28. November 2012

82. Hass, Verzweiflung und Ungewissheit.

Inzwischen nutze ich jede Möglichkeit euch zu schreiben. Seit heute habe ich einen neuen Ausgang.
Stadtausgang, heißt ich wurde auf die höchste Stufe hochgestuft.
Froh ? Klar!
Trotzallem, geht es mir wieder schlechter. Aber zum Glück, kann ich diese Gefühle verstecken.
Gestern durfte ich nach Hannover in die Schule. Ich bin zur 5. Stunde von Wunstorf aus mit dem Taxi nach Hannover gefahren.
Ich war total aufgeregt, ich habe nämlich nur 3 Freundinnen erzählt, dass es sein könnte, dass ich am Dienstag in die Schule komme. Genau wussten sie es nicht.
Im Taxi habe ich dann sofort mein Handy angemacht und schrieb die Sms an meine Freundinnen:

"So Mödels....Aufgepasst: Ich sitze gerade im Taxi, auf der Autobahn und bin auf dem Weg in die Schule."

Sie waren erstaunt und glücklich. Als ich vor der Schule stand und sie mich gesehen haben, sind sie sofort auf mich zugerannt und haben mich umarmt.
Dieser Augenblick hat sich im Nachhinein total komisch und irreal angefühlt. Nach außen hin, sah es bestimmt so aus, als wenn da ein normales Mädchen zur Schule kommt und von den Freundinnen erwartet wird.
Ich weiß aber, dass Welten dazwischen liegen. Es liegen Weltern zwischen dem Hier und Jetzt und den Schultagen von vor 9 Wochen.
In den Wochen ist soviel passiert. Schlimmes. Ich hätte fast ein Menschenleben auf dem Gewissen, denke immer noch daran mich zu töten oder die Arme mal weitgehenst aufzuschlitzen.
Vorallem aber... Ich wohne in keiner Wohngruppe mehr. Ich soll aufeinmal selbstständig sein und mich um meine ganzen Angelegenheiten alleine kümmern. Was anderes erwartet man von einer FAST - 18 Jährigen doch nicht anders. Oder ? Kindheit ist nun vorbei und jetzt beginnt ein noch beschisseneres Leben.
Yeah -.-''

Zurück zur Schule... Ich habe in den 4 Stunden kein bisschen mitgemacht. Wie kommt es ? Na ja... mein Stimmung lag bei - 100 ...-.-
Eine Veränderung habe ich nicht gemerkt zu den letzten Wochen. Im Gegenteil. Ich habe keine Lust mehr. In meinem Kopf ist nur ein Gedanke..und zwar : STIRB, Sabine Stirb!
Nach der Stunde bin ich zu meiner Lehrerin gegangen und hab mich mit ihr unterhalten.
Thema war meine Praktikumsmappe und mein Befinden...
Hab ihr erzählt, dass ich durch die ganze Überforderung denke, die Schule zu verlassen.
Nein, abbrechen ist wohl ein besseres Wort dafür oder... wie wäre es mit Zerstörung meines eigenen Traumes, an dem ich monatelang gearbeitet habe ?

That's life, leute..
Am Freitag ist meine Entlassung und ich weiß nicht wohin. Wohnung ist nicht fertig. Ich hab noch nicht einmal einen Schlüssel.

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