Stimmung: 5
Suizidalität: 4,5
Tagesziele: nicht erreich
Ich konnte in seinen Augen so viel Leid sehen und erkennen das er selbst mit den Tränen kämpft. So bemerkte ich auch, dass wir wahrscheinlich gerade die selben Gefühle in uns hatten. Wir beide waren traurig und redeten auch darüber.
Ich versuchte ihn zu trösten, ihm Halt zu geben. Ihm das zu geben, was ich die ganze Zeit von ihm bekam.
Ob es mir gelungen ist, weiß ich nicht wirklich. Dieses Treffen hat mir jedoch gezeigt, dass er auch nur ein Mensch ist und nicht immer nur stark sein kann.. Selbst ein Betreuer lässt Tränen zu.
Inzwischen zieht mich alles runter. In den Medien wird von Menschen berichtet die einen Suizidversuch unternommen haben. Der bekannteste Versuch mag wohl in diesen Tag der von Paris Jackson sein.
Dabei kommen immer wieder die gleichen Fragen hoch.
Wie schreibt man einen Abschiedsbrief, der voller Emotionen geladen ist?
Wie ist es, sein Leben auf einem Stück Papier zu beenden?
Wie, frage ich euch, wie soll man etwas erklären, das für andere feige, sinnlos und als Sünde angesehen wird?
Wie soll man den Schmerz, der tief in der Seele fest sitzt und so sehr schmerzt, beschreiben?
Wie soll man erklären, was der Unterschied zwischen den inneren Kampf zwischen nicht mehr leben und 'es noch einmal versuchen' erklären?
Wie, dass abwiegen, zwischen der endlosen, eigenen Sehnsucht nach nicht mehr leben wollen und der Bitte, der Anderen weiter am Leben bleiben zu sollen, in Wort fassen?
Wie die eigene, sinnlosvorkommende Existenz, die man hasst und die schwerer auf der Seele liegt, als die Nichtahnung vor dem Tod, zu erklären?
Wie soll man es erklären, dass man lieber tot wäre, als weiter zu existieren und den täglichen Schmerz zu ertragen?
Morgen habe ich wieder einmal einen Termin bei meinem Psychiater. Ich weiß gerade gar nicht, wie ich darüber denken soll. Der letzte Termin lief schon nicht optimal, wie soll dann der bloß morgen werden ?
Sprich bitte mit deinem Psychiater darüber.
AntwortenLöschenIch könnte dir schon irgendwie deine Fragen beantworten. Jedenfalls wie ich es getan hab. Doch das würde nur unnötig triggern. Denn was ich mit meinen Worten auf keinen Fall bezwecken möchte, ist das du dich umbringst.
Hey das Leben ist oft sch... Und auch hard, aber der Suizid wäre so endgültig.
Ich wünsche dir Mut weiterzuleben und jeden kostbaren Moment genießen zu können.
Ein Psychiater ist für sowas da. Er weiß wie man damit umgehen soll.
Ein Betreuer nicht. Er war sichtlich überfordert. Mute ihm nicht zu viel zu, sonst kann es sein das er geht nur um sich selbst zu schützen.
Weißt du wie ich das meine?
Ich mache mir Sorgen um dich
Lg Amy