Es ist einige Tage her, dass ich mich zum letzten Mal hier geäußert habe. Es ist einiges vorgefallen, was ich einerseits lieber verschweigen möchte, aber andererseits doch aussprechen möchte.
Beim letzten Mal dachte ich schon, dass die Erschöpfung nicht noch schlimmer werden könnte. Aber da habe ich mich auch geirrt. Egal was ich gemacht habe, ich bin erschöpft. Die Schule, die Arbeit und die ganzen Termine haben mir zugesetzt. Natürlich kann es auch sein, dass ich allgemein vom Leben erschöpft bin.
Den Jahrestag meines Suizidversuches habe ich eher schlecht als recht überstanden. Ich habe mich in keiner Weise verletzt oder so. Ich musste nur mit heftigen Stimmungsschwankungen leben. Ein Tag später wurde ich dann zum ersten Mal Tante. Am 19.09 kam meine Nichte Mia Sophie auf die Welt. Mein Bruder war bei der Geburt seiner Tochter nicht anwesend, ich schon. Es war ein komisches Gefühl.
In der letzten Woche habe ich sehr häufig gemerkt, dass ich diese ganze Ausbildung nicht schaffen werde. Alles was die Lehrer oder Mitschüler gesagt haben, hat sich für mich nicht verständlich angehört. Wie eine andere Sprache. Und auch die Äußerung von meinem Lehrer, dass Borderline die größte Deformation der Seele ist und das die Menschen die diese Krankheit haben kaum lebensfähig sind, hat mich sehr verletzt. Aber vielleicht hat er auch recht. Ich bin lebensunfähigkeit und viele Menschen da draußen auch.
Am Samstag ist mein großer Bruder nach knapp 3 Monaten bei mir ausgezogen. Drei Monate war ich die größte Zeit nicht alleine und kaum ist er weg, habe ich die Nacht darauf sehr schlimme Alpträume.
Es ist alles komisch zur Zeit.
Bis bald,
Sabine.




