ist auch wieder fraglich.

Den Kontakt zu Ulf und Holger würde ich liebend gerne wieder aufnehmen. Der einzige Grund warum ich den Beiden nicht schreibe, dass ich sie sehen möchte ist, dass es dann endgültig wäre. Sobald ich sie gesehen habe, war es das. Die Trennung würde endgültig werden. Das packe ich einfach nicht.  

5. September 2014

477. Einsamer als je zuvor.

Man sagt ja immer, dass die Zeit alle Wunden heilen wird. Aber so ist es nicht. Nach knapp 5 Wochen habe ich heute U. zufällig getroffen, als ich mit einer Bewohnerin unterwegs war. Um ehrlich zu sein, bin ich extra diese Route mit ihr gegangen. Ich wollte wahrscheinlich irgendwie en Treffen erzwingen. Die ganze Zeit dachte ich, dass ich über ihn und H. hinweg bin... Aber seit unserem Wiedersehen spuckt er mir wieder im Kopf herum. Seit die Beiden weg sind, bin ich noch einsamer als zuvor.

1. September 2014

476. Druck.

Wie es ist mit starken Suizidgedanken und Druck, die Fröhliche bei anderen zu spielen, merke ich im Moment.
Ich fühle mich mies und eklig, trotz der unzähligen Tabletten die ich am Tag nehme. Ich möchte einfach nur meine Ruhe haben.

18. August 2014

474. Sind Träume Worte, die der Mund nie zu denken wagt.

Es ist komisch zu wissen, dass es einem im Grunde eigentlich gut geht und trotzdem noch den leichten Drang hat sich zu verletzen. Mir ging es nie um den Schmerz. Mir geht es einfach nur um das Blut und die (hoffentlich) klaffenden Wunden. Ist schon krank was ich hier schreibe. Denkt euch einfach nichts bei.

16. August 2014

473. Quasi nebenan.

Ich habe zwar geschrieben, dass ich euch erst einmal nicht mehr wiedersehen möchte, aber insgeheim hoffe ich, dass ich euch einfach mal zufällig treffe. Immerhin fahre ich mit der Bahn, die H. nehmen muss, wenn er zur Arbeit fährt. Und immerhin arbeite ich quasi bei U. Büro nebenan. Ich vermisse sie sehr, aber ich merke, dass es mir im allgemeinen deutlich besser geht. Grund dafür ist einfach nur, dass ich mehr von meinem Anti-Depressiva nehme als erlaubt. Aber solange ich keine Nebenwirkungen an mir merke ist doch alles gut, nicht wahr?

12. August 2014

472. Menschen zu vermissen ist eines der schlimmsten Gefühle der Welt.

Die Tage wo ich morgens aufgewacht bin und mich auf den Tag gefreut habe, sind in der letzten Zeit weniger geworden. Es ist schon lange kein richtiges Leben mehr was ich führe. Man kann es nur funktionieren nennen. Wie eine Maschine. Die letzten 2 Wochen waren kaum audzuhalten. Ich brach in der Öffentlichkeit zusammen. Mehrmals. Und meistens in den unpassensten Momenten überhaupt. Selbst die Abende waren unangenehm. Es folgte am Anfang ein Weinkrampf nach dem anderen. Und auch folgte ein Rückfalls nach dem anderen. Ich merke selbst wie labil ich eigentlich in Wirklichkeit bin. Innerlich bin ich tot. Meine Entscheidung ohne H. und U. zu leben ist schwieriger als gedacht. Jeden Tag aufs Neue kommen neue Probleme ans Tageslicht. An den Meisten zerbreche ich. Die Sache mit H. und U. ist besonders schwierig auszuhalten, wenn ich auch jetzt noch Nachrichten von ihnen bekomme. Beide haben mich nach einem Treffen gefragt, da die Beendigung sehr radikal kam. Vorerst sehe ich jedoch kein Treffen in naher Zukunft.

Eines habe ich in den letzten zwei Wochen jedoch gemerkt: egal was war, ich kann mich immer auf einige meiner Kollegen verlassen. Sie sind so herzlich zu mir und ich weiß bloß nicht wie ich damit umgehen soll. In all den Jahren sind Momente, wo sich jemand so um mich gekümmert hat, eher selten gewesen. Aber sie haben es geschafft mir ,in dieser schwierigen Zeit, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und mir für einen Moment Sorgen abzunehmen.
Umso schwieriger ist es, weiter die Person zu sein, die sie angenommen haben. Es ist daher schwierig, da ich im Kopf nur noch Bilder von aufgeschlitzten Armen sehe... es ist alles schwieriger geworden. Ich fühle mich dem nicht mehr gewachsen..

Gestern ist ein wundervoller Schauspieler freiwillig aus dem Leben geschieden.

                       Rest in peace
          Robin Williams * 1951 - 2014

31. Juli 2014

471. War schon ganz nett mit euch.

Wie es mir geht? Na schauen wir mal..Nachdem ich mich gestern von der Betreuung durch das Jugendamt und somit von H. und U. getrennt habe, leide ich seit jeder Minute unter der Trennung. Ich wusste, dass eine Beendigung sich negativ auf meine Stimmung auswirken würde, aber ich dachte nicht, dass ich somit fast ununterbrochen weinen würde.. Der Cut musste kommen, das war klar, da eine weitere Betreuung nicht mehr sinnvoll gewesen wäre.. Danke für alles Holger und Ulf.

21. Juli 2014

470. 'Maybe life isn't for everyone'

Es ist zwar erst Juli, aber ich merke schon wie es langsam Herbst wird. Ja, es ist komisch, dass bereits im Juli die Blätter von den Bäumen fallen.. Aber ich liebe es. Es erinnert mich immer an die besten Zeiten der letzten Jahre. Es erinnert mich an meine Klinikzeiten, die komischerweise immer im Herbst stattfanden und es erinnert mich daran, dass es die einzige Zeit war, wo ich mich in der Wohngruppe wie Zuhause gefühlt habe.
Und jetzt, ein, zwei, drei, vier und fünf Jahre später geht alles zu Ende. Seit fünf Jahren lebe ich nicht mehr bei meiner Mutter. Seit fünf Jahren bin ich nie wieder den Schritt gegangen um von dieser Welr zu gehen und seit fünf Jahren lebe ich nun schon mit meinem treuen Begleiter, der Depression. Seit vier Jahren kenne ich den ein oder anderen Mensch, der mir heute als sehr wichtig erscheint. Seit vier Jahren habe ich mehr oder weniger gelernt auf eigenen Beinen zu stehen und seit vier Jahren habe ich das Gefühl, dass ich hin und wieder einem Menschen wichtig war. Seit drei Jahren habe ich einen Hauptschulabschluss. Seit drei Jahren kenne ich nun schon meine ehemalige Betreuerin D. und seit drei Jahren habe ich diese gravierenden Probleme mit mir. Seit zwei Jahren habe ich einen Realschulabschluss. Seit zwei Jahren kenne ich nun schon H. und seit zwei Jahren komme ich nun schon ohne euch aus. Seit einem Jahr kenne ich nun schon meine wundervolle Anleiterin G. Seit einem Jahr nehme ich bereits mit meine kleinen Wunderpillen, die mir eigentlich das Leben erleichtern sollen. Aber Pustekuchen. Und seit einem Jahr gehe ich nicht mehr zum Seelenklempner um meinen neuen besten Freund, Borderline, zu verscheuchen. Und vorallem, zum Schluss dieser Aufzählung:
In all' den Jahren war ich nicht mehr ich selbst.

Ich habe das Gefühl, dass es kein Zurück mehr gibt. In den letzten Tagen war ich mir noch nie so sicher, dass dieses mein letztes Jahr ist. Wann ist all' das endlich zu Ende? Ich kann nicht mehr.

12. Juli 2014

469.

Ich war auf einem guten Weg. Ehrlich. Aber dann kam wieder die Leere und die damit verbundenen Gedanken. Und somit wurde ich wieder die, die ich teilweise so massiv hasse. Der Tag begann nicht so gut, aber dennoch mit einem Lichtblick. Nach 1 1/2 Wochen habe ich mich mit H. getroffen. Zusammen waren wir in der Stadt und weil es am Kröpke eine Aktion von der Feuerwehr gab, habe ich ihn solange angebettelt, bis er 'ja' gesagt hat.  Und somit sind wir mit einer Feuerwehrleiter bis auf 29 Meter in die Luft gefahren. Herrlich!
Aber das war auch die einzige gute Sache an diesem Tag. Da mir die Situation mit meinem Bruder so sehr zusetzt und ich außerdem kein Tavor mehr habe, gehts mir... sagen wir mal nicht so prickelnd. Warum sollte es auch anders sein?

11. Juli 2014

468. Der Mensch, der ich heute bin.

Ich bin traurig darüber, dass ihr Beiden gehen werdet. Ich bin traurig darüber, dass du nicht mehr hier bist. Ich bin traurig darüber, dass ich euch wahrscheinlich nicht mehr sehen werde. Ich bin traurig darüber, dass ich nicht die Familie habe, die für normal gehalten wird. Ich bin traurig darüber, dass ich soviele schwerwiegende Fehler gemacht habe. Ich bin traurig darüber, dass ich es nicht schaffe meinen Führerschein zu machen. Ich bin traurig darüber, dass nicht schaffe jemanden an mich heran zu lassen. Ich bin traurig darüber, dass ich nicht zu denen gehört habe, die ihr Zeugnis über den Erwerb des Fachabis bekommen haben. Ich bin traurig darüber, dass ich meine einst wahren Träume nicht mehr verfolgt habe. Ich bin traurig darüber, dass ich der Mensch geworden bin, der ich heute bin.

9. Juli 2014

467. Wie alles schief läuft.

Nachdem ich letzte Woche beim SPD zu einem Krisentermin war, habe ich heute eine eMail von ihr bekommen. Sie fragt, wie es mir geht und schreibt gleichzeitig, dass sie inzwischen zwei mögliche Termine mit dem KSD für ein HPG gefunden hat. In den letzten paar Stunden habe ich immer wieder angefangen eine Antwort zu schreiben. Bis jetzt ist nichts dabei herausgekommen. Am liebsten würde ich ihr alles schreiben. Wie beschissen es mir eigentlich geht und wie ich unter dem Zusammenleben mit meinem Bruder leide. Aber... nein, lieber nicht. Sie hat in der letzten Woche schon das Thema Klinik angeschnitten.

Mit H. und U. läuft es auch nicht so besonders. In der letzten Woche habe ich U. nicht gesehen. Am Montag schrieb er mir eine Nachricht, ob wir uns in dieser Woche nicht treffen möchten. Auch hier habe ich lange gezögert, bis ich in die Gruppe (in der auch H. dazugehört) geschrieben habe, dass ich in dieser Woche keinen Termin benötige. U. schrieb, dass es schade ist. H. schrieb Abends dann auch, dass es schade sei, wenn wir uns nicht sehen. Ich bin gefühlsmässig so fest an die Beiden gebunden, dass ich eine Trennung wahrscheinlich niemals verkraften werde...

Und auch auf der Arbeit läuft es nicht gut. Zwar habe ich seit Monatg Urlaub, aber die letzten Tage waren nicht besonders angenehm. Nachdem meine Anleiterin meiner alten Anleiterin vorgeworfen hat, sie würde mich 'mobben', ist nun jeder Dienst mit ihr ein Horror. Ich merke in jeder Pause, wie sie Andere gegen mich aufhetzt. Und so bekomme ich auch von den anderen Kollegen zu hören, dass sie eigentlich dachten, dass wir zusammen arbeiten und nicht gegeneinander. Bin somit bei fast jedem unten durch. Super gemacht, nicht! Hat jemand etwas dagegen, wenn ich mich endlich umbringe?

6. Juli 2014

466. So perfekt unperfekt.

Ich sitze da, höre mir all das an, was die Anderen an mir auszusetzen haben und warte. Warte darauf, dass sie endlich verschwinden und mich in Ruhe lassen. Die Einzige, die nichts an mir auszusetzen hat, kommt von hinten an mich heran und umarmt mich. Es war zu viel für mich. Ich fing an zu weinen und bevor, ich völlig die Fassung verlor, stand ich auf und ging. Inzwischen bin ich Zuhause und weiß nicht wohin mit mir. Ich habe großen Druck, aber beim letzten Mal wurde es schon zu tief...




2. Juli 2014

465. Maskerade

Ich hatte mir so viel von diesem Gespräch erhofft. Dachte wirklich, dass es mir annähernd helfen wird aus meiner jetzigen Stimmung heraus zu kommen. Stattdessen sprachen wir darüber, wie das Wohnen  mit meinem großen Bruder läuft und natürlich, wie die Beziehung sich im Moment mit H. und U. gestaltet.
Mit U. habe ich heute übrigens auch telefoniert. Denn eigentlich hatten wir heute einen Termin gehabt. Auf die Frage, wann wir uns das nächste mal Treffen, sagte ich nur, dass ich mich dann schon melden werde. Zu der Frau vom SPD habe ich nur gesagt, dass ich H. und U. erst einmal nicht mehr sehen möchte. Es strengt mich alles im Moment so sehr an. Und so weiß ich auch nicht, wie es sein wird, wenn ich nächsten Monat meine Ausbildung anfange. Ich komme jetzt noch nicht einmal mit meinem Leben klar. Wie soll ich dann eine Ausbildung schaffen? Ich kann nicht mehr.




1. Juli 2014

464.

Ich habe diese Filme im Kopf, die glückliche Kinder zeigen. Wie sie lachen, spielen und einfach nur glücklich sind. Diese Kinder waren wir einmal und umso trauriger ist es, wenn man sieht, was aus uns geworden ist.
Menschen die es nicht schaffen auf dieser Welt zu überleben. Viele sind noch hier, einige sind schon gegangen. Und die Bilder dieser Menschen haben sich gerade in mein Kopf eingebrannt.
Ich bin unendlich traurig darüber, dass ich sie nie wieder sehen werde. Viele dieser Menschen haben mir einen großen Halt in meinem Leben gegeben. Sie sagen mir, dass ich diesen Schmerz überwinden muss und das es natürlich weh tun wird. Aber es wird auch weh tun, wenn ich zu denen gehöre, die bereits gegangen sind. Dann werdet ihr merken, dass es nicht leicht ist, diesen Schmerz zu überwinden. Wie schwer es für mich war.





30. Juni 2014

463. Innerlich am zerbrechen.

Ich merke, wie die depressiven Gedanken wieder stärker werden. Ich merke, wie mich alles trauriger macht. Ich merke, dass ich es lange nicht mehr schaffen werde. Aber wenn ich jetzt zugebe, dass nichts 'ok' ist, dann bin ich wieder die, die man nicht alleine lassen kann. Ich träume davon meine Ruhe zu haben. Ich träume davon, dass ich keinem mehr durch meine Handlungen weh tun muss. Ich weiß, dass es wieder ernster wird. Ich weiß, dass ein Suizidversuch oder ein Klinikaufenthalt jetzt die beste Lösung wäre. Ich weiß, dass ich gerade jetzt Hilfe annehmen muss. Aber ich kann nicht. Warum Hilfe annehmen, wenn mir alles mein 'Alles bestens' glauben?


27. Juni 2014

462.

Am Mittwoch sah ich U. nach ca 1 1/2 Wochen einmal wieder. Das Treffen war kühl. Sehr kühl. Ich ließ ihn wie immer von sich erzählen und bat ihn anschließend darum, mich noch zu meinem Bruder zu fahren. Mehr war das auch nicht. Gestern traf ich dann H. Wir gingen eine Zeit lang spazieren und trafen dann zufällig einen Betreuer aus der WG. Die Beiden fingen an sich zu unterhalten und ich entfehrnte mich immer weiter von Ihnen weil ich es einfach nicht ertrug. Viele hundert Meter hatte ich nur ein Gedanken: Sagen, dass das hier nicht mehr klappt und einfach verschwinden. Mehr nicht. Aber wir gingen weiter und auch dieses Treffen erwies sich als kalt. Obwohl es bei H. eigentlich nie so war. Erst kurz vorm Ende fing ich an, einbisschen zu erzählen. Und ganz am Ende, setzte wir uns kurz  auf die Treppen vom Ufer des Maschsees und ich erzählte ihm, dass ich nun wieder Tavor nehme. Er fragte nur, ob es jemand weiß. Also einer meiner Ärzte. Mehr nicht. Und somit ist auch klar das Ding ist gelaufen. Es bringt nichts mehr. 


Ich habe immer wieder gedacht, dass das Thema mit meinen Krankheiten vorbei wäre. Falsch gedacht. Am Dienstag kam der Heimleiter (!) auf mich zu und tippte mit einem Stift auf meinen Arm. Ich hab als erstes nichts bemerkt. Beim zweiten Mal schaute ich genauer hin und so bekam ich auch seine Frage mit, ob das (also das Schneiden) der Vergangenheit angehören würde. Was anderes außer 'Ja klar' konnte ich nicht sagen. Falls er noch einmal nachfragt, kann ich ja auch einfach sagen, dass es sich auf meinen Unterarm bezogen hat. Denn seitdem ich im Heim arbeite, ist mein Oberarm und meine Schulter die neue Stelle, wo ich mich verletze. Aber ganz ehrlich, wer möchte eine Mitarbeiterin haben, die sich immer, wenn sich nicht gut fühlt eine Klinge in die Haut jagt? Stimmt, niemand!

23. Juni 2014

461. Aus Holland direkt aufs heimische Sofa.

Man mag zwar glauben, dass man mit 19 Jahren doch schon ein wenig über sein Leben entscheiden kann. Pustekuchen. An diesem Wochenende zieht mein 2. ältester Bruder bei mir ein. Wird wahrscheinlich sehr kuschelig werden, denn immerhin wohne ich in einer winzigen Wohnung. Die Entscheidung wurde nicht von mir getroffen, sondern von meiner Tante. Was sie entscheidet, muss gemacht werden. Und so muss ich wohl damit leben, in zwei Monaten fängt dann das neue Semester in Holland an. Das Einzige auf was ich mich freuen kann, sind die Dinge von Albert Heijn die er mir aus Holland mitbringt.

Morgen habe ich meinen nächsten Termin beim SPD. Meine Hausaufgabe, die sie mir beim letzten Mal gestellt hat, habe ich noch nicht einmal angefangen. Was es genau war, kann ich noch nicht einmal mehr sagen. Ich weiß noch nicht einmal, ob ich ihr etwas von der letzten Woche erzählen soll. Besser wäre es wahrscheinlich, aber wenn ich jemanden von all dem erzählen hätte wollen, hätte ich mich in der letzten Woche auch mit H. und U. treffen können.

21. Juni 2014

460. Freundschaft.

Das Wort "Freunde" ist bei mir eher selten. Ein richtiges Treffen mit Gesprächen und Unternehmungen hatte ich das letzte Mal im Dezember. Dann gab es eine lange Pause. Ich habe mich mit niemandem mehr getroffen und wollte eigentlich auch niemanden mehr sehen.
Heute habe ich jedoch 1 1/2 Stunden mit einer ganz lieben Freundin verbracht. - C.
C. und ich haben uns in Wunstorf kennengelernt. Und in weniger als einer Woche eine Freundschaft geschlossen...

459. In meinen Träumen scheint alles klar zu sein..

Es wird alles schlimmer in meinem Kopf. Alle Gedanken sind wieder da und werden von Tag zu Tag schlimmer. Ich habe Angst, dass ich mich verlieren könnte. Die Stimmung ist ganz weit unten. 
Ich fühle mich wie eine komplette Versagerin.Selbst die einfachsten Dinge im Leben sind so schwierig geworden. Die kleinsten Ziele sind so verdammt weit entfernt. Schaffe das alles nicht mehr.
Habe heute neben einer Leiche gestanden. Habe gesehen wie sie abtransportiert wurde. Habe mir gewünscht, dass ich in diesem Sarg liegen würde. Und habe dennoch versucht zu trauern... Aber wie trauert man richtig? Ich kann solch' Gefühle einfach nicht mehr empfinden. 


14. Juni 2014

458.Sleeping is nice.

Nach langem Überlegen, tausenden Gedanken und stundenlangem Ekelgefühl, habe ich mich dazu entschieden Tavor wieder regelmäßig zu nehmen. Mir ist bewusst, dass es ein Notfallmedikament ist und nicht über einen langen Zeitraum genommen werden darf, aber was solls? Ich habe noch ungefähr 30 Stück und die werde ich erst einmal aufbrauchen. Wie ihr sicherlich schon gemerkt habt, läuft es immer noch nicht gut. Ich packe es zwar jeden Tag zur Arbeit zu fahren, aber das wars auch schon. Sobald ich nach Hause komme, bin ich auf dem Sofa und schaue fern. Wenn ich morgens aufstehe, lege ich mich auch wieder aufs Sofa und schaue fern. Ich sage Termin ab, weil ich keine Geduld habe oder einfach nur die Nerven dafür.
Ich verletze so Menschen die mir wichtig sind. Jeden Tag nehme ich so vieles vor, aber erreiche kaum etwas.
In meine Wohnung kann ich aufgrunddessen schon lange niemanden lassen. Obwohl es mich sehr stört.
Es ist alles so verdammt schwer.



10. Juni 2014

457. Die schlimmste Armut ist Einsamkeit und das Gefühl, unbeachtet und unerwünscht zu sein.

In den letzten Jahren habe ich viele Menschen verloren. Die Art und Weise war immer mit sehr viel Schmerz und Traurigkeit verbunden. Und obwohl es bei einigen Beziehungsabbrüchen schon Jahre her ist, muss ich heute immer noch an die Personen denken. Ich weiß noch wie fertig ich war, als M. mir erst an seinem letzten Tag gesagt hat, das er nie wieder kommen wird. Und auch weiß ich auch noch wie fertig ich war, als F. für immer ging. Es ist immer wieder das Gleiche: Menschen denen ich vertraue, sehr vertrauer, gehen.
Auf die Frage, wie ich mich entscheide bezüglich der Betreuung bin ich weiterhin unentschlossen. 
Viele denken, dass ich eine Betreuung immer noch nötig habe. Viele haben große Zweifel, ob ich es schaffen würde ohne jemanden der mir hilft. In den letzten Wochen und Monaten war ich fest entschlossen, dass ich niemanden mehr brauche. Heute denke ich immer noch das Gleiche. Aber es gibt auch Momente, wo ich alles daran setze, dass die Betreuung weiterhin bestehen bleibt. Diese Momente bestehen nur auf der Gefühlsebene. Der Gedanke, dass ich H. verlieren könnte, zerrt an meinen Kräften. Er war da, als M. gegangen ist. Er war da, als ich heulend im Bad saß und mich schneiden wollte. Und er war auch da, als ich in der Klinik war. So jemanden wie ihn gibt es kaum noch. Da er aber demnächst wegfallen wird, steigt die Angst. Natürlich gibt es die Option, dass U. die Betreuung alleine übernehmen wird und diese dann schleichend beendet wird... aber was ist das schon? Ich bin eigentlich schon entschlossen, dass ich lieber beide verlieren sollte und den Schmerz durchlebe muss, anstatt einen nach dem anderen zu verlieren. Bald ist mein HPG. Ich weiß nicht wie es weitergehen soll.



                                             ''Wir wollen die Leute die wir lieben, schützen, 
indem wir Ihnen nicht von unseren Problemen erzählen.''



456.

Es ging mir zwischendurch wirklich gut. Ehrlich. Aber nun falle ich wieder. Ich falle tiefer und tiefer bald werde ich endlich weg sein. 

3. Juni 2014

455. Sprachlos





So viele Gedanken die in Worte gefasst werden wollen und dennoch kann ich sie nicht ausprechen. Ich falle immer mehr in das tiefe, schwarze Loch. 

31. Mai 2014

454. ''Engel können fliegen'', flüsterte sie und sprang.

Obwohl er noch bis Mittwoch frei hat, hat er mir geantwortet und heute sogar angerufen. Obwohl er frei hat, beschäftigt er sich mit meiner Krise und versucht einen Ausweg zu finden. Auf die Aussage von mir, dass ich Angst habe das ich das nicht schaffe, bat er mir gleich an, dass wir einen Vertrag machen und wir am Montag noch einmal telefonieren. Ich habe versucht das Alles irgendwie mit mir selbst auszumachen, aber klappt einfach nicht mehr. Wenn ich es gar nicht mehr schaffe, dann soll ich mich nach Ilten in die Klinik begeben. ''Überleben ist das Wichtigste.'' - H.


30. Mai 2014

453. Leben?

Ich komme mir hier auf der Welt verloren vor. Ich habe eigentlich niemanden, dem ich wirklich alles erzählen kann und dabei nicht im Hinterkopf haben zu müssen, dass ich doch wieder verarscht werden könnte. Gestern Abend ging es mir wieder einmal richtig schlecht. Ich wusste nicht mehr, wie es weiter gehen soll und vorallem, wie ich dass schaffen soll. Selbst an meim Buch, indem ich an die Zeit vor und nach meinem Suizid plane, habe ich wieder gesessen. Hätte ich keim Tavor und auch kein Melperon gehabt, würde es mich wahrscheinlich jetzt nicht mehr geben.
Heute Morgen habe ich versucht mit U. zu reden. Statt auf Verständnis bin ich auf Enttäuschung gestoßen. Eigentlich wollte ich noch mit ihm das Wochenende besprechen, aber das hat sich auch erledigt. Vielleicht traue ich mich Fr. P. anzurufen, wenn es gar nicht mehr geht. Vielleicht aber auch nicht. Mut, wo bist du? Inzwischen bin ich bei meinem Opa, da ich dachte, dass es mir vielleicht ganz gut tuen würde, wenn ich mal aus Hannover raus wäre. Vor ein paar Stunden war auch noch alles ok, aber inzwischen hat der ganze Mist aus Hannover es geschafft hier nach Reher zu  kommen. Ich habe keine Kraft mehr...

29. Mai 2014

452. Vatertag

Wäre ich nicht gerade in der Straßenbahn und müsste mich zusammenreißen, wäre ich wahrscheinlich schon weinend zusammen gebrochen. Es ist so schwer allen vorzuspielen, dass es einem gut geht. Immer wieder auf die Frage, wie es einem dem geht, mit gut zu antworten, zerrt einfach nur an den Kräften. Neben den üblichen Gedanken und Gefühle darf ich heute wieder eine große Portion Selbsthass und Ekel verspüren. Herrlich - nicht! Aber ich darf auch nichts dagegen machen.... mich nicht schneiden, obwohl ich jetzt seit Wochen wieder einmal starken Druck habe; darf keine Überdosis nehmen, obwohl ich liebend gerne bei meinem Vater wäre und noch nicht einmal eine Überdosis (damit die ganze Nahrung aus mir verschwindet) darf ich nehmen. Ich fühle mich so machtlos gegenüber meinem anderen Ich. Ich möchte doch nur, dass ich mich einbisschen besser fühle.. nicht gut, aber wenigstens besser. Ich kann nicht mehr.

Alles Liebe zum Vatertag, Papa. Ich vermisse dich! :*

28. Mai 2014

451.

Ich würde am Liebsten schreiben, wie anstrengend die letzten Tage trotz Urlaub waren und vorallem was alles passiert ist. Vorallem auch, was mich wieder zu dem werden lässt, die ich jetzt in diesem Moment wieder bin. Ich habe keinerlei Kraft mehr. Ich rutsche wieder ab. Nicht nur in diese leichten Depressionen, die ich sowieso jeden Tag aufs Neue durchlebe, es sind eher die Gedanken,Gefühle und Handlungen die mich dauerhaft schaden könnten.

Ich würde am liebsten übers Wochenende in die Klinik. Aber noch einmal nach Ilten zu fahren und mich dafür zu rechtfertigen, dass es mir nicht gut geht, schaffe ich nicht.

23. Mai 2014

450.

Dieses eine Gefühl, dass Menschen alles für dein Wohl tun, durfte ich heute erleben. Ich habe die tollste Anleiterin der Welt. G. ♥

20. Mai 2014

449.

Kennt ihr das, wenn man sich so eklig fühlt, dass man schon glaubt man sei ein Baumstamm der sich fortbewegt? Genauso fühle ich mich seit ein paar Tagen. Statt wieder zu hungern, habe ich anscheinend gerade wieder einmal eine Fressphase. Neben den psychischen Folgen gehts mir auch körperlich nicht gut damit. Ich bin inzwischen auch wieder soweit, dass ich mir Tabletten bestellt habe um alles nach dem Essen wieder loszuwerden. Das letzte Mal, dass ich an dem Punkt stand ist schon eine Weile her.   Ich hoffe inständig, dass ich mich danach besser fühlen werde.

16. Mai 2014

448.

Das Wissen, dass ich wahrscheinlich niemals an einem natütlichen Tod sterben werde, ist mal wieder allgegenwärtig. Ich glaube nicht daran, dass ich es bis 70/80 aushalten werde und dann im Schlaf sterbe oder an irgendeiner Krankheiten. Es ist einfach nur der Zeitpunkt der unklar ist, wann ich eine Überdosis nehme.
H. hat gestern versucht mir klar zu machen, dass diese Medikamentencombo alles nur herauszögert. Ich soll das Ergebnis lieber jetzt durchleben, als alles nur aufzuschieben. Und vorallem soll ich meinem Psychiater alles beichten... die Medikamente die ich mir hintenrum bei anderen Ärzten erschlichen habe und vorallem wie viel ich von jedem nehme. Das Gleiche soll ich doch auch bei meinem Hausarzt machen. Alles schön und gut. Auch ein guter Weg, alles wieder hinzubiegen, aber wo ist der Mut dazu?

12. Mai 2014

447. Its not my family.

Ich habe es langsam so satt. Ich tue alles damit sie glücklich sind, aber bin am Ende doch immer die Dumme. Mache mir Gedanken und versuche alle Wünsche irgendwie zu erfüllen, aber es ist nie das Richtige. Sie fragen mich noch nicht einmal, ob ich das machen möchte. Man geht immer davon aus und wenn ich mal nicht ''Ja'' sage, dann werde ich unter Druck gesetzt. Es ist tut so weh, wenn man erkennen muss, dass es genau die Menschen sind, die einem eigentlich am Nächsten stehen sollten, es sind. Was bedeutet schon Familie? Ich habe und werde wahrscheinlich nie eine richtige Familie haben. 

Die Gedanken werden im Moment wieder negativer... frage mich mal wieder, ob es das wirklich ist. Sehe keine Zukunft mehr für mich und möchte am liebsten zu Papa. Auf irgendeine Art und Weise sollte man es gut finden, dass sich auf der anderen Straßenseite ein Bestattungsunternehmen befindet. Es wird sich noch einmal als Nützlich ergeben.




10. Mai 2014

446.

Es  gab zwischendurch immer Zeiten, wo ich mich gefragt habe, was zwischen uns passiert ist. Du hattest mir versprochen, dass du dich meldest, mich besuchen kommst. Aber es kam nichts...dabei vermisse ich dich so sehr. Du warst insgeheim immer so etwas wie eine Mutter für mich. Warst da, als ich einen Nervenzusammenbruch hatte und irgendwann vor Erschöpfung einschlief. Du warst da als ich mir mein zukünftiges Zuhause angeguckt habe. Und du warst auch da, als ich meinen Abschluss bekommen habe. Als ich dich das letzte Mal gesehen habe, befand ich mich in einer Klinik. Das war 2012. Heute hast du Geburtstag und vielleicht siehst du auch den Pinnwandeintrag, den ich geschrieben habe. Es ist meine letzte Möglichkeit, denn bei Whatsapp antwortest du nicht mehr. Das Einzige was ich mir wünsche ist, dass ich dich wenigstens noch einmal wiedersehen darf. Happy Birthday R.



Es gibt Momente, in denen ich einfach mal losschreien möchte. So auch heute. Ich lasse mir eine Menge sagen, vieles mache ich auch ohne Widerworte zu geben. Aber wenn ich etwas hasse, dann ist es, wenn man mir vorschreibt, dass ich essen muss. Mein Appettit und vorallem auch mein Hungergefühl haben sich in den letzten Wochen kaum zu Wort gemeldet. Und so passiert es, dass ich auf der Arbeit nichts esse, oder wenn dann nur Süßigkeiten. In der heutigen Pause hieß es aufeinmal, dass ich essen muss! Sie gaben mir ein Brötchen, schnitten es in zwei Hälften. Ich nahm mir eine Hälfte, machte Marmelade drauf und aß es langsam. Als sie sahen, dass ich nach 5 Minuten mit der Hälfte fertig war, sollte ich auf einmal noch eine Hälfte essen. Auf mein 'Nein' gab es keine ernsthafte Antwort. Ich stand auf und ging. Ich will nie wieder etwas essen müssen. Das Unwohlsein breitet sich immer weiter aus und erst mit jedem weiteren Kilo das verschwindet, bekomme ich ein Stück Wohlbefinden. In den letzten 5 Wochen habe ich 7 Kilo abgenommen und trotzdem ist der Ekel allgegenwärtig. 

7. Mai 2014

444.You hate me? I hate me too.

Und so gehe ich mit meinen Drogen, wie H. So schön immer sagt, wieder zur Arbeit. Dort versuche ich allen klar zu machen, dass ich wieder die bin, die ihnen nie Ärger gemacht hat. Mir ist bewusst, dass dies sehr schwer ist. Gar unmöglich. Aber hat nicht jeder eine 2. Chance verdient? Obwohl es noch nicht einmal eine 2. Chance sein soll, es soll einfach nur eine Akzeptierung von psychischen Krankheiten sein, für die man einfach nichts kann.

6. Mai 2014

443.

Und auch das Treffen mit H. half nicht wirklich. Er fragte mehrmals, was los sei, aber ich konnte nichts sagen. Ich konnte das Chaos in meinem Kopf nicht in Worte fassen. Stattdessen bin ich mit ihm durch die halbe Innenstadt gegangen. Irgendwann saßen wir auf einer Bank und haben über die Arbeit und meine Familie gesprochen. Am Ende habe ich ihn gefragt, wie ich Frau Z. alles erzählen soll. Soll ich etwa damit anfangen: ''Die letzten zwei Wochen waren die Hölle für mich....'' ??

4. Mai 2014

442. Bitte lass den Vorhang noch nicht fallen..., das Publikum applaudiert noch nicht!

Die letzten Stunde habe ich sehr viel an die Leute gedacht, die ich kennen und lieben gelernt habe, aber dennoch loslassen musste. Sei es, dass sie viel zu früh von dieser Welt gingen oder einfach nur aus meinem Umfeld verschwanden. Es macht mich traurig zu sehen, dass ich schon so viele Menschen überlebt habe. Viele von ihnen hatten es noch nicht einmal verdient. Aber was heißt das schon?!
Kann man das wirklich sagen? Hat jemand mehr oder jemand weniger das Recht auf Leben?



Am Donnerstag habe ich endlich wieder einen Termin beim Psychiatrischen Dienst. Ich habe die letzten Tage schon überlegt, wie und vorallem was ich ihr sagen soll. Soll ich ihr wirklich sagen, wie schlimm die letzten zwei Wochen für mich waren? Wie oft ich auf Ablehnung getroffen bin und wie oft ich einfach nur am Boden war. Ich habe Angst, dass sie mir auch nicht richtig zuhören wird. Mein einziger Gedanke Wunsch ist es doch nur, das jemand wirklich zuhört. (Und auch der Wunsch am Grab von meinem Vater zu sitzen und einfach nur zu erzählen und zu wissen, dass dort ein paar Meter unter der Erde die Überreste von dem Menschen liegen, der dich mit erschaffen hat, ist groß. Ich denke oft an die Zeit zurück, habe immer wieder das Bild vor Augen wie er mir als Sechsjährige die Fingernägel lackiert hat, mit der Hoffnung alles richtig zu machen.) Gestern Abend habe ich auch H. auch noch einen Lebensvertrag geschickt. Bis jetzt habe ich keine Reaktion, noch nicht einmal ein Wort. Nichts..! Aber ich muss auch damit leben können, wenn mal keine Antwort kommt. Wahrscheinlich sehe ich ihn am Dienstag wieder, vielleicht bekomme ich dann eine Antwort. Vielleicht.

Oft genug denke ich mir nur, wieso?

2. Mai 2014

441.

Ich möchte wach sein, aber gleichzeitig auch für immer schlafen. Ich möchte leben, aber auch sterben. Ich möchte ehrlich sein, aber kann das Verheimlichen nicht lassen. Ich möchte glücklich sein, aber werde von den Gedanken in meinem Kopf daran gehindert. Ich möchte immer 100% geben, aber schaffe es nicht. Ich möchte einmal jemanden in meiner Kontaktliste finden, den ich anrufen oder schreiben kann, wenn nichts mehr geht...Einer der mich versteht, mich nicht verurteilt und einfach für mich da ist... Ich möchte lieben, aber schrecke vor dem Gefühl zurück. Ich möchte jemanden hier bei mir haben, der mich einfach in den Arm nimmt und sagt, dass er mir helfen wird. Ich bin am Ende, Suizidgedanken sind schon Klasse.


440. Ruhe in Frieden

Sie lag eine komplette Woche im Sterben und wurde von Tag zu Tag immer schwächer. Man hat mir verboten in ihr Zimmer zu gehen und somit konnte ich nicht wirklich bei ihr sein. Mir zerreißt es das Herz, es ist so verdammt traurig.Gestern habe ich sie noch zwei Mal gesehen, jetzt werde ich sie nie wieder sehen.  Zu wem soll ich jetzt 'Schätzlein' sagen? Sie war perfekt!

Ruhe in Frieden
 Frau H. G. 
1920 -2014

29. April 2014

439.

Ich liebe diesen Geruch der in der Luft ist, wenn ich morgens um halb 6 zur Arbeit gehe. Es riecht so wunderbar nach der Natur. Manchmal erinnert es mich an Wunstorf, dort hat es abends immer so gerochen.

Seit gestern ist meine Stimmung einbisschen besser. Nicht gut, aber auch nicht so beschissen wie gar die letzte Woche. Auf der Arbeit habe ich mich gestern erst einmal bei der Wohnbereichsleitung ausgekotzt und was das denn alles soll mit dem Wechsel.
Diese Woche soll ich noch auf dem Wohnbereich, aber nächste Woche kann ich wieder hoch ins Vertraute. Zwischenzeitlich habe ich überhaupt gemerkt, dass es wahrscheinlich nie hätte rauskommen dürfen, dass ich so "schwer" psychisch krank bin.

Nach der Arbeit war ich dann noch beim Psychodoc. Hab ihm die Ereignisse der letzten drei Wochen erzählt und darum gebeten, dass ich Beruhigungsmittel bekomme. Es kann ja immer schneller kommen als gedacht, dass ich wieder heulend auf der Arbeit zusammensacke. Nun gut. Habe dann "Quetiapin" verschrieben bekommen... Beipackzettel durchgelesen und da stand dieses böse Wort wieder : Gewichtszunahme als eine "sehr häufige" Nebenwirkung. Meine größte Angst besteht darin, dass ich wieder so dick werde wie vor 2 Jahren. Ich kann nicht all das wieder zunehmen, was ich so schön runtergehungert habe! Also ist die Frage jetzt: nehmen und wieder fetter werden oder Tavor weiter nehmen und süchtig werden?

26. April 2014

438.

Sie sagen alle, dass Tavor süchtig macht und der Entzug schlimm sein wird. Dieses eine Mal wollte ich auf alle hören und habe es brav abgesetzt, denn zwei Tavor am Tag über 2 Wochen würde bestimmt ein guter Anfang für eine Sucht sein. Und jetzt habe ich die Quittung bekommen - ich darf nicht mehr auf dem Wohnbereich arbeiten, auf dem ich seit September übergehend war! 
In der Pause kam die Fachkraft zu mir und meinte, dass alle Kollegen mich nicht mehr wiedererkennen und ich mich immer mehr zurückziehen würde. Ich solle doch jetzt einen anderen Wohnbereich machen, damit ich nicht mehr unter Stress bin und ich vorallem nicht mehr bei Frau G. bin, da sie seit Donnerstag im Sterben liegt. Ich würde deswegen so durchdrehen. Unsinn! Ich hatte bereits am Mittwoch auf der Arbeit einen Heulkrampf. Gefolgt von Donnerstag und gestern. Und der Versuch ihr zu erklären, dass mich der Wechsel auf einen anderen Wohnbereich eher stresst, lief erfolglos. Inzwischen denke ich sogar schon darüber nach, ob ich nicht einfach kündige und mir einen anderen Job und ein anderes Heim für die Ausbildung suche. 

Ich werde morgen und übermorgen noch arbeiten gehen, danach schaue ich weiter. Entweder ich lasse mich krankschreiben oder ich lasse mir am Montag so starke Medikamente verschreiben, dass ich die nächsten Dienste bis Freitag schaffe. 


22. April 2014

437. Der Glaube perfekt sein zu müssen.

Sie sagen mir alle, dass ich eine Pause machen soll. Erst einmal wieder richtig zu Kräften kommen... Aber ich kann es nicht. Ich kann mir keine Pause gönnen. Auf der Arbeit muss man mich drei - bis vier Mal anrufen, damit ich endlich zur Pause gehe und dort dann auch bleibe. Ich versuche all das wieder aufzuholen, was ich während der Woche wo ich Zuhause war, versäumt habe. Und ich denke mal, dass die ganzen Medikamente, die ich nehme mir dabei gut helfen. Aber  dennoch gibt es auch dabei wieder Menschen die sich Sorgen um mich machen. So habe ich heute von der lieben Frau vom Psychiatrischen Dienst gehört, dass das auch nicht lange gut gehen wird. Sie betonte dabei wieder und wieder, dass ich ein gesundes Zwischenmaß finden muss. Sonst würde ich in 6 Wochen wieder in der Klinik hocken.
Um ein gesundes Maß zu finden, muss ich wahrscheinlich erst einmal lernen, was das überhaupt bedeutet. 

Ich habe schreckliche Angst, dass ich versage könnte. Dass ich keine gute Tochter (obwohl das bei der Mutter wahrscheinlich auch nicht so schlimm wäre), Nichte und Schwester bin. Ich soll mich um alles kümmern. Den Umzug von meinem Bruder nach Hannover und den dazugehörigen Anträgen. Wenn meine Mutter oder meine Tante anruft, muss ich sofort springen und immer wieder 180 % geben. Wenn es weniger ist, bekomme ich es sofort zu hören. Und dabei glauben sie alle, dass alles bestens ist.
Aus meiner Familie weiß nur mein großer Bruder und die Halbschwester meiner Mutter wirklich Bescheid. Ich meine, dass ich in der Klinik war und das ich mich vor  1 1/2 Wochen zu tief geschnitten habe. Die anderen denken alle, dass ich wegen Kreislaufproblemen im Krankenhaus war. Ehrlichkeit geht bei meiner Familie nicht. Bei der Familie die ich habe, kann ich nicht wirklich sagen, dass es meine Familie ist. Familie werden immer mehr meine Kollegen von der Arbeit. Ich bekomme von ihnen sogar Sachen zum Geburtstag, zu Ostern und zu Weihnachten.. Auf mein ''Warum'', bekam ich die Antwort, dass ich ihr Kind sei. 
Ein komisches und zugleich tolles Gefühl.



19. April 2014

436. Lieblingsomi im Heim :)

Darf ich vorstellen: Frau G., bekannt als "Wenn, dann hätte ich sie gerne als Oma!" :)


17. April 2014

435.

Nun ist Herr H. gestorben - Organversagen. Es ist komisch an seinem Zimmer vorbei zu kommen, immer mit dem Bild im Kopf, wie ich ihn am Dienstagmorgen gefunden habe und wie dann der Rettungswagen gekommen ist. Gestern um 4.00Uhr morgens ist er dann verstorben. 
Heute habe ich seine Frau getroffen und ihr erst einmal mein Beileid gewünscht. Ich habe so viel Trauer in ihren Augen gesehen. Sie war die ganze Zeit an seinem Bett, bis er durch das Morphium eingeschlafen und dann auch schließlich gestorben ist. Ich habe sie gefragt, wann die Beerdigung von Herrn H. stattfindet...
Ich denke ich werde dorthin gehen.. Eine Kollegin und ich haben ihn immer gefragt, ob er uns nicht adoptieren möchte - er war so wunderbar!

D. H.
1929 - 2014


Gestern bin ich nach meinem Dienst mit U. durch den Wald gelaufen und habe versucht zu erklären, was los ist. Ich habe ihm von Montag erzählt und wie wenig ich mit den Medikamenten, die ich im Moment alle nehme klarkomme. Ich wollte meinen Psychiater anrufen und einen Termin haben - er hat Urlaub. Dann habe ich im SPD angerufen und die Ärztin dort meinte, dass ich erst einmal 100mg Melperon zum Schlafen nehmen soll. Wieder 50mg mehr. Und so bin ich heute bei der Vertretung von meinem Hausarzt gewesen und bekam dort ein neues Rezept.
Ich habe das Gefühl, dass ich im Moment so labil wie lange nicht mehr bin. Nur mit Medikamente schaffe ich es wenigstens die Gedanken noch auszuhalten, würde ich sie nicht nehmen, würde ich mich wahrscheinlich täglich verletzen... Aber so muss das erst einmal weitergehen. Bis zum 26. Mai, dann habe ich erst den nächsten Termin beim Psychodoc.

14. April 2014

433.

Ich höre seit Stunden die Schreie und Rufe von vielen unterschiedlichen Kinder, aber dennoch habe ich das Gefühl, dass es hier drin mit jeder Sekunde stiller und einsamer wird. Und vorallem merke ich dabei, wie es immer schlimmer wird. Quäle mich mit Suizidgedanken und starkem Druck, versuche aber dennoch stark zu bleiben. 'Stay Strong' kann man ja hier überall lesen, dann werde ich das mal versuchen. Stark bleiben - was heißt das eigentlich?

432. Therapie?

Ich hätte ein Frage an euch: welche Ziele wolltet ihr in eurer Therapie erreichen?

Bitte schreibt es unten in die Kommentarbox! Danke!

13. April 2014

431. Arbeit oder weiter krankschreiben lassen ?

Wie es gerade ausschaut bei mir? Mal sehen, neben den morgendlichen Tiefs, dem ständigen Druck und dem Vorspielen guter Laune, läufts. Es ist komisch, am Dienstagmorgen wieder auf der Arbeit zu sein und allen erklären zu müssen was los war. Ich bin wieder mal an dem Punkt angelangt, wo mir alles egal wird. Wirklich alles. Ich liebe die Arbeit im Heim und komme mit jedem, na ja fast jedem, klar. Aber was ist, wenn ich mich morgen von meinem Hausarzt noch einmal krankschreiben lasse? Noch einmal für eine Woche? Er meinte ja selbst, dass er mich lieber erst einmal aus dem Verkehr ziehen möchte. Seine Worte!
Wahrscheinlich würde ich in dieser Woche wieder in ein, wenn nicht sogar mehrere Tiefs reinrutschen und würde mehr und mehr Gefallen an den dunklen Gedanken finden. Aber ich vermisse auch die Bewohner schrecklich. Ich vermisse Frau H. der ich 'Tschakka' und 'Ghettofaust' beigebracht habe. Ich vermisse Frau G. die durch ihre teils zickige Art eine liebevolle Person ist. Ich vermisse Herrn H. der durch sein Blick und seine Gesten verdammt süß ist! Und zuletzt vermisse ich auch Frau M. die immer lächelt wenn sie mich sieht... Senioren sind schon etwas tolles!

Heute bin ich zum ersten Mal, ich weiß nicht Juni?, wieder unter die magische Grenze gekommen. Endlich! Ich hoffe nur, dass dies Morgen nicht wieder wet sein wird. Pommes sei dank. Aber ich hab doch auch Sport gemacht. 40 Minuten Crosstrainer müssten doch reichen um die Pommes wieder runter zu bekommen, oder?

12. April 2014

430. Wenn etwas falsch ist, dann bringst du es wieder in Ordnung..

Ist seit langem mal wieder ein Foto von mir. (Denn eigentlich wollte ich so gut es eben ging anonym bleiben. Ich habe es wenigstens versucht.) Und nicht alleine. Hier habt ihr mal ein Bild, wie H. in natura aussieht. Er ist so ein wundervoller Mensch!

429. Du bleibst auf Ewigkeit in meinem Herzen.

Es ist 7:30 Uhr an einem Samstagmorgen in einem Krankenhaus in meiner Geburtstadt. Zwei Schwestern fangen an, ihn zu waschen und führen alle nötigen Dinge durch. Es ist 7:45 Uhr am gleichen Morgen, dass das Herz von ihm nicht mehr schlagen wollte und er stirbt. Und es ist 8 Uhr rum, als mein Leben zerbrach und sich für immer verändert.

                                                                       Es ist der 12.04.2003

Papa, ich liebe dich über alles! Ich verfluche den Tag als ich dich verloren habe. Ich wusste nie wie ich es schaffen soll, ohne dich glücklich und hoffungsvoll zu leben. Und ich weiß es auch jetzt nicht. Ruhe in Frieden, es dauert nicht mehr lange.
Und ein 'Happy Birthday' an meine Schwägerin in Spe! Alles Gute zum 19ten!

10. April 2014

428. Erinnerungen

 Es ist dieses 'Hey, mir gehts so lala', und dieses 'Ich kann nicht mehr.' In den letzten Stunden und Tagen habe ich einiges an Gefühlen und Gedanken durchgemacht. Depression ist die Devise! Ich wusste nicht, und weiß immer noch nicht, wie es weitergehen soll. Die Träume die ich habe, sind zwar in greifbarer Nähe, aber ich zweifele daran, ob ich diese noch erleben werde. Suizidgedanken und die dazugehörigen Pläne sind doch etwas feines, oder?An einem Tag nehme ich inzwischen drei unterschiedliche Psychopharmaka. Elontril und Tavor am Morgen, Tavor am Mittag, Tavor am Abend, Tavor und Melperon zur Nacht. Ohne diese Medikation drehe ich noch ganz durch. Aber leider kann dieser Zustand nicht von Dauer sein.
Es sind so viele Erinnerungen, die mich dazu gebracht haben wie ich heute bin und wie ich heute handle.
Es sind die schlechten Erinnerungen, die mich kränker werden ließen und mich dazu gebracht haben mich selbst immer wieder zu schneiden. Aber es sind auch die guten Erinnerungen. All' die guten Erinnerungen, wie zum Beispiel das Kennenlernen von vielen verschiedenen Menschen, haben mich zu der Person gemacht.
2011 und 2012 durfte ich ein wundervolles Jahr in einer 10.ten Klasse verbringen. Ich lernte liebe Personen kennen und vorallem hatte ich eine wundervolle Klassenlehrerin. Sie hat mir damals schon zugehört, wenn ich ihr sagte, dass ich wegen dem Chaos in meinem Kopf nicht zur Schule kommen kann und sie hört mir auch jetzt, 2 Jahre danach, zu. Wie heute. Ich hatte ihr am Samstag geschrieben, dass ich wieder in der Klinik bin und von ihr kam dann, dass sie gern etwas für mich tun würde, aber leider gerade im Urlaub ist.
Vorgestern kam dann wieder eine Nachricht von ihr. Sie fragte mich, wie es mir geht und dass sie mich gerne wiedersehen würde. Ich wusste nicht, was ich antworten soll und so schickte ich ihr keine Antwort. Bis gestern. Gestern Abend sagte ich einem Treffen für heute zu. Dieses Treffen hat mich wieder einmal aus der Bahn geworfen. Es ist mir immer so unangenehm bei ihr zu sein. Bei ihr Zuhause - ganz privat. Mein Gedanke ist nur, dass ich in ihre Privatsphäre einbreche. Aber es ist nicht so.
Sie ist der erste Mensch seit langem, ja wirklich seit langem, der mir wirklich zugehört hat. Mich nicht verurteilt hat und mich einfach so genommen hat, wie ich wirklich bin. Ich musste nicht sagen, dass es mir gut geht und es im Geheimen gar nicht stimmt. Keine Lügen, keine verdammten Lügen!!  Ich habe sie vermisst und werde sie immer vermissen...Selbst in 30 Jahren.

Ich weiß nicht, ob ich die Nacht wirklich überstehe. Ich mein, ohne Versuch oder einen Schnitt. Es ist allein das Schicksal was es mir zeigen wird. Macht euch keine Sorgen, ich werde schon klarkommen. 

Meine Abschlussfahrt - Amsterdam im März 2012. 


7. April 2014

427. Kurztrip in die Psychiatrie - buchbar über jede Krankenkasse!

Da bin ich wieder. Mein Ausflug in die Psychiatrie wurde heute mittag nach der Visite beendet. Ich wurde gefragt wie es mir geht und ich versuchte ehrlich wie möglich zu sein und so sagte ich: ''Abgesehen von den Medikamenten die mich müde machen, gehts mir gut.'' Und so war es auch. Die 'schwachen' Suizidgedanken die ich hatte, konnte ich gekonnt unterdrücken. Nun sitze ich hier wieder. Die ganze Sicherheit, die ich in den letzten Tagen verspührt hatte ist verpufft. Geblieben ist der Alltagstrott. Irgendwie bin ich wieder an dem gleichen Punkt, an dem ich vor dem Wochenende bereits war. Alleine, suizidal und verzweifelt.

Die beste Suite.

5. April 2014

426.

Und so landete ich mit Tavor vollgepumpt in der geschlossenen Suchtstation...

425.

Die letzten Wochen waren einfach zu viel für mich. Immer wieder musste ich gegen meine Gedanken, gegen verschiedene Äußerungen und Meinungen kämpfen. Meine Psyche und mein Körper halten es nicht mehr aus. Ich dachte zwar, dass ich es schaffen könnte, aber nun bleiben noch zwei Möglichkeiten: A: ich versuche mich umzubringen oder B: ich gehe wieder in die Klinik. Ich habe mich für die letzte Möglichkeit entschieden. Bald kommt meine Tante und bringt mich in die Psychiatrie. Ist wahrscheinlich besser so...

3. April 2014

424. In eine bessere Welt...

Kennt ihr das, wenn man immer wieder an die Zeiten denkt, wo man genau weiß, dass die einen glücklich gemacht haben? Man fragt sich, was passiert ist. Entweder man findet die Lösung oder tappt weiterhin im Dunkeln. Solch' einen Moment konnte ich heute erleben. Ich habe heute den Mann wieder gesehen, der mein erster Betreuer in der Wohngruppe war. Es ist so verdammt traurig zu sehen, dass dort einer ist, der dich in und auswendig kennt und doch nichts mehr mit dir zu tun hat und so auch nicht mehr helfen kann. Es ist so verdammt traurig...

Der Besuch bei Peter hat mir gezeigt, dass ich die Vergangenheit nur verdrängt habe. Von Verarbeitung kann keiner sprechen. Kurz bevor ich gegangen bin, sind wir noch eine rauchen gewesen. Ich habe ihn gefragt, ob er noch Kontakt zu M. hat. Aber Peter hat lange nichts mehr von ihm gehört. Und von F. ebenfalls nichts mehr. Diese drei Männer haben so viel für mich getan, mich immer wieder aufgebaut und vorallem aber haben sie immer dafür gesorgt, dass nichts schlimmeres mehr passiert ist.
Und jetzt wo sie nicht mehr da sind und ich H., sowie U. kaum noch Vertrauen schenken kann... na ja. Kann es passieren, dass eine Krise mal schlimm endet. Wenn dies passieren sollte und ich dies überlebe, soll aber weder U. und H. noch meine Familie etwas davon erfahren. Wenn, dann möchte ich ihnen das selber beibringen... 

2. April 2014

423.

Ich erlebe im Moment die schwärzesten Tage seit langem. Es sind die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen, sagt man doch immer. Aber ich sehe es nicht, ich spüre es nicht. Und so haben alle Gedanken, die in die Tat umgesetzt werden wollen, einen nahrhaften Boden gefunden. Denn wer glaubt schon an sich, wenn er körperlich und psychisch so am Ende ist? Ich war noch nie so entschlossen wie jetzt.

1. April 2014

422. Das Nimmerland ist nah.

Es ist dieses ständige Hin und Her. Ich weiß nicht, welche Entscheidung ich treffen soll. Welche die richtige für mich sein wird. Weiß nicht, welches Ausmaß die Entscheidung haben wird. Weiß gar nichts mehr. 
Dieses sich nicht entscheiden können, macht mich aus. Früher konnte ich mich nie entscheiden, sei es nur die Frage, was ich mir zum Geburtstag wünsche. Es wird sich bald zeigen, welchen Weg ich dann endgültig gewählt habe.

Im Moment fühle ich mich sehr unter Druck gesetzt. Sei es auf der Arbeit, wo man so viel von mir erwartet oder auch von meiner Familie und vorallem auch von meinen Betreuern. Es ist immer schwieriger dem Allen gewachsen zu sein. Von allen Seiten höre ich in den letzten Tagen und Wochen immer mehr Gemecker.
Bin ich so schlimm, dass man nur noch so mit mir umgehen kann?
Kann man nicht mehr normal mit mir umgehen, nicht ein klares Wort mit mir reden?
Wie eine Frau letztens zu mir sagte: ''Du bist anders.''
Und auch wenn ich so anders bin, benötige ich eins im Moment mehr denn je. 
Jemand der mir zuhört, mich versteht. 
Ich überlege seit Stunden, wem ich schreiben oder mit wem ich darüber reden kann. 
Aber ich finde niemanden. Ich finde gar keinen. Schon traurig, oder?
Und so bleibe ich alleine mit meinen Gedanken und meinen Problemen. Wie so oft in letzter Zeit. 

27. März 2014

420.

Nun frage ich mich, wie es denn überhaupt weitergehen soll, wenn U. und H. demnächst nicht mehr da sind. Die angedrohte, neue Betreuung vom Psychiatrischen Dienst fällt weg. Ich bin zu jung. Bis 21 Jahre sind die Jugendämter für einen zuständig. Frau Z. macht sie immer weiter Sorgen um mich. Sie weiß nicht, wie und ob ich das überhaupt schaffen kann. Und U.. ja, mit ihm habe ich am Montag ein langes und intensives Telefonat geführt. Er ist sich nie sicher, obwohl ich ihm einen Lebensvertrag schicke, ob ich nicht doch aus einem Tief aus Fenster springen werde. Nur so ganz nebenbei. Meine Wohnung ist im 2. Stock, kann man da überhaupt wirklich sterben?! Und H...ja. mit ihm hatte ich am Sonntag ein Treffen. Seitdem habe ich auch nichts mehr von ihm gehört. Er fehlt mir, aber es wird wahrscheinlich noch ein paar Tage dauern, bis ich wieder etwas von ihm hören werde. Während unserem Treffen, hat er mehrmals versucht das Thema Betreuung anzuschneiden, aber ich konnte als Begründung nur sagen, dass es nicht mehr das ist, was es früher einmal war - Winter 2012. 

Und dann ist da wieder das Chaos. In den letzten Tagen ist das Chaos eigentlich ausgeblieben, aber ich merke, wie es schleichend wieder kommt. Die Arbeit im Heim strengt so verdammt an. Ich liebe die Arbeit, aber wenn man plötzlich wieder einen vollen Wohnbereich hat und die Angehörigen so viel Stress machen und nicht auf die Entscheidungen des Teams hören möchten, ist das schon etwas anderes. 
Es ist alles, was aufeinander trifft. Betreuung, Arbeit, die Probleme - alles lässt mich so in die Knie zwängen. Ich muss die nächsten Wochen und Monate schaffen, obwohl ich lieber wieder in die Klinik gehen würde. Aber es geht nicht, ich muss arbeiten.