20. September 2013

373. Zurück aus dem Untergrund.

Die letzten Tage vergingen sehr langsam. Eigentlich hätte ich diese Woche mein Einführungsseminar vom FSJ gehabt, aber (so wie ich bin) hab ich schon Freitag der Frau vom SPD geschrieben, ob sie mich nicht krankschreiben kann. Gesagt getan. Nun sitze ich seit letztem Freitag in meiner Wohnung und hab mich immer nur kurz aus dieser heraus getraut.

Am Mittwoch war ja auch noch mein Jahrestag.. Vormittags hatte ich einen Notfalltermin im SPD, irrte nach dem Gespräch planlos durch die Innenstadt und fand mich dann irgendwann bei der Ergotherapie wieder.
Meine Stimmung war währenddessen recht gut. Ich habe mit meiner Ergotherapeutin verschiedene Spiele gespielt und immer wieder gewonnen :) Jedoch sank meine Stimmung auf dem Weg nach Hause immer weiter, sodass ich bereits die Vivinox-Schachtel in der Hand hatte und ernsthaft am Überlegen war, die ganzen Pillen zu nehmen. Ich entschied mich dann jedoch einen Abschiedsbrief zu schreiben. Ohne Brief kein Suizid, das ist klar. Irgendwer muss doch die Gründe wissen, warum ich mich für diesen Schritt entschlossen habe.

Morgen muss ich wieder arbeiten und ich weiß noch nicht einmal, wie ich das schaffen soll. Durch die kleine Überdosis von letzter Nacht, ist mir immer noch schlecht. Vielleicht ist es ja bis morgen Mittag auch wieder weg? Ich freue mich (kann ich das denn wirklich noch?) auf die Senioren und auf meine neue Anleiterin.

Am Montag hat dann übrigens auch meine Tante Geburtstag (mir ist grad aufgefallen, dass ich am 23.09.2009 in die KJP zwangseingewiesen worden bin) und ich sehe meine Patentante und meinen Opa wieder. Mal schauen, wie beide auf mich reagieren werden... Ich glaube, sie haben immer noch so ein schlechtes Bild von mir.


16. September 2013

372. Für immer dein.

Immer wieder kommen die Gedanken daran hoch, wie schön es wäre, jetzt und hier tot umzufallen. Wieder und wieder bekomme ich Gefallen daran, was für ein schönes Gefühl es wäre. Und immer noch fühlt es sich so an, als würde es keine vier Jahre, sondern nur ein paar Wochen her sein.
Ich fühle mich allein gelassen, verzweifelt und ekelhaft.

Zwar habe ich bis nächste Woche Dienstag einen Lebensvertrag, aber wer hindert mich daran ? Wer, um Gottes Willen, hindert mich daran die gesammelten Tabletten alle auf einmal zu nehmen und endlich zu sterben.

Die Beerdigung vom Samstag hat mich, ja, geschockt. Aber vorallem hat sie in mir das Gefühl entfacht, dass ich soetwas auch haben möchte. Krank, ich weiß. Aber ich möcht einfach nicht mehr.

Achja... und nur weil ich immer noch nicht tot bin, heißt es nicht, dass ich an meinem Leben festhalte. Im Gegenteil ich warte nur auf den richtigen Moment.

15. September 2013

371. Wo das Licht nicht scheint.

''Was hast du so schlimmes getan, dass du dir nicht erlaubst glücklich zu sein?''

Diese Frage muss ich mir inzwischen immer häufiger anhören. Ich habe lange darüber nachgedacht um endlich eine richtige Antwort auf die Frage geben zu können. Glücklichsein bedeutet für mich, dass ich im reinen mit mir selbst bin. Und das bin ich nicht. Ich mag mich nicht. Aber der größte Punkt ist, dass ich deswegen nicht glücklich sein will, da ich überhaupt nicht leben will. Wieso sollte ein Mensch, der nicht leben will, glücklich sein ? 

Heute war ich mit jemandem verabredet, nachmittags. Da ich aber bis halb 5 geschlafen hatte, habe ich das Treffen verpasst. Als ich auf mein Handy geschaut habe, sah ich, dass ich zig Anrufe und Nachrichten hatte. Als ich zurückrief, bekam ich zu hören, dass man sich Sorgen um mich gemacht hat. Man glaubte, dass ich mich umgebracht hätte. Weiterhin wurde ich dann auch noch gefragt, ob es okay wäre, wenn wir nächste Woche doch noch zum Friedhof fahren würden. ''Nicht das du wieder so einen drolligen Moment bekommst. Und ich dann Schuld bin.'' Am liebsten hätte ich folgendes gesagt: ''Mach dir keine Sorgen, ich hatte eigentlich schon geplant, dass ich mich zwei Tage vorher umbringe. Du wirst also keine Schuld haben.'' Und so ist es. Keiner wird Schuld haben. 

14. September 2013

370. Beerdigung

Ich sah viele Menschen, die um ein junges Mädchen trauerten. Ein Mädchen, dass mit 17 Jahren freiwillig aus dem Leben schied. Ich sah eine Mutter und einen Vater die ihr eigenes Fleisch und Blut zu Grabe trugen. Und ich sah einen Bruder, der nur noch am weinen war.
Es war auf einmal so real. Die ganze Zeit fühlte es sich so an, als würde es nur ein schlechter Scherz sein.
Aber es ist wahr. Ich stand mit L. zusammen vor ihrem weißen Sarg und legte eine Kerze nieder. Sah beim zurückgehen die Schockierung in den Gesichtern. Die Fassungslosigkeit über die Art und Weise.
Bemerkte, dass selbst Betreuer und Therapeuten aus der Klinikzeit da waren. Ihre Lieblingsbetreuerin weinte.
Es wurde ein Teil aus ''Der kleine Prinz'', ihrem Lieblingsbuch vorgelesen. Es berührte die Menschen, sie weinten noch mehr. Es wurden Lieder gespielt...
Ich glaube ich werde nie wieder so unbefangen ''Lykke Li - I follow rivers'' und ''Rihanna - Diamonds'' hören können.

06.04.1996 - 09.09.2013


13. September 2013

369. Ruhe in Frieden

Ich bin von der Nachricht ihres Todes gelähmt. Bei jedem anderen hätte ich vermutet, dass derjenige einen Suizid begeht, aber nicht sie. Sie war immer die Fröhliche, die Starke.
Es ist aber auch nicht nur ihr Tod, der mich so schockiert. Es ist, wie sie sich das Leben genommen hat. Diese brutale Art und Weise... Ich hoffe, dass sie nun ihren Frieden gefunden hat. Rest in Peace, liebe I.

368. Mein ganzes Ich.

Mein ganzes Ich stirbt immer mehr und mehr. Und ich werde mich hüten und etwas dagegen machen, denn vielleicht ist es diesmal so vorher bestimmt. Vielleicht soll ich dieses Mal an meinem Jahrestag sterben.

Zur Zeit schlafe ich sehr schlecht. Pro Nacht schlafe ich höchstens 5 stunden (heute waren es sogar nur 3 1/2 Stunden) und dazu träume ich jede Nacht fast das Gleiche. Ich werde jede Nacht (zwar immer auf unterschiedliche Weise) von irgendwem gejagt und ermordet.
Inzwischen bekomme ich immer mehr Angst...

Ich möchte einfach nur weg. Schlafen...

11. September 2013

367. Innerlich am zerbrechen.

Inzwischen habe ich meine Maske wieder ausgesetzt. Ich bin nach meinem kleinen Zusammenbruch vom Freitag nur noch am lächeln und erwecke den Eindruck, dass alles wieder gut ist. Doch das ist es keinesfalls. Ich bin innerlich am zerbrechen. Jede Sekunde könnte ich anfangen zu weinen, zu schreien, zu schneiden.
Es ist so viel in meinem Kopf. So viele Gedanken, doch durch mein Handicap weiß ich nicht wie ich damit umgehen soll. Ich kann kein einziges Gefühl richtig empfinden. Fühle mich innerlich einfach nur noch tot.

Das FSJ strengt nicht so an, wie ich es am Anfang immer gedacht habe. Da ich inzwischen eine neue Anleiterin bekommen habe (und mit der alten noch nicht einmal mehr zusammen arbeiten muss) geht es auch wieder auf Station. Als ich heute zum Dienst gekommen bin, habe ich erfahren, dass eine Frau verstorben ist. Es kam so plötzlich, denn eigentlich hatten wir gestern Morgen noch gedacht, dass eine vollkommen andere Frau bald sterben wird (aber ihr geht es inzwischen wieder besser). Es ist bloß so irreal. Gestern Mittag habe ich der Verstorbenen noch das Mittagessen angereicht und 10 Stunden später ist sie tot gewesen. 

Ruhen sie in Frieden, Frau E. !

Während meines Dienstes hat mich eine Kollegin auf einmal gefragt, ob ich mich ritze. (Anscheinend ist mein Ärmel nach oben gerutscht.) Ich sagte ''ja'' und zog mein Ärmel bis zum Ellenbogen hoch und das Einzige was sie sagte war ''Oh mein Gott''. Als ich ihr dann noch erzählte, dass ich bereits drei mal in der Psychiatrie war und schon versucht habe mich umzubringen, meinte sie nur, dass man mir die ganzen Probleme nicht ansehen würde. Und ja, das hat gesessen. Es hat mir nur wieder verdeutlicht, dass sie Maskerade bzw. das Versteckspiel auf der Arbeit besser denn je ist.

Ab heute ist H. im Urlaub und wiederkommen tut er erst zwei Tage nach seinem Geburtstag. Als ich am Freitag den Zusammenbruch hatte, kam er noch bei mir vorbei und nahm (als er ging) meine ganzen Tabletten mit. Seit Montag lag ich ihm in den Ohren, dass ich sie unbedingt wieder haben will und ta daaa... Ich darf in die WG fahren und sie mir abholen. Dabei habe ich die ganze Zeit gedacht, dass ich sie nie wieder bekommen werde...

9. September 2013

366. Wünsche und Träume.

In mir drin sind so viele Gedanken und Gefühle. Einerseits möchte ich sie jemandem erzählen aber andererseits, weiß ich nicht wem ich sie anvertrauen kann. Ich habe in den letzten Tagen gesehen, dass es keine gute Idee war H. alles zu erzählen.. Erst heute sagte er wieder, dass er wegen meiner Hirngespinst sauer gewesen sei. Und dann schnitt er wieder mein größtes Problem an:
er sagte mir, dass ich die Gespräche (die ich nur mit ihm machen möchte) auch mit U. machen soll. U. müsste es vorallem auch deswegen machen, weil H. nur noch bis November für mich zuständig ist.
Ich habe solch eine Panik davor. Wenn ich H. verliere, gebe ich U. gleich mit ab. Lieber H. als U.

Bei der Arbeit läuft es ganz ok. Ich bin froh, dass ich im Moment in einer anderen Schicht als meine Anleiterin arbeite und dementsprechend in Ruhe arbeiten kann. Ich werde morgen früh noch einmal mit einer Kollegin über das Ganze reden und danach werde ich auch noch das Gespräch mit der Pflegedienstleitung suchen.

Heute ist der 13. Tag ohne eine neue Wunde. Ich würde mich am liebsten verletzen, aber durch die Arbeit bin ich Nachmittags so fertig, dass ich noch nicht einmal zum DM komme und neue Klingen zu kaufen.



Ich wünsche euch eine gute Nacht und schlaft gut!

365. Coming home.

Und nächste Woche ist es soweit - Freude und Angst zugleich.

7. September 2013

364. Vor einem Jahr.

Der 7.9.2012 fiel auf ein Freitag. Ich ging in die Schule und kam um 15 Uhr zurück in die WG. Dort warteten schon meine beiden Betreuerinnen auf mich und fragten mich, ob ich Suizidgedanken hätte. Ich wusste nicht, warum sie mich fragten. Bis sie sagten, dass sie einen Anruf bekommen hätten und daraufhin in meinem Zimmer einen Abschiedsbrief  gefunden hätten. Ich rannte nach oben, schmiss meine Sachen auf den Fussboden und griff zu einer Klinge und rannte hinaus in den Garten. Ich versteckte mich hinter dem Schuppen, in der Hoffnung sie würden mich nicht finden. Nach kurzer Zeit kamen sie jedoch schon und sagten zu mir, dass ich jerzt zwei Möglichkeiten hätte: entweder ich fahre freiwillig mit in die KJP oder sie rufen die Polizei zur Hilfe.
Eine Stunde später befand ich mich in der KJP und versuchte mit aller Kraft nicht eingewiesen zu werden. Ich hatte gute Chancen, bis auf einmal die Ärztin in den Raum kam, mit der inzwischen schon mehrmals zu tun hatte. Sie war schwerer zu überzeugen, aber ich schaffte es und konnte (mit festen Bedingungen) nach Hause.

Heute (ein Jahr später) sind die gleichen Gedanken wieder da.
Ich kann nicht mehr.

6. September 2013

363. Mit Sicherheit.

Wenn es nicht in 12 Tagen passieren wird, dann wird es am 10. November zu 100%  passieren.

5. September 2013

362. Wo die Zeit scheinbar niemals vergeht.

Die beiden gehen mir im Moment wieder einmal sehr auf die Nerven. Wenn ich den einen anrufe, dann bekomme ich nur eine genervte Stimme zu hören und bei dem anderen stoße ich einfach nur noch auf Granit. Ganz ehrlich ? Ich habe einfach keine Lust mehr auf euch. Ihr seit mir zwar sehr ans Herz gewachsen, aber so bringt es auch nichts mehr.. Am Besten, ich beende das hier und jetzt. Schluss, aus, vorbei!!

Im Moment bin ich kaputt und müde. Der Stress mit den beiden, das frühe Aufstehen und meine Anleiterin saugen mich komplett aus. Ich bin froh, dass ich heute meinen Dienst schon hinter mir habe und dass ich morgen frei habe. 

In 2 Wochen ist es dann endlich wieder so weit.

4. September 2013

361. Lage.

Stimmung ist nicht die Beste, aber was soll's. Bei der Arbeit, kommt so langsam die Routine und die Fehler werden weniger. Mit H. und U. läuft es meiner Meinung nach sehr schlecht, aber ich weiß auch nicht wirklich was ich machen kann. Shit happens!

Bis die Tage!

2. September 2013

360. Kurzes vom Tag.

Ich konnte den Schock, die Unverständnis und die Ratlosigkeit in H. Gesicht sehen. Er blieb die ganze Zeit stumm vor mir sitzen und erst als ich gehen wollte, meinte er dass ich doch noch bleiben soll. Wir müssten über die Sache dringend reden, aber ich ging.
Jetzt herrscht Funkstille zwischen uns. Ich muss die Sache irgendwie klären. Irgendwie.

Heute kam der Tag, vor dem ich  die letzten Wochen und besonders heute Morgen noch solche Angst hatte. Gestern begann offiziel mein FSJ, jedoch musste ich heute erst anfangen. 
Die Zeit verging den Vormittag über sehr langsam, aber um 13 Uhr hatte ich es dann auch endlich geschafft. Ich musste dann nur noch auf den Spätdienst warten und die Übergabe mitmachen. 
Bis Donnerstag habe ich nun Frühschicht, Freitag habe ich frei, aber dafür muss ich das Wochenende durcharbeiten. Yeah -.-''

Macht's gut (und besser als ich) und schlaft schön  :* 

31. August 2013

359. That's life bitches!!

Bei mir läuft es drunter und drüber. Ich versuche alles richtig zu machen, doch was genau bedeutet ''Richtig''?  Wahrscheinlich hat jemand eine richtige Meinung, ein anderer eine Falsche und noch jemand (wie ich) eine verzerrte Meinung, was 'Richtig' bedeutet.

Bei mir läuft im Moment 'Fabian Buch - Turn off the lights' rauf und runter. Für mich ist dieses Lied einfach der Inbegriff an einen wunderschönen Herbst. Es war der erste Herbst, den ich in der Wohngruppe verbrachte und ich immer wenn ich zum Praktikum fuhr, machte ich dieses Lied an.
Und nun wird es draußen wieder Herbst und ich freue mich einerseits, aber andererseits habe ich auch schreckliche Angst.
So schön der Herbst auch ist, diese Zeit bedeutet für mich, dass ich mit täglichen Flashbacks kämpfen muss.

Es gibt eine Nachricht, über die ich ganz froh bin:
seit Dienstag war nicht klar, ob die Freundin meines Bruders schwanger ist, oder nicht. Jetzt ist klar, dass ich keine Tante werde und bin so etwas von froh. Ich bin deswegen so froh, weil nicht noch ein Kind in diese beschissene Familie hineingeboren werden soll. Es würde nur schlechte Gene haben und ich bin mir sicher, dass es sich später dafür so hassen würde.

Beim Einkaufen sah mein Arm auf einmal schrecklich aus. Und man muss auch bedenken, dass es nur die Spuren der letzten Tage sind, die ihn so schlimm aussehen lassen:



Entschuldigt bitte, das komplette Durcheinander. 


30. August 2013

358. I need your love.

Noch nie war ich mir in einer Sache so sicher wie jetzt. Ich hab mich entschieden.

29. August 2013

357. Nothing.

Gibt nicht so viel zu berichten.

Fühle mich vernachlässigt von ihm, hasse mich jeden Tag mehr und mehr, und fange Montag meinen Dienst an. Keine Lust mehr. 

28. August 2013

356. Zwischen Leben und Tod

Sie sind alle darauf bedacht, dass es mir gut geht. Sie alle möchten, dass ich weiterlebe. Aber wofür ? Ich befinde mich seit Monaten zwischen Leben und Tod, aber besonders gestern habe ich bemerkt, dass ich mich eher auf der Seites des Todes befinde.

27. August 2013

26. August 2013

354.

"Dies ist kein Abschied, denn ich war nie willkommen, will auf und davon und nie wiederkomm'. Kein Lebewohl, will euch nicht kennen."