12. Dezember 2018

566. Ich möchte nur einbisschen sterben.

Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht wie ich diese Sätze zu schreiben soll, dass das alles auch noch einigermaßen Sinn macht. Das es mir seit Monaten schlecht geht, ist inzwischen so normal geworden, wie das atmen. Ich befinde mich fast wöchentlich bei einem Krisengespräch und immer wieder kommt die gleiche Frage auf, wie wir die nächste Zeit meistern wollen. 
Und immer wieder ist die gleiche Antwort: durchhalten.
Inzwischen ist Frau Z. auch an den Punkt angekommen, dass sie nicht mehr weiter weiß. Falls die Depressionen und die Suizidalität noch schlimmer werden, schreckt sie auch nicht mehr davon zurück mich höchstpersönlich in die Klinik einzuweisen. 
Das ist der Punkt, an den sie bisher in den fünf Jahren nie gekommen ist. Bisher konnte sie sich allerdings auch immer auf meine Absprachen verlassen. 
Was aber auch ein wesentlicher Punkt ist dieses Mal: es gibt drei Seiten. Ich kann mir nicht vorstellen, zu leben. Tot zu sein aber auch nicht. Und das was dazwischen ist, nennt man mein Leben.  

25. Mai 2018

565. Mich gibt es noch.

Das ständige Unverständnis. Der Jahresvorsatz durchzuhalten. Die Überforderung. Die Nervenzusammenbrüche. Die Nachricht, dass meine dritte Nichte unterwegs ist. Der Abschied. Der Wechsel. Die vermeintliche Stabilität. Der Selbsthass. Der Gedanke, dass Schneiden nach knapp vier Jahren vielleicht doch noch ein Versuch wert ist.

18. November 2017

564. Warum ist das alles so schwierig?

Lieber T., unser Anfang war schwierig. Du hattest immer wieder versucht, dass mein Interesse zu wecken. Ich habe unzählige Nachrichten von dir bekommen und habe mich dann schließlich auf dich eingelassen, nur um dann zu merken, dass doch nichts aus uns werden kann. Und trotzdem konnte ich nur noch an dich denken. Ich merkte, wie ich dir vertrauen kann und du wusstest ganz genau, wie sehr ich mich in dich verliebt hatte. Wir machten Pläne über gemeinsame Urlaube, malten uns aus was wir erleben könnten. Und dann kam der Punkt, an dem du dich immer mehr verschlossen hattest. Ich habe versuchst dich aufzufangen und dir einen Halt zu geben. Und trotzdem wurde ich immer wieder von dir weggestoßen. Ich habe deine Abweisungen akzeptiert und deine Ausraster hingenommen. Dachte mir, dass es nur eine Phase von dir ist. Aber der Wunsch blieb aus. Wir fuhren in den Urlaub und ich hatte bereits einige Tage vorher ein schlechtes Gefühl. Wir kamen im Urlaub an und nicht einmal ein paar Stunden später bist du grundlos ausgerastet. Aber nicht wie sonst, es war einfach viel schlimmer. An dem Punkt merkte ich einfach, dass ich das nicht mehr so hinnehmen kann. Und somit wussten wir beide insgeheim, dass es nicht mehr klappen kann. Und trotzdem bin ich traurig darüber, wie es geendet ist. Einfach die Behauptung, dass ich dich niemals verstehen kann und wir uns aufgrund dessen immer wieder streiten werden, macht mich traurig und wütend zu gleich. Ich hoffe so sehr, dass du dich fangen wirst, an dir arbeiten kannst und wir trotzdem noch in einem respektvollen Umgang miteinander arbeiten können.  In Liebe, Sabine.

10. Oktober 2017

563. Der Gedanke an dich.

Ich wusste bisher nie, wie sich das anfühlt. All die Jahre lang habe ich mich gegenüber anderen nicht vollkommen geöffnet. Bis er kam. Vor Monaten haben wir es bereits versucht. Damals war ich es die sagte, dass es nicht klappen wird. Die Monate vergingen und ich dachte trotzdem weiterhin an ihn. Ich verliebte mich in ihn und wir redeten lange miteinander. Wir sind zusammen gekommen und ich merkte, dass er mich abgöttisch liebt. Wir verbrachten das letzte Wochenende miteinander. Es lief alles gut, bis es mir Sonntagabend auf einmal schlecht ging. Ich merkte wie hilflos er ist. Und dann ging alles bergab.
Er schrieb nicht mehr zurück und ich wusste das es wahrscheinlich das Ende zwischen uns ist. Und dann kam eine Nachricht. Er macht sich Sorgen um mich und machte klar, dass er mit solch einer Situation nicht umgehen kann. Da ich ihn nicht verlieren möchte, muss ich uns eine Pause geben aber dennoch komme ich mit dieser Situation nicht klar. Ich liebe ihn.

22. Juli 2017

562.

Und wenn ich hier so sitze, merke ich das die Situation dieses Mal viel schlimmer und intensiver als sonst ist. Es sind nicht diese Selbstmordgedanken die ich sonst in den schlimmen Phasen habe und die nach ein paar Tagen vergehen. Ich muss aufpassen. Sehr sogar, sonst geht es dieses Mal total schief.

10. Juli 2017

561. Der Gedanke ist da.

Und manchmal, ja manchmal denke ich mir, was das alles noch soll. Warum noch atmen? Warum noch arbeiten? Warum überhaupt noch etwas sagen? Es ist dieser schmale Grad zwischen einer Lebenskrise und dem völligen Aufgeben.. Ende.

7. Juli 2017

560. Und wieder ein Strich mehr auf der Liste.

Und obwohl ich mit ihm keine Beziehung eingehen wollte, trifft es mich doch sehr als ich die Nachricht bekommen habe, dass er sich versucht hat umzubringen. Er ist somit ein Strich mehr auf der Liste derer die es versucht haben. Ich versuche für ihn da zu sein, ihm einen Halt zu geben. Aber ich weiß auch genau, dass dies manchmal nichts bringt und ein Mensch der solche Gedanken hat, es ihn nicht aufhalten wird...

26. Juni 2017

14. März 2017

558. Unsere längst zerbrochene Seele.

Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Das letzte Mal, dass ich hier etwas schrieb war es der Tag an dem wir dich verabschiedet haben. Ein Tag, der voller Tränen endete und ich die Hoffnung in mir aufgab. Es schien so, als wäre ich bzw. alle anderen ebenfalls dir ein Stück näher gekommen.
Bis der Tag vorbei war und jeder wieder seiner Wege ging. Für mich hieß es, dass ich wieder funktionieren muss. Ich verbrachte Weihnachten im Schoße der Familie und wünschte mir, dass ich nicht noch einmal so einen Fehler mache. Aber Fehler ebnen das Leben. Die darauf folgende Zeit verbrachte ich wie in Trance. Egal was ich machte, ich war müde. Müde vom Leben.
Und gerade in dieser Zeit holte ich mir eine neue Aufgabe. Ich ließ ein kleines Lebewesen bei mir einziehen, in der Hoffnung nun endlich mal gebraucht zu werden. Seitdem passt er jede Nacht auf mich auf. Und trotzallem sitze ich hier und ringe mit den Tränen, Es vergeht kein Moment, in dem ich nicht an mir zweifle. Ob ich die nächste Zeit schaffen werde, kann ich nicht wirklich sagen. Zu stark sind die Gedanken einfach aufzuhören und alles abzubrechen. Zu groß ist die Liebe die mich jeden Tag aufs neue sagen lässt, dass ich gerne bei dir wäre...

22. Dezember 2016

557. Ruhe in Frieden, kleiner Engel!

Als ich von deinem Tod erfuhr, war ich mir sicher das dies  nicht wahr sein kann. Nicht du! Du warst immer darauf bestrebt zu kämpfen. Selbst zwei Tage vor dem Tod, hast du noch geschrieben, dass du froh bist zu leben! Und jetzt muss ich mit dem Gedanken leben, dich nie wieder zu sehen und auch nicht mit dir zu reden. Ich vermisse dich und werde dich immer in meinem Herzen tragen. Du warst immer eine Kämpferin, bist du leider die Entscheidung getroffen hast, nicht mehr auf dieser Welt zu verbleiben, Ruhe in Frieden liebe L.! 


27. November 2016

556.

Bis Neujahr muss ich noch durchhalten und dann darf ich wieder auf meinen alten Wohnbereich. Dafür muss eine Auszubildene aus dem 1. Jahr auf meinen jetzigen Bereich. Sie ist überhaupt nicht davon begeistert, aber das ganze Mobbing halte ich nicht mehr aus!

23. November 2016

555. Wenn sie tanzt. ist sie wer anders.


''Wenn ich dir etwas helfen kann, dann mach ich das auch. Weil ich die sehr schätze. Ich mag ganz viele Dinge an dir, weil du einfach ein sehr spezieller Mensch bist und man sich immer wieder neu auf dich einstellen muss. Das macht dich sehr interessant.'' 

So eine Nachricht bekam ich heute morgen um 0:30 Uhr als ich einem Freund aus der Schule geschrieben habe, dass es mir schlecht geht und ich Druck habe mich zu verletzen. Weil es dann aber doch nicht ausgereicht hat, schrieb ich noch eine eMail an den psychiaterischen Dienst. Anbei einen Lebensvertrag... Sicher ist sicher. 

22. November 2016

554. Ich lebe von Luft und Phantasie.


''Aus fachärztlicher Sicht ist mittelfristig nicht von einer relevanten Besserung auszugehen.''

Damn! Dieser Satz sitzt. Geschrieben von meinem Psychiater zur Feststellung der besonderen Schwere meiner Behinderung. (Man bemerke, dass ich mich nicht als ''Trägerin'' einer Behinderung sehe!) Ich habe es einfach ein bisschen schwerer als andere im Leben. Mehr nicht. Als wäre das nicht genug, bin ich nun neue Besitzerin von zwei weiteren Diagnosen. Toll, oder? 


25. Oktober 2016

553. Am Boden.

Erst letzte Nacht habe ich Frau Z, vom SPD einen Lebensvertrag geschickt und nun sitze ich hier weinend und denke mir einfach nur ''Who cares?'' (wenn ich mich töte).
Jeder einzelne Tag ist ein Kampf für mich. Ich schaffe es einfach nicht mehr. Zu allem Überfluss gibt es noch diese Kollegin die ihren Spaß daran hat mich zu mobben. Ich liege bereits am Boden und bekomme trotzdem noch jeden Tag einen Schlag ins Gesicht.

24. Oktober 2016

552. Only when you try to destroy, you get to know life in earnest.


Ich fühle mich einfach nur leer in meinem Körper. Diese ständige Angst vor dem nächsten Morgen lässt mich erstarren. Ich kann nicht mehr. 

17. Oktober 2016

551. Vier Jahre und ein Tag.

Vier Jahre und ein Tag ist es her, dass ich in W. zwangseingewiesen wurde. Es fühlt sich alles so komisch an. Meine Gedanken kreisen die ganze Zeit nur um den Tod und der Wunsch mich zu verletzen wird größer. Ich mache mir Sorgen um mich und vorallem über meine Zukunft. Pläne die ich seit mehreren Jahren hatte und nach meinem Exam verfolgen wollte, erscheinen mir jetzt seit einigen Wochen sinnlos. Ich wollte es unbedingt erreichen und nun, nun glaube ich noch nicht einmal daran, ob dies alles wirklich so gut war wie ich es mir vorgestellt habe. Ratlos.

1. September 2016

550. Der Blick nach vorne, wäre es das leichteste der Welt.

"Ein Semikolon wird genutzt, wenn ein Autor seinen Satz eigentlich hätte beenden können, aber gewählt hat, es nicht zu tun. Der Autor bist du und dieser Satz ist dein Leben.'' - Semicolonproject!



Neues Tattoo!

30. August 2016

549.

Und so ist es. Mir ging monatelang wirklich sehr gut und seit Samstag sind all die guten Momente und Gefühle verschwunden. Mir gehts sehr mies. Ich bin nur noch am weinen und weiß einfach nicht mehr warum, wodurch es mir einfach noch schlechter geht. Alles zerbricht um mich und ich versuche trotzallem es zu schaffen , zu leben. Und trotzdem wird es immer schwieriger. Ich kämpfe und habe Angst, dass ich es nicht schaffen werde. Das ich doch wieder zu einer Überdosis greifen werde oder mich verletzen werde. Erst letzte Woche war Frau Z. vom SPD richtig stolz auf mich, da ich Anfang diesen Monats die zwei Jahre ohne Selbstverletzungen geschafft habe. Zwei komplette Jahre und jetzt. Jetzt denke ich mir nur noch: es ist egal. Du darfst aufgeben. Zwei Jahre wirst du wieder schaffen und dann, ja dann kannst du richtig stolz auf dich sein...

13. April 2016

547. Du bist nah, aber doch so fern.

Ich wünschte du würdest hier bei mir sein und mich einfach nur in den Arm nehmen. Ein Wunsch den ich jeden Tag neu hege, weil die Gewissheit doch zu schmerzlich ist. Ich erinnere mich an die vielen Momente zurück, die wir zusammen verbracht haben und ich dein Lächeln und deine Nähe spüren konnte. Die Nachmittage und Abende die wir Arm in Arm auf dem Sofa lagen und du mir so viele Geschichten vorgelesen hast und immer bemüht warst, dass ein guter Mensch aus mir wird. Keiner konnte verstehen, dass wir uns besser verstanden als alle anderen. Als der Tag kam und du nicht mehr konntest, brach für mich eine Welt zusammen. Ich verstand nicht, wie es sein konnte, dass du nicht mehr bei mir warst. Kein Lachen, keine Gespräche, keine Unternehmungen mehr und vorallem keine Liebe mehr. Die Zeit danach war es so, als würde es alles nur ein schlechter Traum sein. Da waren so viele Menschen, die auf einmal dein "Freunde" waren und um dich getrauert  haben. Menschen die sich vielleicht ein Mal im Jahr gemeldet haben und dich sonst links liegen gelassen haben. Keiner von ihnen war in deinen letzten Wochen bei dir und hat Abschied von dir genommen. Aber trotzallem haben sie dich heute, 13 Jahre später, nicht vergessen. Wenn ich heute von dir komme und Menschen treffe und sie um etwas bitte, können sie sich noch alle an dich erinnern. Wie dich nächste Zeit ohne dich aussehen wird, weiß ich nicht. Aber egal was ich mache, ich werde dich immer lieben und vermissen.

  Ruhe in Frieden, Papa ! <3 
09.11.1953 - 12.04.2003