27. März 2014

420.

Nun frage ich mich, wie es denn überhaupt weitergehen soll, wenn U. und H. demnächst nicht mehr da sind. Die angedrohte, neue Betreuung vom Psychiatrischen Dienst fällt weg. Ich bin zu jung. Bis 21 Jahre sind die Jugendämter für einen zuständig. Frau Z. macht sie immer weiter Sorgen um mich. Sie weiß nicht, wie und ob ich das überhaupt schaffen kann. Und U.. ja, mit ihm habe ich am Montag ein langes und intensives Telefonat geführt. Er ist sich nie sicher, obwohl ich ihm einen Lebensvertrag schicke, ob ich nicht doch aus einem Tief aus Fenster springen werde. Nur so ganz nebenbei. Meine Wohnung ist im 2. Stock, kann man da überhaupt wirklich sterben?! Und H...ja. mit ihm hatte ich am Sonntag ein Treffen. Seitdem habe ich auch nichts mehr von ihm gehört. Er fehlt mir, aber es wird wahrscheinlich noch ein paar Tage dauern, bis ich wieder etwas von ihm hören werde. Während unserem Treffen, hat er mehrmals versucht das Thema Betreuung anzuschneiden, aber ich konnte als Begründung nur sagen, dass es nicht mehr das ist, was es früher einmal war - Winter 2012. 

Und dann ist da wieder das Chaos. In den letzten Tagen ist das Chaos eigentlich ausgeblieben, aber ich merke, wie es schleichend wieder kommt. Die Arbeit im Heim strengt so verdammt an. Ich liebe die Arbeit, aber wenn man plötzlich wieder einen vollen Wohnbereich hat und die Angehörigen so viel Stress machen und nicht auf die Entscheidungen des Teams hören möchten, ist das schon etwas anderes. 
Es ist alles, was aufeinander trifft. Betreuung, Arbeit, die Probleme - alles lässt mich so in die Knie zwängen. Ich muss die nächsten Wochen und Monate schaffen, obwohl ich lieber wieder in die Klinik gehen würde. Aber es geht nicht, ich muss arbeiten. 

419.

Ich hätte nie gedacht, dass mein Wille und meine Stärke irgendwann einmal zurück kehren. Immer dachte ich, dass ich nie wieder so wie früher sein könnte, aber... ich habs geschafft. Ich habe jetzt seit Sonntag nichts mehr gegessen, ernähre mich nur noch von Cola, Kaugummis und fettreduzierter Buttermilch und es geht mir wunderbar! In meinem Kopf herrscht kaum noch Chaos und das Chaos was da ist, kann ich jetzt wieder gekonnt überspielen...

22. März 2014

417. Maybe life isn't for everyone. Maybe.

Zu viel Schmerz und vorallem zu viele Gedanken sind in meiner Seele und in meinem Kopf verborgen. Ich habe Angst all dem nicht mehr gewachsen zu sein. Nicht mehr den Absprung zu schaffen und zu sagen, was wirklich los ist. Ich fühle mich immer schlechter und möchte nicht mehr hier sein. Ich möchte mir alles kaputt schneiden, aber ich weiß gar nicht mehr, welche Stelle ich dafür nehmen kann. An den Unterarmen gehts nicht, da ich ein Oberteil auf der Arbeit tragen muss, dass kurze Ärmel hat. Die Oberarme sind inzwischen auch mit Narben verziert. Und bei den anderen Körperstellen, habe ich Angst, dass ich nicht einmal annähernd die gewünscht Tiefe erreichen werde. Und vorallem habe ich nur diese Blillig-Klingen von Rossmann - Isana Men. Ich hasse die, aber leider habe ich es an dem Abend nicht mehr geschafft zu DM zu fahren. Deswegen muss ich mich jetzt mit den begnügen. Damit das Ganze aber nicht ganz ausatet habe ich U. einen Lebensvertrag geschickt. Langsam macht er sich Sorgen. Es passiert immer häufiger, dass ich ihm einen Vertrag schicke.

Gestern Abend habe ich im Internet nach I. geschaut. Nach ihrem Selbstmord hat ihre Mama die Facebookseite gelöscht und sonst gibts nicht mehr viel von ihr, was man im Internet finden kann. Nur einpaar Bilder von ihren Wettkämpfen und den Nachruf habe ich gefunden. Mehr nicht. Ich muss in letzter Zeit häufig an sie denken. An sie als Person, an ihren Suizid, an die Zeit in der wir zusammen in Wunstorf waren und vorallem aber an ihre Beerdigung. Es hat sich alles in meinen Kopf gebrannt. Ich versteh nichts mehr. Das letzte was ich zu ihr gesagt habe war: ''Machs gut'' und dann habe ich sie zum Abschied umarmt. Das ist inzwischen fast 1 1/2 Jahre her. Es kommt mir so kurz vor. Aber in Wirklichkeit ist es eine Ewigkeit her.

Und dann ist da noch die Sache mit H. Als ich letzte Woche versucht habe ihn anzurufen musste ich es eine Ewigkeit versuchen. Erst auf seinem privaten Handy - nichts, es ist aus. Dann auf dem Anschluss von der WG - nichts. Dann hat es mir gereicht und ich habe ihm eine Nachricht auf Diensthandy geschickt. Ein Anruf kam zurück. Er ist sei seit Stunden im Krankenhaus. Krankenhaus und WG heißt eigentlich immer, dass sich jemand versucht hat umzubringen und das war dann auch so. Ich habe es zwar zufällig von U. erfahren, aber es hat dafür gesorgt, dass die Stimmung wieder bergab ging. Inzwischen denke ich immer wieder an die WG Zeit zurück. Die ganze Schmerz und die Unverständnis, die ich entgegen gebracht bekommen habe. Aber dennoch sage ich immer, dass ich seit dem Auszug nicht mehr ehrlich glücklich war. Komische Sache.
Um dann gleich bei der WG-Zeit zu bleiben:
gestern hat mich U. gefragt, ob ich nicht Lust habe mit Denny (kennt ihr bestimmt. Hat beim Supertalent mitgemacht) P. Geburtstag nachzufeiern. P. war mein 1. Bezugsbetreuer in der WG  und dann etwas später  auch der von Denny. Ich habe lange darüber nachgedacht was ich U. antworten soll. Einerseits würde ich ihn gerne wiedersehen, aber dann ist da noch die Sache mit dem Vertrauen. Bei alten Betreuern oder Ärzten habe ich immer das Gefühl, dass sie die ganze Zeit nie ehrlich zu mir waren. Und vorallem weiß ich nicht, was die Betreuer aus der WG ihm erzählt haben. Das letzte Mal habe ich ihn vor einem knappen Jahr gesehen und da wusste er bereits alles was in den letzten Monaten in der WG passiert ist. Was würdet ihr machen? Flashbacks und Enttäuschung oder vielleicht die Hoffnung erleben, dass das Treffen doch gut wird?


416. Ausweglos?

Ich überschreite jegliche Grenzen und werde mir nicht bewusst, dass dies auch Folgen habe könnte. Ich versuche wieder und wieder mit all meinen Problemen alleine klar zu kommen, aber merke dass sie dadurch nur noch schlimmer werden. Ich versuche allen klar zu machen, dass ich den Alltag kaum noch bewältigen kann, da mich die Krankheiten immer weiter in die Knie zwängen. Ich schweige zu Fragen, die ich liebend gerne beantworten möchte, aber habe Angst, dass ich dadurch nur noch mehr in Schwierigkeiten geraten könnte. Ich fühle mich alleine, obwohl ich in der Mitte einer Menschenmenge stehe und merke erst zu spät, dass sich durch mein Verhalten mehr und mehr Menschen von mir abwenden. Die Liebe die Menschen mir schenken wollen, schaffe ich nicht zu akzeptieren und nicht auszuhalten, obwohl ich mir so sehr Wünsche, dass jemand immer bei mir ist und mich tröstet wenn ich wieder einmal am Boden bin.

- Ich brauche jemanden. Irgendwen der mir hilft und offen und ehrlich zu mir ist.



17. März 2014

415.

Die Gedanken werden immer schlimmer, der Druck immer größer. Und nichts hilft. Selbst reden nicht, ich habs versucht, aber bin auf Ignoranz gestoßen. Ich habe versucht offen und ehrlich zu sein, habe gesagt, dass ich am Ende bin und das ich alleine nicht mehr zurecht komme. Und die einzige Antwort die ich bekam war, dass ich gar nicht so wirke und man es mir dementsprechend nicht glaubt. Was soll ich denn noch machen? Heulend in der Öffentlichkeit zusammenbrechen? Ich weiß es nicht mehr. Keiner versteht mich, wirklich keiner!

16. März 2014

414.

Ich glaube ich habe einen riesen Fehler gemacht. Die eMail hätte ich nicht losschicken sollen. Fuck >.<

''Ich weiß nicht mehr, an wen ich mich wenden kann. Aber ich muss einfach jemandem schreiben, sonst komme ich weder heute noch morgen oder übermorgen unbeschadet davon. Seit dem letzten Wochenende geht meine Stimmung immer weiter in den Keller. Zuerst habe ich gedacht, dass es an dem Stress liegt den ich durch das Lernen für meine Prüfung hatte, aber das Gefühl ist geblieben. Die ganzen Gedanken sind weiterhin da und haben dafür gesorgt, dass ich mich privat sowie auch auf der Arbeit mehr anstrengen muss die ''Gesunde'' zu spielen. Inzwischen habe ich jedoch keine Kraft mehr. Ich schlafe kaum mehr als 4 Stunden pro Nacht und habe ständig das Gefühl das ich beim nächsten Schritt zusammenbrechen könnte. Und dann ist da auch noch der Druck mich zu verletzten und dann noch das Verlangen mich umzubringen. Ich habe keine Ahnung mehr, wie ich dieses Leben schaffen soll. Ich möchte doch einfach nur weg sein, mehr nicht.''

Und dann habe ich vorhin noch diese liebe Nachricht bekommen: 



14. März 2014

413. Goodbye.

Hallo Frau G****, 

inzwischen ist es schon zwei Monate her und ich habe lange überlegt, wie es mit der Betreuung weitergehen soll. Nach dem Hilfeplangespräch wurde die Situation und die Ängste die ich hatte, besser sodass ich eine andere Meinung gegenüber der Hilfe hatte. Aber inzwischen bin ich wieder an dem Punkt angelangt, dass es besser wäre, wenn die Betreuung zeitnah beendet wird. Mir ist bewusst geworden, dass ich die Hilfe nur immer weiter bewilligt haben wollte, weil ich so an den Beiden gewöhnt war und sie dadurch nicht hergeben wollte. Da der Verstand aber inzwischen siegt, weiß ich auch, dass die weitere Betreuung keinen Sinn mehr macht. Mir ist der Schritt nicht leicht gefallen und ich weiß auch, dass ich wahrscheinlich nicht klarkommen werde, aber es ist die richtige Entscheidung. 


412.

Und wieder sitze ich hier und überlege, wie ich die nächste Zeit überstehen soll. Es ging mir in den letzten Wochen immer besser. Die Arbeit habe ich gut hinbekommen und konnte dabei sogar Freude empfinden. Aber inzwischen hat sich alles um 180 Grad gewendet. Ich komme mit, meist, schlechter Laune zur Arbeit. Versuche die Übergabe irgendwie zu überstehen und dann heißt es auch noch, dass ich den Nachmittag und den Abend nicht zusammenbrechen darf. Es ist schwierig, sehr schwierig. Betreuer, Ärzte, Therapeuten.. alle wollen Aufmerksamkeit haben. Sie merken alle gar nicht, wie viel Kraft mich jedes einzelne Treffen kostet. Und so wird mir immer mehr bewusst, dass ich nicht mehr zurecht komme.  Mein Körper gibt bald auf und meine Psyche ist auch schon am Rande des Abgrunds.

12. März 2014

411. Keine Ahnung wies mir geht. Aufjedenfall nicht gut.

Es ist dieses eine Gefühl. Du siehst in den Himmel und überlegst, wie es dort oben wohl sein mag. Klar hat jeder von uns seine eigene Vorstellung und obwohl wir wissen, dass es bei vielen die Gleiche sein mag, haben wir auch die Hoffnung, dass es etwas ganz besonderes ist. Etwas was auf jeden einzelnen Menschen perfekt zugeschnitten ist. Jeder von uns möchte die Menschen wiedersehen, die er am liebsten um sich hatte, aber leider zu früh gehen mussten. Ich wünsche mir seit Jahren, dass sich meine Vorstellungen, die ich über den Himmel und das Leben nach dem Tod habe doch bald erfüllen. Aber es geschieht einfach nicht. Dieses kleine Wort 'Schicksal'. Was heißt Schicksal denn für jeden von uns? Für die meisten Menschen bedeutet es, dass das Schicksal ihnen übel mitgespielt hat. Denn jeden Tag aufs Neue sehe ich Menschen die das Gleiche wie ich empfinden. Sie wollen auch nicht mehr hier auf dieser Erde verweilen, aber das Schicksal hält sie hier. Hier auf dieser Welt. Ich würde so gerne ehrlich zu ihnen sein, aber ich muss ihnen immer wieder klar machen, dass sie noch wundervolle Tagen in ihrem Leben haben werden.

Und dann ist da noch dieses Monster ihn mir. Viele Monate hatte ich es immer wieder versteckt und wenn etwas kam, konnte ich es verheimlichen. Aber in der letzten Zeit kommt es immer häufiger wieder ans Tageslicht. Ich weiß gar nicht, was ich so schlimmes gemacht habe. Irgendetwas löst die ganze Sache doch aus. Karma - ein Wort, was wahrscheinlich eine von euch kennen werden. Die Gedanken die da sind, die werden immer schlimmer.Tagsüber kann ich sie gut verstecken. Alle die mich kennen, würden über mich sagen, dass ich in den letzten paar Monaten sehr 'stabil' geworden bin. Was auch immer das heißen mag. Sie sehen es, aber ich nicht. Ich merke nur, dass sich meine Stimmung auf einen Punkt eingependelt hat. Aber dann sind diese Phasen auch wieder da. Die Phasen, die mich wieder dazu bringen, dass ich die Klinge an meine Haut setze und zuschneide. Eigentlich wollte ich es nicht mehr machen. Dann frage ich mich aber: ''Was dann? Was soll ich dann machen?''
Soll ich mich dann einfach weiter kaputt machen lassen? Ich gehe dann statt dem Schneiden häufiger zum Dienst und lasse mich da mehr von Bewohnern anschreien und schlagen. Die gleiche Wirkung wird es bestimmt haben. Egal was ich mache, beschissen und ekelig fühle ich mich seit mehr als 19 Jahren. 19 Jahre zu viel. Viel zu viel. 


5. März 2014

410.

Langsam aber sicher geht es wieder bergauf. Nachdem ich gestern einen Rückfall hatte, verschwanden all die Gedanken nur langsam. Irgendwann lag ich weinend zusammen gesunken unter meinem Esstisch und habe immer wieder versucht U. anzurufen. Er ging nicht ans Telefon und so kam es, dass ich mir ein Herz fasste und ihm eine Nachricht bei Whatsapp schrieb: ''Ich packe das alles nicht mehr. Mein Kopf explodiert gleich, es sind so viele Gedanken. Ich möchte nicht mehr.'' Und immer noch kam keine Nachricht. Irgendwann.. gegen 22 Uhr kam dann endlich eine Antwort. Er versuchte mich anzurufen... Ich fragte ihn, ob wir einen Vertrag bis heute machen könnten und so schickte ich ihm einen.
Heute Morgen besuchte er mich und wir gingen eine Stunde lang nur umher und sprachen. Und sprachen.
Er möchte am Freitag mit mir etwas unternehmen. Aber ich weiß einfach nicht was. Am liebsten würde ich ihn einfach nur in meiner Nähe haben. Er muss nichts sagen, nichts tun. Nur da sein. Wenigstens einmal in meinem Leben.

4. März 2014

409.

Den ganzen Tag verbringe ich schon damit, zwischen dem Bett und dem Bad hin und her zu pendeln. Ich könnte so viel besseres tun, aber die Kraft fehlt heute einfach. Heute Morgen hätte ich eigentlich einen Termin beim Psychiatrischen Dienst gehabt. Ich habe ihn aber schon gestern Abend per Mail abgesagt. Die ganze Zeit wollte ich ihr aus dem Weg gehen und dann passiert es natürlich das sie versucht mich zu erreichen. Beim 1. Anruf bin ich nicht ans Handy gegangen aber dann dachte ich mir, dass ich ihr das auch nicht wieder antun kann. Und so habe ich zurück gerufen. Sie hat sich gewundert, warum ich denn nicht bei ihr im Büro bin. Sie hatte anscheinend die eMail nicht gelesen. Ich erzählte ihr irgendein Unsinn und so verabschiedete sie sich damit, dass wenn etwas ist, ich ihr schreiben soll oder wenn es gar nicht mehr geht auch anrufen soll. Mal sehen. 
Vielleicht sollte ich es doch machen. Ich merke schon lange, dass wenn ich mal nicht auf der Arbeit bin, na ja.. ich merke eben, dass es mir hier Zuhause immer schlecht geht. Ich überlege schon die ganze Zeit, wo ich denn noch Klingen versteckt haben könnte. Mir fällt es aber einfach nicht mehr ein. Eigentlich könnte ich auch einen der vielen Rasierer auseinander bauen, aber dass wäre mir um ehrlich zu sein zu viel Arbeit..



3. März 2014

408. Mach du einmal ein Wechsel von guter Laune zu schlimmen Depressionen durch.

Es ist unglaublich, wie eine Nachricht die Stimmung so schnell verändern kann, dass man sich nicht mehr vorstellen kann noch weiter auf dieser Erde zu verweilen.
Und dann zack! Bei der nächsten Nachricht ist wieder alles gut. Damit sie auch so bleibt, muss ich die Geschichte am Montag schaffen. Wenn nicht, dann bin ich wieder in meinem tiefen Loch gefangen. Auf immer und ewig. Und ich weiß ganz genau, dass ich dort dann erst einmal bleiben werde.

28. Februar 2014

407.

"Überlegen wir mal. Nachdem ihr entschiedet habt, dass ich depressiv bin oder was auch immer, setzt ihr mich auf Medikamente, nicht wahr? Ich kenne hunderte von Menschen und denen geht es gut. Tatsache. Mit meinen neuen Medikamenten gehe ich dann wieder zur Arbeit. Ich mache allen klar, dass ich wieder die Sabine bin, die ihnen nie Ärger gemacht hat."

Ich finde keinen Ausweg mehr aus meiner jetzigen Situation. Die Hoffnung, die ich noch verspürt hatte, ist verschwunden. Ich weiß einfach nicht mehr. Nichts mehr ist positiv. Sehe nur noch den einen, endgültigen Ausweg.

26. Februar 2014

406. Sie erinnerte mich..

Nachdem mein Geburtstag damit endete, dass ich heulend im Bett lag und einfach nur verschwinden wollte, war ich gestern in meiner alten Schule. Meine alte Klassenlehrerin hatte mir geschrieben, da ich mich lange nicht mehr gemeldet hatte und so beschloss ich, sie einfach zu besuchen. Sie fragt mich, wie es in den letzten Wochen so war, stimmungstechnisch. Ich versuchte so ehrlich wie möglich zu sein, aber konnte es nicht unterlassen mal wieder alles mit einem Lachen zu überspielen.
Als wir so in der Fluren der Schule standen, mitten von Schülern umgeben, sah ich meine voherige Klassenlehrerin. Ich hatte sie das letzte Mal auf meiner Abschlussfeier gesehen und das war im Juni 2012. Danach ging sie in Mutterschutz und dann in Elternzeit. Als ich gerade von meiner anderen Klassenlehrerin verabschieden wollte, kam sie auf mich zu und ich umarmte sie erst einmal. Sie fragte mich, was ich jetzt mache. Sie war überrascht, dass ich ein FSJ mache, da ihr letzter Stand war, dass ich die Fachoberschule besuche.... und so erzählte ich ihr alles in kurzen Sätzen. Sie hat es natürlich nicht gefreut, aber hofft immer noch das es irgendwann alles gut wird.

Sie wiederzusehen erinnerte mich an all die Zeit die ich so sehr vermisste. Die Zeit mit ihr als Klassenlehrerin. Die Zeit als es mir so schlecht ging und sie immer wieder versuchte mir zu helfen. Die Zeit, die nach den Suizidversuchen war und vorallem die Zeit, in der es mir in der WG nicht so gut ging.
Sie ist so ein wundervoller Mensch. Wenn ihr sie kennen würdet, würdet ihr sie lieben. Das bin ich mir sicher.

24. Februar 2014

405.

Ich fühle mich unwohl und wohl zugleich. Ich frage mich, wie es soweit kommen konnte und merke dabei, dass ich alleine dafür verantwortlich bin und immer sein werde. Ich weiß, dass es lange, sehr lange dauern wird, bis ich wieder an dem Punkt angekommen bin, sodass ich sagen kann, dass alles beim Alten ist. Aber wird es das jemals werden? Wird alles irgendwann beim Alten sein?

Sie hat mir alles erzählt. Sie meinte es wahrscheinlich gut, aber sie hat wieder einmal etwas in mir ausgelöst. Sie hat dafür gesorgt, dass die Gedanken über den Tod und wie es ist, wenn ich endlich von dieser Welt bin, wieder an die Oberfläche kommen.

Sagt man nicht, dass die Menschen die am meisten lachen, die Traurigsten sind und innerlich am weinen sind? Genauso fühle ich mich. Ich zeige den Menschen in meiner Umwelt, dass alles in Ordnung ist, aber die Sachen, die innerlich bei mir abgehen sind ganz und gar nicht gut.
In der nächsten Woche habe ich Urlaub und damit extra Krisentermine beim Psychiatrischen Dienst bekommen. Ich möchte sie schwänzen und mich eine komplette woche nur verkriechen. Keinen sehen, keinen sprechen, keinem Rechenschaft ablegen.

In diesem Sinne, happy birthday to me.

13. Februar 2014

404. ''Fuck, ich weiß nicht mehr weiter, kann mich jemand erlösen?''

Ich fühle mich schrecklich. Nicht nur: ''Oh, heute ist es mal wieder nicht so gut.'' Sondern: ''Fuck, ich weiß nicht mehr was ich machen soll, kann mich nicht jemand erlösen?'' Jeden Tag kommen neue Probleme auf die vorhandenen oben drauf. Der Stapel wird immer größer, genauso wie der daraus entstehende Selbsthass. Die Hoffnung, dass er kleiner wird schwindet. Alleine bekomme ich das nicht hin – ich brauche dringend Hilfe.

Ich habe Probleme im FSJ, die Leitung rief heute an und sagte mir, dass wir unbedingt reden müssen. Es würde so nicht weitergehen. Seit Anfang Januar bin ich schon mehr als zwei Wochen krank geschrieben gewesen. Sie hat den Anschein, dass ich es nicht mehr so ernst nehme. Als ich vor ein paar Tagen gerade in den Fahrstuhl bei uns gehen wollte, sagte eine Kollegin zur anderen: ''Sabine hat sich richtig verändert, sie ist keine Streberin mehr.'' Das ganze FSJ überfordert mich nur noch. Einerseits liebe ich die Arbeit, aber ich habe im Moment nur noch Spätdienst und da das Haus voll ist, habe ich dich größte Etage (14 Bewohner) und muss sie komplett alleine machen. Ich würde es ja schaffen, wäre ich bloß nicht wieder krank...

In den letzten Wochen habe ich nicht mehr so oft daran gedacht, mich in der nächsten Zeit umzubringen. Aber jetzt finde ich wieder Gefallen daran, schlimmer als meine jetzige Situation kann es nicht mehr werden...:

1. Eigentlich habe ich mit der Leitung eine Abmachung, dass ich ab August als Schülerin dort anfangen kann. Sie sagte zu - das war im Dezember. Anfang Januar bekam ich die Zusage von der Schule, dass ich einen Schulplatz habe. Das sagte ich der Leitung und bis heute habe ich keinen Vertrag bekommen.2.Vorgestern bekam ich die Nachricht, dass ich zu meinem Wunschseminar mitfahren kann. Freuen kann ich mich da auch nicht wirklich. Eine Freundin aus Wunstorf wollte ebenfalls dort mit hin, aber wurde jetzt für ein anderes eingeteilt. Also werde ich dann eine Woche lang mit irgendwelchen Leuten die Zeit in einem Kloster in Südfrankreich verbringen. 3. Dann weiß ich immer noch nicht, was ich wegen H. und U. machen soll. Mein Herz schreit, dass ich sie nicht gehen lassen darf. Der Verstand schreit dagegen hat und möchte, dass die beiden gehen. Ich habe keine Ahnung, was ich dem Jugendamt im nächsten HPG sagen soll. Ja oder Nein zur Hilfe?
4.Dann das ewige Thema, mit meiner finanziellen Situation. Es kommen immer mehr Rechnungen, die beglichen werden wollen. Sofort und ohne Widersprüche. Bloß kann ich mit dem Minigehalt, dem Kindergeld und der Halbwaisenrente nicht alles bezahlen. Dann muss ich irgendwie noch den Führerschein machen (der auch bezahlt werden will) und das bis Anfang April. Sind ja nur noch alle Sonderfahrten und noch etliche Fahrstunden die ich machen muss.

Und dann ist da noch der Tag, den ich jedes Mal aufs Neue hasse. Heute ist der 13. Februar und das heißt mal wieder, dass ich bald Geburtstag habe. Etliche fragen mich, was sie mir schenken sollen und ob ich mit Ihnen zusammen feiern möchte. Andere setzen es auch fest, dass ich mit Ihnen Feiern muss. Wenn ich es nicht freiwillig machen möchte, wird eine Geburtstagsfeier eben zur Regel, die man nicht brechen darf. Ich versuche jedem klar zu machen, dass ich nicht feiern möchte. Geburtstag zu haben mag für andere eine tolle Sache zu sein – für mich nicht. Es ist nur ein weiterer Tag, an dem ich mich hasse und verfluche, dass ich jemals auf die Welt gekommen bin. Meine Mutter wollte mich nie, wie sie früher immer so schön sagte: ''Warum habe ich nur Kinder bekommen?'' Ich habe eine tolle Familie, oder? Ich hätte nie jemandem sagen sollen, wann ich Geburtstag habe. So könnte ich den kommenden nach Jahren vielleicht mal in Ruhe verbringen.


Zu guter Letzt: Heute hatte ich nach Wochen mal wieder einen Termin bei meinem Psychiater. Er sah mich an, und sprach davon, dass ich nicht mehr so niedergeschlagen wirke. Ich erzählte ihm dass die Tabletten wirken und der Drang mir selbst weh zu tun, weniger wird. Die Menge, die ich von mir aus bereits erhöht hatte, hat er von sich aus nun offiziel erhöht. Er machte mich dann bloß noch darauf aufmerksam, dass diese Dosis die höchste zulässige wäre und wir danach, wenn es gar nicht mehr geht, wieder auf ein anderes Medikament wechseln müssten. Eine interessante Frage stellt sich jetzt bloß bei mir: ''Was passiert eigentlich bei 450mg Elontril?''

12. Februar 2014

403.

Seit dem 2.1 habe ich mich nicht mehr verletzt. Dies wäre doch mal ein Grund wieder anfangen, wie man sieht bin ich wirklich für alles zu dumm:

11. Februar 2014