Suizidalität: 5 (Mir geht es schlecht. Ich habe konkrete Suizidpläne, werde sie aber nicht in die Tat umsetzen)
Tagesziele: teilweise erreicht.
Die letzten Tage waren hart. Ich habe viel geschwiegen, geweint und die Kontrolle verloren.
Meine Stimmung schwankt sehr stark. Geht es mir in dem einen Moment gut, ist es eine Stunde später schon schlimmer.
Gestern hatte ich ein interessantes Gespräch mit meiner alten Beratungslehrerin. Ich hab ihr erzählt, wie es mir seit Juni ergangen ist und ich konnte schon in ihrem Gesicht sehen, dass sie sehr geschockt war. Diese Frau hat so vieles mit mir durchgemacht. Sie war da als ich vor 5 Jahren anfing mich zu verletzen, immer wieder die Schule schwänzte und vorallem aber war sie da, als ich meine Suizidversuche hatte.
Sie hat meine ganze Entwicklung mitbekommen. Und jetzt, stehe ich wieder alleine da. Alles was ich mir aufgebaut hatte, habe ich abgebrochen.
Später hatte ich dann meine erste Stunde bei der Ergotherapeutin und ich war froh, dass ich bei einer relativ jungen Frau gelandet bin. Ich musste ihr erst einmal meine Geschichte erzählen.. Im Laufe der Jahre wird meine Geschichte von mir immer kürzer zusammengefasst:
-seit 5 Jahren krank
-mit 14 Jahren zwei Suizidversuche + 3 Monate Psychiatrie
-2 1/2 Jahre in einer WG gewohnt + danach in die Klinik
-seitdem in meiner eigenen Wohnung
Ich habe ihr auch die Sache mit Magdalene erzählt und sie hat mich verstanden.
Die Stunde an sich hat mich irgendwie überfordert. Sie verlangt von mir, dass ich nach jeder Stunde aufschreibe, wie ich es fand. Weiterhin soll ich auch noch meine Ideen aufschreiben... Mal schauen, ob ich das noch mache..
Abends habe ich mich noch mit Holger getroffen. Ich habe in seiner Gegenwart kaum etwas gesagt... als ich dann gehen wollte, hab ich ihm noch schnell einen Lebensvertrag in die Hand gedrückt und bin gegangen.
Der Vertrag gilt bis Montag.
Heute morgen hab ich einen Brief von Aaron bekommen. Aaron ist der kleine Sohn von meiner alten Klassenlehrerin:









